VW Diesel-Skandal: BMW nutzt keine vergleichbare Software

News | 22.09.2015 von 36
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Der Skandal um manipulierte Abgas-Messungen von Diesel-Motoren bei VW und Audi ist derzeit in aller Munde und nicht selten ist zu hören, dass andere Autobauer …

Der Skandal um manipulierte Abgas-Messungen von Diesel-Motoren bei VW und Audi ist derzeit in aller Munde und nicht selten ist zu hören, dass andere Autobauer sicher ähnliche Tricks nutzen. Natürlich haben auch wir uns gefragt, ob auch BMW milliardenschwere Strafzahlungen und ein massiver Imageschaden drohen, weshalb wir in München nachgefragt haben.

Fakt ist demnach, dass es auch bei BMW eine spezielle Software für Prüfstands-Tests gibt. Dieser sogenannte Prüfstandsmodus muss von Testern aktiviert werden, um Regelsysteme wie DSC für die Fahrt auf dem Rollenprüfstand vollständig zu deaktivieren. Auf das Abgas- und Emissionsverhalten hat dieser jedem Tester bekannte und von jedem Tester aktiv gestartete Prüfstandsmodus allerdings keinen Einfluss.

BMW-B47-Diesel-Motor-Baukasten-Vierzylinder-Turbodiesel-Details

Eine Lösung wie beim betroffenen Vierzylinder-Diesel von Volkswagen, der eine Prüfstandsmessung automatisch erkennt und in diesem Modus für ein geändertes Abgasverhalten sorgt, ist damit nach Aussage von BMW nicht vergleichbar. Weder wird bei BMW automatisch der Betrieb auf einem Prüfstand oder das Fahren bestimmter Muster und Zyklen erkannt, noch hat der manuell aktivierte Prüfstandsmodus einen Einfluss auf den Verbrauch oder die Emissionen eines Fahrzeugs.

Dennoch ist die Gefahr von negativen Auswirkungen auf BMW sehr real, denn besonders auf dem US-Markt könnte der Skandal rund um VW und Audi zu einem nachhaltigen Image-Schaden für Diesel-betriebene Automobile aller Hersteller sorgen. Obwohl sich BMW nach aktuellem Stand nichts vorzuwerfen hat, könnte #Dieselgate auch dem Ansehen der Selbstzünder aus München schaden.

Welche Folgen der Skandal für Volkswagen hat, lässt sich derzeit noch nicht abschätzen. Sicher ist, dass der Autobauer in den USA mit hohen Strafzahlungen und deutlichen Umsatz-Einbußen rechnen muss. Auch andere Länder wollen die Sauberkeit des betroffenen VW-Motors EA 189 nun erneut überprüfen. Anzunehmen ist außerdem, dass der Skandal auch personelle Konsequenzen in der Führungsriege der Wolfsburger haben wird.

36 responses to “VW Diesel-Skandal: BMW nutzt keine vergleichbare Software”

  1. mb81 says:

    selbst wenn, VW hat dem deutschen AutomobilStandort einen Bärendienst erwiesen…

    • ///Martin says:

      Sorry, aber nach der Logik warte ich, bis ich mal zufällig jemandem das Leben rette, danach kann ich ja bedenkenlos einen anderen um die Ecke bringen – hab ja quasi einen gut? 😉 Die Aktion war Absicht und somit einfach nur hinterfotzig.

      • manuelf says:

        Kann es sein, dass Sie die Redewendung “jmd. einen Bärendienst erweisen” nicht kennen und deshalb so völlig unsinnig auf mb81 antworten?
        Für Sie hier die sinngemäße Übersetzung des Vorposters: selbst wenn (BMW selbst so etwas nicht macht), VW hat dem ganzen deutschen Standort geschadet.

  2. Pro_Four says:

    …also ist Audi nun mitbetroffen, direkt oder indirekt?

    • Der_Namenlose says:

      In den USA ist Audi direkt betroffen (A3).

    • Quer says:

      Das wurde bereits in den USA erwiesen das BMW nicht betrügt weil bei einem Stickoxydausstoßvergleich mit einem X5, VW Jetta, VW Passat beim X5 keine Auffälligkeiten festgestellt wurden. Bei diesen VW Modellen wurde der Grenzwert bis zum 35 fachen übertroffen.

