BMW i3: Verkaufsstopp und großer Rückruf in den USA

BMW i3 | 22.11.2017 von 9

Der BMW i3 steht vor dem größten Rückruf seiner noch jungen Geschichte. In den USA müssen alle jemals ausgelieferten Fahrzeuge zurück in die Werkstatt, außerdem …

Der BMW i3 steht vor dem größten Rückruf seiner noch jungen Geschichte. In den USA müssen alle jemals ausgelieferten Fahrzeuge zurück in die Werkstatt, außerdem werden neue Exemplare derzeit nicht ausgeliefert. Die Ursache: Das Elektroauto hat bei einem Crashtest zu schlecht abgeschnitten. Was nach einem riesigen Problem klingt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen vor allem als Grund zum Kopfschütteln – zumindest aus deutscher Perspektive.

Der Hintergrund ist mindestens kurios: Im US-Bundesstaat New Hampshire dürfen Erwachsene ohne Sicherheitsgurt fahren, weshalb dort auch spezielle Crashtests durchgeführt werden. Hierbei gelten zwar höhere Grenzwerte, aber es gibt sie. Und wie die National Highway Traffic Safety Administration NHTSA feststellt, übersteigt die Belastung des Nackens die zulässigen Grenzwerte – wenn am Steuer des BMW i3 ein unangeschnallter Erwachsener mit einer Körpergröße von knapp über 1,50 Meter und einem Gewicht von rund 50 Kilogramm sitzt.

Trotz des eher amüsant anmutenden Hintergrunds ist der Rückruf des BMW i3 in den USA keine Kleinigkeit. Über 30.000 Exemplare des Elektroautos mit Carbon-Fahrgastzelle müssen in die Werkstatt und erhalten dort ein Software-Update. Offenbar haben die Techniker eine Lösung gefunden, die über eine andere Zünd-Konfiguration der Airbags für eine Einhaltung der geforderten Grenzwerte sorgt. Das gleiche Update sollen alle noch nicht ausgelieferten BMW i3 bereits erhalten, bevor die Kunden ihr Elektroauto in Empfang nehmen dürfen.

Für alle Autofahrer, denen ihre Gesundheit tatsächlich am Herzen liegt, gilt aber ganz unabhängig von Fahrzeug, Körpergröße und Gewicht: Nur in Kombination mit dem Sicherheitsgurt können die komplexen Sicherheitssysteme moderner Autos ihre volle Wirkung entfalten. Wer sich nicht anschnallt, riskiert im Fall eines Unfalls erheblich schwerere Verletzungen und verstößt außerdem gegen das Gesetz – wenn er nicht gerade in New Hampshire unterwegs ist.

9 responses to “BMW i3: Verkaufsstopp und großer Rückruf in den USA”

  1. Mini-Fan says:

    Schon die “Neue Klasse” wurde 1964 optional mit Sicherheitsgurten der Fa. Autoflug ausgerüstet. Diese waren zum Anschnallen gedacht.
    Ist das mittlerweile bei den Amis angekommen, nach über 50 Jahren??

    BMW sollte sich sehr gut überlegen, ob sie jemals in den USA “automobile” Automobile anbieten wollen. Aus Haftungsgründen.
    Den Kopf haben dort ja manche zumindest nicht zum Denken.

    • M54B25 says:

      In deinem zweiten Absatz meinst Du doch bestimmt “autonome” Automobile? Aber keine Sorge die Haftungsfrage wird jeder Automobilhersteller unabhängig vom Einsatzland schon auf den Fahrer (Anwender?) übertragen – spätestens wenn das Losfahren nur nach der Bestätigung einer entsprechenden Menümeldung im Boardcomputer erfolgen kann, wird das Kleingedruckte den Hersteller schon auf der Haftung rausnehmen.

      • Mini-Fan says:

        Die Wörtchen “auto” und “mobile” (lat.) bedeuten “selbst” und “beweglich” (vgl. perpetuum mobile, etwas “sich ständig Bewegendes”).
        Ich habe es also bewußt so geschrieben.

        Ein “Automobil” ist und war also schon immer etwas “sich selbst Bewegendes” (vor 100 Jahren oder noch früher gab es, glaube ich, den deutschen Ausdruck “Selbstfahrer” für das Auto; ich muß mal eben die Berta Benz fragen)
        Die englischen Adjektive wie “autonomous” oder “automotive” bedeuten auch nichts anderes wie “automobil”.

        ABER:
        “Autonom”, so wie es derzeit benutzt wird, ist natürlich ohnehin falsch:
        Man MUSS dem “Auto” etwas an Energie mitgeben, damit es (selbst und) autonom fahren kann.
        Sprit, Wasserstoff, elektrische Energie (im Akku gespeichert) etc.
        Sogar wenn es einen kleinen Atomreaktor als Antrieb hätte, bräuchte es etwas (Brennstäbe..), mit dem dieser betrieben werden kann.
        Also “perpetuum mobile” wäre eigentlich der richtige Ausdruck für ein selbsttätig, autonom fahrendes “Auto”.

        Es kann (vielleicht) “autonome Staaten” geben.
        Aber nichtmal das Tausendjährige Reich oder Nordkorea waren/ sind das.
        Obwohl Adolf die deutsche Kohle ausgepresst hatte und mit dem Sprit hätte seine Panzer betreiben können…

        Also ein “automatisches” Auto wäre vielleicht der richtige Ausdruck dafür (“automatia” = das ohne menschliches Zutun Lenkende).
        Aber dieser Ausdruck ist ja schon durch das “Automatikgetriebe” besetzt (und selbst dem mußt du noch sagen: vorwärts, rückwärts, Parken, Neutralstellung..)

