BMW: Brennstoffzelle macht erst oberhalb der 5er-Reihe Sinn

BMW i | 27.01.2017 von 40

Auch wenn es schon heute eine Hand voll Autos mit Wasserstoff-Brennstoffzelle gibt, steckt das Konzept weiterhin in den Kinderschuhen. Das Hauptproblem ist genau wie vor …

Auch wenn es schon heute eine Hand voll Autos mit Wasserstoff-Brennstoffzelle gibt, steckt das Konzept weiterhin in den Kinderschuhen. Das Hauptproblem ist genau wie vor einigen Jahren das extrem dünne Tankstellen-Netz, das die Nutzung eines entsprechenden Autos für die meisten Kunden sehr unpraktisch macht. Im Vergleich zu konventionell per Verbrennungsmotor angetriebenen Autos und selbst zu Elektroautos sind die Lademöglichkeiten derzeit noch so rar gesät, dass sich viele Interessenten zwangsläufig wieder von der Idee verabschieden müssen.

Doch auch wenn das Tankstellen-Netz eines Tages deutlich ausgebaut sein sollte, macht die Wasserstoff-Brennstoffzelle aus Sicht von BMW-Entwicklungsvorstand Klaus Fröhlich längst nicht für alle Autofahrer Sinn. Gegenüber der dpa sagte der Chef-Entwickler, dass man die Brennstoffzelle erst in Fahrzeugen oberhalb der 5er-Reihe für sinnvoll halte – in allen Fahrzeugen unterhalb von 6er, 7er & Co. sei das an der Steckdose geladene Elektroauto der sinnvollere Weg.

Die Gründe dafür sind simpel: Ein Auto mit Brennstoffzelle bietet zwar die Möglichkeit, dank schneller Tankvorgänge auch extrem lange Strecken mit lokal völlig emissionsfreiem Elektroantrieb zurückzulegen – diese Anforderung spielt aber für die meisten Kunden kleinerer Fahrzeuge überhaupt keine Rolle. Dank immer besserer Akkus werden in Zukunft immer mehr Elektroautos auch ohne Brennstoffzelle Praxis-Reichweiten von 400 Kilometern und mehr aufweisen, was nicht nur für die Kunden in der Kompaktklasse mehr als ausreichend ist.

BMW will 2021 eine erste Kleinserie mit Wasserstoff-Brennstoffzelle auf den Markt bringen, ein uneingeschränktes Angebot entsprechend ausgerüsteter Fahrzeuge ist erst für 2025 geplant. Gemeinsam mit Toyota testet und entwickelt die BMW Group bereits seit Jahren Fahrzeuge mit Wasserstoff-Brennstoffzelle, auch wir hatten schon vor weit über einem Jahr die Gelegenheit zu einer Testfahrt im Prototypen. Welche Stärken und Schwächen die Münchner dabei sehen, hat uns Antriebsforscher Matthias Klietz im ausführlichen Interview erklärt.

Bis zum Marktstart des ersten Brennstoffzellen-BMW wird sich nicht nur die Akku-Technik für batterieelektrisch angetriebene Fahrzeuge (BEV) verbessert haben, auch das Tankstellen-Netz für Brenstoffzellen-Autos (FCEV) soll deutlich größer geworden sein: Mehrere Konzerne der Initiative H2 Mobility wollen bis 2023 bundesweit mindestens 400 Wasserstoff-Tankstellen aufbauen. Das sind zwar noch immer deutlich weniger als die aktuell rund 14.000 Tankstellen für Benzin und Diesel oder die knapp 3.000 Ladesäulen für Elektroautos, im Vergleich zu den heute rund 30 Tankstellen ist es aber ein großer Schritt in die richtige Richtung.

