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Posts Tagged MINI WRC 2012
Follow this categoryEs ist ein Abschied mit Ansage: MINI Motorsport hat heute ganz offiziell den Stecker gezogen und den einst mit großen Zielen gestarteten Rallye-Boliden MINI John Cooper Works WRC zum Alteisen degradiert. Zwar habe man die Grundlage für einen Einsatz durch Privatteams im Rahmen von Kundensport-Verträgen gelegt, ein Werks-Team oder wenigstens ein Team mit Werks-Unterstützung wird es nach Beendigung der Saison 2012 aber nicht mehr geben.
Wirklich überraschend kommt diese Entscheidung nicht, denn schon in der letzten Winterpause waren die Probleme bei der Sponsorensuche durch das für die Entwicklung des Fahrzeugs zuständige Team Prodrive unübersehbar. Die resultierenden finanziellen Probleme führten schnell zum Bruch zwischen MINI und Prodrive und dürfen rückblickend als Anfang vom Ende betrachtet werden. Was bleibt sind Erinnerungen an eine spannende Zeit mit einigen spektakulären Auftritten und durchaus positiven Ergebnissen in der Debüt-Saison, aber auch ein fader Beigeschmack bezüglich der Frage, wie ernst es MINI eigentlich mit dem Rallye-Projekt war.
Gerüchte über Veränderungen bei MINI in der Rallye-WM WRC gab es schon lange und spätesten mit dem Verpassen der Einschreibung dürfte auch dem letzten Beobachter klar geworden sein, dass es Probleme zwischen MINI und dem Entwicklungsteam von Prodrive gibt. Offenkundig war Prodrive anders als versprochen nicht in der Lage, die nötigen Sponsoren zu finden und musste daher immer wieder um Zuschüsse von MINI bitten, was die Kosten für das Engagement in die Höhe trieb.
Nach Wochen der Unklarheit gibt es nun endlich ein offizielles Statement von MINI dazu, wie es künftig weitergehen soll: Ab dem nächsten WRC-Lauf wird das “WRC Team MINI Portugal” als Werksteam mit zwei Fahrzeugen an den Start gehen, am Steuer sitzen das portugiesische Duo Armindo Araújo und sein Co-Pilot Miguel Ramalho sowie die Brasilianer Paulo Nobre und Edu Paula. Prodrive firmiert künftig als werksunterstütztes Privatteam und ist auch weiterhin für die Entwicklung und den Aufbau des MINI John Cooper Works WRC verantwortlich.
Allen Problemen zum Trotz ist dem Team von MINI Motorsport in den letzten Tagen ein guter Start in die WRC-Saison 2012 gelungen. Bei der Rallye Monte Carlo 2012 ging mit Dani Sordo zwar nur ein Werksfahrer an den Start, er konnte dabei aber das realistisch gedacht beste denkbare Ergebnis für MINI einfahren und musste sich nur dem WRC-Dominator Sébastien Loeb geschlagen geben.
Im zweiten MINI überraschte das französische Duo Pierre Campana / Sabrina de Castelli mit dem siebenten Gesamtrang nach insgesamt 433,36 Wertungskilometern, was insbesondere mit Blick auf technische Probleme mit der Servolenkung nicht zu erwarten war.
2012 hätte das Jahr der vollständigen Rückkehr von MINI in die WRC werden sollen, doch schon jetzt liegt ein dunkler Schatten auf der noch nicht begonnenen WRC-Saison 2012. Nach der durchaus erfolgreichen Debütsaison 2011 , die von Anfang an vor allem zum Sammeln von Erfahrungen gedacht war, hatten sich einige Beobachter auf eine erfolgreiche Rückkehr am Ort der großen Mini-Erfolge bei der Rallye Monte Carlo 2012 gefreut.
