BMW: WLTP-“Umstellung bereits größtenteils abgeschlossen”

News | 3.08.2018 von 14

Die Umstellung auf den neuen Prüfzyklus WLTP bereitet derzeit vielen Autobauern große Sorgen und so manchem Manager schlaflose Nächte. Die notwendige Zertifizierung sorgt für anhaltende …

Die Umstellung auf den neuen Prüfzyklus WLTP bereitet derzeit vielen Autobauern große Sorgen und so manchem Manager schlaflose Nächte. Die notwendige Zertifizierung sorgt für anhaltende Auslieferungsstopps, eingeschränkte Verfügbarkeiten und letztlich für lange Wartezeiten bei den Kunden. Auch die BMW Group ist von den WLTP-Problemen nicht ausgenommen, in München wurde aber schon früh eine klare Strategie festgelegt: Die üblicherweise in großen Stückzahlen nachgefragten Modelle sollen ohne Unterbrechung angeboten werden können, während die relativ wenigen europäischen Kunden für Fahrzeuge wie den vor allem in den USA gefragten BMW M550i xDrive warten müssen.

Diese Strategie, die BMW bei Bekanntwerden der mehrmonatigen M550i-Unterbrechung und des leicht vorgezogenen M3 F80-Finales durchaus Kritik einbrachte, erweist sich nun als goldrichtig – viele andere Autobauer haben deutlich größere Probleme mit der Umstellung auf WLTP, verlängern zum Teil sogar die Werksferien oder müssen ihre Kunden auch bei gefragten Modellen über viele Monate vertrösten. Über die Hintergründe der Umstellung und die wesentlichen Unterschiede zwischen dem bisher gültigen NEFZ- und dem neuen WLTP-Zyklus informiert BMW.de ausführlich.

Bei der Vorstellung der Quartalszahlen äußerten sich daher sowohl der Vorstandsvorsitzende Harald Krüger als auch Finanzvorstand Dr. Nicolas Peter zur Thematik. Harald Krüger:

Die Umstellung der BMW Modelle auf das neue Testverfahren WLTP. Bei uns sind die bis September geplanten Umstellungen von mehreren hundert Modellen – mit Ausnahme von nur wenigen Modellvarianten – bereits erfolgt. Aufgrund der frühzeitigen Integration der WLTP Umstellung in unsere Produktions- und Vertriebsplanung können wir unseren Flottenkunden das gewohnte Produktportfolio anbieten. Die Lieferzeiten bei unseren Modellen betragen wie üblich drei Monate. Zudem erfüllen rund 190 Modelle schon heute die Abgasnorm Euro 6d-TEMP.

Dieses vorausschauende Handeln unterstreicht, wie wir bei der BMW Group mit Kunden umgehen und in deren Interesse handeln.

Dr. Nicolas Peter bestätigte die Ziele für das laufende Jahr:

Neue Produkte werden im zweiten Halbjahr für positives Absatzmomentum sorgen. Der 5er ist in China voll verfügbar. Gerade ist dort auch der neue X3 angelaufen. Damit werden wir die Kapazität für X3 und X4 mittelfristig auf rund 400.000 Einheiten pro Jahr verdoppeln. Im Herbst und Winter stehen die nächsten großen Anläufe an: mit dem neuen X5, dem X7, dem neuen 8er und dem Rolls-Royce Cullinan sind weitere wichtige, deckungsbeitragsstarke Modelle in der Pipeline.

Bei der WLTP-Umstellung liegen wir im Plan. Die Umstellung ist bereits jetzt größtenteils abgeschlossen.

Vor diesem Hintergrund bestätigen wir die Guidance für das laufende Jahr.

Wir beobachten die aktuelle handelspolitische Lage sehr aufmerksam. Sollten sich die Rahmenbedingungen weiter verschlechtern, können wir Auswirkungen auf unsere Prognose natürlich nicht ausschließen.

Im Konzern erwarten wir ein Ergebnis vor Steuern, das auf dem hohen Vorjahresniveau liegt. Im Segment Automobile gehen wir trotz hoher F&E-Kosten und deutlichem Gegenwind aus dem starken Euro von einem leichten Anstieg bei Auslieferungen und Umsatzerlösen sowie einer EBIT-Marge im Korridor von 8 bis 10% aus.