40 responses to “BMW: Brennstoffzelle macht erst oberhalb der 5er-Reihe Sinn”

  1. Fagballs says:

    Achso, also Fahrer eines “alles unter 6er Reihe” wollen nie mit Kind und Kegel ans Meer fahren, darauf hätte ich selber kommen können. Super, wenn das Elektro-Auto 400km Reichweite hatte und ich dann auf der Fahr von Frankfurt nach Dänemark 2-3 Pausen einlegen darf, um ein paar Stunden den Akku wieder aufzuladen, Man kann auch einen Akku für 800km in ein Auto packen, dann muss man den halt 24h laden, muss man halt ein paar Tage extra einplanen für den Urlaub, lernt neue Orte und vielleicht neue Leute kennen, wunderschön…

    Nee mal im Ernst, so ein Quatsch. Natürlich gibt es das Henne-Ei Problem, aber da muss man einfach anfangen, dann geht das schon, vielleicht wäre auch ein Hybrid aus Batterie und Brennstoffzelle eine Möglichkeit, sodass man mit Wasserstoff und an einer Steckdose “tanken” kann. Woher die Elektromotoren ihren Strom kriegen, ist ihnen ja relativ Hupe.

    Für mich der größte Vorteil der Brennstoffzelle ist, dass auch nach dem 1000. Tankvorgang dieselbe Kapazität zur Verfügung steht. Den größte Nachteil ist laut einer kurzen Google-Suche keiner mehr: Man kann Brennstoffzellen mittlerweile ohne Einsatz von Platin bauen.

    • simons700 says:

      Ich glaube ein Problem ist auch noch der schlechtere Wirkungsgrad und die flüchtigkeit des Wasserstoffs.
      Der Wirkungsgrad ist wie gesagt deutlich schlechter, dafür hat Wasserstoff eben den enormen Vorteil dass die Energie gespeichert werden kann und somit auch eine Umstellung auf 100% Solar denkbar ist und nicht wie bei den AKKU´s so pseudo erneuerbare Energieen die nur funktionieren wenn es auch noch konventionelle Kraftwerke gibt!

      Es ist halt so dass größere Autos auch höhere Energiemengen benötigen und so der Lithium Akku immer unsiniger wird.
      Man stelle sich z.b. mal einen Lithium Akku für einen 40 Tonner vor, da muss man schon mal 10 Tonnen Akku mit sich herum fahren und kommt dann vermutlich noch immer nicht auf Reichweiten, die mit den Verbrennern vergleichbar sind.
      Eigentlich völlig unvorstellbar sowas!
      Ähnliches gillt natürlich für Frachtschiffe, Flugzeuge…

      • Fagballs says:

        Wie meinst du das mit dem Wirkungsgrad? Wikipedia sagt, dass der Wirkungsgrad an sich vergleichbar mit einem modernen Verbrenner ist. Der Vorteil von Wasserstoff wäre (wie du sagst), dass er sich mit Hilfe von erneuerbaren Energiequellen beliebig herstellen lässt (anders als das, was wir zur Zeit verbrennen). Flüchtig ist der Wasserstoff auch nur, wenn der Tank leckt 😉 Insofern ist ein Problem des Wasserstoffs, dass du relativ viel Tank für relativ wenig Brennstoff mit dir herum trägst.

        Ich habe noch die Hoffnung, dass die Araber sich überlegen, dass sie die viele Sonne, die auf ihre Ländereien herunter strahlt zur Herstellung von Wasserstoff verwenden. Dann hätten sie weiter ihr Einkommen und der Rest der Welt hätte eine super Energiequelle. Vielleicht übersehe ich in der Gleichung was, aber träumen darf man ja. Das oder die Kernfusion müssen funktionieren, sonst hat die Menschheit ein ernsthaftes Problem meines Erachtens.

        • manuelf says:

          Ja – den Transport von Wasserstoff müsste man sich auch noch anschauen… über Pipelines afaik nicht machbar. Schiffe? Die nichtflüchtige Lagerung von H2 ist eben sehr schwierig… war auch eines der großen Probleme bei BMWs Hydrogen7. Der sehr aufwändige/teure/schwere H2 Tank war so undicht, dass der Tank nach 2 Wochen im Flughafenparkhaus leer war. H2 ist eben ein SEHR kleines Molekül. K.A., ob man da inzwischen technisch weiter ist…?
          Zum Thema Kernfusion… ja, hoffen wir, dass das technisch was wird… Kernfusion sollte ideologisch zumindest noch nicht ganz so verbrannt sein, wie Kernspaltung… doch links-grüne Lieschen-Müller kriegen per se beim Begriff Kernenergie Hysterieanfälle… da wird nicht mehr differenziert betrachtet. Eigtl. hätte auch die moderne Kernspaltung (Stichwort Thoriumreaktoren) viel zu bieten, aber in einer postfaktischen Merkel Ära, wo Kernkraftwerke in D wegen eines Tsunamis in JP abgeschaltet werden, eher wenig Aussicht auf Erfolg 😉

