Fahrbericht, Fotos & Video vom BMW 125i Cabrio

BMW 1er | 3.04.2009 von 4

So langsam wird es wieder wärmer draußen und der Winter zieht sich zurück – ein Augenblick größter Freude für eine ganz spezielle Fahrzeuggattung, die in …

So langsam wird es wieder wärmer draußen und der Winter zieht sich zurück – ein Augenblick größter Freude für eine ganz spezielle Fahrzeuggattung, die in vielen Gegenden auch heute noch ein Exotendasein pflegt.

In dieser Gattung bietet BMW seit dem letzten Frühjahr und damit dem Beginn der letzten Cabriosaison einen neuen Einstieg an, das BMW 1er Cabrio. In Deutschland gibt es ihn als 118i, 120i, 125i und 135i – dazu kommen noch die drei Diesel 118d, 120d und 123d.

Wir sind im letzten Sommer das BMW 125i Cabrio mit einem 218 PS starken Reihensechszylinder gefahren, der für das Gewicht des 1er Cabrios völlig ausreichend ist. Ein Tachovideo zeigt euch den Geschwindigkeitsbereich, der für die zügige Überlandfahrt relevant ist und in dem sich der 125i auch  am Wohlsten fühlt.

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Ausstattung

Der von uns gefahrene 125i war ziemlich gut ausgestattet, vom Navi Professional über Leder, Sitzheizung und PDC war eigentlich alles an Bord, was man so braucht. Man bekommt zwar für den 1er manche Ausstattung aus größeren BMWs nicht, etwa das Head Up-Display, aber vermisst habe ich diese Features eigentlich nicht.

Exterieur

Das 1er Cabrio ist ein klassisches Cabrio, dessen Optik eng an das 1er Coupé angelehnt ist. Dank der Stoffmütze stellt es auch Traditionalisten zufrieden, die sich nicht mit den heutigen Metallklappdächern anfreunden können. Der Schließvorgang dauert etwas über 20 Sekunden, was einem manchmal etwas lang erscheint.

Die Seitenlinie ist typisch BMW: Kurze Überhänge, langer Radstand, relativ lange Motorhaube. Alles in Allem sehr gefällig, man eckt praktisch nirgendwo negativ an und erntet viele nette Blicke. Der vergleichsweise lange Kofferraumdeckel wirkt deutlich gefälliger als das kurze Stummelheck eines Audi A3 Cabrio, aber das ist sicherlich Geschmackssache.

Die Farbe des von uns gefahrenen 125i hört auf den Namen Kaschmirsilber und ist deutlich gefälliger, als ich zunächst dachte. Der Eindruck eines ‘langweiligen’ Silbers kommt für keine Sekunde auf, stattdessen fällt die Farbe positiv auf, weil sie eben ‘etwas anderes’ ist. Wenn dann noch die Abendsonne auf den Lack scheint, bleiben keine Wünsche mehr offen:

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Interieur

Für seinen Innenraum musste der BMW 1er in den ersten Monaten nach seiner Premiere viel Kritik einstecken, sicherlich teilweise mit Recht. Seit dem Facelift im Frühjahr 2007 hat sich aber auch im Innenraum viel getan. Auch wenn es auf Fotos nicht erkennbar ist, so hat sich die Materialqualität seitdem erheblich verbessert.

Der von uns gefahrene Wagen bot jedenfalls keinerlei Grund zur Beanstandung, Haptik und Optik der Materialien waren einwandfrei. Wer das Armaturenbrett der 1er-Reihe kennt, für den bietet auch das 1er Cabrio keine Überraschungen, abgesehen vom Knopf für die Verdeckmechanik gibt es nämlich keine Unterschiede.

Schließt man das Dach, wirkt das Fahrzeug plötzlich sehr dunkel. Das kann aber auch einfach daran liegen, dass ein offenes Cabrio naturgemäß extrem hell ist. So oder so ist ein Cabrio natürlich zum Offenfahren gemacht, darum wollen wir uns daran nicht stören.

Klappergeräusche, Knarzen oder dergleichen ist uns zu keiner Zeit aufgefallen. Ob auf schlechten Straßen, mit offenem oder geschlossenem Dach, der 1er macht jederzeit nur Geräusche, die man hören will. Und diese kommen überwiegend von dem Freudenspender unter der Motorhaube.

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Fahrverhalten & Antrieb

Das Triebwerk, das den 125i anschiebt und nach vorne treibt, passt nämlich perfekt zum Auto. Der Sound sorgt bei Bedarf ständig für hochgezogene Mundwinkel und auch die Leistung ist jederzeit ausreichend. Selbstverständlich ist ein 135i noch einen Tick schneller, aber man muss schon sehr anspruchsvoll sein, um den 125i für untermotorisiert zu halten.