        Und was die Haftungsfrage betrifft:
        Genau das ist ja die Frage, OB der Hersteller das Risiko auf den Fahrer abwälzen kann. In den USA darfst du ja nicht mal deine Katze, die du zuvor in der Waschmaschine gewaschen hast, im Mikrowellenherd trocknen!
        Und es gab ja wirklich schon Fahrer, die sich vom “Autopilot” ihres Tesla chauffieren ließen – auf der Rücksitzbank ein Buch lesend.

        PS.
        Und die Waschbenzin-Infrastruktur war zu Zeiten “der ersten Kutschfahrt mit Motor” (O-Ton BMW über Mercedes-Benz) noch besser als die e-Infrastruktur heute: Waschbenzin zum Tanken bekam man nämlich damals “an jeder Ecke”, also in jeder Apotheke. Und es dauerte nicht Stunden …

        • M54B25 says:

          Danke für die geschichtliche Abhandlung der kultursprachlichen Entwicklung des Begriffes Automobil – ich fand es nur seltsam dass Du das Wort wiederholst ” “automobiles” Automobil” – dadurch hat sich der Sinn der Aussage nicht gerade vereinfacht 😉

          • Mini-Fan says:

            Mir war schon klar, warum Du mir ursprünglich geschrieben hattest. Dachtest, es sei ein Tippfehler von mir.
            Und da ich das aber “extra” so geschrieben habe, mußte ich Dir ja auch schreiben, warum (ich wollte bestimmt nicht den Klugscheißer spielen, ist bei Dir ja hoffentlich auch nicht so angekommen).

            Es macht ja nichts, wenn man die Szene hier mal ab und zu durch nicht-“automotives” Geplänkel etwas aufwühlt.

            Manchmal ist es halt seltsam, was viele “Experten” an Fachwissen so alles loslassen. Auch sog. “Autoprofessoren” (haben die sich selbst zum Professor gemacht? Oder ist ihr Hobby und ihr Beruf einfach nur das “Auto”?)
            Z.B. daß der Elektromotor “bei Drehzahl Null” sein maximales Drehmoment hätte.
            Was natürlich Unfug ist. Wenn der (e-) Motor steht – dann hat er gar keine Leistung/ Drehmoment. Also “Null”. Der ist nicht mal “vorgespannt” – wie eine Steinschleuder, oder ein 100m-Sprinter am Startblock. Oder ein M3 mit eingelegtem ersten Gang, erhöhter (Anfahr-) Drehzahl 4000 1/min und Kupplung kurz vor dem Schleifpunkt.

            • M54B25 says:

              Nein alles ok – ich fand die Erläuterung auch mal erfrischend und sehr sauber formuliert.

              Am besten finde ich nun aber deinen letzten Satz mit der erhöhten Anfahrdrehzahl – selbst den versteht nicht jeder Petroalhead hier, so wie er gemeint ist 😉

        • Fagballs says:

          Auch wenn ich es vermutlich bereuen werde, muss ich dir widersprechen.

          Sicherlich beinhaltet der Begriff Autonomes Automobil eine gewisse Redundanz. Nämlich die ersten vier Buchstaben. Dieses griechische Präfix bedeutet in etwa selbst(ständig). Mit Nom, dem verschliffenen ebenfalls griechischen Nomos (Gesetz) bedeutet es in etwas selbstbestimmend. Das Fahrzeug bestimmt selbst, was es tut. Insofern können Staaten ganz wunderbar selbstbestimmend sein, das sind sie meistens, wenn sie nicht gerade von einem anderen besetzt sind. Mit Importen hat das gar nichts zu tun. Und was du mit der Zuführung von Energie beschreibst, entspricht dem Perpetuum Mobile, dem sich auf ewig bewegenden (wörtlich), insofern widersprichst du dir da komplett selber.

          Automobil kombiniert das Präfix mit dem lateinischstammigen Wort mobil (mobilis = beweglich) und beschreibt erst einmal nur die Bewegung, die ohne äußeres Zutun erfolgt, also ohne Gravitation und ohne Pferd. Diese Bewegung ist aber ungerichtet. Das gibt das Wort Mobil nicht her.

          Das dritte Wort Automat kommt wieder aus der Antike und beschreibt etwas, das ohne Zutun passiert. Drücke Knopf, bekomme Schokoriegel, alles dazwischen passiert “automatisch”. Es ist immer noch ein gewisser Input vonnöten. Wenn du also in dein Auto steigst, dein Ziel eingibst und es von selbst dort ankommt, fährt es automatisch. Aber es gibt äußere Einflüsse, die den Ablauf beeinflussen und damit ist es nicht mehr automatisch, sondern autonom.

          • Mini-Fan says:

            Du darfst mir auch gerne widersprechen, darfst anderer Meinung sein.
            Solange mich niemand angreift, meine Äußerungen offen “wertet” (mit Adjektiven wie “krude”, “einsam” etc.) oder mich gar beleidigt, bin ich auch nicht “beleidigt”.

            Vielleicht einigen wir uns so:
            So, wie manche Worte der toten Sprachen wie Altgriechisch oder Latein damals, also ursprünglich, benutzt wurden, so werden sie heute nicht mehr benutzt.
            Vielleicht darf man dann also nicht immer auf den Ursprung zurück gehen – was sowohl du als auch ich gemacht haben.

            An die “Autonomen” jedenfalls werden sie in der Antike wohl kaum bei dem Wörtchen “autonom” gedacht haben.
            Sogar das Wort “Digitalisierung” hat in 2017 eine ganz andere Bedeutung als noch vor 5 oder 10 Jahren.

  2. quickjohn says:

    Wen und womit können die USA – angesichts der Causa Trump – noch überraschen?

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