BMW iNext Vision Car 2018: Doppelter Blick in die Zukunft

BMW i, Concept Cars | 16.09.2018 von 20

Mit dem Vision Car zum BMW iNext wagen die Entwickler der BMW Group gleich einen doppelten Blick in die Zukunft. Während sich die generelle Gestaltung …

Mit dem Vision Car zum BMW iNext wagen die Entwickler der BMW Group gleich einen doppelten Blick in die Zukunft. Während sich die generelle Gestaltung des Exterieurs als durchaus ernstgemeinter Ausblick auf das für 2021 angekündigte Serienfahrzeug versteht, blickt das Interieur noch etwas weiter in die Zukunft. Das in den letzten Tagen an vier Orten rund um den Globus im Bauch einer Boeing 777F präsentierte Vision Car zeigt, wohin die Reise für BMW i gehen soll – ganz ähnlich wie bei den Vision Cars zu i3 und i8 wirkt dabei das eine oder andere Detail noch sehr futuristisch.

Steht man dem Vision Car im Format eines BMW X5 an Bord eines Frachtflugzeugs gegenüber, wirken viele Design-Elemente beinahe zierlich und selbst die 24 Zoll großen Felgen nicht übermäßig groß. Die extrem flache Scheinwerfer und Rückleuchten tragen zum futuristischen Look von Front und Heck bei, große Glasflächen prägen das Greenhouse, die A-Säule ist ausgesprochen dünn und auf eine B-Säule wird vollständig verzichtet. Wie der i3 verfügt auch der BMW iNext über gegenläufig öffnende Türen. Die miteinander verbundenen Nieren sind kein Lufteinlass, innerhalb der blauen Umrandung steckt stattdessen ein Teil der Sensorik für das autonome Fahren. Aerodynamik-Elemente wie der große Diffusor am Heck werden farblich zusätzlich betont.

BMW iNext Vision Car: Doppelter Blick in die Zukunft

Beim Blick durch die weit geöffneten Türen erinnert vieles eher an ein Wohnzimmer als an ein Auto. In der ersten Reihe sind Stühle statt Autositzen montiert, die Mittelarmlehne könnte auch ein Coffee Table sein und die Rückbank erinnert eher an ein Sofa als an eine funktional optimierte Sitzgelegenheit. Auf die für ein Serienfahrzeug unerlässlichen Features, angefangen bei verschiebbaren Vordersitzen zum Anpassen der Sitzposition, haben die Designer bewusst verzichtet. Stattdessen wird der Innenraum als Wohlfühl-Zone inszeniert, in der Entspannung und Komfort im Mittelpunkt stehen.

Der gediegenen Wohnzimmer-Atmosphäre zum Trotz versteckt sich im Innenraum des BMW iNext Vision jede Menge High-Tech – eine Philosophie, die BMW unter dem Namen Shy-Tech zusammenfasst. Beispiele dafür sind der schon erwähnte Coffee-Table und auch die Rückbank, denn die zunächst unauffälligen Oberflächen sind berührungsempfindlich und können wie die Touch-Oberfläche des heutigen iDrive-Controllers zur Eingabe genutzt werden. Farbige Elemente leuchten bei entsprechender Nutzung durch das Holz oder den Stoff und geben so Feedback zu den Eingaben. Natürlich stehen überdies ein großer Touchscreen, die Gestiksteuerung und der per Sprachsteuerung aktivierbare BMW Intelligent Personal Assistent bereit.

Nicht verzichtet haben die Entwickler auf ein klassisches Lenkrad. Dieses bleibt im entspannten Ease-Modus zwar genau wie die Pedalerie im Hintergrund, beides kann aber jederzeit durch Aktivierung des Boost-Modus einsatzbereit gemacht werden. Warum in einem autonom fahrenden Auto wie dem BMW iNext ein Lenkrad verbaut werden muss, erklären die Entwickler ebenfalls: Das autonome Fahren wird zumindest in den nächsten Jahren nicht überall auf der Welt so funktionieren, dass tatsächlich kein Lenkrad mehr benötigt wird. Voraussetzungen sind unter anderem eine Verbindung mit dem noch lange nicht flächendeckend vorhandenen 5G-Netz, exaktes Kartenmaterial und natürlich auch eine Verkehrssituation, die sich von einem Computer beherrschen lässt – was auf der Autobahn relativ simpel ist, stellt sich im Stadtverkehr von Paris, Rom oder Kairo völlig anders dar.