      • Pro_Four says:

        …also der Slogan könnte nun zum wiederholten male bei Audi geändert werden in “Vorsprung durch Manipulieren”.

        Ich weiß mittlerweile nicht mehr was dieser Slogan mit Audi zu tun haben soll, denn der Rückstand wird in jeglicher Art immer sichtbarer.

    • Hanibal says:

      Zu den WLTP-Abgastests schreibt Spiegel Online:

      “Die Stickoxid-Emissionen der getesteten Fahrzeuge lagen im neuen
      Testverfahren im Durchschnitt mehr als doppelt so hoch wie der
      Grenzwert”, sagte ICCT-Europa-Geschäftsführer Peter Mock. Erschreckend
      ist teilweise das Maß der Überschreitung: Die Autos von Volvo lagen demnach um fast das 15-Fache über dem Grenzwert, bei Renault um rund das Neunfache und bei Hyundai um das fast Siebenfache. Fahrzeuge von Audi lagen um mehr als das Dreifache über dem Limit, Autos von Opel schnitten fast genauso schlecht ab. Mercedes verfehlte den Grenzwert knapp.

      Anders beispielsweise die Autos von BMW:
      In beiden Testverfahren unterboten sie nach Angaben des ICCT die
      Grenzwerte. Haben die Münchner ihre Tricks vielleicht schon den
      WLTP-Bedingungen angepasst? “Nach unseren bisherigen Erkenntnissen sieht
      es so aus, als ob die Autos von BMW tatsächlich sauberer sind als die
      der Konkurrenz”, sagte Peter Mock gegenüber SPIEGEL ONLINE.

  3. Lennard´s Fremdsprachen says:

    Winterkorns entscheidender Satz in seiner Videobotschaft lautete:
    “Ich gebe Ihnen mein Wort, bei all dem werden wir mit der nötigen Transparenz und Offenheit vorgehen.”

    Heißt das jetzt das, was wir vermuten, dass es das heißt ?

    Es gibt in Kürze eine neue Ehrenwort Konferenz ?

    https://www.youtube.com/watch?v=PCn-C6AkLm0

    • Franz R. Ullrich says:

      Solange Herr Winterkorn nicht beabsichtigt im Hotel Beau Rivage in Genf zu übernachten, brauchen wir uns um ihn keine Sorgen zu machen. ***Ironie off***

      Aber mal im Ernst: Die Moderatorin Constanze Abratzky hat gestern in “Phönix der Tag”
      (Sendezeit 23-24 h im TV) tatsächlich im Studio diesen Vergleich zweifelsfrei erkennbar
      anmoderiert.

      O-Ton zu Winterkorns Videobotschaft:
      „Ich gebe Ihnen mein Wort… – das hatten wir schon einmal…“

  4. Flohlaus says:

    Es ist doch bekannt, dass bei diesen Tests alles mögliche getan wird, um besser abzuschneiden. Schon in der Entwicklung wird ganz gezielt auf diese Tests hin optimiert. Da stehen dann Fahrzeuge mit nur einem Außenspiegel oder ohne Klimaanlage, weil es offiziell nicht zur Grundausstattung gehört. Wenn ich auf der IAA wieder 2,5t SUVs sehe, die dank Mini-Hybrid einen Verbrauch von unter 3l angeben dürfen, andererseits ein 1t Fiat mit 6l angegeben ist, da fall ich glatt vom Glauben ab…

    Andererseits, wenn die Kunden ihre schweren SUVs mit angeblich niedrigem Verbrauch bestellen, und dann in Wirklichkeit doch gar kein mega umweltfreundliches Auto haben, dann ist der Ingenieur schuld?

    • iQP says:

      reicht es nicht, dass der Hybrid Kunde weniger Steuern zahlen muss?
      mit einem Plug-In kann er immerhin elektrisch zum Semmeln kaufen fahren

    • Der_Namenlose says:

      Bitte: man solle nicht utopische Verbrauchswerte, die aufgrund von legalen Tricks gemessen wurden, mit echtem Betrug, welcher hier vorliegt, verwechseln.

