Wenn man so will, wird der neue MINI F56 ein gutes Stück weniger britisch: Dank der technischen Nähe zu den ab Mitte 2014 startenden Fronttrieblern von BMW wandern auch diverse Standards vom Kontinent über den Ärmelkanal, die man im Linksverkehr-geprägten Großbritannien so nie entworfen hätte. Wie unsere Erlkönig-Bilder vom Tesladrivers-Blog zeigen, wandert beispielsweise der Tankdeckel von der angestammten linken auf die Rechtsverkehr-typische rechte Seite.

Warum das so ist? Der Gedanke dahinter ist simpel und soll im Fall eines leeren Tanks das sichere Nachtanken auf der dem Straßenverkehr abgewandten Seite ermöglichen. Ob im gleichen Zug auch das eine Endrohr der Einstiegs-Varianten von rechts nach links wandert, bleibt abzuwarten.

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Ähnliche Effekte wird es auch im Innenraum geben, denn auch hier wird der MINI ein Stück deutscher. Der große Zentraltacho bleibt zwar in Sachen Design erhalten, die Geschwindigkeit wird sich hier aber vermutlich nicht mehr ablesen lassen – stattdessen dient das dominierende Stilelement künftig nur noch als Heimat von Radio- oder Navgiationssystem. Ebenfalls ziemlich deutsch wird die Positionierung der Fensterheber-Schalter in den Türen statt in der Mittelkonsole ausfallen, dazu kommt ein iDrive-ähnlicher Bedienknopf für das Infotainment-System.

MINI-Fans müssen sich außerdem mit dem Gedanken anfreunden, dass ihre kleine Ikone bereits zum Marktstart Anfang 2014 als gewöhnlicher Fünftürer angeboten wird – ganz ohne individuelle Note wie im Fall des MINI Clubman, sondern als ganz gewöhnlicher Fünftürer. Das ist praktisch und kosteneffizient, aber es bringt die Marke auch ein weiteres Stück an den Mainstream heran, von dem sie sich in der Vergangenheit häufig ein Stück abzusetzen versuchte.

Unterm Blech des Kleinwagens werden erstmals unter BMW-Regie auch Dreizylinder-Motoren arbeiten, um die Vorderräder der Einstiegs-Benziner MINI One und MINI Cooper mit knapp unter 100 und rund 130 PS anzutreiben. Auch eine Fortsetzung der schwächeren One-Ausbaustufe mit derzeit 75 PS ist wahrscheinlich. Die stärkeren Modelle Cooper S und John Cooper Works sowie die Selbstzünder setzen nach aktuellem Stand weiterhin auf vier Brennkammern, dürften aber jeweils etwas mehr Leistung bieten als in der aktuellen Generation R56.

Da sich die Plattform des F56 grundsätzlich auch für Allradantrieb eignet und den stärkeren Varianten des MINI Traktionsprobleme an der Vorderachse nicht völlig fremd sind, ist eine solche Antriebslösung zumindest als Option denkbar. In jedem Fall dürften die technisch ähnlichen BMW-Modelle optional mit vier angetriebenen Rädern erhältlich sein, bei MINI bleibt eine entsprechende Entscheidung noch abzuwarten.

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(Bilder: tesladrivers.blogspot.com für BimmerToday.de)

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