14 responses to “BMW: WLTP-“Umstellung bereits größtenteils abgeschlossen””

  1. Fagballs says:

    190 Modelle klingt erstmal nach viel. Ich verstehe auch, dass die Bestseller zuerst neu zertifiziert wurden. Aber sehe ich das richtig, dass noch kein B57 Modell wieder am Start ist (außer X3-5 und 840d)?

  2. Tigerfox says:

    Bin mal gespannt, ob BMW das auch nutzt, um die CO²-Reduktionsvorgaben einfacher zu erreichen, wie es verdachtsweise einige Autohersteller planen sollen. Also bei der Umstellung auf WLTP künstlich hohe Verbräuche und CO²-Werte angeben, mit Verweis auf den bösen WLTP, nachdem jahrelang beim NEFZ ohne jeden Realitätsbezug schöngerechnet hat, nur um dann die künstlich hohen Werte leichter wieder zu reduzieren und die (gottseidank prozentualen) Reduktionsvorgaben einzuhalten.

    Davon ab war WLTP glaube ich der letzte Sargnagel für das Schaltgetriebe. Ich werde 2018 in Erinnerung behalten als das Jahr, in dem die letzten für mich bezahlbaren, spaßigen BMW mit Schaltgetriebe ohne Zwang abgeschafft wurden (vor zwei Jahren gab es noch jeden BMW mit R4- und R6-Benziner mit Schaltgetriebe, mit B48 und B58 hat man dann angefangen, nach und nach zu streichen, jetzt kriegt man allenfalls noch einen 320i/420i/520i/d mit Schalter, aber nichtmal einen 120i/220i).
    Vielleicht werde ich irgendwann warm mit Automatik, die Liebe zum Handschalter ist ja rein emotional und technisch sicher unbegründet, aber bis dahin fahre ich ältere Modelle und Youngtimer.

    • Schauinsland says:

      Ob WLTP der Sargnagel für das Schaltgetriebe ist, bleibt spekulativ.
      Fakt ist aber, dass die Mehrheit der Kunden (außerhalb D sowieso) bspw. ein modernes ZF 8- Gang Automatic-Getriebe bei Neuwagen bevorzugt ordert, das “Rad der Geschichte” wird sich diesbezüglich nicht mehr zurückdrehen lassen.

      Beim Thema WLTP ist BMW sicher besser aufgestellt als die Mehrzahl seiner Wettbewerber.

      Nicht von ungefähr war in einer aktuellen AUDI Pressemitteilung zu vernehmen, die Zulassungen werden in der 2. Jahreshälfte aufgrund einer Vielzahl nicht mehr ausgelieferter Modelle zurückgehen.

      Dazu passt auch der, noch kurz vor Inkrafttreten der WLTP, im Juli 2018 künstlich in die Höhe gepuschte Marktanteil im Inland von 10,6%, rund ein Viertel mehr wie im bisherigen Jahresverlauf.
      Und die Konzernmutter VW mietet eine riesige Fläche nicht zugelassener Neuwagen auf dem Pannenflugplatz BER an, mit dem Hintergrund der bekannten Probleme des Konzern, dass die neuen Abgastests nach dem Prüfzyklus WLTP ab dem 1. September gelten.

    • manuelf says:

      Ob der Trick funktioniert? Wenn der Flottenverbrauch nach WLTP zu hoch ist, muss der Hersteller doch auch Strafe zahlen. D.h. also bei diesem “Trick” müssten die Gesetzgeber ja mitspielen…

  3. Gregorij Jerkov says:

    Komisches Zeugs
    WKDA, nacchdem Du Dich von den Pappnasen hast koedern lassen—WETTEN?!

  4. Roger Te says:

    Alles Lug und Betrug in meinen Augen!
    Warum werden die Tests nicht einfach unter Realbedingungen, wie beim ADAC als Beispiel, durchgeführt?
    Ganz einfach… es wird eine feste EU Teststrecke geschaffen, wo jeder Autohersteller sich vorzeigen muss und dort auf Herz und Nieren geprüft wird? Es gibt klare europäische Bestimmungen für Abgasnormen, also sollte man auch klare und ehrliche Prüfungen durchführen und dies nicht in irgendwelchen Labors, sondern auf einer vorgeschriebenen realistischen Teststrecke…
    Aber ich denke dann würde selbst ein 114i Abgaswerte eines nach WLTP geprüften X6 M überschreiten!
    Die Vorgaben sind einfach utopisch und erzwingen, dass auch demnächst alle PKW vor 2019 “Emissionsschleudern” sein werden egal ob Diesel oder Benzin, damit wir braven Bürger baldigst Neuwagen kaufen, die A: keine 3 Jahre halten und B: nichts mehr wert sind! Würg…

    • Fagballs says:

      > Warum werden die Tests nicht einfach unter Realbedingungen, wie beim ADAC als Beispiel, durchgeführt?

