BMW 3er mit Elektro-Antrieb als Tesla-Gegner? Abwarten!

BMW 3er, Gerüchte | 15.07.2016 von 7
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Kommt der neue BMW 3er G20 eines Tages auch als reines Elektroauto? Wie die britische Auto Express berichtet, wird in München derzeit eine entsprechende Variante …

Kommt der neue BMW 3er G20 eines Tages auch als reines Elektroauto? Wie die britische Auto Express berichtet, wird in München derzeit eine entsprechende Variante des Mittelklasse-Bestsellers geplant. Damit könnte der BMW 3er als direkter Rivale des Tesla Model 3 antreten, das dem Elektroantrieb ab Ende 2017 zu deutlich größeren Stückzahlen verhelfen soll. Wie realistisch ein rein elektrischer BMW 3er ist, bleibt aus unserer Sicht allerdings fraglich.

Bisher verfolgt BMW aus guten Gründen die Strategie, Elektroautos von Anfang an als Elektroautos zu planen und eben kein “Conversion Vehicle” zu konstruieren, das ursprünglich für die Unterbringung eines konventionellen Antriebsstrangs optimiert wurde. Würde man den BMW 3er G20 sowohl mit Benzin- und Dieselmotoren als auch in einer Elektro-Variante auf den Markt bringen, müssten diverse Kompromisse eingegangen werden – die letztlich dem Erfolg aller Varianten im Weg stehen.

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Denn an den grundlegenden Unterschieden der Antriebsstränge hat sich auch einige Jahre nach der Entscheidung zur Entwicklung des BMW i3 nichts geändert: Während beim konventionellen Antrieb ein großer und schwerer Verbrennungsmotor sowie ein relativ kleiner Tank untergebracht werden müssen, verhält es sich beim Elektroauto genau umgekehrt: Das Akku-Paket ist groß und schwer, Abmessungen und Gewicht der Motoren sind im Gegensatz dazu äußerst überschaubar.

Gerade bei einem Hersteller wie BMW, der großen Wert auf eine ausgeglichene Gewichtsverteilung legt und von diesem Grundsatz bei kaum einem Modell abweicht, käme es hier zwangsläufig zu Problemen. Zwar bietet der Motorraum eines konventionell angetriebenen Autos viel Platz für Akkus, bei einer solchen Unterbringung wäre der vermeintliche Elektro-3er aber extrem frontlastig. Ließe man hingegen im Unterboden aller 3er genügend Raum für den Lithium-Ionen-Akku der Elektroversion, müssten auch die Fahrer der konventionell angetriebenen Modelle auf die heiß geliebte niedrige Sitzposition verzichten.

Genau diese Gründe haben vor Jahren die Entscheidung begünstigt, mit dem BMW i3 ein Elektroauto auf eigener Architektur zu konstruieren: Nur so lassen sich die Vorteile des Elektroantriebs vollständig ausnutzen. Die Submarke BMW i wird daher auch zukünftig jener Bereich sein, der für Elektroautos zuständig ist – ohne das Kerngeschäft mit den wichtigen Volumenmodellen wie der 3er-Reihe negativ zu beeinflussen.

Obwohl die neue 3er-Architektur besonders flexibel nutzbar sein soll, stehen sich die grundlegenden Unterschiede von konventionellem Antrieb und Elektroauto weiterhin im Weg und lassen sich kaum zufriedenstellend unter einen Hut bringen. Doch so unwahrscheinlich wir den vermeintlichen Elektro-3er finden, so sicher ist das Angebot von mindestens einem Plug-in-Hybrid. Auch der BMW 3er G20 wird als iPerformance-Modell auf den Markt geschickt, mutmaßlich behält der Nachfolger des aktuellen BMW 330e genau dieses Kürzel.

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