Brilliance stimmt zu: BMW Group darf weitere 25% übernehmen

News | 18.01.2019 von 3

Die BMW Group hat einen weiteren großen Schritt auf dem Weg zur Übernahme der Kontrolle des Joint-Ventures mit Brilliance Automotive geschafft. Im Rahmen einer außerordentlichen …

Die BMW Group hat einen weiteren großen Schritt auf dem Weg zur Übernahme der Kontrolle des Joint-Ventures mit Brilliance Automotive geschafft. Im Rahmen einer außerordentlichen Hauptversammlung des chinesischen Autobauers haben dessen Aktionäre mit einer Mehrheit von 63 Prozent der Übernahme von weiteren 25 Prozent der Joint-Venture-Anteile durch die BMW Group zugestimmt.

Damit ist eine wichtige Hürde übersprungen, die endgültige Genehmigung durch die chinesischen Behörden steht aber weiterhin aus. Das Joint-Venture von BMW Group und Brilliance Automotive wurde bisher bis zum Jahr 2028 verlängert, in einem weiteren Schritt soll die Kooperation demnächst bis 2040 verlängert werden. BMW und Brilliance haben das Joint-Venture vor 15 Jahren gegründet, weil BMW als nicht-chinesischer Autobauer zwingend einen chinesischen Partner für die Produktion im eigenen Land benötigt hat. Diese Pflicht endet 2022, dennoch wollen beide Unternehmen ihr Joint-Venture offensichtlich weit darüberhinaus fortsetzen.

Das Statement der BMW Group im Wortlaut:

Beim langfristigen Ausbau des Joint Ventures BMW Brilliance Automotive Ltd. (BBA) ist ein wichtiger Meilenstein erreicht: Am Freitag hat eine außerordentliche Hauptversammlung von Brilliance China Automotive Holdings Ltd. (CBA) in Hongkong der Veräußerung von 25 Prozent Anteilen an BBA an die BMW Group zugestimmt. Rund 63 Prozent der vertretenen Aktionäre sprachen sich für diesen Schritt aus.

Wie im Oktober bei den Feierlichkeiten zum 15-jährigen Jubiläum von BBA kommuniziert, beabsichtigt die BMW Group, ihren Anteil an BBA von 50 Prozent auf 75 Prozent zu erhöhen und hat mit ihrem Joint Venture Partner eine Vereinbarung über den Erwerb von weiteren 25 Prozent Anteilen an BBA unterzeichnet. Die Vertragslaufzeit des Joint Ventures, die bislang 2028 endet, soll in diesem Zug bis 2040 verlängert werden. Die vereinbarte Anteilsübernahme steht unverändert unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen. Das Closing wird spätestens im Jahr 2022 erfolgen, wenn die Joint-Venture-Pflicht für Automobilproduktion in China ausläuft.

Ziel der BMW Group ist es, die langfristige Zusammenarbeit mit CBA weiter zu stärken, die Produktionskapazitäten in Shenyang auszubauen sowie die Lokalisierung weiterer Modelle einschließlich New Energy Vehicles (NEV) auszuweiten. Dazu sollen in den kommenden Jahren über drei Milliarden Euro in neue und bestehende Werkstrukturen investiert werden: Am Standort Tiexi wird die Kapazität verdoppelt. Das neue Werk in Tiexi wird mit seinem hochflexiblen Produktionssystem in der Lage sein, Fahrzeuge mit vollelektrischen, teilelektrischen sowie konventionellen Antrieben auf einer einzigen Produktionslinie zu fertigen. Weitere umfangreiche Um- und Ausbauten betreffen das in der Region benachbarte Werk Dadong. Dessen Struktur wird auf zukünftige BMW Modellvarianten und das erwartete Marktwachstum ausgebaut. In der Folge werden die BBA Werke ab Anfang der 2020er Jahre das jährliche Produktionsvolumen von BMW Automobilen schrittweise auf 650.000 Einheiten steigern. Dabei entstehen 5.000 neue Arbeitsplätze.

3 responses to “Brilliance stimmt zu: BMW Group darf weitere 25% übernehmen”

  1. Tazzler says:

    Schlimm, schlimm, aber ohne einen gewissen Dönald T. wäre eine solche Öffnung kaum denkbar.

  2. Heinz Frangel says:

    Beim diesem großen Milliarden-Deal sichern beide Seiten Ihre Vorteile.
    7,2 Milliarden kommen meiner Meinung nach in die BMW Bilanz hinein.
    Das waren bisher stille Reserven und gehört nun zu jenem Vermögen, welches als Buchwert geführt wird. Somit dürfte der Buchwert bald auf über 100 Euro je Aktie steigen (2018 ca. 89 Euro).
    Wenn man sich die Bilanzierungspraxis von BMW in den letzten Jahrzehnten genauer anschaut,
    sind viele weitere zig-Milliarden außerhalb der Bilanz-Buchwerte vorhanden (wohl insbesondere wegen der Steuern). Eine Unternehmensbewertung, welche allein alle BMW-Vermögensgegenstände nach den jeweiligen Marktpreisen bewertet, würde IMHO auf rund 200 Euro pro Aktie kommen (Buchwert plus stille Reserven).
    Wer baut die saubersten Diesel der Welt in der RDE-Praxis?
    Wer ist Marktführer für E-PKW in Europa?
    Wer kann in der PKW-Produktion Hybrid, Benzin, Elektro, Brennstoffzelle und Diesel einbauen?
    Zu den Vermögensgegenständen kommt also noch ein wenig “Kleinkram” hinzu, wie
    (1) der Markenwert von “BMW”, der auf über 40 Mrd. geschätzt wird
    (2) ein “paar” Mrd. Gewinne aus 2018
    (3) der Wert des BMW-Geschäfts (immerhin profitabelster Autobauer der Welt über die letzten vier Jahre)
    (4) der Wert der Konstruktionen, der Patente, des know hows, der geschulten Belegschaft etc.
    Den Ertragswert des BMW-Geschäfts müsste man berechnen (n-Jahre mal Gewinn) und zu den Vermögensgegenständen addieren.
    Zusammen kommen wir locker auf etwa 280 bis 350 Euro Wert pro BMW-Aktie.
    Die Deutschen haben jedoch historisch Angst vor dem Investment in Aktien und aktuell noch mehr Angst vor dem Investment in deutsche Autobauer (VW-Skandal, Haft für Audi-Vorstand, Daimler-Betrug, Tesla-Bedrohung).
    Deshalb kostet 72,51 Euro die Stammaktie und ca. 5,5 Prozent Jahresdividende
    63,10 Euro kostet die Vorzugsaktie sowie ca. 6,5 Prozent Jahresdividende
    “Preis ist was Du zahlst und Wert ist was Du bekommst”
    sagt Warren Buffet. (IMHO/Just my 2 Cents)

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