BMW M550i: Mehrere Monate Produktions-Pause durch WLTP

BMW 5er | 30.01.2018 von 41

Die Umstellung auf WLTP erfordert den Einsatz eines Otto-Partikelfilters, das führt im Fall des BMW M550i zu mehreren Monaten Produktions-Unterbrechung.

Er zählt zu den Bestsellern unter den M Performance Automobilen, aber zumindest in Europa wird in der zweiten Jahreshälfte 2018 kaum ein einziger BMW M550i xDrive verkauft werden. Die Produktion des 5er G30 mit V8-Biturbo und 462 PS wird Ende Mai für mehrere Monate unterbrochen, denn die Achtzylinder-Limousine scheitert ohne einige Veränderungen am Antriebsstrang an den strengeren Grenzwerten des WLTP-Zyklus.

Wenn die Produktion im Jahr 2019 fortgesetzt wird, werden alle BMW M550i mit Otto-Partikelfilter ausgerüstet – doch diese Lösung steht derzeit noch nicht zur Verfügung. Auf Anfrage teilt BMW mit, dass man die komplexe Umstellung aller Benziner nicht zum Stichtag 1. Juni schaffen werde und sich deshalb gezwungen sieht, die Produktion einiger in absoluten Zahlen weniger relevanter Modelle vorübergehend zu unterbrechen. Zwar seien 97 Prozent der Flotte pünktlich zum Stichtag entsprechend umgerüstet, bei anderen Modellen ist jedoch eine längere Produktionsunterbrechung unvermeidlich.

Was für Laien zunächst einfach klingt, ist in der Praxis durchaus nicht unproblematisch: Um bestehende Fahrzeuge mit einem Otto-Partikelfilter ausrüsten zu können, sind häufig tiefgreifende Änderungen erforderlich. Das betrifft neben dem Motor-Management auch das Packaging des Fahrzeugs, denn nicht immer war genügend ungenutzter Bauraum zur nachträglichen Installation eines zusätzlichen Partikelfilters vorhanden. Auch die Kapazitäten von Lieferanten kommen mitunter an ihre Grenzen, weil zahlreiche Autobauer plötzlich erheblich mehr Otto-Partikelfilter bestellen als noch vor wenigen Monaten.

Wann genau der BMW M550i für den europäischen Markt wieder gebaut werden kann, steht laut offiziellen Aussagen noch nicht fest. Doch auch wenn Kunden in Europa dank WLTP auf neue BMW M550i mit eigener Konfiguration verzichten müssen, wird es sicherlich die eine oder andere Möglichkeit zum Erwerb von bereits angemeldeten Fahrzeugen mit Tageszulassung geben. Im M550i-Hauptmarkt USA kann man das Thema hingegen komplett ignorieren, denn mangels WLTP kann die V8-Limousine in anderen Märkten auch künftig ohne Otto-Partikelfilter verkauft werden.

Ebenfalls nicht betroffen ist der große Bruder des M550i, denn der BMW M5 mit 600 PS erfüllt bereits alle Anforderungen und steht als noch stärkere Alternative uneingeschränkt zur Verfügung – allerdings verlangt die momentan weltweit sehr große Nachfrage auch in diesem Fall etwas Geduld von den Kunden, die Rede ist derzeit von über einem halben Jahr Wartezeit ab dem Zeitpunkt der Bestellung.

41 responses to “BMW M550i: Mehrere Monate Produktions-Pause durch WLTP”

  1. Mini-Fan says:

    Denkbar schlecht getimed, bei BMW.
    Ausgerechnet die beiden margen- und prestigeträchtigsten Modelle des G30. Der eine hat eine Lieferzeit von 6 Monaten, beim anderen eine Produktionsunterbrechung – als hätte man nicht “ahnen” können, wann der WLTP kommt.
    Aber man wird sich bei BMW schon ausgerechnet haben, daß die Bevorzugung der Volumenmodelle wie der 520i dennoch mehr an Gewinn (und Absatzzahlen) bringt.

    • Dailybimmer says:

      Heisst unterm Strich, dass M und M Performence Modelle zusammen die 100.000 Marke dieses Jahr wahrscheinlich noch nicht schaffen werden, wie ich es prognostiziert hatte, es sei denn die Bestellung für den M5 F90 sind dermaßen hoch, das er die Verkaufsrückgänge von M3 und M550i abfedert, die durch die Umstellung auf Benzinfilter zurückzuführen sind.

