Kaum ein Fahrzeug aus der gerade beendeten Ägide von Oliver Zipse wird immer wieder so kontrovers diskutiert wie der kommende BMW iX5 Hydrogen. Der Antrieb mit Wasserstoff-Brennstoffzelle wird ab 2028 als fünfte Option für den BMW X5 (G65) erhältlich sein, Seite an Seite mit Benziner, Diesel, Plug-in-Hybrid und klassischem Elektroantrieb. Für die Technik des Wasserstoff-X5 arbeitet BMW eng mit Toyota zusammen, gerade im Bereich der Brennstoffzelle kommen wichtige Komponenten aus Japan.

Wer glaubt, dass die BMW Group im X5-FCEV lediglich Teile von Toyota montiert, irrt sich allerdings gewaltig: Im BMW iX5 Hydrogen steckt jede Menge Know-How aus Bayern, denn die Brennstoffzelle wird umfassend an die dynamischeren Anforderungen bei BMW angepasst und mit zahlreichen weiteren Komponenten aus den Münchner Regalen kombiniert, angefangen vom Energiespeicher bis hin zu den Elektromotoren und der Leistungselektronik. Das Gehirn des Wasserstoff-X5 ist der sogenannte Energy Master, der Energie- und Datenströme bündelt und das komplette Hochvoltsystem steuert.

Gebaut wird der Energy Master im BMW Werk Landshut, das damit seine in den letzten Jahren erheblich ausgebaute Elektro-Kompetenz unterstreicht. Die Steuereinheit für die Neue Klasse-Elektroautos iX3 und i3 wird schon jetzt in Serie gebaut, im Fall des Energy Masters für den iX5 wurde nun mit der Vorserien-Produktion begonnen.

Der vielleicht härteste Konkurrent des BMW iX5 Hydrogen trägt einen ganz ähnlichen Namen und kommt aus gleichem Haus: Auf Basis der Generation G65 wird es erstmals auch einen batterieelektrischen BMW iX5 (BEV) geben, der in gewisser Weise in die Fußstapfen des bisherigen iX tritt. Wie ein Leak der US-Behörde EPA bereits enthüllt hat, kommt das Elektro-SUV mit einem XXL-Akku mit über 140 kWh Kapazität, sodass es ebenfalls eine enorme Reichweite bieten wird – und man darf davon ausgehen, dass wie bei anderen Elektroautos mit Neue Klasse-Technik innerhalb weniger Minuten jede Menge Energie für die nächsten Kilometer nachgeladen werden darf.

Der normalerweise vom Lithium-Ionen-Akku genutzte Platz im Unterboden des iX5-BEV wird im Fall des Wasserstoff-Modells von einem neu konzipierten Tanksystem belegt. Hier kann Wasserstoff unter hohem Druck und crashsicher transportiert werden, damit zwischen zwei Tankstopps eine Strecke von bis zu 750 Kilometern zurückgelegt werden kann.

Josef Hochreiter (Leiter Wasserstofffahrzeuge BMW Group): “Unser Anspruch an den BMW iX5 Hydrogen ist klar: ein echter BMW – mit Freude am Fahren. Dafür ist ein perfekt abgestimmtes Gesamtsystem entscheidend. Der Energy Master ist dabei eine Schlüsselkomponente: Er steuert die innovative Hochvoltbatterie intelligent und sorgt gemeinsam mit dem Brennstoffzellensystem der dritten Generation für souveräne Fahrdynamik.”

Thomas Thym (Leiter BMW Werk Landshut): “Mit dem Anlauf der Vorserienproduktion des wasserstoffspezifischen Energy Master unterstreichen wir die Rolle des Werks Landshut als Kompetenzzentrum für innovative Antriebstechnologien. Hier vereinen wir Entwicklung, Fertigungs-Know-how und industrielle Skalierung – für batterieelektrische Fahrzeuge ebenso wie für Wasserstoff-Brennstoffzellen.”

Hubert Aiwanger (Wirtschaftsminister des Freistaats Bayern): “Wasserstoff in der Mobilität ist eine echte Zukunftschance. Wir verbinden schnelles Tanken und eine hohe Reichweite mit Erneuerbaren Energien. Gleichzeitig machen wir uns unabhängiger von ausländischen Energieimporten. Der Start der Vorserienproduktion des ,Energy Masters‘ in Landshut ist ein echter Meilenstein und zeigt deutlich: Bayern hat beim Thema Wasserstoff eine zentrale Vorreiterrolle eingenommen. Das schafft zukunftsfähige Arbeitsplätze in Niederbayern, stärkt die bayerische Wirtschaft und die Position von BMW auf dem internationalen Markt.”