    • Dariama says:

      Sorry, dass ich blöd fragen muss, aber was meinst du genau mit Hybrid? Dachte eine Brennstoffzelle lädt immer eine Batterie, mit der dann ein Elektromotor betrieben wird… 🙂

      • Fagballs says:

        Ehrlich gesagt, keine Ahnung, ich dachte, die Brennstoffzelle erzeugt den Strom, der direkt ohne Umwege die Elektromotoren befeuert. Wenn das eh durch eine Batterie geht, verliert man den Vorteil der nicht vorhandenen Batterie-Abnutzung.

        So oder so: Was ich meine, ist eine große Batterie, die man auch am Stromnetz laden kann und nicht nur mit der Brennstoffzelle. So groß, dass die vielleicht noch so 100-150km zurück legen kann, wenn der Wasserstoff alle ist.

        • DropsInc. says:

          Der Aufbau des Antriebs entspricht damit einem seriellen Hybridantrieb.die direkt mit dem Elektroantrieb in Bewegung umgewandelt oder zeitweise in einer Traktionsbatterie zwischengespeichert wird.momentan liegen die Nachteile auf der Hand, dünn besiedelte Tankstellennetze und zugleich ein Nachteil bei Temperaturen unter Null. Ansonsten eine prima Sache mit hinreichend Potential.

          • Fagballs says:

            Vermutlich ist es sinnig, wenn die Brennstoffzelle an ihrem optimalen Wirkungsgrad arbeitet und die übrige Leistung in die Batterie pumpt.

            Was ist das Problem bei Temperaturen unter Null?

            • DropsInc. says:

              bei null grad wird wasser zu eis^^ nun gut, bei der kalten verbrennung entstehen auch abgase. ergo, an der folie der brennstoffzelle entsteht wasserdampf und dieser gefriert bei unter null (tröpfchenbildung) das heisst die zelle wird schäden davon tragen.

  2. flowisflo says:

    Ein Schritt in die richtige Richtung. Allerdings ist BMW ein paar Jahre zu spät, 2021 wird die Konkurrenz schon weiter sein. Mercedes bspw. hat mit dem GLC F-Cell bewiesen, dass der Einsatz einer Brennstoffzelle auch in mittleren Baureihen lohnt. Ein wegweisendes Konzept, da Brennstoffzelle und Elektroantrieb kombiniert werden.

    • DropsInc. says:

      Warum soll da Daimler was beweisen? Weil es einen F-cell in der mittleren Baureihe gibt ist das auch lohnenswert? Konkurrenz hinterher? Sie haben wenig Verständnis für dieses Themengebiet. BMW hat 2002 schon mit dem Hydrogen 7 auf Technik von morgen gesetzt. Und aktuell gibt’s den Antrieb beim 5GT. Zudem gibt’s die Kooperation mit toyota, sie wissen 2014 hat diese den mirai auf den Markt gebracht. Also schön bei Fakten bleiben. Daimler ist garantiert nicht der Vorreiter.eher der hektische nachbereiter.Etwa zur selben Zeit, aber ohne öffentlichkeitswirksame Zurschaustellung, nahmen Fuel-Cell-Autos (FC) von BMW die ersten Kilometer unter die Räder. „BMW erforscht und baut seit mehr als 30 Jahren Antriebstechnik auf Wasserstoffbasis. Wer jetzt behauptet, BMW ist bei der Brennstoffzelle ganz spät aufgestanden, ist auf dem Holzweg“,

  3. Dailybimmer says:

    Flowisflo ist niemand anders als Aloys Haydn.

  4. Dailybimmer says:

    366 km Entfernung von mir Zuhause bis nach Grafentaubach, wo der gute Aloys Haydn derzeit wohnt,siehe Facebook. Was sagt euer Bmw Bordcomputer?

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