BMW M: Manuelle Getriebe für M3 & Co. vor ungewisser Zukunft

BMW M, Gerüchte | 7.07.2015 von 49

Viele Autofahrer pflegen zu ihrem Kupplungspedal eine ähnlich innige Beziehung wie zum Lenkrad: Autofahren ist ohne kaum vorstellbar und einfach nicht genauso intensiv. Andererseits geht …

Viele Autofahrer pflegen zu ihrem Kupplungspedal eine ähnlich innige Beziehung wie zum Lenkrad: Autofahren ist ohne kaum vorstellbar und einfach nicht genauso intensiv. Andererseits geht der Trend selbst bei sportlichen Autos ganz klar weg vom manuellen Getriebe, selbst in besonders puristisch ausgelegten Supersportlern wie dem neuen Porsche 911 GT3 RS sind manuelle Getriebe nicht mehr erhältlich – und auch bei der BMW M GmbH spürt man längst, dass die Kunden Automatik-Getrieben den Vorzug geben.

In einem Gespräch mit der britischen AutoCar bestätigte BMW M-Chef Frank van Meel nun, dass die Zukunft für manuelle Getriebe in M-Modellen nicht besonders rosig aussieht: “the future doesn’t look bright for manual gearboxes.”

BMW-M-Getriebe-manuell-01

Zwar bezieht sich van Meel dabei in erster Linie auf den technischen Aspekt, den Automatikgetriebe seit Jahren klar für sich entscheiden – sie schalten schneller und fehlerfreier als jeder Mensch und bieten häufig bessere Fahrleistungen sowie einen niedrigeren Normverbrauch.

Aber auch die Kunden sprechen sich mittlerweile immer stärker gegen manuelle Getriebe aus: Nach unseren Informationen werden rund 90 Prozent der Mittelklasse-Sportler BMW M3 F80 und BMW M4 F82 mit DKG bestellt. So hoch war der Automatik-Anteil bei einem BMW M3 noch nie, aber auch beim Vorgänger-M3 E92 griffen rund 75 Prozent der Kunden zum 7-stufigen M DKG.

Sollte sich der Trend fortsetzen und kein Umdenken bei den Kunden einsetzen, dürfte auch die BMW M GmbH früher oder später auf das Angebot eines manuellen Getriebes verzichten – auch wenn eine kleine Minderheit besonders puristischer M-Fahrer darüber alles andere als glücklich sein würde.

Im Gespräch mit der AutoCar äußerte sich Frank van Meel außerdem über die Zukunft der Motorentechnik und nimmt dabei Bezug auf die sich scheinbar immer weiter drehende Leistungsspirale. Obwohl heute selbst in der Mittelklasse über 500 PS starke Fahrzeuge angeboten werden, sieht van Meel die Grenze für die in Garching angebotene Motorleistung bei etwa 600 PS.

Diese schon heute in BMW M5 und M6 angebotene Eskalationsstufe sei das aktuelle Limit, noch mehr Leistung könnte schlicht und ergreifend “zu viel des Guten” sein. Ob diese Einschätzung auch für künftige M-Modelle gilt, bleibt abzuwarten. Ziemlich sicher ist, dass sich die meisten M5-Kunden von ihrem nächsten Fahrzeug wieder etwas mehr Leistung als bisher erhoffen – völlig unabhängig von einem konkreten Bedarf.

Für noch mehr Leistung spricht der Umstand, dass der nächste BMW M5 F90 auf jeden Fall mit Allradantrieb angeboten wird. So wird die enorme Motorleistung leichter beherrschbar und könnte auch die aktuelle Einschätzung van Meels verändern.

49 responses to “BMW M: Manuelle Getriebe für M3 & Co. vor ungewisser Zukunft”

  1. Chris35i says:

    Im Alltag macht ein Automatik-Getriebe einfach mehr Sinn und mit dem 7-Gang DKG geht auch nichts an Fahrspaß verloren. Ich sehe die Enticklung daher nicht so kritisch. Wer einmal einen Pass mit Schaltpaddles und scharf gestelltem DKG hochgejubelt ist, wird bestätigen, dass es einfach jede Menge Freude bereitet. Kurz vor der Kurve runterschalten in den Zweiten, entsprechender Sound aus der Auspuffanlage, Knallen und Schaltruck beim Ziehen an der Wippe beim anschließenden Hochschalten – einfach geil (so zu erleben im M4, M5 oder M6).