Die Fahrleistungen sind also jederzeit ausreichend, laut Werksangabe und diversen Zeitschriftentests beschleunigt der kleine BMW schließlich auch in unter sieben Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h. Auch darüber galoppieren die 218 Pferdchen unter der Haube munter weiter und bringen den 1er laut Werksangabe auf maximal 238 km/h.

Das Getriebe erfüllt jederzeit unauffällig seinen Dienst, und das ist so positiv gemeint, wie man es meinen kann. Nicht ein einziges mal wollte der Ganghebel nicht so wie der Fahrer, die Gänge flutschen perfekt durch die Gassen, klare Druckpunkte vermitteln ein herrliches Gefühl – was will man mehr? Ein Automatikgetriebe? Sicherlich nett zum entspannten Gleiten, aber für die sportliche Gangart ist ein Schaltgetriebe eben noch immer up to date, oder?

Die Kurvendynamik ist ebenfalls so, wie man sie von BMW erwartet und auch gewohnt ist. Dank der perfekten Gewichtsverteilung und des Heckantriebs kann man das Auto mit viel Freude in die Kurven werfen und hat bereits nach wenigen Metern ein enormes Vertrauen in das Potential des Fahrzeugs entwickelt.

Dabei ist der 1er keineswegs unkomfortabel, auch auf schlechten Straßen findet das Cabrio einen guten Kompromiss zwischen Komfort und sportlicher Härte. Selbstverständlich ist das 1er Cabrio kein Komfortwunder, aber es ist eben auch kein knochentrockener Sportler, in dem man die Oma nicht mitnehmen könnte.

Positiv auf den Fahrspaß wirkt sich natürlich auch das Fehlen des Daches aus, denn es ist eben doch ein ganz anderes Fahrgefühl, wenn man ‘oben Ohne’ fährt. Der Wind in den Haaren und die freie Rundumsicht sorgen für ein Gefühl der Freiheit, das eben nur ein Cabrio oder ein Roadster bieten kann.

Kommen wir zum Verbrauch, ein Thema, das heute ja selbst vor Sportwagen nicht Halt macht. Unser 1er genehmigte sich zwischen 11 und 12 Litern, allerdings auch bei überwiegend forcierter Gangart. Zudem hatte er noch keine 3.000 Kilometer auf dem Tacho, eine gewisse Entwicklung nach unten sollte also noch möglich sein.

Angegeben wird der Verbrauch mit 8,1 Liter, was ich für durchaus realistisch halte – wenn man es ruhig angehen lässt und seinem Kopf befiehlt, dem ständigen Drang nach dem Sound des Motors nicht nachzugeben. Das durchzuhalten, erfordert allerdings eiserne Disziplin, denn die Ohren verlangen immer wieder nach diesem Sound…

Fazit

Wenn man am BMW 125i Cabrio etwas kritisieren will, dann finden sich Kleinigkeiten, die verbessert werden könnten. So könnte beispielsweise das Verdeck etwas schneller öffnen und schließen, der Motor einen Tick weniger verbrauchen oder etwas mehr Ablagefläche im Innenraum vorhanden sein. Aber auf diese Dinge stößt man nur, wenn man bewusst nach Dingen sucht, die man kritisieren kann.

Der Gesamteindruck ist absolut stimmig und das von uns gefahrene 125i Cabrio ließ wirklich keine Wünsche offen: Ansehnliches Design Innen und Außen, absolut ausreichende Fahrleistungen, dynamisches Kurvenverhalten, angemessener Verbrauch – unterm Strich also Fahrspaß ohne Reue. Für alle, die nach einem Cabrio in dieser Preisklasse gucken, sollte das 1er Cabrio also definitiv eine Überlegung Wert sein.

Zum Abschluss gibt es wie versprochen noch ein kurzes Tachovideo

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=qpAxum1-_Ss[/youtube]

…sowie ein paar mehr Bilder (höhere Auflösung auf Anfrage):

  • andreas

    2 daumen hoch , super bericht.

    würde mir in der zukunft mehr solcher tests wünschen. evtl. von dem neuen Z4???????

    grüße

  • Benny

    Na klar, sobald ich ihn in den Fingern hatte, gibts auch davon nen Bericht. 🙂

    Aber vorher kommt höchstwahrscheinlich erstmal noch was kleineres…

  • zander

    Der Bericht ist vielleicht neu, aber das Auto “alt”. Die gezeigte Version, mit dem alten Navi wird seit September 2008 nicht mehr gebaut.

    -zander

  • Benny

    Das ist völlig korrekt, steht ja auch oben. “im letzten Sommer” – da von iDrive 2.0 noch keine Rede 😉

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