  5. JohnVI says:

    Eine richtig üble Geschichte für VW und Audi. Besonders peinlich ist nun, dass man in den USA bei jeder Gelegenheit mit dem Slogan “Isn’t it time for German engineering?” geworben hat. Das schlägt jetzt natürlich auch auf alle deutschen Hersteller zurück… Im Time Magazin wurde der amerikanische Audi Slogan “Truth in engineering” mit “well, not quite” beantwortet… Ein gigantisches PR Desaster… Das dürfte beiden Marken auf dem US Markt auf lange Sicht einen schweren Schlag versetzen. Aber auch für die Diesel Modelle von BMW wird es sicher nicht einfacher und BMW hat sich dort ja auch einige Mühe gegeben den Diesel einzuführen.

    Trotzdem schön zu hören, dass BMW offensichtlich eine weiße Weste bei dem Thema hat. Man hat ja nun auch verschiedentlich gelesen, dass BMWs die Abgasnormen auch nach realitätsnäheren Testzyklen noch einhalten oder zumindest nicht völlig abweichen. Das deckt sich zumindest beim Verbrauch auch mit meinen Erfahrungen, den ich, wenn ich will in der Nähe des offiziell angegebenen halten kann. Dort scheint also tatsächlich etwas Vorsprung durch Technik verbaut worden zu sein 😉

    • Der_Namenlose says:

      “… bei jeder Gelegenheit mit dem Slogan “Isn’t it time for German engineering?” geworben hat”
      Davon wusste ich nicht. Das ist nichts anderes als sich auf den Loorbeeren von anderen auszuruhen bzw. wie in diesem Fall die anderen in Mitleidenschaft zu ziehen.
      Genauso unzulässig finde ich den Slogan “Germany, Land of Quattro”.

      • Hanibal says:

        Haben die Ingostädter das wirklich getan? Germany, land of quattro. Eitelkeit kommt bekanntlich vor dem Fall. Da hat das Maketingenie des Professors wieder zugeschlagen.

        Heute müsste man das umschreiben: Germany, land of quattro Beschiss durch Volkswagen und Audi.

        Die Fälschungssoftware wurde bereits 2005 entwickelt und eingesetzt. Zu der Zeit war Winterkorn bei Audi Leiter der technischen Entwicklung. Viele dürften nicht wissen, dass ein gewichtiger Teil der im VW Konzern verbauten Dieselmotoren vom Motorenwerk Audi Györ (Ungarn) kommt, dass dem Stammwerk untersteht. Besteht da ein möglicher Zusammenhang zwischen Audi und Fälschungssorftware?

    • Franz R. Ullrich says:

      Bei der Beurteilung der NOx Abgaswerte stimme ich zu, das ist im Wesentlichen mit meinen Recherchen deckungsgleich !

      Aber:

      Zitat: “….Das deckt sich zumindest beim Verbrauch auch mit meinen Erfahrungen, den ich, wenn ich will in der Nähe des offiziell angegebenen halten kann…..”

      Beim Spritverbrauch komme ich, wie im Prinzip alle mir bekannten Personen, zu gänzlich anderen Ergebnissen !

      Nahezu bei allen Herstellern ist festzustellen, der Spritverbrauch konnte zwar in den letzten Jahren/Jahrzehnten i.Vgl. zur Motorleistung spürbar gesenkt werden, dennoch liegt dieser zumeist sehr deutlich über den ECE-Wert in den Produktkatalogen der Hersteller.

      Die Ermittlungsmethoden sind zwar legal, aber praxisfremd.

      So übersteigt etwa das Tempo auf dem Prüfstand nie mehr als 120 km/h. Mitunter verwenden Autobauer auch bestimmte – wie gesagt legale – Methoden, um den Normverbrauch zu schrumpfen, etwa mit Leichtlaufreifen.

      Egal ob ich mein aktuelles oder frühere Privatfahrzeuge, oder die mir öfters zur Verfügung stehenden Firmenwagen als Grundlage nehme, die Abweichung nach oben liegt im Durchschnitt zwischen 20 bis 50% zur Herstellerangabe. Selbst Ausreißer oberhalb von 50% Abweichung sind im Einzelfall vorgekommen.