    Beim Thema Leistung kann die Grenze ruhig bei 600 PS sein. Wenn pro Generation dann das Gewicht runtergeht auf z.B. 1700 kg für einen zukünftigen M5 (jaja, viel zu wenig, aber man muss die Latte hoch setzen), dann ist das ein ganz anderes Auto unzwar nicht nur Geradeaus sondern auch was die Kurvenperformance angeht.

    • Thomas_01 says:

      Ich bin zwar auch ein Freund von Automatikgetrieben, aber wenn ich schalten will, dann sicher nicht mit diesen Paddles. Da kommt bei mir kein echtes Schaltfeeling auf.

      • Chris35i says:

        Ist eben ein anderes Schaltfeeling, wie in der F1 oder anderen Rennserien. Also im Alltag brauche ich das nicht, aber wenn ich eine schöne Strecke habe, macht mir das schon Spaß – genau so sehr wie mit drittem Pedal und Schaltknüppel.

    • Fagballs says:

      Ich fahre jetzt seit ein paar Monaten in meinem 1er Automatik und finde es im Alltag echt viel angenehmer. Gerade die von dir genannten M5 und M6 sind ja auch in erster Linie stark motorisierte Alltagsautos und keine Extremsportler. Trotzdem denke ich, dass es eine kleine Menge an Enthusiasten gibt, für die weiter eine manuelle Schaltung interessant ist. Das kann ich insofern nachvollziehen als ich einfach das Gefühl habe, ich bin nicht so sehr mit dem Auto verbunden, uns trennt das Automatik Getriebe und ich kann zu den Gängen einfach keine Beziehung aufbauen. Was du beschreibst, vor der Kurve in den Zweiten zurück schalten, ist beim Schalter eine feste Bewegung: Auskuppeln, (optional Bremse anticken für Gewichtsverlagerung, optional Zwischengas geben), Knüppel nach hinten links reißen, Einkuppeln und Gas durchlatschen. Bei der Automatik, egal ob Wandler oder DKG, ziehst du so lange am Paddle, bis der richtige Gang drin ist. Das Ergebnis ist dasselbe, aber der Weg dahin nicht. Mir fehlt da die Sinnlichkeit und die physikalische Verbindung zum Auto. Die will ich haben, wenn ich ein Spaßauto kaufe. Wie gesagt, den Anspruch Spaßauto haben viele M-Käufer nicht mehr, insofern verstehe ich die Haltung der M GmbH. Nur der M2 sollte wirklich manuell schaltbar sein. Wer den als Cruiser kauft, hat einen an der Waffel 😉

      Zur Leistung kann man eigentlich dasselbe sagen: Klimaautomatik wiegt, Automatik wiegt, elektrisch verstellbare Massagesitze wiegen, die tausend Kabel im Auto wiegen. Immer wenn ich Leistungsgewicht und die 1000kg vs 1000 PS Debatte lese, muss ich an den Koenigsegg Agera One:1 denken, das 1PS/kg Auto, das aber auch über 1400kg wiegt. Selbst der gepriesene E46 CSL wiegt nur knapp unter 1400kg. Solange man so Dinge wie eine Windschutzscheibe und Co haben will, gibt es einfach eine gewisse Untergrenze, wohin man das Gewicht eines Autos drücken kann. Will man mehr Leistungsgewicht, muss die Leistung steigen. Will man neue Autos verkaufen, müssen sie besser sein als die alten, d.h. bei Sportwagen mehr Leistung. So sehr ich meine Heckschleudern liebe, nördlich von 600 PS werden sie garstig, dann muss ein intelligenter Allrad-Antrieb her, dann kriegt man auch mehr auf die Straße, vgl die Hypercar-Trilogie 918 Spyder, P1 und LaFerrari, die ihre 900 PS fahrbar machen.