Zum Antrieb des Serien-iNext im Jahr 2021 verrät BMW bisher nur einige wenige Eckpunkte. Klar ist, dass es sich um ein Auto mit reinem Elektroantrieb handelt, das in weniger als vier Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen kann. Die Reichweite soll gemäß WLTP deutlich über 600 Kilometern liegen und damit auch die Reichweitenangst der besorgtesten Autofahrer beruhigen. Carbon wird eine kleinere Rolle als im Fall des BMW i3 spielen, ist aber ähnlich wie in einem aktuellen 7er mit Carbon Core-Technik strukturell integriert. Welchen Namen das Fahrzeug tragen wird, ist ebenfalls noch unklar.

Wer nicht bis zum Marktstart der sicherlich noch in einigen Punkten entschärften Serienfassung des BMW iNext 2021 warten möchte, erhält bei BMW zwei ergänzende Optionen zur aktuellen Modellpalette: Bereits im nächsten Jahr kommt der neue MINI E 2019 als Dreitürer auf den Markt, Ende 2020 folgt das Mittelklasse-SUV BMW iX3 mit mehr als 400 Kilometern WLTP-Reichweite bei über 200 kW Systemleistung.

Klaus Fröhlich (Mitglied des Vorstands der BMW AG für Entwicklung): “Die individuelle Mobilität steht vor großen Veränderungen. Die Möglichkeiten des autonomen Fahrens und der fortschreitenden Vernetzung erlauben unterwegs vollkommen neue Erlebnisse und Möglichkeiten, die Fahrt zu gestalten. Entsprechend gestalteten wir den rein elektrisch angetriebenen BMW Vision iNEXT als mobilen Raum der Lebensqualität – als neuen „Lieblingsplatz“, an dem wir selbstbestimmt und entspannt sein können. Denn der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen an Mobilität ist auch in Zukunft Mittelpunkt aller Bestrebungen von BMW.”

Adrian van Hooydonk (Leiter BMW Group Design): “BMW i hat die Aufgabe, kreative und wegweisende Ideen zu generieren, die die Art und Weise, wie wir über Mobilität denken, verändern. Der BMW Vision iNEXT ist ein weiterer großer Schritt auf dem Weg dieser Transformation, der zeigt, wie intelligente Fahrzeuge unser Leben leichter und schöner machen können.”

 

20 responses to “BMW iNext Vision Car 2018: Doppelter Blick in die Zukunft”

  1. M. Power says:

    Ein ernstgemeinter Ausbick in die Zukunft soll das sein….?
    Nein danke BMW, so eine Kiste möchte ich nie fahren.

  2. floriansoendler says:

    Also ich bekomme seit geraumer Zeit immer Angst, wenn ein neuer BMW angekündigt wird.

    Fast jedes neue Modell (X3, X4, X5, 5er, 7er) schaut meiner Meinung nach schlechter aus als der Vorgänger.

    Bei den Elektro-Teilen hat man wohl keinen schönen Vorgänger und dann kommt sowas bei raus.

    Ich frag mich echt, was da in den letzten paar Jahren schief läuft.