      Der zunächst günstig erscheinender Wert von 4,2 Ltr./100 für einen durchaus leistungsstarken Diesel liegt z.B. bei realer Nutzung laut Bordcomputer bei 5,8 Ltr./100 – ein keineswegs seltener, zugleich beachtliche Mehrverbrauch um 38%.

      Hier zwei Quellenangaben, diverse Wirtschaftsmagazine (Print) im Kontext gleichlautend liegen zudem vor.

      http://www.spiegel.de/auto/aktuell/ece-normverbrauch-werte-aus-dem-wolkenkuckucksheim-a-765978.html

      http://www.focus.de/auto/ratgeber/kosten/tid-31473/ohrfeige-fuer-bmw-audi-und-volkswagen-luegen-deutsche-autohersteller-beim-spritverbrauch_aid_999961.html

      • JohnVI says:

        Die Diskussion ist bekannt und sie geistert ja nun schon seit Ewigkeiten durch die Presse. Dennoch ist der Verbrauch in allererster Linie von der Fahrweise abhängig.
        Mein Diesel ist mit 4,6l Normverbrauch angegeben und wenn ich eine gute Mischung aus Stadtverkehr und Landstraße habe, komme ich ohne große Probleme auf 5l – finde ich völlig in Ordnung. Dass der Wagen dann nicht artgerecht bewegt wird, ist klar, aber daran ist ja jeder selbst Schuld – wenn man schnell beschleunigt und viel bremst, geht der Verbrauch natürlich sofort hoch. Nachts auf der Autobahn kann ich den Wert bei gleichmäßiger Fahrt mit Tempomat auch über lange Strecken locker unterbieten.
        Dass der Testzyklus nicht höher als 120 km/h geht, finde ich auch in Ordnung. Schließlich ist ja keiner gezwungen schneller zu fahren und in den meisten Ländern gilt zudem ein Tempolimit von höchstens 120 oder 130.

        Die ewige Kritik am EU Testzyklus konnte ich nie nachvollziehen und sie langweilt mich auch. Es ging schließlich nie darum den realen Verbrauch für XY darzustellen, sondern das, was mindestens möglich ist und um eine Vergleichbarkeit herzustellen. Letzten Endes wird jeder Testzyklus für den einzelnen immer von der Realität abweichen, denn jeder hat einen völlig unterschiedlichen Fahrstil.

        Das hat übrigens auch alles nichts damit zu tun, dass der Verbrauch geschönt wird. Wenn wir einen neuen Testzyklus einführen, steht auf dem Papier halt nur eine höhere Zahl. Entsprechend müssten Richtwerte dann angepasst werden. Das Auto verbraucht, aber in der Realität keinen Liter mehr oder weniger… der Verbraucher hätte im Alltag davon rein gar nichts.
        Ich gehe mal davon aus, dass BMW eh schon alles tut, was technisch im Rahmen liegt, um den Verbrauch für den Verbraucher auch in der Realität niedrig zu halten. Was in irgendeinem Testzyklus ermittelt wird, ist mir persönlich völlig egal (und ist eh alles nur Politik und grüner Lobbyismus) – ob da 4l oder 10l steht, hat auf meinen persönlichen Verbrauch ja keine Auswirkung.

        • manuelf says:

          Danke! Wohltuend so einen Beitrag zu lesen. Mir geht es ähnlich. Inzwischen muss ich immer anfangen zu lachen, wenn mir jmd. wieder ein Gespräch aufdrücken will a la “betrügen ja alle beim NEFZ” …. wieso meint jeder einen abstrakten Referenzverbrauch mit seinem eigenen korrelieren zu müssen? Ich würde den Behörden empfehlen für einen zukünftigen Referenzzyklus, dauernd Vollgas/Vollbremsung aufzunehmen. Dann freut sich Hinz und Kunz, wie sparsam er ist und ist überzeugt, dass der Hersteller seiner Wahl ein Samariter ist und mit den Verbräuchen seiner Autos tiefstapelt. 😉

          • Franz R. Ullrich says:

            “Hinz und Kunz” und die barmherzigen Samariter wird das sicher nicht interessieren, ganz sicher aber die Kunden und deren Rechtsanwälte.