      Die M GmbH muss hier ganz klar schauen, wo sie hin will.

      • Quattro > AMG > M says:

        Also wenn für dich Bremsen vor einer Kurve optional ist und dann auch noch in der Form von “anticken” ist’s ja kein Wunder, dass die meisten BMWs die ich sehe, immer übelst in der Gegend rumschleichen. Wir Audifahrer zum Beispiel fahren auf der Geraden so schnell, dass wir vor der Kurve sogar bremsen müssen (ich weiß für BMW Fahrer hört sich das unrealistisch an, die meisten anderen Autofahrer lassen das Auto aber nicht vor jeder Kurve ausrollen, um den Verkehr nicht aufzuhalten). Und das Runterschalten geschieht im Übrigen während des Bremsens mittels Spitze Hacke Technik. Aber davon wollen BMW Fahrer ja auch nichts wissen. Deshalb sieht man sich bei der M GmbH wohl dazu genötigt, auf Schaltgetriebe zu verzichten.

        • Fagballs says:

          Meinst du die Audis, die ich an der Kurvenausfahrt nicht mehr im Rückspiegel sehe, weil sie um die Kurve schleichen, weil ein Audi nichts anderes kann als geradeaus schnell? Natürlich musst du da in die Eisen steigen vor der Kurve. Klar soweit. Bremsen antippen übrigens, um das Gewicht nach vorne zu verlagern, damit dann nach dem Runterschalten und Gas geben noch das Heck rumkommt. Kann ich nicht erklären, kannst du im Audi nicht erleben.
          War aber ein netter Versuch, 3/10. Troll woanders.

        • der_ardt says:

          Es ist schön dass du als Audifahrer es auch bemerkst, dass bei Audis das Fahrwerk so auf geradeaus ausgelegt ist, dass vor der Kurve gebremst werden muss. Beim M sind die Kurvengeschwindigkeiten dafür zum Glück gelegentlich ausreichend, um mal nicht auf die Bremse zu müssen.

          • M54B25 says:

            Richtig, genau aus Deiner Beschreibung kommt der Spruch: “Aus Freude am Fahren”!

            Oder um das Thema der Kurvengeschwindigkeiten mit den Worten eines anderen Meisters zu interpretieren: “Wirklich gute Fahrer haben die Fliegen auf der Seitenscheibe!” (Walter Röhrl)

            • der_ardt says:

              Man kann die Steilvorlagen von Trollen auch nutzen, um selbst etwas Spaß damit zu haben. Mein Lieblingszitat von Röhrl (aus http://classic.motor-kritik.de/classic/common/10121501.htm):

              Ganz anders der Audi Quattro. 1984 stieg Walter Röhrl bei Audi ein, und lernte die Tücken des Audi Konzepts erst einmal richtig kennen. In seinem Buch „Aufschrieb“ schildert er das Audi Fahrverhalten folgendermaßen: „… ich fuhr das erste Mal den Quattro im Wettbewerb, und ich wäre fast verzweifelt. An jedem Eck ging es geradeaus.“ „Den Quattro musste ich mit der zehnfachen Lenkarbeit (wie beim Lancia 037) und unheimlicher Brutalität ins Eck zwingen. Das war für mich als Ästhet ein Spiel mit dem Holzhammer, um Welten uneleganter als mit meinem Lancia 037.“ Walter Röhrl versäumte es damals nicht, Michéle Mouton nachträglich seine Hochachtung vor ihrer fahrerischen Leistung auszusprechen. (Was aktuell nicht verhindern konnte, dass Frau Mouton bei einer Demonstrationsfahrt beim „Race of Champions“ in Düsseldorf einen der inzwischen Seltenheitswert besitzenden Audi quattro S1 aufs Dach legte.)

              Das erklärt auch, warum Audi diese Thematik marketingtechnisch nicht so hart ausweidet, wie man erwarten würde.

