Bruno Spengler glaubt für 2012 an Podiumsplätze im BMW M3 DTM

Motorsport | 5.12.2011 von 13

Die Rückkehr von BMW in die DTM wirft seit einigen Monaten ihre Schatten voraus und mit der Verpflichtung von Bruno Spengler und Martin Tomczyk hat …

Die Rückkehr von BMW in die DTM wirft seit einigen Monaten ihre Schatten voraus und mit der Verpflichtung von Bruno Spengler und Martin Tomczyk hat sich BMW nicht nur viel Erfahrung mit der aktuellen DTM gesichert, sondern auch einen hohen Erwartungsdruck auf die eigenen Schultern geladen. Der ehemalige Mercedes-Pilot Spengler war 2011 zwischenzeitlich Gesamtführender, der ehemalige Audi-Pilot Tomczyk kommt sogar als Titelträger nach München.

Es versteht sich von selbst, dass Top-Piloten auch bei ihrem neuen Arbeitgeber an der Spitze fahren wollen und keine Lust darauf haben, dem Feld in einem unterlegenen Auto hinterherzujagen. Wie Bruno Spengler die Situation nach seinen ersten Testfahrten im BMW M3 DTM einschätzt, erzählt er im folgenden Interview von BMW Motorsport.

Was waren Ihre ersten Eindrücke an ihrem ersten Arbeitstag für BMW?
Bruno Spengler: “Meinen ersten Kontakt zum Team hatte ich beim Test in Monteblanco. Ich muss sagen, dass ich vor diesem Test sehr aufgeregt war. Auf mich haben schließlich ein ganz neues Auto und Leute gewartet. Der Test hat sehr viel Spaß gemacht. Es war einfach toll zu sehen, wie enorm hoch die Motivation bei allen ist, die im DTM-Projekt von BMW mitwirken.”

Was waren die Gründe für Ihren Wechsel zu BMW?
Bruno Spengler: “Ich war bei Mercedes-Benz recht erfolgreich. Ich habe Siege und Polepositions geholt und war vier Mal knapp davor, die Meisterschaft zu gewinnen. An dieser Stelle möchte ich mich auch noch einmal herzlich bei Mercedes-Benz für die Unterstützung in den vergangenen Jahren bedanken – und dafür, dass sie mir damals meinen Wechsel in die DTM ermöglichten. Aber zu BMW zu gehen, war für mich eine neue Herausforderung. Von Anfang an zu einem solchen Projekt zu gehören, mit einem ganz neuen Team und einer der größten Automobilmarken der Welt – das ist für einen Rennfahrer wie mich sehr interessant und aufregend. Das war der Hauptgrund für meinen Wechsel. Ich habe mich auch von Anfang an sehr gut mit BMW Motorsport Direktor Jens Marquardt verstanden. Und die Motivation bei allen Beteiligten zu sehen, macht wirklich Spaß. Ich freue mich auf die Zukunft und bin sehr stolz darauf, BMW zu repräsentieren.”

Sie haben bereits Testfahrten mit dem BMW M3 DTM absolviert. Welchen Eindruck haben sie vom Auto?
Bruno Spengler: “Generell sind die 2012er-Autos von der Basis her ganz anders als die, mit denen wir bisher gefahren sind. So haben sie zum Beispiel weniger Abtrieb und ein anderes Fahrwerk. Mein erster Eindruck war, dass der BMW M3 DTM grundsätzlich schon sehr gut ist. Natürlich haben wir noch Arbeit vor uns, doch wir werden vor dem Saisonstart noch ein paar Mal testen. Dabei werden wir hart arbeiten, damit wir gleich für das erste Rennen bestens gerüstet sind. Aber wir machen immer einen Schritt nach dem anderen –  und nun freue ich mich erst einmal auf den Test in dieser Woche in Monteblanco.”

Sie haben Ihre neuen Markengefährten schon kennengelernt. Im Kader vereint sich Erfahrung aus der DTM mit Erfahrung aus der Tourenwagen-Weltmeisterschaft und dem GT-Sport. Wie stark schätzen Sie das Team ein?
Bruno Spengler: “Augusto Farfus war in der WTCC sehr stark, und Andy Priaulx ist dort drei Mal Weltmeister geworden. Sie waren also beide sehr erfolgreich. Natürlich ist ein DTM-Auto ein bisschen anders. Doch ich denke, dass es für die beiden kein Problem ist, ein Gefühl für das Auto zu entwickeln. Und jetzt ist noch Martin Tomczyk dazu gekommen. Er ist ebenfalls ein sehr guter Pilot und amtierender Meister. Von daher denke ich, dass wir ein sehr starkes Team sind. Doch für eine genaue Einschätzung, wie gut wir wirklich sein werden, ist es noch viel zu früh. Wir müssen jetzt von Test zu Test arbeiten, dabei so viel Erfahrung wie möglich sammeln – und dann werden wir sehen.”

