Wenn von modernen Werkstoffen für die Automobilindustrie die Rede ist, geht es meist um Carbon, Aluminium, spezielle Kunststoffe und zuletzt auch um Naturfasern. Regelmäßig übergangen wird hingegen Stahl, obwohl auch dieser Werkstoff weiterhin seine unbestreitbaren Vorteile besitzt – und kontinuierlich weiterentwickelt wird. Ein Beispiel dafür zeigt sich jetzt beim BMW iX3, denn auch die Neue Klasse nutzt an einigen Stellen Stahl. Zum Einsatz kommt dabei ein CO2-reduzierter Stahl von Thyssenkrupp, der unter dem Label bluemint Steel vermarktet wird.
Die Besonderheit des Stahls ist sein hoher Anteil von Recycling-Material, denn bei der Herstellung wird neben Eisenerz auch ein speziell aufbereitetes Schrottprodukt genutzt. Der recycelte Stahl erlaubt es, weniger Kokskohle einzusetzen und so die CO2-Emissionen der Herstellung spürbar zu reduzieren. Doch während CO2-reduzierter Stahl bisher vor allem dort zum Einsatz kam, wo gewisse Verunreinigungen und damit verbundene Einschränkungen bei der Oberflächenqualität keine Rolle spielen, erfüllt der bluemint Steel von Thyssenkrupp auch die Qualitätsanforderungen für sogenannte O5-Bauteile mit besonders hohen Qualitäts-Anforderungen.

Im Fall des BMW iX3 bedeutet das, dass im Werk Debrecen auch Teile der Karosserie-Außenhaut mit CO2-reduziertem Stahl hergestellt werden können. Außerdem kommt der “grüne Stahl” beim Gehäuse für den Lithium-Ionen-Akku im Unterboden des Elektroautos zum Einsatz. In diesem für die Kunden praktisch unsichtbaren Bereich spielt die Oberflächenqualität eine untergeordnete Rolle, stattdessen geht es um die klassischen Stärken von Stahl: Das Material ist aus gutem Grund für seine enorme Belastbarkeit bekannt, hält sehr hohen Temperaturen stand und ist nicht brennbar. Im Umfeld der Hochvoltbatterie kommt hinzu, dass Stahl im Vergleich zu Leichtmetallen wie Aluminium für eine bessere elektromagnetische Abschirmung sorgt und so den konstruktiven Aufwand für andere Abschirm-Maßnahmen reduziert.
Der grüne Stahl trägt so dazu bei, dass der Carbon Footprint des BMW iX3 schon nach einer kurzen Nutzungsphase wesentlich kleiner als bei seinem Verbrenner-Pendant X3 ausfällt.
Georgios Giovanakis (Chief Sales Officer bei thyssenkrupp Steel): “Mit bluemint® recycled steht der BMW Group ein CO₂-reduziertes Stahlprodukt zur Verfügung, das höchste Qualitätsanforderungen erfüllt und direkt in der Serienfertigung einsetzbar ist. Dass bluemint® Steel sowohl für Außenhautkomponenten als auch für Batteriegehäuse genutzt wird, zeigt das große Potenzial von CO₂-reduziertem Stahl. Elektromobilität und klimafreundlicher Stahl leisten gemeinsam einen wichtigen Beitrag zur Reduktion industrieller Emissionen.”
(Fotos & Infos: thyssenkrupp, BMW)























