Kurzfahrbericht & Bilder zum streitbaren BMW X5 M

BMW X5 M / X6 M | 4.02.2010 von 8

Unsere Freunde von BMWblog.com hatten vor wenigen Tagen Gelegenheit zu einer ausführlichen Testfahrt mit dem BMW X5 M und haben dabei zahlreiche Bilder gemacht beziehungsweise …

Unsere Freunde von BMWblog.com hatten vor wenigen Tagen Gelegenheit zu einer ausführlichen Testfahrt mit dem BMW X5 M und haben dabei zahlreiche Bilder gemacht beziehungsweise machen lassen. Verantwortlich für die sehenswerten Bilder ist AdrianNastase.com, neben den Bildern interessiert uns aber natürlich auch der Fahreindruck, den Horatiu gewonnen hat.

Durch sein hohes Gewicht ist der BMW X5 M sowohl für die Ingenieure als auch für das Marketing von BMW M eine Herausforderung, denn letztere müssen erklären, wie der Geländewagen für die Rennstrecke in das Portfolio der M GmbH passt, die bei anderen Modellen sogar Dächer aus Kohlefaser einsetzt, um das Gewicht zu drücken. Aber nicht nur das Gewicht ist ungewohnt hoch, zwei weitere wesentliche Punkte entsprechen nicht dem, was man von der M GmbH gewohnt ist: Statt Heckantrieb werden alle vier Räder angetrieben und an die Stelle der famosen Hochdrehzahltriebwerke tritt ein vermeintlich emotionsloser Motor, dessen Höchstdrehzahl weit von der Achttausender Marke entfernt ist und der zudem über Turboaufladung verfügt.

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Schwere Kost also für alle, die die bisherigen Tugenden von BMW M geliebt haben und die nun zumindest auf dem Papier ein komplett anderes Fahrverhalten serviert bekommen. Aber wie fährt sich der X5 M wirklich? Sind die Zweifel berechtigt, oder kann der erste M mit Allradantrieb trotz der im wahrsten Sinne des Wortes ‘schwierigen’ Ausgangslage überzeugen?

Allem Anschein nach kann er das – und der wichtigste Baustein dafür sitzt unter der Motorhaube. Das V8-BiTurbo Triebwerk mit seinen 555 PS und einem maximalen Drehmoment von 680 Newtonmeter, das bereits knapp oberhalb der Leerlaufdrehzahl anliegt, hinterlässt definitiv Eindruck. Offenbar vermag es der V8 sogar, das hohe Gewicht des Fahrzeugs vergessen und den Fahrer im Leistungsüberfluss dahingleiten zu lassen. Eine Beschleunigung von 4,7 Sekunden auf 100 km/h unterstreicht jedenfalls, dass der Motor mit der hohen Masse umgehen kann.

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Aber bestanden hinsichtlich der längsdynamischen Potenz jemals Zweifel? Viel interessanter ist natürlich die Frage der Querdynamik und man kann BMW nicht absprechen, dass man jede Menge Aufwand in die Fahrwerkstechnik von BMW X5 M & BMW X6 M gesteckt hat. Man sollte freilich nicht den Fehler machen und von einem Geländewagen der M GmbH Querdynamik auf dem Niveau eines BMW M3 oder gar einer Lotus Elise erwarten, einzig sinnvoll ist der Vergleich mit anderen Geländewagen.

Und genau hier kann der BMW X5 M punkten, denn mit Ausnahme des Porsche Cayenne in seinen sportlicheren Ausführungen kann kein Geländewagen den Allrad-Ms auf kurvigem Geläuft folgen. Dazu trägt die sehr direkte Lenkung bei, aber auch und vor allem die aufwändig modifizierte Technik des Allradsystems xDrive. Dieses ist hecklastig ausgelegt, dazu kommt aber eine spezielle Technik an der Hinterachse, die wir aus dem BMW X6 unter dem Namen Dynamic Performance Control kennen.

Dieses kleine Bauteil ist in der Lage, die vom Motor zur Verfügung gestellte Kraft sowohl in Zug- als auch in Schubphasen von einem Rad zum anderen Rad zu verteilen. Im Gegensatz zu elektronischen Systemen mit ähnlicher Intension geht also keine Leistung verloren, stattdessen wird die am kurveninneren Rad nicht benötigte Kraft komplett ans kurvenäußere Rad geleitet. Dadurch wird das Einlenkverhalten des Fahrzeugs unterstützt und man erhält ein deutlich agileres Fahrverhalten als mit konventionellem Antrieb.

Unterm Strich macht der BMW X5 M also durchaus Spaß und vermittelt jene Freude am Fahren, die alle BMW-Fahrer so schätzen. Ob man persönlich mit einem derart schweren Fahrzeug der M GmbH glücklich wird, kann wohl nur eine Probefahrt klären und in einigen Fällen wird das Urteil schon lange vor der Fahrt unverrückbar feststehen. Versteht man den BMW X5 M aber als das, was er sein will und was er ist – nämlich ein verdammt schnelles SUV und damit eine echte Alternative zum Porsche Cayenne Turbo, das deutlich mehr Sportlichkeit vermittelt als beispielsweise ein Mercedes ML63 AMG – kann man sich wohl tatsächlich mit dem Konzept anfreunden.

Ganz unabhängig vom Fahrzeug und euren Gedanken dazu wünschen wir viel Spaß beim Durchklicken der Galerie, denn die Bilder sind unserer Meinung nach absolut sehenswert.

(Bilder: AdrianNastase.com)

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