            Das BGB regelt in mehren Paragraphen (unter anderem §434) ausdrücklich Kaufvertragsrecht und Sachmängelhaftung.

            Hierzu zählt ausdrücklich auch Täuschungen und Falschangaben in erheblichem Umfang.

            In der Regel werden dann dem Hersteller zwei Nachbesserungsversuche zur Behebung des Mangels zugebilligt, scheitern diese, hat der Käufer ein Recht auf Wandlung des Kaufvertrages, somit das Rückgaberecht des Fahrzeuges.
            Lediglich ein geringer Selbstkostenanteil für die bereits zurück gelegten Kilometer werden dann von der (kompletten) Erstattung des Kaufpreises dem Kunden/Käufer in Rechnung gestellt.

            Konkret heißt das, es wurden bereits eine Vielzahl von Rechtsurteilen ausgesprochen, die eine Wandlung von Kaufverträgen in Zusammenhang mit zu hohen Verbrauchswerten zu den zu niedrigen Angaben der Autohersteller nach sich zogen.

            Beispiel /Zitat OLG-Urteil:

            “Ist der tatsächliche Spritverbrauchs eines Neuwagens signifikant höher als im Produkt-Prospekt des Herstellers angegeben, so kann der Käufer vom Kaufvertrag zurücktreten. So hat das Landgericht (LG) Wiesbaden in einem jetzt veröffentlichten Urteil (Urteil vom 30.12.2010, AZ: 3 O 208/09) entschieden. Auch nicht behebbare Elektronik-Probleme begründen demnach einen „gravierenden Mangel“.

            Vorliegender Fall / Hintergrund – Zitat :

            “Hauptsächlich berief sich der Kunde auf den Mangel des zu hohen Spritverbrauchs. Statt des vom Hersteller angegebenen Durchschnittsverbrauchs von 9,3 Litern pro 100 Kilometern, verbrauche sein Auto durchschnittlich etwa 11,5 Liter auf 100 Kilometer – also fast 24 Prozent mehr als im Verkaufsprospekt abgedruckt. Dabei argumentierte der Kunde, dass die Herstellerangaben im Prospekt auch ohne besondere Vereinbarung Vertragsbestandteil geworden seien.
            [Meine Anmerkung: Man beachte, NUR 24% Mehrverbrauch wurde in diesem Fall bereits als erheblicher Mangel rechtswirksam angesehen !]

            Urteilsbegründung:

            “Der zu hohe Spritverbrauchs des Fahrzeugs sei ein Mangel, der den Kunden zur Rückabwicklung des Kaufvertrags berechtige.”

            Dazu das Gericht weiter: „Der Kläger hat unbestritten Hersteller-Prospekte zum streitgegenständlichen Fahrzeug vorgelegt, aus denen sich eindeutig ergibt, dass der Spritverbrauch des Autos bei durchschnittlich 9,3 Liter auf 100 Kilometer liegen soll. Dass dieser Wert tatsächlich nicht im normalen Betrieb des Fahrzeugs erreicht werden kann, ergibt sich aus zwei Tatsachen. Zum einen aus den Angaben der Beklagten selbst, zum anderen aber auch aus den nachvollziehbaren Ausführungen des Sachverständigen. Dieser erläuterte die Art der Ermittlung von Verbrauchswerten nach dem Messverfahren RL 80/1268/EWG. Demnach handelt es sich um Werte, die mit dem tatsächlichen Verbrauch des Fahrzeugs im normalen Straßenverkehr nichts zu tun haben, sondern unter extrem günstigen Bedingungen im Labor simuliert worden sind und lediglich der Vergleichbarkeit verschiedener Fahrzeuge dienen sollen. Gerade dies war für den Käufer aber nicht ersichtlich.“

            • Der_Namenlose says:

              “…Gerade dies war für den Käufer aber nicht ersichtlich.”
              In den Katalogen steht aber doch inzwischen, dass sich der Verbrauch auf ECE-Zyklus bezieht.

