Bilanz-Pressekonferenz 2019: Krüger erklärt den BMW-Weg

News | 21.03.2019 von 1

Im Rahmen der Bilanz-Pressekonferenz hat Harald Krüger erstmals vom eigenen BMW-Weg gesprochen, der die Marke von ihren Wettbewerbern unterscheidet. Als klaren Unterschied benennt Krüger zum …

Im Rahmen der Bilanz-Pressekonferenz hat Harald Krüger erstmals vom eigenen BMW-Weg gesprochen, der die Marke von ihren Wettbewerbern unterscheidet. Als klaren Unterschied benennt Krüger zum Beispiel, dass die BMW Group bei ihren Abgasangaben nicht betrogen hat – ein klarer Seitenhieb auf die Konkurrenz, die sich seit Jahren mit den Folgen des Diesel-Skandals herumschlagen muss.

Auch die bereits weit fortgeschrittene Elektrifizierung der Modellpalette führt Krüger als klaren Unterschied ins Feld: BMW ist heute schon dort, wo andere in Zukunft sein wollen. 2019 ist dabei das Jahr der Plug-in-Hybride, denn mit viel neuer Technik in bewährten Modellen auf der einen und völlig neuen Modellen wie dem X3 xDrive30e auf der anderen Seite will die BMW Group hier weiter Gas geben.

In seiner ausführlichen Rede zur Bilanz-Pressekonferenz 2019 geht Krüger auch auf viele andere Themen ein, darunter die Kooperationen mit Daimler und die besonderen Fähigkeiten des BMW iNext:

Guten Morgen und herzlich willkommen!

Ich möchte Ihnen heute zeigen: Was macht die BMW Group anders als der Wettbewerb? Beim Blick zurück – und vor allem beim Blick nach vorn. Wir gestalten erfolgreich die Zukunft der Mobilität. Dabei gehen wir konsequent unseren eigenen Weg:

  • Wir entwickeln unser Geschäftsmodell permanent weiter. Es soll auch im digitalen Zeitalter ein profitables Erfolgsmodell sein. Ein Beispiel ist das Joint Venture mit Daimler zur Bündelung der NOW Services.
  • Wir stärken unser Kerngeschäft und unsere weltweite Aufstellung. Beispiele sind China und die USA.
  • Wir liefern. Denn für uns zählen Taten. Ein Beispiel ist die erfolgreiche Umstellung unserer Fahrzeuge auf WLTP ohne Wenn und Aber.

In den vergangenen Jahren haben wir uns erfolgreich vom reinen Hersteller zum Mobilitätsanbieter entwickelt. In Zukunft wollen wir eine führende Tech Company für Premiummobilität sein. Dazu stellen wir unser Unternehmen auf ein neues starkes Fundament: Technologisch. In der Beziehung zu unseren Kunden. In unseren Prozessen, Strukturen und Arbeitsweisen. Das ist ein gewaltiges Stück Arbeit. Aber wir sind ein sehr starkes Team.

Wir verfolgen konsequent unsere Strategie NUMBER ONE > NEXT. Seit drei Jahren setzen wir die Maßnahmen um. Ihr Fokus reicht bis ins Jahr 2025. Wir haben ein klares Bild von der Zukunft. Unser Weg hat drei Etappen. Die Meilensteine sind: 2018 – 2021 – 2025.

Die erste Etappe bis 2018 liegt erfolgreich hinter uns. Was war der BMW Weg?

Was unterscheidet uns von anderen?

Eines ganz klar vorweg: Fahrzeuge der BMW Group sind nicht manipuliert. Das wurde nun erneut bestätigt. Wir haben in hohem Maße investiert – in neue Produkte, in neue Antriebstechnologien und in Digitalisierung. Wir haben viele Modelle und Baureihen elektrifiziert. Unser BMW i3 läuft von Erfolgsjahr zu Erfolgsjahr. 2018 haben wir über 140.000 elektrifizierte Fahrzeuge verkauft.

Wir haben die größte Modelloffensive unserer Geschichte gestartet. Damit gewinnen wir weltweit Marktanteile. Seit 2016 haben wir wichtige Schritte bei der Entwicklung des autonomen Fahrens gemacht. Unser Campus für autonomes Fahren bei München arbeitet auf Hochtouren. Gleichzeitig haben wir in allen großen Weltregionen unseren Footprint verstärkt und unsere Kapazitäten ausgebaut. All dies macht deutlich: Sie können uns vertrauen. Die BMW Group ist robust, schnell und flexibel.

Nun beginnt für uns die zweite Etappe der Umsetzung von NUMBER ONE > NEXT. Sie reicht bis Ende 2021.

