Wer an BMW-Tuning denkt, denkt oft sehr bald an AC Schnitzer. Die Seit fast 40 Jahren zählen die Aachener zu den bekanntesten Tunern von BMW und haben im Lauf der Jahrzehnte vielen tausend Fahrzeugen zu einem noch dynamischeren Auftritt verholfen. Ob Felgen, Aerodynamik-Komponenten, Fahrwerke oder Leistungssteigerungen, bei AC Schnitzer gab es für so gut wie jeden BMW der letzten 40 Jahre diverses Tuning-Zubehör – doch mit dem Jahresende 2026 endet die Ära der Marke, die viele BMW-Fans beinahe ihr ganzes Leben lang begleitet hat.
Wie die Kohl-Gruppe heute bekanntgegeben hat, wird sie ihr Engagement als Hersteller von Tuningteilen Ende 2026 beenden und sich vom Geschäftsbereich AC Schnitzer trennen. Als Hintergründe nennen die Aachener die in den letzten Jahren erheblich gestiegenen Kosten für die Entwicklung und Herstellung von Teilen, gerade auch im Vergleich zu Herstellern aus anderen Ländern. Eine weitere Herausforderung ist die “extrem lange Dauer der Zulassung von Teilen im deutschen System”, die zu einem klaren Wettbewerbsnachteil gegenüber anderen Herstellern führte.

Zusätzlich erschwert wurde die Arbeit durch weltweit steigende Rohstoffpreise, Zölle für den Export auf den wichtigen US-Markt, stark schwankende Wechselkurse und auch Insolvenzen auf Seiten der Zulieferer von AC Schnitzer. In Verbindung mit der weltweit schwierigen wirtschaftlichen Lage und einer mitunter wenig vorteilhaften Darstellung von Tuning-Fahrzeugen und ihren Kunden in den Medien sind die Rahmenbedingungen für eine Fortführung des Unternehmens nun offenbar nicht mehr gegeben.
Das letzte Wort in Sachen AC Schnitzer muss damit nicht gesprochen sein, denn die Kohl-Gruppe befindet sich bereits in Gesprächen mit Interessenten an einer Übernahme der Marke. Unabhängig davon sollen die vorhandenen Lagerbestände von AC Schnitzer bis zum Jahresende abverkauft werden. Auch Garantien und After-Sales-Support sollen über das Jahr 2026 sichergestellt werden.
Rainer Vogel (Geschäftsführer von AC Schnitzer): “Wenn wir mit Anbauteilen erst acht oder neun Monate nach der Konkurrenz auf den Markt kommen können, spricht dies für sich. Eine rationale Entscheidung für einen Geschäftsbereich zu treffen, der so emotional besetzt ist, fällt nicht leicht. Aber wir denken als Familienunternehmer immer im Sinne der gesamten KOHL-Gruppe und ihrer stabilen Zukunft.
Sicher zählt daher auch zur Wahrheit, dass es uns – wie anderen Tuningunternehmen ebenfalls – nicht gelungen ist, junge Kunden vom Spaß am sportlichen Fahren mit unserer Marke so zu begeistern, wie es die Generation ihrer Väter war.”
(Fotos: AC Schnitzer)
