    • Blacksky003 says:

      Natürlich könnte man die Kapazitäten hochfahren, durch mehr Anlagen und Personal, aber wir reden hier von einer recht überschaubaren Stückzahl. Da die VKZ schwanken fällt es dann schwer die höheren Kosten auszugleichen. Die PU ist natürlich blöd, die 6 Monate Wartezeit dagegen nicht. Leute die so teure Autos kaufen, die wollen das auch. Da warten sie gerne 2-3 Monate länger. Die kaufen es sich nicht, weil sie dringend ein Auto brauchen da das alte keinen TÜV mehr bekommt.

  2. Nicolas Gomez says:

    Ich verkaufe meinen M550i aktuell, also wer ihn haben möchte darf gern zuschlagen 😀

    • Kommentator says:

      “Ich verkaufe meinen M550i aktuell, also wer ihn haben möchte darf gern zuschlagen”

      > als Kombi gerne …
      … aber wir wär´s mit einem kurzen Er-fahr-ungsbericht hier ??

  3. Dailybimmer says:

    “Ebenfalls nicht betroffen ist der große Bruder des M550i, denn der BMW M5 mit 600 PS erfüllt bereits alle Anforderungen und steht als noch stärkere Alternative uneingeschränkt zur Verfügung – allerdings verlangt die momentan weltweit sehr große Nachfrage auch in diesem Fall etwas Geduld von den Kunden, die Rede ist derzeit von über einem halben Jahr Wartezeit ab dem Zeitpunkt der Bestellung.”

    Da hat Bmw wiedermal seine Hausaufgaben nicht richtig gemacht.

  4. Kommentator says:

    Vielleicht ist es aber auch nur einfach so:

    – wer einen V8 haben will, der SOLL eben zum M5 greifen, hat ja auch schon Automatic serienmäßig – und kann auch im ´zahmen´ Modus gefahren werden
    … bitte diesen entsprechend umbenennen in „M550i-Modus“

    – außerdem verkauft man SO den sowieso im Verkauf viel mehr erwünschten CO2-freundlicheren Diesel-M550d zwangsweise häufiger … ist ja mit 2 Zyl. weniger nochmals teurer, wenn auch die Intergral-Aktivlenkung dort Serie ist

    >> JETZT kommt übrigens DIE „andere“ ´Wahrheit´ heraus, nämlich WESHALB es keinen M550i TOURING geben wird:
    … es hätte ihn nur ´auf dem Papier´ gegeben … so wie derzeit einige Audi oder Porsche Diesel

    > aber ACHTUNG:
    … vielleicht trifft es den (noch!) starken und unkastrierten M550d ja auch noch
    … (Alpina hat es beim künftigen 550d-Konkurrenten Triturbo-„D5S“ ja bei 388 PS belassen – und hoffentlich vorausgedacht … )

    … den neuen X3 25d – mit 231 PS hat es als starken Diesel ja auch schon getroffen – in der Preisliste von 04/2018 mit NUR noch 211 PS !!
    [… oder @Benny ? – bitte netterweise mal die dortigen PS-Widersprüche / Differenzen aufklären!]

    – bemerkenswert ist:
    > beim M5 gibt es zumindest keinen beengten Bauraum oder dgl., was zu einer Aussetzung (bzw. gar nicht erst Aufnahme) der Produktion geführt hat.
    – dass der OPF des M5 (notfalls) nicht auch leicht an den M550i adaptierbar wäre, das braucht gar nicht erst jemand versuchen zu wollen, zu „erzählen“ …

    – Produktionsengpässe bei den OPF werden vielmehr DER Grund sein … egal wie absehbar diese waren;
    … ein gänzlich neues Geschäftsfeld für die Zulieferer stampfen auch die nicht von heute auf morgen aus dem Boden, auch wenn diese i.d.R. viel flexibler sind als die Automobilhersteller selbst
    – statt Stückzahlen-Rabatte sind jetzt Aufschläge – für bevorzugte Lieferung – fällig, ein „Privatpatienten“-Aufschlag für M5-Fahrer sozusagen …

    • Mini-Fan says:

      sie haben den M550i schlicht fehlerhaft konstruiert (das Modell ist ja noch nicht so lange auf dem Markt).
      Und die Gesetzeslage (?) ab 01.06.18 steht ja wohl auch schon länger fest.

      PS.
      Warum versuchen sie es nicht einfach mit einer “unzulässigen Abschalteinrichtung”?
      “Gleichheit im Unrecht” ?

  5. Kommentator says:

    „die Produktion einiger in absoluten Zahlen weniger relevanter Modelle vorübergehend zu unterbrechen.“
    … also 3 % des Volumens ….

    >> WELCHE 3% sind das bitte, etwa alle besonderen, „besonders GUTEN“ BMW´s ??

