BMW M5 Competition in Fahrt: 625 PS, trocken serviert

BMW M5, Fahrberichte | 6.08.2018 von 14

Fahrbericht BMW M5 Competition F90: Der bisher stärkste und schnellste Serien-BMW aller Zeiten setzt konsequent auf Performance – und verlangt Kompromisse

Es braucht hohe Ansprüche, um am Steuer des aktuellen M5 F90 das Verlangen nach einem BMW M5 Competition zu verspüren. Aber weil es der M GmbH noch nie an anspruchsvollen Kunden gemangelt hat und jede hoch gelegte Messlatte vor allem als Herausforderung und Ansporn gesehen wird, ist auch das Angebot des BMW M5 Competition keine echte Überraschung. Dass bereits der Serien-M5 auf der Nürburgring Nordschleife und dem Hockenheimring Rundenzeiten auf dem Level des Ferrari 458 Italia fährt und seine eigentliche Konkurrenz klar hinter sich lässt, wäre eigentlich ein Grund für zufriedenes Zurücklehnen. Aber die M GmbH wäre nicht die M GmbH, wenn sie bisher ungenutztes Potenzial einfach ungenutzt lassen würde, nur weil der M5 bereits “schnell genug” ist.

Die Konsequenz: Statt Zurücklehnen war Weiterarbeiten angesagt. Der Hauptangriffspunkt war dabei die uneingeschränkte Alltagstauglichkeit des Serien-M5, denn die 600 PS starke Power-Limousine aus Garching bietet trotz aller Performance einen hohen Komfort. Was möglich ist, wenn man auf etwas Abroll- und Federungskomfort verzichtet und auch sonst an manchen Stellen noch ein paar Kohlen nachlegt, zeigt der BMW M5 Competition auf unserer ersten Fahrt eindrucksvoll.

Fahrbericht BMW M5 Competition: 625 PS, trocken serviert

Der auf dem Papier zunächst augenfälligste Fortschritt spielt dabei in der Praxis die unwichtigste Rolle: Die Leistungssteigerung des 4,4 Liter großen V8-Biturbo von 600 auf 625 PS liegt in dieser Leistungsklasse innerhalb der Serienstreuung und ist ehrlich gesagt nicht spürbar, sie soll den Sprint von 0 auf 100 aber noch eine Zehntelsekunde schneller ermöglichen. Auch das ist praktisch nicht spürbar, aber auf dem Papier stellen 625 PS und 3,3 Sekunden bis 100 km/h gleich zwei Superlative dar: Der BMW M5 Competition ist nicht nur der bisher stärkste Serien-BMW aller Zeiten, er ist auch schneller auf Landstraßentempo als jeder andere.

Viel wichtiger für das neue Fahrgefühl an Bord des BMW M5 Competition sind allerdings die übrigen Modifikationen, die sich tatsächlich auf jedem Meter Fahrt bemerkbar machen – auch wenn sie am Stammtisch meist die kleinere Rolle spielen. Denn für 9.000 Euro Aufpreis erhalten die Kunden viel mehr als eine simple Leistungssteigerung, stattdessen steht das Fahrverhalten auf kurviger Strecke im Fokus. Zwar ist das Serien-Fahrwerk des M5 F90 alles andere als schlecht, aber es legt großen Wert auf Restkomfort und kann daher nicht alles aus der 1,9 Tonnen schweren Limousine herausholen. Wer ernsthaft Wert auf maximale Performance legt, findet diese Option nun im BMW M5 Competition.

Die ersten Meter auf mittelmäßigen spanischen Landstraßen verlangen daher ungewohnte Nehmerqualitäten. Sitzt man hier wirklich in einer Business-Limousine oder doch eher in einem Sportwagen? Der Restkomfort lässt die Grenzen verschwimmen, denn auch im Comfort-Modus kann von einer weichen Federung und entkoppelten Insassen ganz sicher keine Rede sein. Ja, dieser BMW M5 Competition meint es offenbar ernst – und dürfte es dem einen oder anderen potenziellen Kunden auch zu ernst meinen, zumindest wenn der Weg regelmäßig über schlechte Straßen führt.

