Mit der 2. Gewinnwarnung innerhalb weniger Monate hatte BMW die Erwartungen an den Quartalsbericht Q3 2026 bereits am Vorabend gedämpft, nun liefert der komplette Bericht weitere Zahlen und Hintergründe für die nach unten korrigierten Prognosen. Für das 3. Quartal selbst meldet die BMW Group ein solides, aber deutlich schwächeres Ergebnis als im Vorjahreszeitraum: Der weltweite Umsatz schrumpfte um 5,8 Prozent auf 30,45 Milliarden Euro, das Ergebnis vor Steuern (EBT) sank um 10,6 Prozent auf 2,08 Milliarden Euro, der Konzernüberschuss ging um 14,7 Prozent auf 1,45 Milliarden Euro zurück. Die EBT-Marge lag damit bei 6,8 Prozent. Im Automobilsegment fiel das operative Ergebnis (EBIT) mit 901 Millionen Euro sogar um 39,7 Prozent niedriger aus. Die EBIT-Marge erreichte 3,4 Prozent, nachdem es im Vorjahreszeitraum noch 5,2 Prozent waren.
Basis der Zahlen sind auch, aber nicht nur Rückgänge beim weltweiten Absatz. Weltweit wurden im dritten Quartal 551.075 Fahrzeuge der Marken BMW, MINI und Rolls-Royce ausgeliefert, 6,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Besonders schwierig bleibt die Situation in China, wo der Absatz im dritten Quartal um rund ein Viertel zurückging. Zuwächse in Europa und den USA konnten diese Entwicklung nur teilweise kompensieren. Besser entwickelte sich dagegen die Elektromobilität: 20 Prozent aller ausgelieferten Fahrzeuge waren vollelektrisch, einschließlich Plug-in-Hybriden lag der Anteil bei 27,4 Prozent. In Europa erreichte der Anteil elektrifizierter Modelle sogar 46,9 Prozent.

Für das Gesamtjahr erwartet BMW im Automobilsegment nun nur noch eine EBIT-Marge zwischen minus 0,5 und plus 0,5 Prozent. Ohne die zusätzlichen Portfolio- und Strukturmaßnahmen soll sie weiterhin über zwei Prozent liegen, diese gewissermaßen als Sondereffekt zu sehenden Belastungen haben laut BMW einen Effekt von rund 2,5 Prozentpunkten für das Gesamtjahr. Weitere Belastungen sind unter anderem höhere Importzölle auf mehreren Märkten sowie Abschreibungen auf Vermögenswerte des chinesischen Joint Ventures BMW Brilliance Automotive. Den Free Cashflow im Automobilsegment sieht BMW unverändert bei mehr als 2,5 Milliarden Euro.
Im Zentrum der Neuausrichtung, die die Zahlen für das vierte Quartal und damit auch des Gesamtjahres verhageln wird, steht der schnellere Hochlauf der Neuen Klasse. Zusätzliche Produktionsschichten sollen die hohe Nachfrage bedienen, während ältere Modelle und Technologien früher als ursprünglich geplant aus dem Programm genommen werden. Parallel will BMW Managementfunktionen schneller verschlanken und Prozesse effizienter gestalten. Auch der Einsatz agentischer KI soll im Tagesgeschäft zunehmen. Vorstandschef Milan Nedeljković sieht darin eine wichtige Voraussetzung, um die Agilität und langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns zu stärken.
Wie üblich gewährt BMW mit dem Quartalsbericht auch einen Blick auf den weltweiten Absatz nach Baureihen. Das in Deutschland schon länger dominierende Duo aus BMW X1 und X2 hat sich dabei in den ersten neun Monaten auch weltweit an die Spitze gesetzt und die 3er- und 4er-Reihe überholt, allerdings dürfte der aktuelle Modellwechsel bei der 3er-Reihe hierbei eine wichtige Rolle spielen. Auf dem dritten Rang der Baureihen landen die Mittelklasse-SUV X3 und X4. Diese und viele weitere Details sind den folgenden Tabellen zu entnehmen:
Milan Nedeljković (Vorstandsvorsitzender der BMW AG): “Die Entwicklung in unserer Industrie erfordert konsequente Entscheidungen und schnelle Umsetzung. Wir werden daher strukturelle Maßnahmen gezielt intensivieren und beschleunigen. Damit stellen wir unseren Konzern neu auf und verbessern unsere Agilität und langfristige Wettbewerbsfähigkeit. So schaffen wir die Grundlage, das volle Potenzial unseres einzigartigen Technologie- und Produktportfolios mit der Neuen Klasse in den kommenden Jahren auszuspielen.”
Walter Mertl (Finanzvorstand der BMW AG): “Geschwindigkeit ist bei unserer geplanten Neuausrichtung ein Erfolgsfaktor. Deshalb intensivieren wir noch in diesem Jahr die Maßnahmen für mehr Effizienz und schlankere Strukturen. Damit wollen wir unsere künftigen Margen stärken und halten Kurs auf unsere Profitabilitätsplanung.”