    (für ´Auslauf´modelle oder –Baureihen wie z.B. den 6er gilt diese kurze Frist ja wohl hoffentlich nicht …)
    … mit welchen „Überraschungen“ ´darf´ man denn NOCH rechen??

    >> Und so wird es umso mehr – Dank Aussortierungen – auch künftig SO sein – leider:

    – wer einen 6-Zylinder HANDschalter will, der SOLL künftig STATT zum M140i gleich zum M2 greifen, mit demnächst ja wohl vollen 401 PS.

    – Ford will jedenfalls auch bei den sportlichen Modellen am Handschalter festhalten, wie z.B. beim künftigen (wie vernünftig-puristischen) 1.5-Liter-3-(!)-Zylinder-Focus RS mit 200 PS

    – der künftige M135i wird wohl sehr ähnlich gestrickt sein wie der A35/45 AMG:
    … mit Allrad und Automatic in Serie – zur ausschließlichen Freude der Playstation-Jugend

    Bemerkenswert ist auch:
    – beim M4 hat man die Umstellung ja auch schon hinbekommen, sogar schon seit Monaten – und aus Bauraumgründen die Carbon-Kardanwelle ausrangieren müssen.

    – wer einen M3 kaufen wollte, der SOLL eben jetzt einen M4 kaufen, am besten noch als ´Competition´ … der ist ja sowieso unschlagbar …

    (hoffentlich kauft der sich aber nicht deswegen einen AMG oder einen „SAudi“
    – ODER haben „die Anderen“ etwa auch noch diese ´anderen´ Probleme´??
    – zusätzlich zu deren ´speziellen´ Diesel-Problemen … )

    > also vorher HIER lesen, bei ams:
    „ … einsame Spitze“:
    audi-rs5-bmw-m4-lexus-rcf-cadillac-atsv-mercedes-amg-c63-im-test-12799005

    https://www.auto-motor-und-sport.de/vergleichstest/audi-rs5-bmw-m4-lexus-rcf-cadillac-atsv-mercedes-amg-c63-im-test-12799005.html

      • Kommentator says:

        und WER hat nun Recht ??
        ams oder ams ?

        > derjenige, der ein richtig sportliches Auto möchte, WORAN orientiert der sich – idealerweise ?
        … an AMS oder an sport-auto ??
        … aus dem gleichen Verlag!

        Für Hausfrauen, die sicher zum Golf oder Tenis fahren möchten, und dort mit Schaumwein ein “Stößchen!” machen wollen, ist AUDI – mit Allrad – sicher sicherer.

        P.S.
        … ich dachte immer, es geht um SPASS oder um “Freude am Fahren”
        … weshalb gilt ein M2 als das im Sinne von ´authentisch´ “beste” BMW-Produkt?

        P.P.S.
        ABER es gibt EINEN Grund, ALLE diese Produkte NICHT zu kaufen:
        > der entsetzliche Krawall, den diese auf dem Supermarktplatz machen, wenn diese von Bodenschwelle zu Bodenschwelle runterbremsen und beschleunigen müssen, gerade mit automatisiertem Getriebe
        … es sei denn, man will auch zu diesen Proleten gehören

        > Gerade deshalb: SCHADE um den M550i.

  6. Flohlaus says:

    Im Vergleich zum Diesel ist der Partikelfilter beim Ottomotor technisch sehr simpel. Das größte Problem ist der Bauraum. Aber es war lange absehbar, dass der Filter kommt. Sehr peinlich, dass man das dann nicht auf die Reihe kriegt.

  7. Volksdorfer says:

    Ich gehe als Idee eher von folgendem Szenario aus. BMW bringt Anfang 2019 eine neue Version des M550i-Motors, eine Überarbeitung und Homologation der jetzigen Version beim KBA lohnt sich wohl nicht für ein halbes Jahr. Der 7er LCI wird wohl auch Anfang 2019 kommen, evtl. ebenfalls mit neuem 8-Zylinder. Ein Packaging- Problem dürfte wohl eher nicht bestehen, denn die voluminösere M5 Auspuffanlage passt ja auch darunter.

    • Mini-Fan says:

      Meinst du, daß vielleicht doch noch der B68 kommt, also ein 4.0-ltr-V8? Die M-Modelle bei BMW basierten ja meist auf den älteren, ausgereiften Motoren.