Doch wie alle Medaillen hat auch die des überschaubaren Restkomforts zwei Seiten. Die Kehrseite der trockenen Abstimmung zeigt sich, sobald der Asphalt besser wird: Ein Druck auf eine der frei konfigurierbaren M-Tasten des Lenkrads genügt, um das Setup von Lenkung, Fahrwerk, Gasannahme und Getriebe in ‘Sport Plus’ zu schalten. Nun darf der BMW M5 Competition zeigen, was er drauf hat – und beeindruckt bereits auf der Landstraße mit einer für Business-Limousinen einzigartig-direkten Rückmeldung. Eine derart unmittelbare Verbindung zur Straße erhalten Fahrer und Insassen normalerweise nur in konsequent abgestimmten Sportwagen, aber ganz sicher nicht in einer fünfsitzigen Limousine.

Um den komfortableren, aber für sein Segment ganz sicher auch nicht rückmeldungsarmen Serien-M5 so deutlich übertreffen zu können, haben die Entwickler der M GmbH an allen Stellschrauben gedreht. Angefangen von einer Tieferlegung um 7 Millimeter und Veränderungen an Sturz und Spur über Kugelgelenk-bestückte Spurlenker an der Hinterachse bis hin zu steiferen Federraten und einer strafferen Abstimmung der aktiven Motorlager blieb kaum eine Komponente unverändert. Dass die 20 Zoll großen Leichtmetall-Schmiederäder des M5 Competition etwas leichter als die Serien-Felgen sind, ist natürlich ebenfalls kein Nachteil.

Seine ganze Qualität kann das neue Setup auf der Rennstrecke von Ascari zeigen, die mit ihrem anspruchsvollen Mix von schnellen und langsamen Kurven perfekt zum BMW M5 Competition passt. Auch bei komplett deaktiviertem DSC ist der Über-M5 dabei sicher beherrschbar, macht aber beinahe unverschämt viel Spaß: Alles, was man am Steuer fühlt, widerspricht dem Wissen um die Eckpunkte des Fahrzeugs. Man sitzt in einer 1,9 Tonnen schweren Limousine, die genügend Raum für drei Fondpassagiere und einen geräumigen Gepäckraum bietet. Die aber auch in der Lage ist, auf ihren speziell abgestimmten Pirelli P Zero-Reifen in atemberaubendem Tempo um die Rennstrecke zu jagen. Und die es gleichzeitig versteht, diese widersprüchlichen Eigenschaften völlig selbstverständlich erscheinen zu lassen.

Hier auf der Rennstrecke, wo man mit dem neuen BMW M5 Competition tatsächlich auf Zeitenjagd gehen kann, mögen schließlich auch die 25 zusätzlichen PS eine Rolle spielen. Und der Umstand, dass sich das maximale Drehmoment von 750 Newtonmeter nun in einem um 200 U/min breiteren Fenster abrufen lässt und zwischen 1.800 und 5.800 U/min permanent zur Verfügung steht. Im Alltag auf öffentlichen Straßen dürfte der Effekt, den die speziell abgestimmte Sport-Abgasanlage auf die subjektive Leistungswahrnehmung hat, die deutlich größere Rolle als die nochmals etwas besseren Fahrleistungen spielen.

Seinen Kritikern macht es der BMW M5 Competition dennoch leicht: Für eine gewöhnliche Business-Limosine ist er viel zu hart, viel zu trocken und letztlich nicht mehr komfortabel genug. Doch diese Kritik perlt am Competition-Schriftzug des stärksten Serien-BMW aller Zeiten locker ab: Die Rolle der verdammt schnellen und dennoch komfortablen Limousine steht schlicht und ergreifend nicht in seinem Lastenheft, dafür gibt es den Serien-M5. Der M5 Competition ist im Vergleich dazu ein Sportwagen, der eher zufällig wie eine Limousine aussieht. Und dafür gibt es nach Überzeugung der Verantwortlichen in Garching einen großen Markt: Auf einigen wichtigen Märkten wie den USA und Deutschland sollen künftig mehr als die Hälfte aller M5 das Competition-Logo am Heck tragen.