            • Fagballs says:

              Oder noch kürzer aus einer Signatur aus dem 1er Forum:

              Fährst du quer, siehst du mehr

            • Chris35i says:

              Nur fahren auch die schlechten Fahrer BMW und daher ist es gut, dass nicht jeder Walter Röhrl spielt. 😉

        • mikk says:

          ist er nicht Süß, der Kleine … 😀

          • Pro_Four says:

            …naja, wie schon an anderer Stelle erklärt, wenn Jungs spielen wollen (fährt man Audi)

      • der_ardt says:

        sehr schöner Text! Volle Zustimmung!

      • Chris35i says:

        Ein M3-M5, lassen wir mal den M6 oder das M6 Cabrio aus, sind für mich durchaus Alltagswagen und hier finde ich den Kompromiss mit DKG und Paddles besser als Non-Stop selbst schalten zu “müssen”. Insbesondere wenn man vie Autobahn mit Stau/stockendem Verkehr und Stadt fährt . Da ist das Schalten nur Mittel zum Zweck (Drehzahlreduktion).

        Ich finde, die paar Kilometer (Serpentinen, schöne Bergstraßen), auf denen das Handschaltgetriebe richtig Laune macht, rechtfertigen nicht die Nachteile im Alltag, zumal ich persönlich mit den Schaltwippen auch meine Freude habe. Das Thema “Handschaltung als Pflichtoption oder nicht” ist vielleicht bei einem Porsche GT4 oder GT3 anders (da eher nur Sonntagsauto), aber in einem M keine Must-Have Option. Und selbst bei Porsche hat man sich im Falle des GT3 dagegen entschieden.

        Soll natürlich nicht heißen, dass ich Handschalter verfluche, nur würde ich einem Verlust nicht nachweinen. Da finde ich den Wegfall von Saugmotoren und deren Sound deutlich schlimmer.

        • Fagballs says:

          Ich denke, wir sind uns da eigentlich einig. Meine Gedanken waren da wirklich höchstens bei Leuten, die unter der Woche einen M550d Touring fahren und dann am Wochenende mit ihrem M4 ein bisschen Spaß haben wollen. Für die macht ein Handschalter mehr Sinn. Für die würde aber vielleicht auch ein Sportwagen, der leichter und “echter” ist, Sinn machen. Wird vielleicht doch mal Zeit für einen M4 CSL. Oder einen M2 😉

          • Chris35i says:

            Ja, ich kann deinen Punkt ganz gut verstehen. Mein Sonntagsauto wäre ein Cayman GTS – all you need.

            • Fagballs says:

              Nicht der GT4? 😉
              Ach Quatsch, das sind ohne Zweifel feine Autos, keine Frage, nur preislich gesalzen und optisch in meinen Augen etwas einfallslos.

              Ich persönlich würde ja ein Auto ohne Dach für den Sonntag wählen, das wäre aus Zuffenhausen dann der Boxster Spyder, etwas günstiger wäre Z4 35i oder für “kleines Geld” ein MX-5 ND.

              • Chris35i says:

                GT4 reizt mich irgendwie nicht so sehr, zu lang übersetzt und gemessen an dem bisschen Mehr-Spaß zu teuer. So ein gebrauchter Cayman GTS in rot/gelb wäre mein Ding. Mittelmotor, Sauger & toller Sound, Handschalter, nicht zu viel Leistung (so kann man auf der Landstraße auch mal für eine Zeit auf dem Pin stehen) und kompakte Ausmaße – perfekt für die Spaßausfahrt.

            • der_ardt says:

              die guten luftgekühlten aus den 90ern wären meine erste Wahl. Damit landet man noch ehrlich im Graben, wenn man übermütig wird

            • John Rambo says:

              ganz ruhig, dawg! digger fährt nen GT4.

  2. Quattro > AMG > M says:

    Was ne Überraschung, BMW emuliert mal wieder Audi und Mercedes. Warum gibt’s nochmal BMW-Fans, wenn man sich exakt das gleiche Auto auch von Audi, Mercedes oder Jaguar holen kann?

