BMW 3er G20: Bis zu 80 Prozent weniger Varianten geplant

BMW 3er | 17.05.2018 von 39

Weniger Motoren, weniger Ausstattungen, weniger Farben, weniger Komplexität: Die Variantenvielfalt wird für den BMW 3er G20 um bis zu 80 Prozent reduziert.

Die BMW Group treibt die Reduzierung der Komplexität mit großen Schritten voran. Für den BMW 3er G20 nannte Finanzvorstand Nicolas Peter im Gespräch mit der Automobilwoche nun einige konkrete Zahlen, die uns einen ersten Eindruck von den konkreten Auswirkungen geben. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass die enorme Variantenvielfalt in der aktuellen Preisliste abgeschafft wird: Peter ist davon überzeugt, dass sich bei einer Konzentration auf die wichtigsten Angebote und Varianten die gleichen Stückzahlen wie bisher verkaufen lassen, allerdings zu deutlich reduzierten Kosten. Dass die gleiche Strategie künftig auch für andere kommende Modelle angewendet wird, liegt auf der Hand.

Als Beispiele führt der Finanzvorstand unter anderem die große Auswahl bei den Motoren an. Die große Spreizung mit zum Teil nur geringen Unterschieden bei den Fahrleistungen steigert die Komplexität und damit die Kosten der Produktion deutlich, wirkt sich aber nicht unbedingt auf die Stückzahlen aus. Wer heute in die Preisliste schaut, findet mit 316d, 318d, 320d, 320d EfficientDynamics Edition und 320d xDrive allein fünf verschiedene Varianten der 3er Limousine mit Vierzylinder-Diesel in der Leistungsspanne von 116 bis 190 PS. Alle fünf Varianten sind zudem mit mindestens zwei verschiedenen Getriebe-Optionen erhältlich. Darüber folgen mit den Modellen 330d, 330d xDrive und 335d xDrive noch drei weitere Selbstzünder. Eine ähnliche Komplexität ist für den BMW 3er G20 definitiv nicht geplant.

Neben einer kleineren Motorenpalette kündigt Nicolas Peter noch einige weitere Maßnahmen für den BMW 3er G20 an. Sonderausstattungen, die nur von wenigen Kunden tatsächlich gekauft werden, sollen konsequent aus dem Programm gestrichen werden. Das gleiche gilt für Farben und Farbkombinationen, für die es nur eine geringe Nachfrage gibt. Wer künftig eine etwas ausgefallenere Farbe fahren möchte, könnte daher früher als bisher auf Hilfe von BMW Individual angewiesen sein.

Als positives Beispiel für minimale Komplexität nennt Nicolas Peter den US-Autobauer Tesla: “Der bietet auf seiner Website zwei Optionen für ein Modell an, da können Sie als Kunde genau zwei Kreuzchen machen. Bei den etablierten Herstellern umfasst das gleiche Thema fünf oder sechs Seiten.” Auch bei den Motoren äußert sich Peter deutlich: “Dann gibt es eben nicht mehr fünf Dieselvarianten, sondern nur noch zwei oder drei.”

Insgesamt strebt Peter für den BMW 3er G20 eine deutlich spürbare Reduzierung der Variantenvielfalt um “bis zu 80 Prozent” an. Einer der Hintergründe für die Komplexitäts- und Kostenreduzierung sind die hohen Investitionen und Kosten, die das Unternehmen in anderen Bereichen wie Elektromobilität und Autonomes Fahren stemmen muss. Anders sei es nicht möglich, im angepeilten Rendite-Korridor von 8 bis 10 Prozent zu bleiben.

(Fotos: BimmerToday-Leser Stefan)

39 responses to “BMW 3er G20: Bis zu 80 Prozent weniger Varianten geplant”

  1. B3ernd says:

    Früher hat sich Premium zu Nicht-Premium u.a. durch die Modellvariationen und Extras unterschieden. Während man bei Opel und Co mehr oder weniger nur Pakete ordern konnte und es nur wenige Motoren angeboten wurden, gab es bei Audi, BMW und Daimler unzählige Ausstattungsvarianten.

    Dass hier Controller massiv den Rotstift ansetzen, ist klar. Andererseits auch verständlich, da Fertigungsstraßen eingespart werden können. Mir erschließt sich dann in einigen Baureihen kein Mehrwert eines Premiumfahrzeuges.

