BMW 5er F10 im Crashtest mit Auffahrwarnung & Anbremsfunktion

BMW 5er | 26.05.2010 von 11

Moderne Fahrzeuge bieten eine immer größere Anzahl an Assistenzsystemen, die das Fahren komfortabler und sicherer machen sollen. Es war nur eine Frage der Zeit, bis …

Moderne Fahrzeuge bieten eine immer größere Anzahl an Assistenzsystemen, die das Fahren komfortabler und sicherer machen sollen. Es war nur eine Frage der Zeit, bis die Radar-Systeme für die aktive Geschwindigkeitsregelung auch flächendeckend zur Verringerung von Unfallfolgen eingesetzt werden und mittlerweile kann man sagen, dass das zumindest in den Oberklasse-Modellen der Premiumanbieter der Fall ist. Dem trägt nun auch die Dekra Rechnung und hat erstmals einen Crashtest mit aktiviertem Bremsassistent durchgeführt. Dabei sollten die Systeme beweisen, dass sie tatsächlich in der Lage sind, die Gefahrensituation zu erkennen und mit einem entsprechenden Bremseingriff die Aufprallgeschwindigkeit zu verringern.

Der getestete BMW 5er F10 verfügt über das System mit dem etwas sperrigen Namen “Auffahrwarnung mit Anbremsfunktion” und hat im Test optimal funktioniert. Bereits lange vor dem Unfall erkennt das System die Situation und warnt den Fahrer zunächst optisch in der Instrumententafel sowie, falls vorhanden, im Head Up Display. Schon jetzt wird die Bremsanlage auf ein Bremsmanöver vorbereitet, wodurch sich der Bremsweg im Ernstfall deutlich verkürzt. Reagiert der Fahrer nicht auf die optischen Warnungen, gibt es zusätzlich akustische Signale, um den Fahrer aufmerksam zu machen. Erst wenn der Fahrer noch immer nicht reagiert, greift das System selbst ein und löst für 1,2 Sekunden einen Bremsvorgang mit reduzierter Bremskraft aus. Ist eine Kollision schließlich nicht mehr zu vermeiden, leitet das System selbständig eine Notbremsung ein.

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Wie im klassischen Euro NCAP-Crashtest war die Ausgangsgeschwindigkeit auch in diesem speziellen Fall bei 64 km/h, auch die sonstigen Parameter entsprachen dem bekannten Versuchsaufbau. Anders als bei normalen Crashtests wurde das Fahrzeug allerdings nicht mit den genannten 64 km/h bis direkt an das Hindernis gezogen, stattdessen wurde der Bremseingriff des Fahrzeugs ermöglicht.

Wie vorgesehen leiteten die Systeme kurz vor dem Aufprall eine Notbremsung ein und konnten die Aufprallgeschwindigkeit so auf nur noch 40 km/h reduzieren. Hätte der Fahrer auf die Warnungen reagiert, wäre der Unfall komplett vermeidbar gewesen – der Dummy konnte und sollte diese Aufgabe allerdings nicht erfüllen.

Dank der niedrigeren Aufprallgeschwindigkeit mussten auch die Insassen des Fahrzeugs deutlich niedrigere Belastungen über sich ergehen lassen. Durch die eingeleitete Bremsung verlagerte sich außerdem ein Teil des Fahrzeuggewichts auf die Vorderachse und die entsprechende Nickbewegung sorgt für einen tieferen Aufprallpunkt sowie eine vorgelagerte Position der Insassen. Da die wenigsten Unfälle völlig ungebremst passieren dürften, ist der Test somit auch realitätsnäher.

Das obige Foto zeigt uns den Vergleich zwischen den verschiedenen Aufprallgeschwindigkeiten direkt am verunfallten Fahrzeug. Während der BMW 5er F10 auch nach dem Crash mit 64 km/h noch eine gute Figur abgibt, sind die Schäden nach dem Unfall mit 40 km/h noch deutlich geringer.

11 responses to “BMW 5er F10 im Crashtest mit Auffahrwarnung & Anbremsfunktion”

  1. Südstaatler says:

    Lässt sich denn objektiv sagen, dass BMW im Hinblick auf solch sinnvolle Systeme besser/schlechter als MB und Audi ist?

    • Benny says:

      Das hängt davon ab, worauf genau man Wert legt. Mercedes bietet schon relativ lange PreSafe an, wobei das Fahrzeug im Fall eines bevorstehenden Unfalls auf selbigen vorbereitet wird: Fenster zu, Schiebedach zu, Sitze in aufrechte Position. Ähnliches gibt es bei Audi im neuen A8 unter dem Namen PreSense. Von BMW gibt es bisher “nur” die oben genannte Auffahrwarnung mit Anbremsfunktion.
      Bei anderen Assistenzsystemen wie Night Vision hatte BMW lange Zeit etwas Vorsprung vor Mercedes bzw. ein anderes System, das viele Tester für besser hielten. Audi hat jetzt beim neuen A8 erstmals etwas vergleichbares im Angebot, genau wie bei BMW mit Personenerkennung.
      Beim Head Up Display steht BMW auch 7 Jahre nach Markteinführung ohne Premium-Konkurrenz da, simplere aber ähnliche Systeme gibt es bei Peugeot und gab es auch schon vor vielen Jahren bei manchem US-Hersteller.
      Weniger aufwändige Systeme wie Spurwechselwarnung und dergleichen haben mittlerweile eigentlich alle im Angebot, bei BMW kam das meines Wissens etwas später als bei den anderen.

      Wer da nun besser oder schlechter aufgestellt ist, muss also jeder für sich entscheiden.

      • Südstaatler says:

        Danke für die Einschätzung 🙂
        Wichtig ist vielleicht auch eher, dass die drei deutschen Premiumhersteller weltweit führend sind. Konkurrenz untereinander scheint sich hier sehr positiv auszuwirken.

  2. mb81 says:

    mann der schöne F10!!!!!!! ich hätt ihn gerne vor der Zerstörung bewahrt und übernommen^^

  3. […] Auch bei einem Auffahrunfall bietet der neue 5er ein sehr hohes Schutzniveau, das Verletzungsrisiko im Nacken- und Halswirbelbereich ist gering. Zur Verbesserung des Fußgängerschutzes verfügt die 5er Limousine über eine aktive Motorhaube, die bei Unfällen mit Fußgängern oder Radfahrern mit Hilfe von Pyrotechnik für mehr Platz zwischen Motorhaube und Motorblock sorgt. Ein ähnliches System ist im Übrigen auch in der Mercedes E-Klasse verbaut. Dass der 5er mit Hilfe der optionalen Auffahrwarnung mit Anbremsfunktion in der Lage ist, die Folgen von unvermeidbaren Unfällen zu reduzieren, hat er bereits vor einigen Tagen bewiesen. […]

  4. Vincent says:

    Gibt es irgendein Video von der “Abbremsfunktion”? Würde mich mal interresieren.

    • Benny says:

      Falls es ein solches Video gibt, ist es mir leider nicht bekannt. Das lässt sich eben auch nur mit Risiko erstellen, weil der Assistent ja erst bremst, wenn es eigentlich schon zu spät ist. Könnte man also nur mit Styropor-Hindernis oder dergleichen machen, also relativ aufwändig. Mir ist nicht bekannt, ob es schon jemand probiert hat.

  5. […] Systemen wie Night Vision mit Personenerkennung, Spurwechselassistent, Spurverlassenswarnung oder Auffahrwarnung mit Anbremsfunktion wird zudem versucht, Unfälle gleich ganz zu vermeiden und Gefahrensituationen zu […]

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