    • M54B25 says:

      Lieber Unbestimmter,

      ganz schwacher Versuch des Trollens! Ein bisschen mehr Mühe hättest Du Dir schon geben können, z.B. das der jetzige Chef der M GmbH, auf dessen Interview der Artikel basiert, direkt von der Quattro GmbH kam –> https://www.press.bmwgroup.com/deutschland/pressDetail.html?title=franciscus-van-meel-%C3%BCbernimmt-leitung-der-bmw-m-gmbh&outputChannelId=7&id=T0193802DE&left_menu_item=node__808 und das vielleicht der Grund für ähnliche Entwicklungen sein könnte.

      Und dann noch die fehlende Differenzierung “exakt das gleiche” – stimmt ja nun vorne und hinten nicht. Vielleicht noch “konzeptionell ähnliche Fahrzeuge” aber mal im Ernst: Ein RS3 ist “exakt das gleiche” wie ein E82 1 M bzw. kommend F87 2 M?

      Ich merke schon, nur weil der neue A4 nahezu das gleiche wie der alte A4 oder A3 oder Moment mal doch der A6 ist, ist Deine Trollwahrnehmung nicht mehr scharf genug zur Differenzierung von Fahrzeugen. Also husch hinfort unter den Stein unter dem Du hervorgekrochen kamst!

  3. PHoel says:

    Ich wüsste nicht, wo der Vorteil von Automatikgetrieben gegenüber Schaltern liegen, außer bei der Gemütlichkeit. Man kann sie nicht anschleppen, sie sind schwerer, verbrauchen mehr, die Leistung wird schlechter ausgenutzt, sie sind anfälliger usw.. Ich werde so lange es geht Schalter fahren. Schade, aber viele Leute können halt nicht mehr fahren.

    • BMW-Fan says:

      verbrauch glaub ich nicht… die 8 gang automatik erlaubt eine viel weitere abspreitzung der gänge und somit drehzahlniedrigeres fahren, dazu hast sehr kurze lastunterbrechungen beim schalten… so schnell kannst du manuell nie schalten… das alles führt zu niedrigerem verbrauch. das belegen auch die angegebenen verbrauche das automatik dort besser ist… des weiteren anschleppen ist irrelevant meiner meinung nach. und anfälliger würde ich auch nicht unbedingt behaupten… die technik ist mittlerweile sehr ausgereift und so eine kupplung in schaltgetrieben verschleißt je nach nutzung auch mal sehr schnell. für mich macht schalter in einer konstellation sinn —> bei driftautos, im alltag, rennsport sind automatikgetriebe besser!

      • PHoel says:

        Bei Driftautos und im Rennsport sind Automatikgetriebe am schlechtesten.
        Naja, die Kupplung von meinem E87 120i mit ca 220.000km ist noch original und es gab nie Probleme mit dem Getriebe oder sonstigem. Der Wagen dachte mal er wäre an, war er aber nicht. Ein Softwarefehler, der bei vielen Autos mal auftritt. Wagen angeschoben, 1. Gang rein und Kupplung kommen lassen, war wieder an. Bei ner Automatik hätte der ADAC kommen müssen.
        Die Verbrauchsangaben stimmen sowieso nicht. Wenn man jemanden nimmt der schlecht schaltet vielleicht. Ist dir klar wie eine Wandlerautomatik funktioniert? Da gibts jede Menge Kraftverlust.

        • der_ardt says:

          ich kenne die genauen Schaltzeitpunkte beim NEFZ nicht, würde aber davon ausgehen, dass dort vom Schaltverhalten eines Durchschnittsfahrers ausgegangen wird. Der Durchschnitt fährt aber alles andere als optimal. Im NEFZ tritt also der durchschnittliche Fahrer gegen eine auf den Zyklus optimierte Maschine. Mich würde im Alltag mal interessieren, wie die Verbräuche bei einem sparsam fahrenden Menschen auseinander liegen würden.
          Ich habe einfach mal verallgemeinert bei Spritmonitor nach 3ern zwischen 2010-2015 gesucht, je nach Automatik, DKG und Manuell:

          Kraftstoffart: niedrigster Verbrauch – Durchschnitt – höchster Verbrauch (in L/100 km)

          Manuell:
          Diesel: 4,06 – 6,02 – 9,16
          Benzin: 5,57 – 8,35 – 14,29

          Automatik:
          Diesel: 2,28 – 6,80 – 10,36
          Benzin: 4,71 – 9,19 – 15,67

          DKG
          Diesel: 6,18 – 6,99 – 7,92
          Benzin: 9,49 – 12,50 – 20,07

          DKG ist etwas unfair, weil da sicher viele M3 mit drin sind, aber ansonsten könnte ich mir gut vorstellen, dass auch trotz der nicht allzu wissenschaftlichen Messungen ein signifikanter Unterschied zugunsten der Manuellen Schalter übrig bleibt.

          • Fagballs says:

            Ich kann dir jedenfalls verraten, dass bei meinem Wechsel von Manuell auf Automatik trotz besseren Motors mein Verbrauch hochgegangen ist. Dabei bin ich ein vorausschauender Fahrer und heize nicht wie eine gesengte Sau, trotzdem kriege ich den Verbrauch nicht unter 6 Liter, wo ich beim Schalter deutlich drunter war. Den Vergleich liefern meine Automatik fahrenden Kollegen, die sich in der 7-8 Liter Region herumtreiben. Alles Diesel 1er mit N47 Motoren, nur meiner ist halt jetzt B47.

            Gehe davon aus, dass beim NEFZ das Auto mit niedriger Last betrieben wird, also im höchstmöglichen Gang fährt und entsprechend wenig verbraucht. Anders kann ich mir die Werte nicht vorstellen.

            • der_ardt says:

              ich denke der höchst mögliche Gang wird für die Automatik genommen, beim Schalter sind es ja “nur” sechs Gänge, also im Schnitt eine höhere Drehzahl und vermutlich in der Annahme eines Schaltfaulen Fahrers zusätzlich nicht der optimale Gang in allen Lebenslagen.

          • BMW-Fan says:

            dein vergleich finde ich etwas unpassend, da aus meinem erfahrungswert die höheren motorosierungen öfter mit automatik bestellt werden. wohingegen die einstiegsmotorisierungen häufiger als schalter zu finden sind, da günstiger als automatik. also ich kenn mich jetzt nicht 100% mit der funktionsweise von den automatikgetrieben aus… fahre selber nen schalter.. ich weiß das die Kraftverluste bei Automatik höher sind als beim Schalter, aber da hat sich in letzter zeit wohl einiges getan und ich find diese 8-gang automatik von zf einfach nur herrlich… warum bei rennwagen ein schaltgetriebe besser sein soll kann ich mir auch nicht erklären 1. schaltdauer kürzer 2. fehlerfrei und 3. die aktuellen sportwagen jeglicher hersteller werden nicht ohne grund dkg etc. verbaut haben

            • Chris35i says:

              Beim Rennwagen machen automatisierte Schaltgetriebe mehr Sinn weil:

              1) Haben wir hier einen Rennfahrer, der perfekt und schnell schalten kann, die Heel-Toe Technik beherrscht und mit den Lastreaktionen, die beim Schalten auftreten können, umgehen kann
              2) Schaltgetriebe leichter sind und Gewicht im Rennsport eine viel wichtigere Rolle als bei Straßenfahrzeugen spielt
              3) Die Technik eines Schaltgetriebes einfacher ist als die eines Automatikgetriebes bei hartem Einsatz weniger Fehleranfällig
              4) Beim automatisierten Schaltgetriebe das Hochschalten per Zug am Schalthebel geht und lediglich beim Runterschalten die Kupplung gedrückt werden muss (soviel zum Thema Schaltzeit)
              5) Ein einfaches Schaltgetriebe mit gerader Verzahnung der Zahnräder konstruiert werden kann (hat den Sinn, dass bei gerader Verzahnung höhere Kräfte übertragen werden können – macht halt viel Lärm (der Lärm, den man beim Handschalter beim Rückfährtsfahren hat) und hier somit ein Vorteil zum Automatikgetriebe besteht)
              6) Die Kosten beim Handschalter niedriger sind
              7) Die Implementierung eines manuellen Getriebes leichter ist als die eines komplett automatisierten

              Soviel dazu. 😉

              • BMW-Fan says:

                ja, okay da magst du recht haben. aber solche technik vergleiche ich jetzt mal nicht mit dem normalen schaltgetriebe in serienwagen.