Was sind die Herausforderungen für unsere Branche? Das Umfeld bleibt weiter hoch volatil. Die E-Mobilität wird weiter zulegen. Die Entwicklung von hoch automatisiert fahrenden Fahrzeugen schreitet weiter voran.

Was machen wir anders und warum?

Wir investieren konsequent in unser Angebot an elektrifizierten Fahrzeugen – für alle Kundenbedürfnisse.

Dazu schaffen wir flexible Plattformen für die verschiedenen Antriebsarten: Verbrenner, Plug-in-Hybrid und Elektroantrieb. Wir starten 2020 mit dem beliebten BMW X3, den wir mit allen drei Antriebsarten ausstatten. Der Kunde hat dann die Wahl. Mit unserem breiten Ansatz sind wir hoch flexibel. Eine Plattform für alles – ist zugleich die effizienteste Lösung.

Bei unseren neuen Modellen geben wir weiter Gas. Allein in diesem Jahr gehen wieder mehr als zwanzig neue bzw. überarbeitete Modelle an den Start. Wir elektrifizieren all unsere Marken und Baureihen. Ende des Jahres sollen 500.000 Plug-in-Hybride und E-Modelle der BMW Group auf der Straße sein. E-Mobilität macht Spaß. Großartige Beschleunigung – und das fast geräuschlos. Dafür sorgen der E-Motor und die Batterie. Sie bilden das Herz der E-Fahrzeuge. Wir fertigen den E-Antrieb und den Hochvoltspeicher selbst. So behalten wir die entscheidenden Kompetenzen bei der E-Mobilität fest in eigener Hand.

Bei den Batteriezellen bauen wir unsere vorhandenen Kompetenzen weiter aus. Im Sommer eröffnen wir das neue BMW Group Kompetenzzentrum Batteriezelle in München. Über CHARGE NOW haben unsere Kunden bereits heute Zugang zu über 100.000 Ladepunkte in 25 Ländern.

CHARGE NOW zeigt auch: Kooperationen gewinnen enorm an Bedeutung.
Wir suchen uns die jeweils am besten geeigneten Partner. In zwei wichtigen Zukunftsfeldern haben wir uns für eine langfristige Zusammenarbeit mit der Daimler AG entschieden. Für mehr Services in mehr Städten haben wir fünf Joint Ventures gegründet. Schon jetzt haben die NOW Services über 60 Millionen Kunden. Gemeinsam investieren wir über eine Milliarde Euro. Der Vorteil für die Kunden: Alles aus einer Hand – und bald: Alles über eine App.
Beim autonomen Fahren verfügen beide Konzerne über viel Know-how. Gemeinsam entwickeln wir hier die nächste Technologiestufe, die wir für unsere Modelle ab 2024 einsetzen.

Als globales Unternehmen müssen wir mehr denn je auf die unterschiedlichen regionalen Anforderungen eingehen. Mit unserer Strategie NUMBER ONE > NEXT wollen wir in allen großen Weltregionen wachsen und Marktanteile gewinnen. Dazu verfolgen wir für jede Region eine spezifische Strategie:

China ist unser größter Einzelmarkt und starker Treiber von E-Mobilität. Hier setzen wir an: Mit unserem neuen Werk in Shenyang erhöhen wir unsere Kapazität auf 650.000 Fahrzeuge pro Jahr. In unserem neuen Joint Venture mit Great Wall werden wir voll elektrische MINI Fahrzeuge bauen. Ab 2020 fertigen wir den ersten voll elektrischen BMW – den iX3 – und exportieren ihn von China in die Welt.

In den USA investieren wir weiter in den Ausbau unseres Werks in Spartanburg. In diesem Jahr feiert das Werk 25-jähriges Jubiläum. Mit dem neuen BMW X7 bekennen wir uns zu unserem second home. Das US Handelsministerium hat erneut bestätigt: BMW ist bereits das fünfte Jahr in Folge – am Wert gemessen – der größte Exporteur von Automobilen aus den USA. Mit unserem neuen Werk in Mexiko erweitern wir unseren Wirkungskreis in der Region Amerikas. Eröffnung ist im Juni.

Europa ist unsere größte Absatzregion. Hier stehen die meisten Werke der BMW Group mit den meisten Beschäftigten. Die politische Lage bleibt angespannt durch den unsicheren Brexit. Wir sind für die möglichen Szenarien gut vorbereitet.

Für alle Regionen gilt: Unser Engagement ist langfristig. Voraussetzung ist und bleibt ein freier Zugang zu den Märkten. Er sorgt überall für Wachstum, Wohlstand und Beschäftigung.