    • DerOssi says:

      Ein zusätzlicher Aspekt könnte der neue WLTP-Verbaruchszyklus sein… die Kosten für die unzähligen, jetzt auch Ausstattungen zu berücksichtigenden, Prüfungen scheint enorm zu sein… allein VW spricht von 2 Millionen (nach-)zutestenden Varianten… das ist schon derbe…

      • Thomas says:

        Das ist wahrscheinlich der Hauptaspekt, da das Thema schon öfters aufkam. Die Frage ist, was z.B. die Aussenlackierung damit zutun hat…
        Das ganze wird auch dazu führen, dass es speziell die Spitzenmotorisierungen nur noch in der Allradvariante geben wird.

        • DropsInc. says:

          „ Die Frage ist, was z.B die Aussenlackierung damit zutun hat…“

          Klare Antwort, der Kunde wird öfter individuell in Anspruch nehmen!

          • Thomas says:

            Das sagt mir mein gesunder Menschenverstand auch. Ich versuche es noch zu verdrängen und an das Gute im Menschen zu glauben. Man bin ich naiv, gell? 😀

        • Kommentator says:

          „Das ganze wird auch dazu führen, dass es speziell die Spitzenmotorisierungen nur noch in der Allradvariante geben wird.“

          Nachdem der 8er als M850i xDrive nach allem was man hört fahrtechnisch nicht mehr getoppt werden kann
          – vermutlich auf Jahre hin
          – und das Ganze so ist aufgrund des speziell ausgelegten Allradantriebsstrangs
          (welcher bewusst NICHT wie beim M5 in den Hinterradantriebsmodus zu schalten
          sein wird), so ist das sicher in Ordnung so.

          Der Allrad bietet dann zu allen Jahreszeiten einen echten Mehrwert, denn der 8er soll ja von jedem Normalo extrem schnell & sicher zu fahren sein, nur noch begrenzt vom Mut des Fahrers.

    • Tigerfox says:

      Auch ich finde, Individualisierung gehört zu Premium. Den Wegfall des Handschalters habe ich schon oft genug beklagt, dann soll man ihn aber auch konsequent betreiben – mir erschliesst sich nicht, warum beim G30 nurnoch der 520d einen Handschalter hat. Wenn man den auch wegließe, könnte man die Konsole ganz anders designen.

      Aber für mich ist das ein Armutszeugnis. Dafür kauf ich doch Premium, dass ich auch seltenre Wünsche gegen Aufpreis haben kann. Und wenn ich immer die tollen Farben im Angebot sehe und den schwarz-grau-silbern-weißen-Einheitsbrei auf den Straßen, könnte ich Depressionen kriegen.

      Ich muss aber auch sagen, dass man durchaus mehr serienmäßig oder in Paketen anbieten könnte. Mein gebraucht gekaufter 120d E87 Edition Sport hat z.B. relativ viel Ausstattung, sogar GSD, Navi Business und einen Fernlichassi, aber keinen simplen Tempomat.

      • Mini-Fan says:

        520d Handschalter

        Der 520d ist mit großem Vorsprung DAS Volumenmodell der 5er Reihe. Und davon sicherlich ein nicht unbeträchtlcher Anteil an Handschaltern – vielleicht 20 oder 25% aller ausgelieferten 5er!?!

    • M54B25 says:

      Früher hatte der E36 3x R4 Benziner 316i, 318i und 318is, der is hatte nur einen Vierventil-Kopf der Rest war gleich also eher 2 Motoren. Bei den R6 gab es genau 3 Varianten 320i, 323i und 325i, später 328i. Beim E46 identisch nur der 318is fehlte also nur 2x R4 und 3xR6 zur Auswahl.

      Opel hatte beim letzten Kadett 60, 75, 90PS dann den GSI mit 115PS und den GSI 16V mit 150PS – also auch nicht mehr Motoren und eine ähnlich hohe Spreizung bei der Leistung.

      Wo war das jetzt im Vergleich zum BMW Premium und ein Auswahlgrund für einen BMW?

  2. Ferro says:

    “Peter ist davon überzeugt, dass sich bei einer Konzentration auf die
    wichtigsten Angebote und Varianten die gleichen Stückzahlen wie bisher
    verkaufen lassen, allerdings zu deutlich reduzierten Kosten.”
    Und die Preise für den Endverbraucher steigen trotzdem. Was auch weiter wachsen wird, ist die Aufpreisliste, dafür gibts dann alle Modelle mit Allrad oder Frontantrieb, Automatik und Vierzylinder.

