In einem über 18 Minuten langen Video gewährt uns die M GmbH einen weiteren ausführlichen Blick hinter die Kulissen der Entwicklung des ersten elektrischen BMW M3 (ZA0). Der interne Entwicklungs-Code des Elektro-M3 wird dabei gewissermaßen beiläufig bestätigt, denn er ist gleich zu Beginn in einem Telefonat zu hören. Genau wie jedes andere neue M-Modell absolviert auch der nächste M3 rund 8.000 Kilometer Test-, Entwicklungs- und Abstimmungsarbeit auf der Nürburgring Nordschleife, doch schon zuvor wird das Auto in akribischer Kleinarbeit auf diese Aufgabe vorbereitet.

Im jüngsten Video erhalten wir deshalb auch weitere Einblicke in die Sound-Entwicklung für den BMW M3 (ZA0). Der künstlich erzeugte Klang zielt demnach ausdrücklich nicht auf eine Kopie typischer Verbrenner-Sounds, auch wenn für die Abstimmung ganz bewusst ikonische M-Modelle mit Reihensechszylinder, V8- und V10-Motor herangezogen wurden. Im Fokus steht ein Klang, der dem Fahrer einen emotionalisierenden Bezug zur gerade stattfindenden Beschleunigung liefert und ihn damit auch beim schnellen Fahren unterstützt, weil die Akustik wie beim Verbrenner zum Geschwindigkeitsempfinden beiträgt. Einen Eindruck vom möglichen Klang des Elektroantriebs beim Beschleunigen – inklusive simulierter Schaltvorgänge – hören wir bei Minute 7:50.

In den folgenden Minuten von der Nürburgring Nordschleife sehen wir den Elektro-M3 im Bereich Pflanzgarten I erstmals mit allen vier Rädern in der Luft, denn auch dieser Extremzustand wird bei der Entwicklung berücksichtigt: Die Elektronik erkennt den “Flug” und sorgt dafür, dass die Räder bei der Landung nicht blockierend aufkommen, obwohl dem Fahrer direkt danach wieder die volle Bremskraft zur Verfügung gestellt wird.

Ein gerne unterschätzter Teil der Entwicklung findet auch auf Prüfständen im Münchner FIZ statt, denn die Steifigkeit der Karosserie ist die Grundlage jedes leistungsfähigen Fahrwerks. Die einzelnen Komponenten werden hierfür schon früh im Entwicklungsprozess bis zur Belastungsgrenze auf die Probe gestellt, um Schwachstellen entdecken und abstellen zu können.

Auf dieser Basis kann der BMW M eDrive-Antrieb mit vier E-Maschinen aufbauen und das volle Potenzial des extrem schnellen Torque Vectorings ausschöpfen. Das System ist dabei so ausgelegt, dass die übertragbaren Kräfte an jedem einzelnen Rad ausgenutzt werden können, weil jedem Rad individuell die auch aus fahrdynamischer Sicht optimale Motorleistung zugewiesen wird. Dank der vier E-Maschinen ist Torque Vectoring auf einem völlig anderen Niveau als bisher möglich, wo letztlich “nur” die Kraft eines einzigen Motors verteilt werden konnte. Durch diese optimierte Form der Kraftverteilung ergeben sich unter anderem beim Herausbeschleunigen aus Kurven geradezu dramatische Vorteile, die sich mit einem Verbrenner in dieser Form nicht darstellen lassen.

Für die Übertragung der Kräfte spielen naturgemäß auch die Reifen eine Schlüsselrolle. Die speziell für den BMW M3 (ZA0) entwickelten Ultra High Performance-Reifen von Pirelli sollen sowohl im Alltag als auch im Grenzbereich auf der Rennstrecke jederzeit Vertrauen vermitteln und berücksichtigen natürlich auch die im Vergleich zum Verbrenner etwas hecklastigere Gewichtsverteilung.

Weitere Eindrücke von den Testfahrten in der Grünen Hölle erhalten wir ab Minute 15:30, bevor uns Oliver Heilmer auf die nahende Enthüllung des Designs einstimmt…