Um eine agile Tech Company zu werden, verändern wir uns auch intern. Effiziente Strukturen gehören schon immer zur BMW Group. Zwei aktuelle Beispiele sind: Unser ressortübergreifendes Programm Performance > NEXT und unsere neue Struktur im Vertrieb.

Performance > NEXT setzen wir bereits seit einiger Zeit um. Wir wollen dadurch effizienter, profitabler und schneller werden. Konkret konzentrieren wir uns auf die drei Felder „Kunde und Vertrieb“, „Fahrzeug“ sowie „Organisation und Strukturen“. Performance > NEXT wird das gesamte Unternehmen nachhaltig verändern. Insgesamt wollen wir bis Ende 2022 mehr als zwölf Milliarden Euro realisieren. Die Maßnahmen werden nachhaltig wirken – bis weit in das nächste Jahrzehnt.

Zum zweiten Beispiel: Die Beziehung zu unseren Kunden entscheidet maßgeblich über unseren Erfolg. Ab April bündeln wir unsere Automobilmarken BMW, MINI und Rolls-Royce in einem Vertriebsressort. Wir führen es intern als C-Ressort. C steht für Customer. Das drückt unseren klaren Fokus auf den Kunden aus. Aufgabe des Ressorts ist es, für unsere Kunden ein einheitliches Markenerlebnis über alle Kontaktpunkte zu erzeugen.

Peter Schwarzenbauer wird im Oktober auf eigenen Wunsch zum 60. Geburtstag aus dem Unternehmen ausscheiden. Die Position wird nicht nachbesetzt. Ein verkleinerter Vorstand ist aus unserer Sicht das richtige Signal für konsequent schlanke Strukturen im gesamten Unternehmen.

Ein erfolgreiches Marketing unterstützt unsere Vertriebsaktivitäten weltweit.

Jede unserer Premiummarken verkörpert Emotionen. Das ist wie im Sport. Deswegen spielt der Sport seit langem eine große Rolle in unserem Marketing.

Auch hier gehen wir künftig neue Wege mit strategischen Partnerschaften.

Die dritte Etappe der Umsetzung von NUMBER ONE > NEXT reicht bis ins Jahr 2025. Der BMW Weg unterscheidet sich auch hier von anderen. Der BMW iNEXT steht für eine neue individuelle Mobilität. Er ist unser neuer Innovations- und Technologieträger. Mit ihm befähigen wir das gesamte Unternehmen und alle Marken für die Herausforderungen der Zukunft. Das Konzeptfahrzeug steht hier auf der Bühne. Abgesehen von seinen vier Rädern hat er mit einem herkömmlichen Automobil nicht mehr viel zu tun. Der iNEXT vereint viele Zukunftstechnologien:

  • Volle Vernetzung. Ein futuristisches Interieur.
  • Eine elektrische Reichweite von über 600 km für volle Alltagstauglichkeit auf der Kurz- und Langstrecke.
  • Und er gibt den Startschuss für hoch automatisiertes Fahren auf Level 3.
  • Mit einer Flotte aus iNEXT Fahrzeugen werden wir bereits das autonome Fahren auf Level 4 und 5 im urbanen Umfeld erproben. Damit schlagen wir ein völlig neues Kapitel auf.

Heute gehen über 80 Prozent der Unfälle auf menschliches Versagen zurück.

Autonomes Fahren kann Unfälle fast vollständig ausschließen. Für uns hat die Sicherheit absolute Priorität bei der Entwicklung. Bis zum Launch unseres Level 3 Systems im Jahr 2021 werden wir mehr als 240 Millionen Testkilometer absolviert haben. Rund 95 Prozent davon in der Simulation. Die Technologien des iNEXT fließen in unsere gesamte Modellpalette. 2021 kommt der BMW iNEXT auf den Markt.

Autonomes Fahren braucht und schafft riesige Datenmengen. Data Analytics wird zum „Game Changer“. Nächste Woche eröffnen wir in der Nähe von München ein Data Center. Bis Mitte 2025 sollen 500 Peta-Bytes zur Verfügung stehen. Das ist nötig, um die Daten „off-board“ zu verarbeiten.

Mobil zu sein gehört weiterhin zu unserem Leben – auch und gerade in unserer global vernetzten Welt. Wir bei der BMW Group wollen Treiber einer nachhaltigen, vernetzten und autonomen Mobilität sein. So viel für den Moment.