      Das habe ich mich auch schon gefragt. Irgendwo einen Kurs hinsetzen oder auswählen, auf dem fährt man dann Abschnitte in Stop & Go, schnelle Segmente, langsame Segmente usw. Meinetwegen direkt an die Bordelektronik gekoppelt, um unruhige Gasfüße aus der Rechnung rauszunehmen. Meinetwegen mit Werksfahrern, damit die Firma dem Test-Organisator keine Manipulation vorwerfen kann.

      Ich sehe dabei folgende Probleme:
      1. Wie willst du jeden Hersteller in jeder Konfiguration darüber fahren lassen? Wie soll das vom Zeitaufwand her gehen? Unterschiedliche Räder bedeuten unterschiedlichen Rollwiderstand und unterschiedliche Aerodynamik. Letztere wird auch vom Bodykit (Regulär, Sport Line, Luxury Line, xLine, M Sport) beeinflusst. Unterschiedliche Extras wiegen auch unterschiedlich (Glasdach, Elektrische Sitze usw). Wie viele Kombinationen muss man dann durchtesten? Und das nur für ein Modell.

      2. Wie willst du gleiche Voraussetzungen schaffen? Regen, Eis, Wind, unterschiedliche Fahrbahntemperaturen, unterschiedliche Lufttemperaturen, es gibt so viele variable Faktoren, die einen Test am Montag anders machen können als am Dienstag. Aber das Ergebnis soll dann 3-4 Jahre in Stein gemeißelt sein. Oder möchtest du, dass deine Teststrecke in einer klimatisierten Halle gebaut wird? Selbst dann will ich bezweifeln, dass die Umgebungsvariablen 100% gleich sind.

      Ich denke irgendeinen Tod musst du zugunsten der Vergleichbarkeit sterben.

      • Roger Te says:

        Ich würde sagen ein Räucherofen 😉

        Ne sieht doch Top aus! Ich denke aber das diese Daten leider nur für Selbstzwecke genutzt werden.

        @fagballz:disqus Genau wie dieses Bild oben zeigt, genau wie jeder Hersteller jeden Fahrzeugtyp selbst genauestens auf Testfahrten schickt, wo ca. 100 Fahrzeuge bevor sie präsentiert werden nur reine Testwagen sind mit verschiedenen Motoren + Ausstattungen und diese viele viele tausende Kilometer in Schnee, in der Wüste, auf unseren Autobahnen oder auf den Landstraßen von Portugal und Co fahren. Genau so kann man doch einfach alle Daten erfassen, denn die Hersteller machen es doch sowieso schon, also können Sie doch einfach so transparent sein und diese Daten (die wie erwähnt sowieso gesammelt werden) dem Käufer (der letztendlich genau dieses Produkt zu 100% bezahlt) auch mitteilen. Oder?
        Milliarden für Testfahrten und dann keine paar Tausender für ein entsprechendes System?

        • Fagballs says:

          Das stimmt, klingt plausibel. Wobei natürlich die Testfahrten zu einem nicht geringen Anteil aus Extremsituationen bestehen: Fahrten in extremer Kälte, Fahrten in extremer Hitze, Fahrten auf der Rennstrecke. Das ist zumindest, was man so häufig von den Testfahrten sieht. Man könnte natürlich dann auch ein paar Fahren auf regulären Straßen bei mildem Wetter absolvieren, um alles abgedeckt zu haben und dann daraus einen realistischen Verbrauchswert zu errechnen. In dem Testzeitraum sollten sich eigentlich immer entsprechende Wetterlagen finden. Es sind dann halt Pre-Production Autos, aber die sind ja trotzdem schon sehr nah am finalen Auto. Vermutlich hast du recht 🙂

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