BMW M: Manuelle Getriebe für M3 & Co. vor ungewisser Zukunft

BMW M, Gerüchte | 7.07.2015 von 49
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Viele Autofahrer pflegen zu ihrem Kupplungspedal eine ähnlich innige Beziehung wie zum Lenkrad: Autofahren ist ohne kaum vorstellbar und einfach nicht genauso intensiv. Andererseits geht …

Viele Autofahrer pflegen zu ihrem Kupplungspedal eine ähnlich innige Beziehung wie zum Lenkrad: Autofahren ist ohne kaum vorstellbar und einfach nicht genauso intensiv. Andererseits geht der Trend selbst bei sportlichen Autos ganz klar weg vom manuellen Getriebe, selbst in besonders puristisch ausgelegten Supersportlern wie dem neuen Porsche 911 GT3 RS sind manuelle Getriebe nicht mehr erhältlich – und auch bei der BMW M GmbH spürt man längst, dass die Kunden Automatik-Getrieben den Vorzug geben.

In einem Gespräch mit der britischen AutoCar bestätigte BMW M-Chef Frank van Meel nun, dass die Zukunft für manuelle Getriebe in M-Modellen nicht besonders rosig aussieht: “the future doesn’t look bright for manual gearboxes.”

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Zwar bezieht sich van Meel dabei in erster Linie auf den technischen Aspekt, den Automatikgetriebe seit Jahren klar für sich entscheiden – sie schalten schneller und fehlerfreier als jeder Mensch und bieten häufig bessere Fahrleistungen sowie einen niedrigeren Normverbrauch.

Aber auch die Kunden sprechen sich mittlerweile immer stärker gegen manuelle Getriebe aus: Nach unseren Informationen werden rund 90 Prozent der Mittelklasse-Sportler BMW M3 F80 und BMW M4 F82 mit DKG bestellt. So hoch war der Automatik-Anteil bei einem BMW M3 noch nie, aber auch beim Vorgänger-M3 E92 griffen rund 75 Prozent der Kunden zum 7-stufigen M DKG.

Sollte sich der Trend fortsetzen und kein Umdenken bei den Kunden einsetzen, dürfte auch die BMW M GmbH früher oder später auf das Angebot eines manuellen Getriebes verzichten – auch wenn eine kleine Minderheit besonders puristischer M-Fahrer darüber alles andere als glücklich sein würde.

Im Gespräch mit der AutoCar äußerte sich Frank van Meel außerdem über die Zukunft der Motorentechnik und nimmt dabei Bezug auf die sich scheinbar immer weiter drehende Leistungsspirale. Obwohl heute selbst in der Mittelklasse über 500 PS starke Fahrzeuge angeboten werden, sieht van Meel die Grenze für die in Garching angebotene Motorleistung bei etwa 600 PS.

Diese schon heute in BMW M5 und M6 angebotene Eskalationsstufe sei das aktuelle Limit, noch mehr Leistung könnte schlicht und ergreifend “zu viel des Guten” sein. Ob diese Einschätzung auch für künftige M-Modelle gilt, bleibt abzuwarten. Ziemlich sicher ist, dass sich die meisten M5-Kunden von ihrem nächsten Fahrzeug wieder etwas mehr Leistung als bisher erhoffen – völlig unabhängig von einem konkreten Bedarf.

Für noch mehr Leistung spricht der Umstand, dass der nächste BMW M5 F90 auf jeden Fall mit Allradantrieb angeboten wird. So wird die enorme Motorleistung leichter beherrschbar und könnte auch die aktuelle Einschätzung van Meels verändern.

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