            • manuelf says:

              Ja. Hat aber nichts mit meiner Einlassung zu tun. Anscheinend hat in diesem Fall Hersteller/Händler eine irreführende Angabe gemacht, so dass für den Kunden nicht ersichtlich war, dass es hier um den NEFZ Verbrauch ging!
              Wenn ich eindeutig mit Verbrauch nach NEFZ werbe und das Fahrzeug diese unter den entsprechenden Bedingungen einhält (was typischerweise alle tun, ausser sie haben einen Defekt) gibt es juristisch genau Null Handhabe.

              • Polaron says:

                Bei entsprechend hohen Mehrverbräuchen unter normalen Fahrbedingungen bestehen grds. Ansprüche nach dem BGB für Fahrzeugkäufer.

                Es ist dann vollkommen egal, wie die in den Hersteller/Händlerprospekten angegebenen Verbrauchswerte ermittelt wurden.

                Betrachtet man die häufige Kluft zwischen Herstellerangaben und tatsächlichem Mehrverbrauch im Alltag, so hätten die Käufer viele juristische Ansatzpunkte – nur ist vielen der Aufwand einfach zu hoch bzw. bei Fahrzeugkauf klar, dass mit (hohen) Mehrverbräuchen zu rechnen ist.

                • Fredericus Rex says:

                  Ja, natürlich ist das so !

                  Einige Kunden sind auch dadurch verunsichert, da Sachverständigen Gutachten sehr zeit- und kostenaufwändig sind, obgleich eine Verkehrsrechtschutz Versicherung auch Gerichts- und Anwaltskosten in Vertragsfragen dieser Art deckt.

                  Selbst der ADAC (selbst kein Unschuldslamm, wenn es um Tricksereien geht) hat in seinen Test klar festgestellt, die Normangaben sind um bis zu 25 % zu optimistisch (also zu niedrig), bei einigen Modellen weisen einen Mehrverbrauch bei über 40 %.aus.

                  Es geht bei den geschönten Messverfahren nicht wie oftmals fälschlicherweise behauptet, um Ausnahmesituationen (wie Vollbremsungen, o.ä.), sondern grundsätzlich um praxisfremde Messmethoden, die bei realer Nutzung im
                  Straßenverkehr unbrauchbar sind.

                  Beispielsweise überscharfer Reifendruck, das Abkleben irgendwelcher Luftschlitze oder dass man die Lichtmaschine an die Batterie klemmt, um die relevanten Kraftstoffkosten zu sparen. Es gibt viele legale Schlupflöcher, die hier genutzt werden.

                  Das Problem mit den geschönten Verbrauchswerten ist hinlänglich bekannt, daher wurde bereits mehrfach gefordert das Messverfahren gänzlich zu ändern.

                  Die Worldwide „harmonized Light vehicles Test Cycle“ (WLTC) genannte Prozedur soll diese Ziele nach dem eigentlichen Fahrzyklus weltweit erreichen.

                  Nach einem Beschluss des Umweltausschusses des EU-Parlaments sollte diese deutlich verbesserte Methode eigentlich 2017 in der EU in Kraft treten.

                  Ein Veto der deutschen Bundesregierung, wahrscheinlich unter massivem Druck der Lobbisten hat diesen Plan vorläufig gestoppt.

                  Experten sind sich jedoch einig und rechnen damit, dass die durchschnittlichen Verbrauchswerte nach WTLP gegenüber NEFZ um bis zu 25 Prozent höher ausfallen.

                  Sicher, das ist gewiss kein gutes Werbe- und Verkaufsargument der Hersteller, aber die Verbraucher erhielten dadurch erheblich realitätsnähere Angaben als bisher.

                  Neben den geschönten Verbrauchswerten weichen auch die relevanten CO2 Angaben der Hersteller, die Grundlage für die Berechnung der KFZ Steuer sind, in erheblichem Umfang ab.

                  Wenn nun der Abgaswert eines KFZ geschönt ist, wird das KFZ in eine niedrigere KFZ-Steuerklasse eingestuft mit dem Ergebnis, dass die zu zahlende KFZ-Steuer geringer ausfällt, als es dem tatsächlichen Abgaswert entsprechen würde.