  3. Zo77 says:

    Wo ist das Problem?
    Niemand wird dazu gezwungen irgendein Modell der BMW AG zu kaufen…
    Geschmäcker sind verschieden, und so schlecht sieht der iNext Vision nun auch wieder nicht aus, alles gewöhnungsbedürftig.
    Wie damals beim 7-er E65, iDrive und der ‘aufgesetzte’ Kofferraumdeckel wurde von der Presse zerrissen, danach von MB und Audi kopiert…

    • Bricko says:

      Natürlich wird niemand gezwungen irgendein Modell zu kaufen,aber die Auswahl wird immer enger.
      Als langjähriger BMW Fahrer entwickelt man eine Liebe für die Marke.Die Technik,das Design,man ist zufrieden,mehr noch,begeistert.
      Plötzlich gibt es keinen Sauger mehr…kein Schaltgetriebe…Hinterradantrieb wird immer seltener…
      Und falls man bei der Technik noch einigermaßen Verständis hat , BMW soll ja profitabel bleiben und die (sinnlosen) Gesetze sollen auch erfüllt werden , wenn auch die Optik nicht mehr stimmt,hat man seine Emotionen noch schwieriger im Griff.Ich möchte nicht vor einer Dilemma stehen,entweder einen Gebrauchten,oder die Marke zu wechseln.
      Natürlich sind die Studien bewußt provozierend gezeichnet,aber einen gewissen Blick in die Zukunft geben sie uns schon.
      Emotionen hin oder her,man soll auch selbstkritisch bleiben.Offensichtlich bringen die neuen Technologien einen Design-Bruch mit sich,zumindest wollen uns die Designer das zu verkaufen,je futuristischer desto “besser”…
      Ist man in der lage das zu verdauen?
      Wird man in ein paar Jahren darüber nur lächeln,wie im Falle des E-65
      Falls nicht…na dann lieber ein Gebrauchter…die Liebe soll ja bleiben.

      • M. Power says:

        Das hast du sehr schön geschrieben.
        Mir geht das schon länger so, früher hatte ich immer eine grosse Vorfreude auf die neuen Modelle. Bei der Präsentation beim Händler dann Begeisterung und das Gefühl, den will ich haben.
        Heute machen mir die älteren Modelle viel mehr Spass und ich habe gar kein Bedürfnis einen neuen BMW zu kaufen. Die neuen Modelle lösen bei mir wenig Emotionen aus.
        Wenn ich dann solche Studien iNext sehen, vergeht mir die Lust komplett.
        Diese Studie erinnert mich so ein bisschen an den Renault Avantime, dieses Modelle hatte auch so eine futuristische Form und war ja ein toller Verkaufsschlager…ha ha..

  4. Stefan says:

    Mir persönlich gefällt er gar nicht. Da sind die EQ Studien von Mercedes im Vergleich schön

  5. Oliver Beyer says:

    Ich habe selten ein Auto gesehen, das ich hässlicher fand. BMW stand mal für sportliche Autos….

  6. Martin says:

    Mir gefällt der richtig gut !

    • Mini-Fan says:

      Ich könnte mich auch daran gewöhnen (der i3 hat mir schon immer gefallen – von seinen Heckleuchten abgesehen).

      Die Seitenlinie, das Heck (auch hier: von den riesigen Auspuffattrappen abgesehen) sowie die Draufsicht von schräg oben (Haifischnase) find’ ich toll.
      Die beiden Riesen-Nieren. Na ja (die find’ ich schon beim BMW 2000 Coupé von 1964 voll daneben – ganz im Gegensatz zum 3.0 CSi von 1968; beim Vorkriegs-328er wiederum: da paßt es)

  7. driv3r says:

    Halleluja! Der sieht ja echt schlimm aus. Dachte nach dem monströsen X7 Concept und dem leicht merkwürdigen Vision Next und dem noch halbwegs brauchbaren iVision Dynamics.
    Das element in der Fensterlinie mit dem Knick erinnert etwas an diese Flosse von DS aus Frankreich und auch da siehts grauselig aus. Völlig daneben ist auch die blauleuchtende Nasenbärniere.