Die BMW Group ist seit 15 Jahren die Nummer 1 beim Absatz im Premiumsegment. Trotz des ungewissen Umfelds wollen wir unsere erfolgreiche Entwicklung fortsetzen. Die Basis ist die Attraktivität unserer Marken, Produkte und Services. Unser Ziel ist es, stärker zu wachsen als das Premiumsegment.

Dazu setzen wir unsere Modelloffensive mit Hochdruck fort.
2019 ist unser Jahr der Plug-in-Hybride. Bei BMW kommen der 3er, der X5 und der 7er mit dieser Antriebsart auf den Markt. Den X3 wird es erstmals als Plug-in-Hybrid geben. Sie alle sind ausgestattet mit der 4. Generation unserer Batterie- bzw. E-Motorentechnologie. So erreichen wir eine elektrische

Reichweite von bis zu 80 Kilometern. Auch die 2er und 5er Reihe erhalten im Sommer ein Batterie-Update. Ich fahre selbst einen Plug-in-Hybrid. Er ist perfekt, um Kunden für elektrisches Fahren zu begeistern.

Diese Technologie trägt auch dazu bei, schnell und pragmatisch die Luftqualität in den Städten zu verbessern. Laut Studien werden Plug-in-Hybride mit mindestens 60 km elektrischer Reichweite nämlich genauso weit im E-Modus gefahren wie reine E-Fahrzeuge.

Wir gehen noch einen Schritt weiter mit dem Pilotprojekt „Electric City Drive“: Gemeinsam mit der Stadt Rotterdam unterstützen wir derzeit in einem Modellversuch Plug-in-Hybrid-Fahrer, sich im Citybereich rein elektrisch zu bewegen. Wir liefern ihnen alle relevanten Daten auf ihr Smartphone.

Auch voll elektrisch geht es bei BMW und MINI mit Schwung weiter: In diesem Jahr kommt der emotionale MINI Electric. Medienvertreter konnten ihn bereits testen. Im nächsten Jahr folgt der iX3. 2021 ist dann das Jahr von BMW i4 und iNEXT. Insgesamt bringen wir allein bis Ende 2020 über zehn neue und überarbeitete Modelle mit elektrifiziertem Antrieb auf den Markt. Für mich ein klares Statement.

Mit der Strategie NUMBER ONE > NEXT werden wir nicht nur bei elektrifizierten Fahrzeugen wachsen. Insbesondere in den oberen Segmenten wollen wir unseren Absatz und Umsatz deutlich erhöhen. Der neue X5 ist erstmals voll verfügbar. Der neue 7er kommt in diesem Monat auf den Markt. Der X7 folgt Mitte des Jahres. Nach dem 8er Coupé kommen auch das Cabrio und das Gran Coupé sowie die jeweiligen M Modelle.

In der Mittelklasse ist unser absatzstärkstes Modell seit Anfang März bei den Händlern: Der neue BMW 3er. Die ersten Kunden sind begeistert, vor allem auch von der umfassenden Vernetzung. Auch in der Kompaktklasse bringen wir attraktive Neuheiten für die Kunden: Der neue BMW 1er wird noch in diesem Jahr ausgeliefert.

Ich möchte Ihnen heute noch ein völlig neues Modell ankündigen: Das BMW 2er Gran Coupé. Im November ist Weltpremiere in L.A. Im Frühjahr 2020 kommt es auf den Markt. Damit wollen wir vor allem junge, urbane Zielgruppen ansprechen. Entsprechend frisch und provokativ ist das Design. Sie sehen: Wir sind weiter konsequent im Angriffsmodus.

Die BMW Group ist voll auf Kurs Richtung Zukunft. Der Kunde steht bei uns klar im Mittelpunkt – mit seinen Wünschen und Mobilitätsbedürfnissen. Innovative Lösungen sind unser Hebel, damit jeder Kunde seine Mobilität ganz individuell erleben kann.

Derzeit wird viel über Sinn oder Purpose von Unternehmen diskutiert. Am Ende geht es immer darum: Ein Unternehmen muss mit seinem Geschäftsmodell nachhaltig Geld verdienen.

Nur dann kann es die eigene Zukunft sichern. Nur dann entstehen Arbeitsplätze und Innovationen. Und nur dann kann es einen wirkungsvollen Beitrag für die Gemeinschaft leisten. Daran hat sich auch im digitalen Zeitalter nichts geändert.

Die BMW Group ist einer der profitabelsten Automobilkonzerne der Welt. Wir wollen unseren Investoren und Anteilseignern auch weiterhin Verlässlichkeit und Profitabilität bieten. Dazu gehen wir weiter unseren eigenen Weg.

Vielen Dank!

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