                  Somit entgehen dem deutschen Staat beträchtliche Steuereinnahmen – eigentlich ist das sogar Steuerhinterziehung !?

                  Was sagt unser Finanzminister dazu, weiß er bereits Bescheid und wurde von „ganz oben“ bereits zurück gepfiffen ?

        • Markus Horn says:

          Ja, finde ich auch.
          Wenn ich da an meinen N47S (E87 – 123d) denke – ein Traum-Aggregat – der war mit 5.2l/100 angegeben – wenn man sich angestrengt hat, hat er 4.6l/100 gefahren und ist im ultimativen Spaßmodus auf der BAB im Vollgas Bremse Verfahren niemals über 7.5l/100 drüber gekommen, bei einer maximal angegebenen Leistung von 204 PS. Der Verbrauch im BC wurde natürlich von mir regelmäßig mit dem Kassenbon verifiziert. Im Schnitt kam ich auf 6.9 l/100 mit extrem viel Fahrspaß (Driften, Vollgas, oft Überholen etc.) und das auf Kurzstrecke. Wenn einer die besten Diesel der Welt baut, dann BMW.

  6. cisi says:

    Es wurde somit in München nachgefragt ob BMW das auch macht…

    Dh. man hat sich von dieser Anfrage somit ehrlich erwartet, dass falls die das tun würden, es Bimmertoday in exclusiv preisgeben und sich somit direkt gleich mit strafbar machen durch nen schönen Artikel im internet (den Bimmertoday ja dann sicher ebenfalls verfasst hätte).

    Da ist ein klein wenig Naivität hinter dieser Nachfrage finde ich.

    Dabei glaube ich gern, dass die es nicht gemacht haben.
    Aber die würden doch nicht so blöd sein es exclusiv an Bimmertoday zu melden, falls die ebenfalls betrügen…..

    • tomtom_one says:

      Ich denke mal, andernfalls hätte BMW gar nicht geantwortet, auf eine noch kommende Pressemitteilung oder eine noch laufende Untersuchung verwiesen.

  7. Fagballs says:

    Gab es nicht neulich erst nen Test, wo sich gezeigt hat, dass BMW Motoren beim Schadstoff-Ausstoß in der Realität den Prüfstandwerten noch am nächsten kommen? Solch Mogeleien hat man offensichtlich nicht nötig.

  8. Pro_Four says:

    …so, der erste Kopf rollt und das vom Chef, der Winterkorn ist weg!

    • Der_Namenlose says:

      Und als Ersatzkopf kommt angeblich auch der Professor infrage. Ich kann mir das zwar nicht vorstellen, da er der Kopf der anderen beteiligten Firma ist, aber wer weiß …

  9. derschweizer says:

    Was ein salomonischer Ausspruch – keine vergleichbare Software. Das lässt sämtliche Hintertüren auf. Diese Software von VW muss erdacht, spezifiziert, entwickelt, getestet, gebaut und eingebaut worden sein. Da sind viel mehr daran in der Entscheidungshierachie beteiligt, als nur der Kopf !
    Auf der anderen Seite mutet es einem schon sehr komisch an, wenn die Amis jetzt mit dem Argument der erhöhten Umweltverschmutzung durch Dieselfahrzeuge kommen. Sieht man sich die Statistik der am meist verkauften Fahrzeuge an, sind unter den Top 10 Spritfresser mit 20l/100km und mehr zu finden.

  10. timbo76 says:

    Oh, oh. Das sieht nicht gut aus:

    http://www.bild.de/geld/wirtschaft/abgas-normen/auto-bild-exklusiv-autobauer-ueberschreitet-werte-42700884.bild.html

    Ich habe die Vermutung, dass das ggf. mit den verschiedenen Systemen, also mit und ohne zusaätzliche AdBlue Befüllung, zusammenhängen könnte.
    In irgendeinem Test habe ich schon mal gelesen, dass gerade über einen längere Laufzeit die Systeme mit zusätzlicher AbBlue Befüllung besser abschneiden.

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