    In der Motorenentwicklung kam schon lange keine Innovation mehr aus München was ja noch zu verschmerzen wäre wenn man nicht auch noch den Vorsprung bei der Elektrifizierung verschenkt hätte.
    BMW ist auf Schlingerkurs und weiß nicht wohin

    • B3ernd says:

      “, im angepeilten Rendite-Korridor von 8 bis 10 Prozent zu bleiben.”

      Angesichts dieser Zahlen wird der Kunde keinen Kostenvorteil haben.

      In Zukunft wird weiter gekürzt und man wird weitere Eingeständnisse mache müssen.

  3. DerOssi says:

    Dann bin ich mal gespannt, was von der “geleakten” Motorenliste tatsächlich hängen bleibt…

    https://www.bimmertoday.de/2018/02/13/bmw-3er-g20-zeigt-dieser-leak-die-komplette-motoren-liste/

    …Hauptsache der 320d mit 204 PS kommt… 🙂

  4. Kommentator says:

    Das ist nur konsequent!

    >> So musste erst ganz aktuell der BMW 330i xDrive aus dem Programm genommen werden (obwohl ja bereits nur noch mit Steptronic erhältlich)
    … ein Opfer des OPF …

    >> hätte man DA nicht eher besser früher schon den 320 Allrad gestrichen – und besser (nur noch) den 330i xDrive, aber „günstig“ angeboten ?? – „für alle“??

    >> Konsequent WÄRE aber vor allem, dass man die (künstlichen) „Einstiegsmodelle“ stark reduziert

    – UND Modelle wie den 330i deutlich verbilligt anbietet (was man aber NICHT tun wird)
    … schließlich haben alle den gleichen 2.0-l-Grundmotor.

    Dann soll doch BMW die Firma Audi als Lieferant für die „Billigheimer“ davonziehen lassen …

    Und Zudem:
    JEDER BMW hat zunächst einmal ÜBERLEGENE Fahrleistungen zu bieten

    … was mir den 320er-Modellen ja gerade nicht !! mehr gegeben ist

    DAS ist eben der Fluch der Turbo-Technik.
    Heute lacht ein Renault- oder Nissan-Kleinwagenfahrer den BMW-Fahrer von gestern – davon furzend – aus …

  5. bimi says:

    Tja, ich fahre seit 1996 BMW und seit Beginn an immer einen 6 Zyl. (z.Z. einen M4 CP) Langsam frage ich mich aber schon, wohin BMW sich bewegen wird. Wo liegen dann die USPs noch gegenüber der Konkurrenz?

    • M54B25 says:

      Ähm bis auf Lexus und jetzt neuerdings wieder Mercedes hatte kein anderer Anbieter überhaupt einen R6 in seinem Fahrzeugprogramm.

      Wenn das nicht USP genug ist, dann weiss ich leider auch nicht weiter.

      Warum bist du denn jetzt 22 Jahre BMW gefahren? Nach eigener Aussage ja wohl wegen des R6 – daher verstehe ich dein Posting jetzt nicht ganz. Außer dass wir jetzt wissen, dass du einen M4 CP bewegst – W-O-W

  6. Kommentator says:

    Man sehe sich mal die USA-Preislisten von BMW an:

    … da hält man sich (meist) gar nicht erst mit „dummen“ Basis-Modellen auf …

    X1 2.8i – 228 PS
    – ENDE

    X 3:
    nur als 3.0i – 248 PS (aber auch als sDrive!) & M4.0i – 355 PS

    2er Coupe / Cabrio:
    nur als 230i / M240i – mit 248 / 335 PS

    Vielfalt aber NOCH bei der 3er Lim:

    Als 320i / 330i / 330e / 328d
    … mit 180 / 248 / 320 PS – und als 328d mit (nur!) 180 PS.
    (und alle – außer 330e – auch als Allrad)

    4er:
    nur als 330i / 440i – mit 248 / 320 PS

    5er:
    Basis: 530i mit 248 PS
    Überraschung: den 530e sogar wahlweise (auch) als Allrad

    X5:
    bemerkenswert: den 35i mit 300 PS gibt es (auch) als sDrive!

