BMW M235i Cabrio F23: Offene Versuchung mit 326 PS

BMW 2er, Fahrberichte | 16.02.2016 von 8
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Wenn die kalte Jahreszeit Ihre volle Kraft entfaltet, wird es höchste Zeit für warme Gedanken. Der nächste Sommer kommt bestimmt, und mit ihm kommt die …

Wenn die kalte Jahreszeit Ihre volle Kraft entfaltet, wird es höchste Zeit für warme Gedanken. Der nächste Sommer kommt bestimmt, und mit ihm kommt die Cabrio-Saison 2016. Dann darf sich glücklich schätzen, wer die langsam wieder zunehmenden Temperaturen am Steuer eines BMW M235i Cabrio erleben darf und so die Chance erhält, das vielleicht BMW-typischste Cabriolet im aktuellen Programm zu genießen.

Wir haben uns schon im vergangenen Sommer ein Bild vom stärksten 2er Cabrio gemacht und die Gelegenheit für einen Besuch beim 24 Stunden-Rennen am Nürburgring genutzt, bevor wir unseren BMW i8 Roadtrip zum Concorso d’Eleganza Villa d’Este begonnen haben. Der von uns gefahrene BMW M235i in Estorilblau bietet dabei nicht nur wegen seiner Lackierung einen starken Anblick, auch die Proportionen des Cabriolets sind wie aus dem Lehrbuch.

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Das BMW M235i Cabrio vereint Alltag und Fahrdynamik

Und wenn unter der gemessen am Wettbewerbsumfeld durchaus langen Haube ein Reihensechszylinder arbeitet, geht BMW-Fans ohnehin das Herz auf. Die klassische Bauform eines Sechszylinders hat auch im Jahr 2016 nichts von ihrem Reiz verloren und macht bereits beim Start des Motors klar, dass ein hochgezüchteter Vierzylinder keine echte Alternative darstellt. Das Klangbild zeigt sich dabei so abwechslungsreich und vielschichtig, dass es eine wahre Freude ist – von der sonor-bassigen Souveränität aus drei Litern Hubraum bei niedrigen Drehzahlen bis zum feinnervigen und nie angestrengten Klang Nähe des Drehzahlbegrenzers beherrscht der Sechszylinder alle Spielarten des guten Klangs. Wer nach einem noch aggressiveren Sound mit deutlich mehr Lautstärke und noch mehr Emotionalität sucht, wird im Zubehör-Programm von BMW M Performance fündig.

Eine weitere BMW-typische Stärke des M235i Cabrio ist die nahezu exakt ausgeglichene Gewichtsverteilung zwischen beiden Achsen, die sich in jeder Kurve genießen lässt und ambitionierten Autofahrern eine deutlich spürbare Abwechslung vom frontlastigen Standard der Kompaktklasse bietet. Die dank Heckantrieb nur mit Lenkarbeit beschäftigte Vorderachse lässt das Cabrio fast so willig einlenken wie das Coupé und bietet dem Fahrer ein Maß an Rückmeldung, das einen erfreulich guten Eindruck vom weiteren Potenzial der Vorderräder vermittelt und so in jeder Kurve zum risikofreien Erkunden des Grenzbereichs einlädt.

Dass dabei die Sonne im Gesicht und der Wind in den Haaren zu spüren sind, dürfte nicht nur ausgesprochenen Cabrio-Fans letztlich wichtiger als die im Vergleich zum leichteren, aber permanent geschlossenen Coupé marginal niedrigeren Kurvengeschwindigkeiten sein. Die Art und Weise, wie sich im BMW M235i Cabrio Kurven genießen und erleben lassen, macht auch bei geschlossenem Verdeck ähnlich viel Spaß wie im Coupé. Generell merkt man dem Cabriolet sein zusätzliches Gewicht nur äußerst selten an, ohne ein direktes Umsteigen vom Coupé lässt die Agilität des offenen M235i ganz sicher keine Wünsche offen.

