Noch vor der morgigen Veröffentlichung des Quartalsberichts Q3 2026 hat die BMW Group heute Abend die zweite Gewinnwarnung des laufenden Jahres ausgegeben und damit die Prognose für das Geschäftsjahr noch weiter nach unten korrigiert. Im Automobil-Geschäft droht nach der aktualisierten Prognose erstmals seit Jahren sogar eine operative Verlustmarge, denn der angepeilte Korridor wurde auf nur noch -0,5 bis +0,5 Prozent reduziert. Auslöser sind vor allem zusätzliche Belastungen durch die beschleunigten Modellwechsel und den organisatorischen Umbau des Konzerns. Gleichzeitig sieht BMW in der starken Nachfrage nach der Neuen Klasse einen wichtigen Grund, die Transformation schneller voranzutreiben und für 2027 optimistisch zu bleiben.

Für das Gesamtjahr 2026 rechnet BMW gemäß der jüngsten Prognose mit einer operativen Rendite vor Struktur- und Portfoliomaßnahmen von über zwei Prozent. Auch die erwartete Kapitalrendite (RoCE) sinkt deutlich: Statt bislang ein bis fünf Prozent geht BMW jetzt von minus einem bis plus einem Prozent aus. Wie BMW betont, blieb die operative finanzielle Entwicklung im dritten Quartal robust. Die zusätzlichen Belastungen entstehen vielmehr durch Maßnahmen, die im vierten Quartal das Ergebnis beeinträchtigen werden. Dazu gehören umfangreichere Portfolioanpassungen und die beschleunigte organisatorische Neuaufstellung. Die bisherige Modell- und Technologiegeneration soll früher als ursprünglich geplant schrittweise auslaufen. Betroffen sind unter anderem ausgewählte Fahrzeuge mit der inzwischen veralteten eDrive Gen5. Der schnellere Hochlauf der Neuen Klasse mit eDrive Gen6 macht es BMW möglich, Produktionskapazitäten früher auf die neuen Modelle auszurichten. "

Der neue BMW-Chef Milan Nedeljkoviv konnte bisher kaum gute Zahlen verkünden.

Auch bei den Absatzprognosen wird der Konzern noch vorsichtiger: Die Auslieferungen im Automobilsegment dürften 2026 moderat zurückgehen, nachdem zuvor lediglich ein leichter Rückgang erwartet worden war. Gleichzeitig soll der Anteil vollelektrischer Fahrzeuge leicht steigen. Bei den Motorrädern rechnet BMW ebenfalls nicht mehr mit stabilen Auslieferungen, sondern mit einem leichten Minus.

Ein wichtiger Lichtblick bleibt der Free Cashflow im Automobilsegment: Hier hält BMW an seiner Prognose von mehr als 2,5 Milliarden Euro fest. Das unterstreicht, dass die Gewinnwarnung nach Unternehmensangaben vor allem durch nicht-operative Belastungen geprägt ist. Neben dem schnelleren Auslaufen älterer Modellgenerationen will BMW auch die interne Neuaufstellung beschleunigen. So sollen Managementfunktionen schneller als bisher angekündigt reduziert werden.

Zu Jahresbeginn hatte BMW unter dem damaligen Vorstandsvorsitzenden Oliver Zipse noch eine EBIT-Marge von vier bis sechs Prozent angepeilt. Weitere Details und die vollständigen Zahlen für das dritte Quartal werden morgen früh mit dem Quartalsbericht veröffentlicht.