14 responses to “BMW M5 Competition in Fahrt: 625 PS, trocken serviert”

  1. Meo says:

    Da darf man nun endlich gespannt sein auf sinnhafte Vergleiche mit dem E63S, nachdem bisher immer der Serien-M5 fälschlicherweise gegen diesen antreten musste statt gegen den E63 ohne S (kauft den eigentlich jemand?). Der zusätzliche Technikumfang wirkt jedenfalls extrem vielversprechend.

    • manuelf says:

      Bin mir nicht so sicher, wenn ich den Text lese… der E63S ist bereits weniger sportlich als der normale M5. Dafür mindestens so komfortabel. Damit macht der M5 Comp. ne neue Dimension in Richtung supersportliche Limousine auf… Ich bin zwiegespalten: Wer braucht in der Fahrzeugklasse noch mehr Performance als nen normalen M5? Ne 7:30 auf der NoS? Irre! Auf der anderen Seite ist das mit dem Konfort so ne Sache … ich glaube schon, dass der Comp. im Vergleich mit dem normalen M5 im Comfort Mode härter ist… aber echt unkomfortabel? Im Fahrwerksbereich hat sich doch so einiges getan! Ich wette, der F90 Comp. ist nicht unkomfortabler als ein – sagen wir E60 530i mit MPaket. Hat da jmd. damals rumgejammert, dass der keine Reiselimo sei??? Nö. Also Jammern auf hohem Niveau 😉

      • Cjkologe . says:

        Also ich habe von verschiedenen Quellen gehört der normle m5 soll komfortabler sein als ein e63s.

        • Meo says:

          So hab ich’s auch gedacht, genau. Aber manuelf hat bzgl. dem Restkomfort schon Recht und ich glaube sofort, dass der Comp. ca. 70% Anteil am M5-Volumen hat, da das Fahrwerk für U60 sicherlich nicht direkt unpassend ist. Finde der M5 ist wirklich ein extrem scharfes Teil (wie im Prinzip auch ein E63S) – ein Traumauto!

      • Meo says:

        Das würde bedeuten, wenn Mercedes mitreden will, müssen sie noch etwas oberhalb des E63S bringen 😉 (ähnlich wie Audi mit den “Plus”-Modellen)

    • B3ernd says:

      Warum ist der Vergleich e63s vs. M5 unpassend? 600ps vs. 612ps

      Als e63 wären es 571 vs.600.

      Hinzukommt, dass der e63 nicht überall angeboten wird.
      Ist der m5 CP kein Serien m5? Welches “unfairen” Vorteil hat der e63 s ggü. dem e63?

      • Cjkologe . says:

        Naja der e63 ist auch viel älter. Was kann bmw dafür das die den mit 571 ps rausgebracht vor, zwei Jahren? Die competition Modelle sind heute nun mal die echten Ms

        • B3ernd says:

          Ein M5 ist kein echter M?? Naja, das sehe anders. Die CP, “S” oder “Plus” Modelle” sind m.M.n. in erster Linie extrem gewinnträchtige Extras ohne wirklichen Mehraufwand. 625PS im CP Modell, da hat die M GmbH exakt 0,- Euro Kosten, da der Serien M5 schon 650PS hat – teilweise sogar mehr. Das Ist Marketing in Reinformform und der Kunde springt drauf an.

          Ob eine Carbonlippe und Diffusor einen M5 merklich schneller machen, bleibt abzuwarten.