                • Chris35i says:

                  Ja, du hattest allerdings gefragt, wieso Schaltgetriebe im rennsport vor Automatikgetrieben priorisiert werden und diese Frage wollte ich dir beantworten. 😉

            • der_ardt says:

              Ja, da gebe ich dir rest, habe so weit nicht gedacht.

              für weiteres siehe Antwort auf Chris

          • Chris35i says:

            Liegt vielleicht auch daran, dass die Fahrzeuge mit Automatik meistens mehr Leistung haben (also eher Baureihe 325 aufwärts sind) und damit von Haus aus einen höheren Verbrauch haben. Du solltest die Analyse mal auf einen Motor, z.B. 320d/320i beschränken. Sonst macht das so keinen Sinn bzw. die Aussagekraft wird erheblich geschmälert.

            • der_ardt says:

              hast recht, habe es jetzt nochmal gemacht (Fahrzeuge zwischen 100 und 180 PS).
              Automatik:
              Diesel: 4,35 – 6,18 – 8,52
              Benzin: 6,05 – 8,45 – 12,58

              Manuell:
              Diesel: 4,06 – 5,73 – 8,88
              Benzin: 5,57 – 7,38 – 9,54

              Fahrzeuge zwischen 160 und 165 PS (320d):
              Diesel, Automatik: 4,35 – 5,98 – 7,78

              Diesel, Manuell: 4,15 – 5,49 – 7,23

              Also einen halben Liter mehr spricht immernoch klar für einen Mehrverbrauch von Automatikgetrieben, ist aber eben auch Spritmonitor, also keine wirklich exakte Methode.

              • Chris35i says:

                Jetzt kommen wir der Sache schon näher. Nun müssten wir noch feststellen, ob der Mehrverbrauch wirklich vom Getriebe kommt, oder von der Tatsache, dass Kunden, die die Automatik wählen, damit also eine höhere Zahlungsbereitschaft haben, auch weniger auf die Spritkosten schauen und ergo flotter bzw. unökonomischer unterwegs sind.

                Bei 99% der Kunden heißt Schalter einfach, ich will kein Geld für die Automatik ausgeben, weil mir das zu teuer ist, deshalb habe ich auch sonst nicht soviel Ausstattung, damit auch ein niedrigeres Fahrzeuggewicht. Die Puristen, die gezielt ein Schaltgetriebe wählen kannst du unter den Tisch kehren, besonders beim 320d bzw. der PS-Klasse von 100-180 PS.

                • der_ardt says:

                  wie gesagt: wissenschaftliche Analyse sieht anders aus.
                  Dass Automatikkunden nun weniger auf Sprit achten, halte ich für nicht sooo plausibel. Genauso könnte man sagen, dass manuell schaltende Menschen zu mehr Fahrspaß (ergo höhere Drehzahlen) tendieren und daher mehr verbrauchen. Ich schätze das hält sich beides zumindest grob die Waage, zumal der Aufpreis einer Automatik in dieser Preisklasse von Automobil den Kohl auch nicht mehr fett macht. Dass man dadurch meistens über einen halben Liter auf 100 km, der sich sowohl bei breiter Fächerung der Leistungsdaten als auch beim Fokus auf den 320d zeigt, erklären kann denke ich nicht.

                  So oder so ist der NEFZ einfach ein Witz und Eckdaten, die dort einer Automatik (oder meinetwegen einem manuellen Getriebe mit Feenstaubschmierung) bessere Verbräuche bescheren sind in etwa so viel wert wie die Marketingversprechen Audis.

