Motorräder sind untrennbar mit der Geschichte von BMW verbunden, schon Jahre vor den ersten Automobilen machten sie die Kraft der Bayerischen Motoren Werke auf der Straße erlebbar. Während die ersten BMW Motorräder noch in München vom Band rollten, schlägt das Zweirad-Herz der BMW Group seit nunmehr sechs Jahrzehnten in Berlin – was gerade mit Blick auf die deutsche Teilung alles andere als selbstverständlich ist. Mitten im Kalten Krieg, genauer gesagt im September 1966 und somit fünf Jahre nach dem Bau der Berliner Mauer, wurde in Berlin-Spandau mit der Produktion von BMW Motorrädern begonnen. Das Gelände im Ortsteil Haselhorst hatte Tradition, schon ab 1939 hatte BMW hier Flugzeugmotoren produziert.

Was vor 60 Jahren mit rund 30 Motorrädern pro Tag begann, ist heute einer der wichtigsten Produktionsstandorte von BMW Motorrad. Im September 1966 lief zunächst die Montage der BMW R 60/2 an – parallel zur weiterhin aktiven Motorradproduktion in München. Drei Jahre später war die Verlagerung der kompletten Motorradfertigung nach Berlin abgeschlossen und die Stückzahlen wurden deutlich größer. Aus etwa 400 Beschäftigten im Jahr 1969 wurden inzwischen mehr als 2.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, bis bis zu 900 Maschinen pro Tag bauen. Insgesamt wurden seit 1966 rund vier Millionen BMW Motorräder und E-Scooter in Berlin gebaut und von dort in alle Welt exportiert.

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Für BMW Motorrad ist Berlin längst mehr als eine reine Fabrik, das Werk fungiert als Leitwerk der internationalen BMW Motorrad Produktion und übernimmt damit auch zentrale Aufgaben für den weltweiten Produktionsverbund. Produktanläufe, neue Technologien und Fertigungskonzepte werden von Berlin aus koordiniert, während weitere Produktionsstandorte unter anderem in Thailand und Brasilien entstanden sind und die Märkte Asiens und Amerikas beliefern. Gleichzeitig verfügt Spandau über eine beachtliche Fertigungstiefe: Von der mechanischen Komponentenfertigung über Motorenbau, Rahmen- und Tankfertigung bis zur Lackierung und Endmontage entstehen zahlreiche wichtige Teile direkt vor Ort.

Dass Tradition und Hightech in Berlin längst zusammengehören, zeigt sich auch an der Fertigung selbst. Viele Arbeitsschritte werden weiterhin von Menschen ausgeführt und erfordern Erfahrung und handwerkliches Know-how. Gleichzeitig unterstützen KI-basierte Kamerasysteme die Qualitätskontrolle, Sensoren überwachen die Schraubtechnik und automatisierte Datenanalysen ermöglichen eine vorausschauende Instandhaltung. Möglich wird das auch durch Investitionen von jährlich rund 60 bis 80 Millionen Euro – zuletzt unter anderem in eine neue Lackieranlage, die 2026 in Betrieb gegangen ist.

Damit erzählt das 60-jährige Jubiläum auch die Geschichte eines Standorts, der sich immer wieder neu erfunden hat, ohne seine Wurzeln zu verlieren: Aus einem reinen Montagestandort mit kleinen Stückzahlen ist im Lauf der Jahrzehnte das weltweite Leitwerk von BMW Motorrad geworden.

Helmut Schramm (Leiter Produktion BMW Motorrad und Leiter des BMW Group Werks Berlin): “60 Jahre Motorradmontage in Berlin stehen für Leidenschaft, Innovationskraft und den unermüdlichen Einsatz vieler Generationen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Sie haben unseren Standort zu dem gemacht, was er heute ist: das Herz der weltweiten Produktion von BMW Motorrad. Dieses Jubiläum erfüllt uns mit Stolz. Gleichzeitig verstehen wir es als Ansporn, die Zukunft der Motorradproduktion aktiv zu gestalten – zukunftsorientiert, digital und gemeinsam mit unseren Beschäftigten.”