      • manuelf says:

        Nun, ich denke der Vergleich M5 F90 gegen den E63S die letzte Zeit gingen schon i.O.
        Sah man ja auch an den Ergebnissen. Längsdynamisch je nach Test der eine mal minimal vorne, mal der andere. Querdynamisch war sowieso der M5 stärker…
        Diejenigen, die den E63 als “natürlichen” Gegner des M5 sahen, wollten einfach deutlichere Siege des M5 😉
        Evtl. hatten sie auch im Hinterkopf, dass der M5 CP kommt und sahen als logische Testpärchen daher M5/E63 und M5CP/E63S
        Wenn man sich allerdings Leistungsgewichte und Abstimmung ansieht, macht der Vergleich M5/E63S wirklich am meisten Sinn…

      • Meo says:

        Die Konzepte der Hersteller wären doch nur als Angebotsbasis schon folgendermaßen vergleichbar: Basis M5 mit E63 (Basis), M5 Comp. mit E63S – das Ganze ist dann allein schon bei der Preisgestaltung und durch die Ausstattungsdetails schlüssig finde ich. Der Vorteil des E63S ggü. dem Serien-M5 ist also, dass dieser von Haus aus schon sportlicher abgestimmt ist als der E63 ohne S – so wie auch ein M5 mit CP.
        Gegenbeispiel: Der C63 wird auch immer als C63S mit dem M4 Comp. verglichen, also 510 vs. 450 PS. Es ist immer das selbe, der BMW “muss” weniger PS haben, dass der Benz in der Presse/in den Medien überhaupt Chancen auf einen Stich hat, so kommt es mir und vielen anderen jedenfalls vor.

        • B3ernd says:

          “Es ist immer das selbe, der BMW “muss” weniger PS haben, dass der Benz in der Presse/in den Medien überhaupt Chancen auf einen Stich hat, so kommt es mir und vielen anderen jedenfalls vor.”

          Sorry, aber das maßlos übetrieben und inhaltlich falsch. Die Realität hat doch bisher immer gezeigt, dass BMW in den meisten Tests mehr PS als der AMG hatte. Mittlerweile finde ich dieses extreme tiefstapeln von BMW lächerlich.Ein M3 CP hatte real knappe 510PS, der M5 CP F10 hatte in diversen Tests 650PS – also 75 mehr als angegeben. Der AMG hatte natürlich auch etwas mehr PS, am Ende waren beide gleich. Der F90 hatte bei AMS 675PS, statt 600PS, der E63S waren es real 660PS. Dieses Spielchen wird doch schon seit einigen Jahren von BMW betrieben. Weder Audi noch Mercedes hat in den Pressewagen prozentual solch große Abweichung zur Nennleistung wie BMW. Keiner liefert potentere Pressewagen.

          Bestes Beispiel: die Fabelzeit des M5 von 2.8 Sekunden bis 60mph – also real ca. 2,9 bis 100kmh. in allen darauffolgenden Tests waren es “nur” 3,2-3,3 Sekunden. Keine Frage, ist immer noch extrem schnell. Mich erinnert dieses Gebaren an die Nissan GTR Zeiten, die irgendwie keiner erreichte.

          Auf dem Papier sieht es erst einmal besser aus, wenn der deutlich schwächere Wagen minimal schneller ist, die realen Zahlen hinterfragt kaum einer.

          Beide Wagen trennen je nach Test 1/10 Sekunden und du behauptest “überhaupt einen Stich” ….wie genau begründest du diese Aussage?

          Mercedes kann schon lange nicht nur gerade aus.

          Die Preisgestelltung sollte eher eine untergerodnete Rolle

          M5 = 117.900,-
          E63 S = 122.000,-
          M5 CP 126.500,-

          Wo genau der CP preislich besser zum e63S passt, kann ich nicht nachvollziehen.

  2. xs8@cezor.de says:

    Der Sinn des Fahrzeugs erschließt sich mir nicht. “Wer ernsthaft Wert auf maximale Performance legt, … ” nimmt natürlich keinen 1,9 Tonnen Viertürer, sondern kauft gleich einen Sportwagen. Zu unkomfortabel für Langstreckenfahrten, zu schwer für Trackdays, wo fährt man dann mit dem Teil?

  3. […] example of a very eye-catching BMW M5 Competition F90 comes from BMW Abu Dhabi Motors. The BMW dealers in the Middle East is once again his preference […]

  4. […] Sprint from 0 to 100 km/h, the BMW M5 Competition of the strongest and fastest production BMW ever. Be tight-tuned suspension promises, in particular, on the race track even more Performance than the series-M5, which in turn […]

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