Interessante Statistik: BMW führt Premiummarkt in den USA an

News | 17.02.2010 von 6

Aus den USA erreicht uns eine Statistik, die etwas anders geartet ist als die üblichen Vergleiche von Verkaufszahlen. Es werden nämlich in diesem Fall ausschließlich …

Aus den USA erreicht uns eine Statistik, die etwas anders geartet ist als die üblichen Vergleiche von Verkaufszahlen. Es werden nämlich in diesem Fall ausschließlich jene Fahrzeuge betrachtet, die für mehr als 45.000 US-Dollar verkauft werden und damit explizit nicht die Einstiegsmodelle wie MINI oder BMW 1er. Zur Orientierung sei gesagt, dass ein BMW 135i Coupé in den USA einen Grundpreis von $36.050 hat und auch eine BMW 335i Limousine in Grundausstattung ‘nur’ $40.600 kostet. Einen Grundpreis von exakt $45.000 bietet das BMW 328i Cabrio, teurer sind das 335i Cabrio sowie alle Modelle der 5er-, 6er- und 7er-Reihe. Bei den Geländewagen bleibt der X3 xDrive30i unter der Marke von $45.000, alle anderen in den USA angebotenen X-Modelle (X1 wird nicht angeboten), der Z4 und die M-Modelle liegen über der genannten Marke.

Weil auch die Sonderausstattungen in den USA günstiger sind, bleibt selbst ein praktisch vollausgestattetes BMW 128i Coupé knapp unter der Marke von $45.000 – ohne Rabatte. An dieser Stelle soll es aber nicht um die Thematik der Grundpreise in den USA gehen, die vorhergehenden Ausführungen sollten nur den Wert der $45.000-Marke verdeutlichen. Denn unterm Strich sind damit nur sehr gut ausgestattete und motorisierte Modelle der 3er-Reihe sowie die Baureihen darüber gemeint, Einstiegsmodelle sind definitiv ausgeschlossen – Wobei der Einstieg in den USA mit dem BMW 128i Coupé ohnehin signifikant höher liegt als in Deutschland mit einem 116i Dreitürer.

true-luxury-2009

Die Tabelle des Automotive News Data Center zeigt sehr deutlich, welche Marken diesen oberen Teil des Premiumsegments dominieren: Während BMW und Mercedes mit knapp unter 120.000 Einheiten praktisch auf gleicher Höhe liegen, ist der Abstand zum stärksten Verfolger Lexus mit nur knapp über 80.000 Einheiten sehr deutlich. Erwähnenswert ist noch, dass BMW die Konkurrenz aus Stuttgart in dieser Statistik 2009 erstmals überholt hat, zumindest in den Jahren 2006 bis 2008 lag nämlich der Stern an der Spitze. Auf Platz vier folgt die US-Marke Cadillac vor der Nissan-Luxusmarke Infiniti, erst auf Position sechs folgt die VW-Tochter Audi mit ‘nur’ 35.550 Einheiten.

Man muss allerdings erwähnen, dass der US-Markt praktisch der einzige wirklich schwache Markt der Ingolstädter ist und man stattdessen in China deutlich besser als die deutsche Premium-Konkurrenz positioniert ist. Ursache dafür ist vor allem die Tatsache, dass Audi in den USA trotz hoher Marketinganstrengungen noch immer als “teurer VW” wahrgenommen wird und nicht das Image von BMW oder Mercedes genießt.

Es ist allerdings unverkennbar, dass Audi auch auf diesem Markt aufholt und es ist davon auszugehen, dass der Vorsprung von BMW und Mercedes in den nächsten Jahren schrumpfen wird. Ähnliches ist ja auch in China zu beobachten, wo BMW und Mercedes den Vorsprung der Ingolstädter langsam abknabbern. Ob wir eines Tages auch in diesen Märkten ein ähnliches Bild wie in Deutschland sehen werden, wo alle drei Wettbewerber praktisch Kopf an Kopf liegen, kann man derzeit nur spekulieren, der Trend geht allerdings in diese Richtung.

Den kompletten Report in englischer Sprache gibt es bei AutoNews.

  • Andreas

    Zitat: Ursache dafür ist vor allem die Tatsache, dass Audi in den USA trotz hoher Marketinganstrengungen noch immer als “teurer VW” wahrgenommen wird und nicht das Image von BMW oder Mercedes genießt.

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    Da soll doch noch einmal einer sagen, dass die Amis dumm sind. 😉

  • Thomas

    Ist ja auch so, nur haben die Deutschen das noch immer nicht kapiert. 😉
    Bestes Beispiel ist der neue A1. 98% Polo pur und zig Käufer, die wieder drauf los rennen. 🙂

  • Südstaatler

    Dass es rentabel ist, günstige VWs als teure Audis zu verkaufen, scheint auf der Hand zu liegen. Die Frage ist eher, wie man es schafft, trotzdem ein Premium-Image für Audi zu schaffen.

    Was wären die Strategien hierfür?
    – Marketing
    – hohe Preise (A8 im Vergleich zum 740i stolze 14.000 Euro)
    – Design (ein Audi A1 sieht halt schon anders aus als ein Polo)
    – nur kleine Motoren bei der Nicht-Premiummarke (in dem Fall bei VW)

    In Deutschland hat Audi offenbar Erfolg damit, in den USA nicht.

    Der Kostendruck ist jedoch auch für BMW relevant. Nicht umsonst sehen sich F10 unf F01 so ähnlich. Da wird dann auch irgendwann die Frage aufkommen, wozu man einen 7er braucht, wenn der (neue) 5er doch genauso edel und zudem sportlicher ist.

    Es ist ein Kernproblem der Autohersteller, hier die Balance zu finden.

  • Lennardt

    Audi hat zum einen viele(nicht alle!) gute Autos, muss man anerkennen. Erschreckender ist es für mich, dass Infinity so weit oben zu finden ist. DIe können an Hässlichkeit problemlos mit Citroen und Fiat konkurrieren 😀

  • Thomas

    @Südstaatler

    Zum einen liegt es wohl auch daran, daß Audi fast die ganze Presse auf seiner Seite hat. Warum auch immer??? (Geldzuwendungen, Geschenke sind ja die bekannten Gründe)
    Lustig ist dabei allerdings, daß der Leser immer für blöd und vergesslich gehalten wird. Hatte die AB damals über die Zusatzleuchte im Heck des Insignias noch gelächelt, ist sie im A1 ein “äußerst gelungener Designgag”. Ich lach mich schlapp…

  • Chris

    Wenn man die USA Preise mit unseren vergeicht, dann kann man schon etwas wahnsinnig werden. 😉

    Mfg

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