  7. bimi says:

    Mit der Motorenpalette hätte ich keine Mühe! Früher gabe es ja auch nur den 318, 320, 323, 328 oder den 520, 525/528, 535, 540 etc., aber dass die Sonderausstattungen auch noch zusammengestrichen werden sollen…

    • B3ernd says:

      Da gab es noch keinen 4er. Allein durch Wegfall von 3er Coupe und Cabrio fallen zwei Multiplikatoren weg.

      • DerOssi says:

        Jetzt werden aber Erbsen gezählt… ich denke, als generelle Veranschaulichung dient die Tabelle allemal… und ich find´s interessant und wusste das so explizit noch nicht…

  8. 123 says:

    https://uploads.disquscdn.com/images/cc52d3858c6ad5aa42b59281336c8763ecd845b00c3fbb84d387e12538492436.png
    Wenn jetzt von Anfang an mehr drin ist und dass zum Gleichen Preis ist ja alles super
    😛

    Quelle: MeinAuto.de
    Stand: 19.08.2013

    • Meo says:

      Nach der Übersicht ist klar: BMW hat hier offensichtlich eine Baustelle. Wichtig ist aber – wie hier schon vielfach erwähnt – dass die SAs nicht spürbar absolut reduziert werden, sondern lediglich die Kombinationsmöglichkeiten bzw. dass man diverse neue Pakete/Abhängigkeiten anbietet. Damit kann und muss man auch als Premium-Kunde leben, keine Frage für mich. Was die Motorisierungen angeht: einfach weg mit den 16ern, 18ern und 25ern, Allrad nur bei 30i und M40i/d bzw. 20d von mir aus noch – fertig ist der Salat.

  9. Coyote says:

    Tesla als Beispiel zu nennen ist absurd.

    • Polaron says:

      Der Finanzvorstand macht es trotzdem. Warum nur???

      • Coyote says:

        Vermutlich auch ein Musk Fanboy. Als wenn Coca Cola jetzt sagen würde: Ach wir wollen unsere Sorten reduzieren um zu sparen. Bestes Beispiel ist Afri Cola, die haben nur 2. Lächerlich.

    • Pride of the West says:

      Der Trend zum simplen wird sich durchsetzten. Warum? Im Endeffekt ordern die Leute eh nur 2-4 “Standardvarianten”. Alles andere kann man ersatzlos streichen. Und genau das passiert jetzt.

    • Kommentator says:

      „Tesla als Beispiel zu nennen ist absurd.“

      Wirklich??

      „Sie können jede Farbe bekommen, die Sie wollen! Hauptsache, sie ist schwarz“
      (Ford – Model T anno 1915)

      Und genau DAS macht und will Tesla (im Prinzip)

      (aber auch, weil ansonsten noch viel mehr auffallen würde, dass sie ihre Qualität absolut nicht im Griff haben)

      Tesla WILL die menschenlose Produktion. 7 x 24 Stunden in der Woche. Zu konkurrenzlosen Preisen.

      OHNE ständige Rüstzeiten von Maschinen.

      Und bei den niederen Qualitätsansprüchen der Tesla-Jünger und der Amis allgemein gibt es auch ja auch wenig Stillstand, z.B. für die Kalibrierung von Produktionsanlagen / Qualitätsüberwachung.

      Nichts als primitive Fließbandprodukte.

      Und jeder Fahrer bekommt eine Nummer hinten drauf & dieselbe auf den Kopf.
      Und noch einen Chip eintransplantiert.
      Und gleich noch ein drittes Auge als Dashcam.

  10. Stefan says:

    Die Variantenvielfalt war einer der Hauptmerkmale von “Premiumherstellern”. Diese Strategie fahren preisgünstige Anbieter schon lange. Meine Eltern haben sich z.B. einen Kia Sportage gekauft. Es gibt 4 Motoren (2 Benziner und 2 Diesel). Die stärkeren nur mit Allrad. Die Stärkeren Motoren haben bereits Vollausstattung und es gibt nur noch drei möglichen weiteren Optionspaketen (Technik- und Sitzpaket und Panoramadach).
    In dieser Form werden Ausstatungen wieder bezahlbar. Ich habs als Vergleich einen GLC Konfiguriert und alleine die Sonderausstattung (Sitzbelüftung, Panoramadach, 19 Zoll Felgen, Leder, 4x Sitzheizung, LED Scheinwerfer, alle Assistenzsysteme, Parkpakete, Sportpaket, Spiegelpaket, Lenkradheizung, Klimaautomatik etc.) hätten bei Mercedes mehr gekostet als der komplette Kia.
    Es mag sein, dass der Mercedes grundsätzlich das bessere Auto ist, was Verarbeitung etc. angeht. Jedoch kann es nicht sein, dass Extras so viel teurer sind. Sitzheizung / Panoramadach / Sitzbelüftung / 19 Zoll Felgen usw. ist bei beiden Herstellern von gleicher Qualität.