                  Man müsste einfach zwei gleiche Motorisierungen mit unterschiedlichem Getriebe die gleiche Strecke fahren lassen (am besten Stadt, Land und Bahn)

                  • Chris35i says:

                    Deinen Einwand hatte ich auch schon im Hinterkopf, ist nicht so leicht zu sagen, was da überwiegt. Man müsste sich auch angucken, ob in der Statistik die gleiche Anzahl an Schalter/Automatik-Fahrzeugen vorkam, sonst können Ausreißer (nach oben und unten) den Durchschnitt verfälschen, daher wäre der Median auch besser für einen Vergleich geeignet.

                    Wie du schreibst, ein Vergleich unter realen Bedingungen würde uns hier eher weiterhelfen. Doch selbst da bleibt noch der Faktor Mensch. Jemand der spritsparend fährt (mit Ausrollen etc.) kann vielleicht die Automatik schlagen, Leute die kaum darauf achten fahren automatisiert sparsamer.

                • Pro_Four says:

                  …ich bin aus der PS-Klasse raus ;p

      • Thomas_01 says:

        Meiner Erfahrung nach sind Automatikgetriebe sparsamer. Ein Kumpel fährt seinen 530d F10 6-Gang-Handschalter im Schnitt mit 7,5 l. Ich fahre den 530d F10 mit 8-Stufen-Automatik mit 6,3 l bei ähnlicher Fahrweise (Autobahn, Land, wenig Stadtverkehr). Die Automatik dückt halt die Drehzal viel weiter runter. Und wenn man sich zurückhält ist sogar eine 5 vorm Komma drin. Davon abgesehen sehe ich die Automatikgetriebe von BMW als eine der besten am Markt.

  4. Polaron says:

    Schön wär´s halt, wenn man als Kunde auch in Zukunft einfach die Wahl zwischen Handschalter und (Sport-)Automatik hätte.

    Leider ist es aber aktuell und abseits der M-Modelle schon so, dass etliche Antriebskonfigurationen nur als Automatik-Variante erhältlich sind.

    Der vermeintliche Verbrauchsvorteil von modernen Automatikgetrieben ist ohnehin wirtschaftliche Augenwischerei, weil einer Spritersparnis im kleinen Zehntelliterbereich enorme Aufpreise für Anschaffung und höhere Reparaturkosten entgegenstehen. Aus wirtschaftlicher Sicht wird sich wohl daher kein Kunde für oder gegen ein Automatikgetriebe entscheiden, sondern vielmehr aus Komfortgründen (Stop-and-Go) und innerer Überzeugung.

    Also ich würd´s schade finden, wenn Handschalter immer mehr vom Markt gedrängt werden. Passt aber auch einfach nicht mehr zusammen, wenn man mal sieht, wie umfangreich (und teilweise auch unsinnig) andererseits die angebotenen Sonderausstattungen und Individualisierungsmöglichkeiten für ein Fahrzeug mittlerweile sind.

  5. MDriver says:

    Also ich empfinde die 8-Gang Automatik als sehr angenehm. Jedoch kommt für mich beim Schaltgetriebe mehr Freude auf, das gibt so ein Gefühl als sei man im Mittelpunkt des Fahrspaßes, bei Automatik hingegen macht das Auto alles grobe selbst und somit habe ich das Gefühl im Auto, als ambitionierter Fahrer, eher fehl am Platz zu sein.
    Gegen der Markt sowie die breite Masse an Kunden kann man nicht anstehen. Sportliches fahren gerät leider zu sehr in den Hintergrund. Insofern sieht’s wirklich nicht rosig für’s Schaltgetriebe aus.
    Schade!

  6. B3ernd says:

    Handschalter haben in manchen Segmenten einfach keine Daseinsberechtigung mehr. Die Kundschaft will eben nicht mehr schalten. Ein paar ältere wollen es, die Jugend verzichtet weitest gehend darauf. Ich bin auch eher der faule Fahrer und lasse schalten. 🙂

    Wenns finanziell mal für einen echten Sportler reicht, darf der allerdings auch ein Schalter sein. Im Alltag ist ein Automat Pflicht

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