Nach aktuellem Kenntnissstand wird MINI zwar bei mindestens zehn der dreizehn Veranstaltungen vor Ort sein und in der Regel auch mit zwei Fahrzeugen an den Start gehen, allerdings nur mit Dani Sordo als festem Werksfahrer. Das zweite Cockpit soll offenbar an Bezahlfahrer verkauft werden und auch wenn so mancher fähige Fahrer am Lenkrad des MINI John Cooper Works WRC drehen wird, dürften die Ergebnisse unterm Strich doch spürbar schlechter ausfallen als mit zwei Werksfahrern, die sich kennen und wissen, welche Informationen der Teamkollege braucht.
Die Fragezeichen rund um die Zukunft des MINI WRC Teams werden in diesen Tagen immer größer. Zwar ist noch immer unklar, ob die Ursache für die verpasste Meldefrist des Teams an finanziellen Schwierigkeiten oder Streitigkeiten zwischen der Konzernzentrale in München und dem für die Einsätze verantwortlichen Prodrive-Team gelegen hat, aber langsam zeichnen sich zumindest erste Konsequenzen der für die Öffentlichkeit nicht nachvollziehbaren Situation ab.
Demnach wird Kris Meeke bei der Rallye Monte Carlo 2012 nicht an den Start gehen, weil MINI laut Autosport.com bei jedem Event nur ein Werks-Fahrzeug an den Start bringen will. Dani Sordo meldete hingegen vor wenigen Tagen auf seiner Internetseite, dass er zumindest bei zehn der zwölf Läufe zur Rallye-WM dabei sein wird. Ursprünglich hatte MINI angekündigt, 2012 bei allen Veranstaltungen vertreten zu sein und kaum jemand dürfte dabei die Möglichkeit im Blick gehabt haben, dass das Werksteam nur ein Auto an den Start bringt.
Zunächst die wenigen Fakten: Die Frist zur Anmeldung für die WRC-Saison 2012 ist am 19. Dezember 2011 abgelaufen, gemeldet sind bisher nur die etablierten Marken Ford und Citroën. Während die Planungen von MINI Motorsport ganz klar einen Start bei allen Läufen der nächstjährigen WRC-Saison vorsehen, hat die dafür obligatorische Anmeldung offenbar nicht fristgerecht stattgefunden. Nun verhandelt MINI mit der FIA, um eine Verlängerung der Frist zu erwirken und dennoch an den Start gehen zu können.
Um ein klassisches und unbeabsichtiges “Verschlafen” der Einschreibefrist handelt es sich allem Anschein nach nicht, vielmehr sind im Hintergrund noch einige Fragen zu klären. Worum es dabei genau geht, kann von Außenstehenden derzeit nur spekuliert werden. Im Raum steht dabei ein Zögern in Folge der Insolvenz von WRC-Vermarkter North One Sports. Aus genau diesem Grund hatte die FIA die Einschreibefrist für die WRC-Saison 2012 bereits bis zum 19. Dezember verlängert und den Teams so Zeit gegeben, etwaige Probleme aus dem Weg zu räumen.
Die Saison 2011 war für MINI Motorsport eine gute Gelegenheit, um sich ohne großen Druck an die Wettkampfbedingungen der WRC zu gewöhnen. Von Anfang an war klar, dass die von Prodrive eingesetzte Mannschaft nicht bei allen Rennen am Start sein wird und die Teilnahmen vor allem zum Abstellen von Kinderkrankheiten sowie zum Finden der richtigen Setups nutzen wird.
Der Start verlief entsprechend holprig und war von technischen Problemen geprägt, die das Wochenende nicht selten früher als erhofft beendeten. Mit der Zeit konnten diese Probleme aber abgestellt werden und es gelang dem Team, wirklich schnelle Zeiten zu fahren. Bei den letzten Rallyes konnte man beständig um Podiumsplätze und teilweise sogar um den Gesamtsieg kämpfen, womit die Erwartungen für die Premieren-Saison übertroffen wurden.
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