    Für mich wirkt das ganze gezeigte Concept wie eine wilde Kreuzung aus X7 Concept, iVision Dynamics und 2er GranTourer. Das schlechteste aus allen Welten. Mit dem neuen X4-, Z4- und 8er-Design kann man sich mehr als anfreunden. Aber diese Vision Ideen sehen wirklich schlimm aus, auch wenn es nur eine Vision und nicht mal ein Concept ist, so lässt es doch schlimmes befürchten.
    Dass das Interieur Welten einer fernen Zukunft zeigt ist ja in Ordnung. Das sieht elegant und modern und futuristisch und dennoch wohnlich aus, erinnert sehr an Mercedes jedoch was die Wohnlichkeit und das riesige Display angeht. Doch: Riesige Displays wird man in Zukunft bei jedem Hersteller sehen, das wird kein Alleinstellungsmerkmal bleiben (können).

  8. testkunde says:

    Ich dachte der “alte Elbtunnel” in Hamburg soll für den Individual/-Autoverkehr geschlossen werden (Bild 2) ?

  9. Kuki70 says:

    Also das Ganze irgendwie erst 2021 in dieser ganzen Hässlichkeit. Vorher gibt es den eMini (gähn) und dann den iX3, der nach den vorliegenden Bildern auch nicht wirklich sehr hübsch ist. Liebe BMW Leute: wo ist der Vorsprung geblieben? Ihr hattet mit dem i3 verdammt früh (vor 5 Jahren!) mal was gezeigt. Wo ist der i4 / i5, der JETZT im Markt sein müsste?

    • driv3r says:

      Hat man nachdem i3/i8 eben nicht so einschlugen wie erhofft erstmal gestoppt im Vorstand um nicht noch mehr Geld zu verbrennen. Dass das jetzt eine blöde Idee war, wird man in München auch wissen.
      Angemerkt sei: Mir ist ein halbwegs hübscher iX3 lieber als dieses iNext-Ding im X5-Format, von dem die Presse berichtet, dass laut Klaus Fröhlich das Ding im Design ziemlich genau so auf die Straße kommen soll.

      • Kuki70 says:

        Manchmal wird Mut (i3) auch viel später belohnt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dieses “iNext-UnDing” auch nur ansatzweise vom Publikum gekauft wird – wer möchte schon in Rechtfertigungsdiskussionen mit seinem Nachbar eintreten, so wie schon mal erlebt beim E65 (bei dem ja auch so schnell wie noch nie mit einem LCI nachgebessert wurde). Ich bin wirklich ein großer BMW Fan seit ganz vielen Jahren: aber das geht nicht!! Man schaue sich mal die letzten Bilder vom neuen Porsche Taycan an (der jetzt bald kommt) – die werden damit ganz sicher Erfolg haben.

  10. Chris says:

    Der gefällt mir sehr gut!
    Polarisiert, aber der wird sich bestimmt sehr gut verkaufen.

  11. Filou says:

    Well, it´s a true “Homer”…Congrats BMW, well done…not

  12. Flo S_01 says:

    Schaut aus wie ein aufgeblasener i3.

  13. DerOssi says:

    Bitte lasst das NICHT die Zukunft im Innenraum sein, BMW!

    Für mich muss ein Auto-Interieur wohnlich wirken, ich will mich geborgen fühlen und integriert… und nicht so kühl und emotionslos uns steril wie bei dieser Studie… pfui…. hat den Charme eines Operationssaals…

  14. Polaron says:

    Bei jeder neueren Studie sind die Nieren das mit Abstand hässlichste Merkmal. Ich will keine Bieberzähne und auch keine Schweinenasen. Aber irgendwie rücken die Designer nicht von diesem Weg ab.
    Ich hoffe, es tut sich noch Einiges bis zu den endgültigen Serienmodellen, denn ansonsten werde ich BMW nicht mehr die Treue halten.

    Dass ein elektrifiziertes Fahrzeug eine schöne Niere haben kann, hat man doch mit dem i8 bewiesen. Also was soll dieser furchtbare Murks!?

    Reißt euch zusammen und bringt endlich mal ansehnliche anstatt so gezwungene Studien, die so over-the-top und unsäglich hässlich sind. Grausam!

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