Martin Tomczyk war in der vergangenen Saison Ihr großer Titelrivale, nun ist er Ihr Markengefährte. Ist das erst einmal ungewohnt für Sie?
Bruno Spengler: “Wenn mir jemand zu Beginn der vergangenen Saison gesagt hätte, dass Martin nächstes Jahr mein Markengefährte ist, hätte ich das kaum geglaubt. Das hätte ich damals nicht erwartet. Aber ich freue mich, dass wir nun beide für BMW fahren. Wir kennen uns schon seit Jahren. Ich bin seit 2005 dabei, und Martin sogar noch länger. Ich bin noch in der Formel 3 gefahren, als Martin schon DTM-Pilot war. Er hat viel Erfahrung, und es ist gut, dass er nun bei uns ist. Aber eine große Umstellung ist das nicht für mich. Wir werden versuchen, das gesamte Team gemeinsam nach vorn zu bringen.”

Stichwort ‚gemeinsam‘: Sie sind alle Top-Fahrer. Was wird überwiegen, Kollegialität oder Rivalität?
Bruno Spengler: “Es wird eine Mischung aus beidem sein. Eine gewisse Rivalität muss dabei sein, denn das spornt an. Man muss immer versuchen, das Auto und die Leistungsfähigkeit zu optimieren. Dabei geht jeder ans Limit, und jeder findet neue Bereiche, in denen man sich verbessern kann. So kommt man voran, und bringt auch das Team nach vorn. Doch genauso wichtig ist es, als Mannschaft zusammenarbeiten – auch auf der Strecke. Natürlich macht man sich Druck, kämpft und fährt hart gegeneinander, aber man fährt sich nicht gegenseitig in die Autos. Es muss einfach eine gute Mischung aus Rivalität und Teamplay sein.”

Wie können Sie Ihren Beitrag dazu leisten, dass das Comeback von BMW in der DTM ein Erfolg wird?
Bruno Spengler: “Ich bin jemand, der mit Erwartungen vorsichtig ist, mit beiden Füßen auf dem Boden bleibt und einfach von Anfang an sein Bestes gibt. Aber ich habe sehr viel Vertrauen in die Marke BMW. BMW war immer schon im Motorsport erfolgreich. In der WTCC und in allen anderen Serien, in denen sie angetreten sind. BMW ist eine Marke, die Motorsport-verrückt ist und für den Motorsport lebt. Alle sind ungemein motiviert, wollen nach vorn kommen und versuchen, Rennen und Meisterschaften zu gewinnen. Deshalb glaube ich daran, dass wir erfolgreich sein werden. Aber wann das der Fall sein wird, das kann man noch nicht genau sagen. Vielleicht schon eher, vielleicht erst ein bisschen später – das werden wir sehen.”

Sind Rennsiege oder gar die Meisterschaft dann schon ein konkretes Ziel für die Saison 2012?
Bruno Spengler: “Als Rennfahrer und als Team möchte man immer so schnell wie möglich Rennen gewinnen. Demzufolge ist es das Ziel, vorn mitzufahren, auf dem Podium zu landen und so schnell wie möglich Siege zu holen. Doch bevor wir daran denken können, müssen wir uns auf die Vorbereitung konzentrieren und uns durch unser Winterprogramm arbeiten. Das Team hat noch wenig Erfahrung mit Boxenstopps und Rennstrategien. Das sind alles neue Dinge, die eine wichtige Rolle spielen. Deshalb müssen wir uns erst einmal gut vorbereiten, bevor wir uns die Meisterschaft zum Ziel setzen können. Aber natürlich möchten wir gleich so weit vorn wie möglich mitfahren”

Welche Schlagzeile würden Sie am Ende der Saison 2012 gern über sich und BMW lesen?
Bruno Spengler: “Hammer-Comeback von BMW.”

Haben Sie schon einen BMW Dienstwagen?
Bruno Spengler: “Ja, ich habe einen BMW X5 4.0-Liter Diesel, mit M Performance Paket. Der macht richtig Spaß. Das ist ein echtes Hammerauto!”
(Anm. BT: gemeint ist sicherlich ein BMW X5 xDrive40d mit 3,0 Liter großem Biturbo-Diesel)

Wie werden Sie die kommenden Wochen bis zum Jahresende verbringen?
Bruno Spengler: “In dieser Woche testen wir noch einmal in Monteblanco. Danach treffen wir uns alle für einen Tag bei BMW in München. In der Woche vor Weihnachten fliege ich für ein paar Tage nach Kanada, um die Familie und Freunde zu besuchen. Dann geht es zurück nach Europa. Weihnachten und Neujahr feiere ich hier mit meinen Eltern.”

(Bilder & Interview: BMW Motorsport)

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