BMW 3er G20: Bis zu 80 Prozent weniger Varianten geplant

BMW 3er | 17.05.2018 von 37

Weniger Motoren, weniger Ausstattungen, weniger Farben, weniger Komplexität: Die Variantenvielfalt wird für den BMW 3er G20 um bis zu 80 Prozent reduziert.

Die BMW Group treibt die Reduzierung der Komplexität mit großen Schritten voran. Für den BMW 3er G20 nannte Finanzvorstand Nicolas Peter im Gespräch mit der Automobilwoche nun einige konkrete Zahlen, die uns einen ersten Eindruck von den konkreten Auswirkungen geben. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass die enorme Variantenvielfalt in der aktuellen Preisliste abgeschafft wird: Peter ist davon überzeugt, dass sich bei einer Konzentration auf die wichtigsten Angebote und Varianten die gleichen Stückzahlen wie bisher verkaufen lassen, allerdings zu deutlich reduzierten Kosten. Dass die gleiche Strategie künftig auch für andere kommende Modelle angewendet wird, liegt auf der Hand.

Als Beispiele führt der Finanzvorstand unter anderem die große Auswahl bei den Motoren an. Die große Spreizung mit zum Teil nur geringen Unterschieden bei den Fahrleistungen steigert die Komplexität und damit die Kosten der Produktion deutlich, wirkt sich aber nicht unbedingt auf die Stückzahlen aus. Wer heute in die Preisliste schaut, findet mit 316d, 318d, 320d, 320d EfficientDynamics Edition und 320d xDrive allein fünf verschiedene Varianten der 3er Limousine mit Vierzylinder-Diesel in der Leistungsspanne von 116 bis 190 PS. Alle fünf Varianten sind zudem mit mindestens zwei verschiedenen Getriebe-Optionen erhältlich. Darüber folgen mit den Modellen 330d, 330d xDrive und 335d xDrive noch drei weitere Selbstzünder. Eine ähnliche Komplexität ist für den BMW 3er G20 definitiv nicht geplant.

Neben einer kleineren Motorenpalette kündigt Nicolas Peter noch einige weitere Maßnahmen für den BMW 3er G20 an. Sonderausstattungen, die nur von wenigen Kunden tatsächlich gekauft werden, sollen konsequent aus dem Programm gestrichen werden. Das gleiche gilt für Farben und Farbkombinationen, für die es nur eine geringe Nachfrage gibt. Wer künftig eine etwas ausgefallenere Farbe fahren möchte, könnte daher früher als bisher auf Hilfe von BMW Individual angewiesen sein.

Als positives Beispiel für minimale Komplexität nennt Nicolas Peter den US-Autobauer Tesla: “Der bietet auf seiner Website zwei Optionen für ein Modell an, da können Sie als Kunde genau zwei Kreuzchen machen. Bei den etablierten Herstellern umfasst das gleiche Thema fünf oder sechs Seiten.” Auch bei den Motoren äußert sich Peter deutlich: “Dann gibt es eben nicht mehr fünf Dieselvarianten, sondern nur noch zwei oder drei.”

Insgesamt strebt Peter für den BMW 3er G20 eine deutlich spürbare Reduzierung der Variantenvielfalt um “bis zu 80 Prozent” an. Einer der Hintergründe für die Komplexitäts- und Kostenreduzierung sind die hohen Investitionen und Kosten, die das Unternehmen in anderen Bereichen wie Elektromobilität und Autonomes Fahren stemmen muss. Anders sei es nicht möglich, im angepeilten Rendite-Korridor von 8 bis 10 Prozent zu bleiben.

(Fotos: BimmerToday-Leser Stefan)

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