  8. Kommentator says:

    Die Behauptung:
    … „Im Vergleich zum Diesel ist der Partikelfilter beim Ottomotor technisch sehr simpel. Das größte Problem ist der Bauraum.“

    > WOHER bzw. seit wann weiß man das? – erst seit bzw. NACH langwierigen Tests!
    … es soll nämlich AUCH vollgasfest sein …

    Fakt ist, dass die Abgasnormen erst kürzlich wieder geändert worden sind – und der Käufer, vor allem der deutsche, immer SOFORT das Allerneueste haben will, die ´normale´ Euro-6 –Norm reicht ihm nicht …
    … kaum gab es im Oktober 2017 das allererste 6c oder 6d-Modell, so sollen plötzlich alle von heute auf morgen diese Norm erfüllen – wenn es nach dem Käufer geht …

    Und vor 3 Jahren waren diese Normen keineswegs bekannt.

    Letzten Endes bezahlt diese permanenten Änderungen IMMER der Kunde. Auch weil es immer noch nicht gelingt, sich weltweit auf vernünftige Normen zu einigen, um den Entwicklungsaufwand / Variantenvielfalt zu reduzieren; Kalifornien z.B. singt immer ein extra Lied.

  9. catnipper says:

    Und wer es genau wissen will: das wird auch noch andere Fahrzeuge wie die X1/X2 xDrive 20i, 25i, 25d… etc. betreffen. Richtig doof ist das für den X2 – kaum im Verkauf… Vielleicht kommt dann aber ein potentieller X2 M35i schneller?

  10. Kommentator says:

    Das Kesseltreiben der DUH geht weiter …

    Donnerstag, 01.02.2018, 06:35 – FOCUS

    Bis zum Stichtag für die neue Abgasnorm Euro 6c am 1.September sind es noch sieben Monate.
    siehe:
    https://www.focus.de/auto/news/abgas-skandal/otto-partikelfilter-wer-kann-schon-euro-6c_id_8344433.html

    Auszüge hieraus:

    Benziner Partikelfilter für Euro 6c
    Kaum Autos mit Partikelfilter

    Kein Witz: Auch für nagelneue Benziner drohen bald Fahrverbote

    Am 1. September dieses Jahres steht nun der Wechsel zur neuen Abgasnorm Euro 6c an, die für die allermeisten Benzin-Direkteinspritzer einen Otto-Partikelfilter (OPF) nötig macht.

    Bis März wollen laut Motor-Talk Volvo, PSA, BMW, Mercedes und Ford verstärkt Euro-6c-Fahrzeuge anbieten.
    Andere Hersteller wie Porsche, Nissan, Honda, Renault, Fiat oder Kia seien
    später dran.

    Am 1. September 2019 tritt außerdem die Euro-6d-Temp-Norm in Kraft
    … doch das geht der Umwelt-Verbänden, allen voran dem Umwelt- und Abmahnverein Deutsche Umwelthilfe (DUH), nicht schnell genug:

    > Sie plant nach Informationen von FOCUS Online bereits Klagen, die Fahrverbote auch für Benziner erzwingen sollen.

  11. Kommentator says:

    JETZT – beim BMW 225xe – ist zwar nicht der OPF-Verordnung schuldig (er darf weiter verkauft werden), … aber dennoch die EU – mit ihren adhoc-artigen Neuregelungen …

    “BMW 225xe mit Aisin-6-Gang-Automatik
    Er verliert seine BaFa-Förderung wegen der Einführung der neuen WLTP-Norm.
    BMW gleicht den Wegfall der Förderung durch eine eigene Prämie in Höhe von 3000.00 EUR aus.”

    >> DAFÜR – für 2.500 EUR netto – kann BMW dann aber doch (kostenmäßig) eine leicht “vergrößerte” bzw. verbesserte Batterie mit wenigstens 20 % mehr Reichweite einbauen – ohne die Abmessungen verändern zu müssen;
    im i3 war das ja auch möglich, bei 50 % Kapazitätserhöhung (nach 5 Jahren Weiterentwicklung)
    … jedoch sicher nicht innerhalb von 3 Monaten …

    JETZT ist eine sehr schnelle technische Änderung eine zwingende Notwendigkeit, wenn auch nur aus rein kostenrechnerischer Sicht.

    Allerdings kosten diese – aufgezwungenen – sehr kurzen update-Intervalle von unter 2 Jahren viel Geld, auch später, bei der Ersatzteilbereithaltung.

    Das ist alles mal wieder eine Folge dieser reihenweise dummen EU-Entscheidungen, egal auf welchen Gebieten.

    P.S.

    Tesla hatte – anlässlich der Haiti-Katastrophe – befristet („over the air“) die Reichweite seiner Autos „verlängert“ (um sich als „Helfer in der Not“ darstellen zu können)
    … sicher aber zu Lasten der Lebensdauer der Batterie … aber es ging …)

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