    • Fagballs says:

      Das Hauptmerkmal eines Premiumherstellers ist Premium: Premium-Motoren, Premium-Verarbeitung, Premium-Innenraum. Hier finde ich die Variantenvielfalt sogar kontraproduktiv. Weil es billige Einstiegsmodelle gibt, erreicht man zwar Kunden, aber solche, die generell nicht bereit oder in der Lage sind, mehr Geld für das Auto auszugeben. Der fährt dann zu einer freien Werkstatt, wird seine Ersatzteile so günstig wie möglich beschaffen usw. Außerdem steht dann ein Sparbrötchen mit BMW Logo in der Gegend rum, dem man von allen Seiten ansieht, dass er billig war. Und der die generelle Anmutung der Marke trübt. (Siehe die hunderte 316i die auf dem Gebrauchtmarkt rumschwirren, die keiner mehr will)

      An welcher Stelle ist zum Beispiel die Vielfalt dem Premiumanspruch zuträglich, wenn noch 1er bis 3er mit Halogenscheinwerfern herum fahren, denen dann auch das signifikante Halo (Angel Eye, Doppelringe, nenn es wie du willst) Tagfahrlicht fehlt? Oder 1er mit billigen Plastikblenden, wo Nebler hingehören, oder ein Innenraum ohne Armablage oder solche Dinge. Ich fühle mich nicht geiler, weil ich so viele Kreuzchen machen muss, um tatsächlich ein Premiumfahrzeug zu bekommen. Ich ärgere mich sogar, dass ich einen vollausgestatteten Kia Picanto nur als Extras buchen muss, um ein schickes Auto zu bekommen. Und ich ärgere mich, dass bei dem Kia Dinge wie DAB und Android Auto Serie sind, die bei BMW extra kosten oder nicht mal verfügbar sind.

      Warum gibt es bei BMW abseits einiger Sonderfälle nicht zumindest ein Modell, wo einfach mal alles drin ist? Der M2 z.B. ist pure Glückseligkeit zu konfigurieren: Farbe, Getriebe, ein, zwei Pakete und fertig ist die Kiste. Keine absurden Abhängigkeiten und Ausschlusskriterien (“ja nee, die Sitzlüftung gibt es nicht mit hellem Leder, da musst du dich schon entscheiden”), keine sieben Lines.

      Was mich eigentlich wundert: Warum fällt denen das jetzt auf einmal auf? Viele Jahre gab es bei BMW nur 3, 5 und 7, den 3er noch als Coupé und Cabrio, den 5er als Touring und reicht. Heute haben wir 1 bis 8 und X1 bis X7, dabei noch bis zu vierfach aufgefächert, sodass aktuell 24 Karosserievarianten (ohne M, ohne i, ohne Langversionen von X1, 3er, 5er und 7er) auf der Seite gelistet sind, wobei 8er und X7 fehlen, dafür noch zwei alte 6er drin sind. Und jetzt fällt denen auf, dass es zu viele Varianten gibt. Große Überraschung. Auf der anderen Seite ist aber auch ein Jahr ohne 6 Neuvorstellungen langweilig und ohne Neuvorstellungen geht ja gar nicht, weil das ja den Markt anregt, genau wie Motorisierungen nachlegen.

      Im Ernst: Vermutlich würde 18d, 20d, 30d, 40d, 20i, 30i, 40i reichen, alle mit Automatik (da weint wieder der eine, der noch von Hand schalten will), die 40er mit Allrad (da weinen zwei, die den noch als Heckschleuder wollten), meinetwegen die Sportwippen als Serie, dann sind wir auf 7 Varianten runter. Dann statten wir die größeren Wagen auch gleich von Haus aus besser aus in Serie, damit sich das für den Käufer mehr lohnt und kürzen so die Menge an möglichen Kombinationen weiter.