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Ganzjährige Genießer des Freiluft-Vergnügens könnten sich an Bord des BMW M235i Cabrio allerdings mit Recht daran stören, dass der in München Air Scarf genannte und seit einigen Jahren angebotene Nacken-Fön für den offenen 2er nicht angeboten wird. Zwar gibt es die Option in der 4er-Reihe, doch für die Kompaktklasse bleibt die gerade bei etwas kühleren Temperaturen angenehme Ausstattung vorerst ein Wunschtraum. Bei BMW ist man jedoch überzeugt, M235i-Interesssenten mit anderen Argumenten überzeugen zu können – und wir können bestätigen, dass davon genügend zur Auswahl stehen.

Der einzigartige Antrieb und das agil abgestimmte Fahrwerk machen das BMW M235i Cabrio in Kombination mit dem ausgereiften Infotainment zu einem echten Fahrspaß-Bringer, der nicht nur im Vergleich mit seinen direkten Wettbewerbern herausragt. Ohne durch übertriebene Härte oder einen auf Langstrecken zu lauten Sound Einschränkungen im Alltag zu verlangen, bietet der offene M235i ein erstaunliches Maß an Fahrdynamik und natürlich alle Vorzüge eines Cabriolets.

Mit einem Preis von 49.100 Euro ist das derzeit stärkste Cabrio der Kompaktklasse außerdem durchaus fair eingepreist und sogar etwas günstiger als ein vergleichbar motorisierter Z4 Roadster, der sein Alter allerdings nicht in jeder Disziplin verbergen kann.

  • BMWE87

    Leider ist das Raumangebot hinten selbst für Leute unter 1.80 mehr als dürftig :((
    Ansonsten ein perfektes Fahrzeug :))

    • M54B25

      Passagiere >=1,80m -> Vorteil an dem Wagen: Du kannst ja offen fahren, dann passen hinten auch solche Leute locker rein 😉

      • Fagballs

        Ich bin ja Sitzzwerg über 1,88, ich habe mit und ohne Dach selten Probleme mit der Kopffreiheit, ich kriege nur meine Beine in allen F2x Varianten im Fond eher schwer unter. Gerade wenn jemand von meinem Format vorne sitzt und den Sitz entsprechend zurück fährt.

        • BMWE87

          Darum gings es mir auch
          Kopffreiheit ja, Beinfreiheit nein
          Finde ich etwas zu eng, insbesonders im Cabrio

          • Fagballs

            Ich habe aber noch nie ein Cabrio gesehen, wo man als Erwachsener hinten ordentlich sitzen konnte. Selbst in großen Cabrios wie 6er oder E/S-Klasse sind die hinteren Sitze nur Notsitze und nichts, wo man längere Fahrten verbringen möchte. Ich glaube ja, das ist einfach so eine Konzeptsache 😉

        • M54B25

          Geht mir ähnlich, im E88 Cabrio war hinten sitzen im geschlossenen Zustand nur in stark gebückter Haltung möglich, offen konnte ich gerade sitzen, Nase schön -also quasi über die Frontscheibe- im Wind aber die Beine stießen immer am Vordersitz an, obwohl vorne nur ein Kind saß. Aber genau dafür sind ja Probefahrten da. Das Auto hat überzeugt (120i mit Sport-Mischbereifung auf 18 Zoll!!) der Nutzwert -selbst als Spaß oder Zweitauto- nicht akzeptabel.

          Beim F20 LCI find ich den Innenraumzuwachs schon sehr gut, aber Du hast recht zwei richtige Männer (>1,80m!) passen da auch nicht hintereinander, wenn es denn mal eine längere Strecke werden soll 🙁

          • Fagballs

            Deswegen mag ich ja Roadster, die tun einfach nicht so, als könnten da mehr als 2 Leute mitfahren. Das finde ich ehrlich.

  • Pingback: Am 16. Februar 2016 gefunden … | wABss()

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