BMW i3 120Ah in Fahrt: Wenn der Schiri zwei Augen zudrückt

BMW i3, Fahrberichte | 3.12.2018 von 4

Fahrbericht BMW i3 120Ah: Mit dem großen 42,2 kWh-Akku lässt sich der neue i3 2019 so entspannt wie nie zuvor bewegen – Reichweitenangst war gestern.

Spaß haben konnte man mit dem BMW i3 schon immer, aber bisher musste man die Spielregeln dabei stets im Blick haben. Lust auf ein paar rasante Minuten mit starker Beschleunigung und breitem Grinsen? Kein Problem, aber der Schiri war mit der gelben Karte in Form von deutlich reduzierter Reichweite immer schnell bei der Hand.

Nun haben sich die Spielregeln geändert, denn im BMW i3 120Ah fühlt sich der Blick auf die Reichweiten-Anzeige im Vergleich zu früher eher so an, als ob der Schiri permanent zwei Augen zudrücken würde: Das gleiche Vergehen führt plötzlich nur noch zu einer Ermahnung, aber die gelbe Karte bleibt in der Brusttasche. Klar, irgendwann hat der Spielleiter auch im Fall des i3 120Ah genug und holt die erste Karte raus, aber zu diesem Zeitpunkt hat er die meisten Wettbewerber schon lange vom Platz gestellt.

Erinnert man sich an die Anfänge des BMW i3 zurück, also an unsere erste Fahrt im Serienfahrzeug 2013, ist der heutige Stand der Technik noch beeindruckender. Mit zunächst 160 Kilometern Reichweite gemäß Normzyklus fing alles an, was den i3 in erster Linie zu einem Stadtauto machte. Sportliche Fahrleistungen bot er schon damals, aber für längere Fahrten zwischen verschiedenen Ortschaften sollte man unbedingt vorher überprüft haben, wie voll der Akku ist.

Ende 2018 sieht die Situation erheblich entspannter aus, denn auch mit einem halbvollen Akku und ohne große Zurückhaltung mit dem “Gas”-Fuß sind 100 Kilometer Praxis-Reichweite kein Problem. Lässt man es ruhiger angehen, sind mit vollem Akku auch Ziele in deutlich über 200 Kilometer Entfernung absolut erreichbar. Gemäß altem EU-Zyklus NEFZ besitzt der BMW i3 120Ah eine Reichweite von bis zu 359 Kilometer, im WLTP-Zyklus schafft er bis zu 310 Kilometer.

Zu einem wirklich guten Langstrecken-Auto wird der i3 unabhängig von der größeren Reichweite nicht. Bei Geschwindigkeiten um die 130 km/h sind Windgeräusche ein ständiger Begleiter und auch das Angebot der Assistenzsysteme ist erkennbar auf den Stadtverkehr ausgelegt.

Ein echter Nachteil ist das aber nicht, denn die meisten Kunden werden auch den BMW i3 120Ah vordergründig dort nutzen, wo er hingehört: in der Stadt. Und im dichten Stadtverkehr war der wendige i3 schon immer ein Naturtalent, das nun lediglich eine weitere Fähigkeit hinzugewonnen hat: Bei Bedarf legt der Stadtflitzer auch größere Distanzen zurück und bringt seine Insassen bequem und ohne Angst vor gelben oder gar roten Karten von einer Stadt in die andere.

4 responses to “BMW i3 120Ah in Fahrt: Wenn der Schiri zwei Augen zudrückt”

  1. Xie Ror says:

    oha, was soll denn dieser silberne Streifen am Dach, das sieht ja ganz toll aus am schwarzen Auto -_-
    Vielleicht soll der vom Rest ablenken.

  2. quickjohn says:

    Für mich stellt sich anhand des Eingangsstatements schon die Frage, ob das vom Autor empfundene Problem der ‘Konzept-Erschließung’ das Problem des Autos darstellt. Ich glaube das Problem liegt – wie die Anmerkungen erkennen lassen – vll. eher beim Betrachter.

    Der i3 war von Beginn an als Stadtfahrzeug konzipiert und spielte dort schon immer seine Stärken aus – als da wären:
    – lokale Zero-Emission
    – Agilität
    – Wendigkeit

    Das Problem der dürftigen Anzahl Ladestellen teilt er z.Z. als BEV generell – aber als Stadtauto profitierte er in jedem Fall von einer etwas größeren Dichte an Ladestationen (im Vergleich zum flachen Land).

    Nach 2maligem Kapazitäts-Update der Batterie ist das Reichweitenargument nur noch vorgeschoben, z.B. lässt sich von München aus jedes Eck innerhalb der südbayerischen RBZ’s problemlos erreichen.

    Ein Langstrecken-Fahrzeug sollte er nie sein – auch wenn der Top-Speed des i3s mittlerweile bei 160 kmh (nicht 140 wie ausgeführt) liegt.

    Der i3 ist nach wie vor – konkurrenzlos – das beste Angebot unter den City-Stromern weltweit.
    Ich denke – bzw. das Eingangsstatement zeigt dies – dass Betrachter bei Elektrofahrzeugen oft jegliche Differenzierung außen vor lassen und Alles in einen Topf werfen und damit Äpfel und Birnen vergleichen.

    Auf mich wirkt der i3 frisch und avantgardistisch wie am ersten Tag – und da gehören durchaus auch die Türen dazu – u.a. wer Kleinkinder transportiert wird den Nutzwert der Türen ganz anders einschätzen wie hier geäußert.

    • Xie Ror says:

      deswegen hat das Stadtauto auch einen Lenkassistenten nur für Autobahnen 😉

    • Mini-Fan says:

      “wer Kleinkinder transportiert wird den Nutzwert der Türen ganz anders einschätzen wie hier geäußert”

      ja, das kann man nicht oft genug wiederholen!

      So läßt sich ein Kindersitz im Vergleich zu einem 2-Türer (wie z.B. das BMW 2er Coupé) ohne Verrenkungen auf dem Rücksitz installieren. Und auch die Schwiegermutter kann dank steifer Carbon-Karosse/ fehlender B-Säule hinten problemlos einsteigen.
      Habe die Kritik am Türenkonzept des i3 ohnehin nie verstanden. Kann gegenüber einem vier Meter langen 2-Türer mit umklappbaren Vordersitzlehnen keinerlei Nachteil erkennen.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

Find us on Facebook

Tipp senden