      Wobei ich mich frage, warum das überhaupt nötig ist. Das ist doch alles nur ein großer Baukasten. Wenn es einen M140i mit Handschaltung gibt, kann man doch auch ne 2er Karosserie drauf schrauben, wenn einer nen 240i mit Handschalter will (und es das beim M2 auch gibt). Vielleicht sehe ich das ja blauäugig, aber wenn im Fahrgestell xDrive vorgesehen ist, dann müsste es doch problemlos mit jeder Motorisierung verheiratet werden können, ohne dass das Rad jedesmal neu erfunden werden muss? Ich dachte das war doch der Hintergrund, vor dem die aktuelle Anzahl verschiedener Karosserien überhaupt erst möglich war. Also wenn es einen Motor grundsätzlich gibt, wenn es eine Getriebe grundsätzlich gibt, dann müsste sich das doch relativ einfach zu einem fertigen Auto machen lassen.

      Premium ist doch auch Kundenwünsche erfüllen. Wenn jemand einen rosa Rolls Royce haben möchte, kriegt er den auch. Aber bei BMW ist man so Massenhersteller, dass 10% der Kunden einfach nicht bekommen sollen, was sie wollen, weil sie zu wenig sind.

      tl;dr: Ich weiß nicht, was ich davon halten soll.

      • DerOssi says:

        “…damit sich das für den Käufer mehr lohnt…”

        –> genau hier befindet sich auch die Antwort auf alle “Fragen”

        … es soll sich eben nicht für den Kunden lohnen, sondern für das Unternehmen und die Aktionäre… mit diesem Gedanken im Kopf lässt sich vieles “erklären”…

      • driv3r says:

        Du brauchst die Basis-Modelle, weil sonst eine erhebliche Anzahl an Kunden nicht erreicht werden kann allein aufgrund des preislichen Faktors, die man aber wiederum in der Fertigung braucht, um die Top-Modelle finanzieren zu können – Economies of scale sag ich da mal nur.

  11. captainbmw says:

    Wenn das Gesamtpaket stimmt, ist es kein Problem.
    Den Ferrari F40 gab es ja auch nur mit einem Motor … ^^

  12. Rudolph Wolfenstein says:

    Wirds eigentlich wieder einen 3er GT geben, oder wird der gestrichen (oder durch ein 4er Modell ersetzt?

  13. Mini-Fan says:

    Zitat Nicolas Peter:
    “Dann gibt es eben nicht mehr 5 Diesel-Varianten, sondern nur noch 2 oder 3”

    Also, soweit die Streichung bisher wenig nachgefragte Motor-“Versionen” betrifft, neue Homologisierungen (bzw. -kosten) auf die Stückzahl bezogen also unrentabel sind: o.k.
    Ansonsten aber dürfte bei Preisaufschlägen von bis 5000.00 EUR zwischen den einzelnen 1.8/2.0/2.5 oder z.T. sogar 3.0-Versionen doch die derzeitige Vielfalt sehr lukrativ für BMW sein, handelt es sich doch dabei um den gleichen 2.0ltr–Zyl.-Grundmotor. Meist wird die Mehrleistung doch rein durch die Software realisiert (bzw.: beschnitten)
    Was will der Finanzvorstand denn dort durch die Streichung bewirken? Derjenige, der sich einen 318d kaufen möchte, greift deshalb noch lange nicht zum 325d. Oder der 520i-Interessent zum 530i. Nur weil es sein Wunschmodell nicht mehr gibt.

  14. Dailybimmer says:

    Hier aktuellere Bilder vom 3er 2019 mit weniger Tarnung.
    https://paultan.org/2018/03/21/spyshots-g20-bmw-3-series-spotted-in-two-styles/

  15. Hans Wurst says:

    Die Glaubwürdigkeit der hier diskutierten Aussage wird meines Erachtens durch diese Meldung untergraben:

    http://www.bmwblog.com/2018/05/30/bmw-5-series-and-6-series-gt-get-more-interior-and-exterior-options/

    Also weniger Vielfalt aber beim 5er und 6er GT mehr?

    Ich Jammer jetzt lieber nicht zu laut und warte erstmal ab.

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