Nur zweieinhalb Jahre nach Baubeginn hat das neue BMW Werk Irlbach-Straßkirchen Anfang Oktober planmäßig mit seiner Serien-Produktion begonnen. Das neue Werk in Niederbayern ist ein wichtiger Baustein für den Hochlauf der Neuen Klasse, denn hier werden seit gestern die Hochvoltbatterien der BMW eDrive Gen6 produziert. Zunächst gehen alle Akkus an das BMW Werk München, wo sie im neuen BMW i3 (NA0) verbaut werden – und weil sich schon jetzt eine sehr Nachfrage abzeichnet, beginnt die Produktion in Irlbach-Straßkirchen direkt im Zweischicht-Betrieb.

Die Bedeutung des Werks, für das BMW rund eine Milliarde Euro investiert hat, reicht weit über die Versorgung des Münchner Stammwerks hinaus: Irlbach-Straßkirchen übernimmt eine zentrale Rolle im deutschen Produktionsnetzwerk und dürfte perspektivisch auch andere Fahrzeugwerke der BMW Group mit Hochvoltbatterien versorgen. Im Vollbetrieb werden rund 1.600 Mitarbeiter beschäftigt und auf zwei Produktionslinien mehrere hundert Batterien pro Tag fertigen. Die neue Fertigung ist dabei hochautomatisiert: Rund 500 Roboter arbeiten auf einer Produktionsfläche von 50.000 Quadratmetern, während mehr als 3.500 Datenpunkte pro Batterie erfasst und in Echtzeit überwacht werden. KI-gestützte Systeme unterstützen die Qualitätssicherung und die Optimierung der Anlagen. "

Nach dem Prinzip “Local for Local”, das auf lokale Produktion und entsprechend kurze Transportwege setzt, baut die BMW Group insgesamt fünf Werke für die Produktion der Gen6-Hochvoltbatterien. Neben Irlbach-Straßkirchen gibt es entsprechende Standorte auch in Debrecen, Shenyang, Woodruff und San Luis Potosí. Durch das im wahrsten Sinne des Wortes naheliegende Prinzip bleiben nicht nur Transportwege kurz und die Risiken globaler Lieferketten geringer, es stärkt auch die regionalen Produktionsstrukturen und reduziert den Carbon Footprint der Neuen Klasse.

Besonders eng ist die Vernetzung innerhalb Bayerns. Mit Dingolfing, Regensburg, Landshut und Irlbach-Straßkirchen konzentriert BMW wesentliche Produktions- und Komponentenkompetenzen in der Region. Ergänzt wird das Netzwerk durch das Cell Manufacturing Competence Center in Parsdorf sowie das Cell Recycling Competence Center in Salching, nur wenige Kilometer von Straßkirchen entfernt. Damit entsteht eine regionale Kette, die von der Entwicklung und Erprobung neuer Zelltechnologien über die Batteriemontage bis hin zum Recycling reicht.

Die Erfahrungen für die Akku-Produktion in Irlbach-Straßkirchen stammen aus dem bayerischen Kompetenznetzwerk der BMW Group: In München, Parsdorf und Hallbergmoos werden Zell- und Batterietechnologien sowie die dazugehörigen Fertigungsprozesse entwickelt und erprobt. Nur was sich in den Pilotwerken bewährt, wird anschließend in die Serienproduktion übertragen. Das neue Werk macht aus diesem Know-how nun industrielle Großserie und liefert die Batterien auf kurzen Wegen dorthin, wo die entsprechenden Fahrzeuge gebaut werden.

 

Raymond Wittmann (Produktionsvorstand der BMW AG): “Das neue Werk übernimmt eine Schlüsselfunktion in unserem Produktionsnetzwerk: Als zentrale Drehscheibe versorgt es unsere deutschen Fahrzeugwerke mit den Hochvoltbatterien der sechsten Generation. Damit leistet unser Hightech-Werk Irlbach-Straßkirchen einen entscheidenden Beitrag zum Hochlauf der Neuen Klasse. Mit unserem Werk Irlbach-Straßkirchen senden wir ein starkes Signal: für unsere technologische Wettbewerbsfähigkeit, für die Elektromobilität – und für den Standort Deutschland. Wir sind überzeugt, dass erfolgreiche Industrieproduktion hierzulande auch in Zukunft möglich ist. Entscheidend dafür sind verlässliche und wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen.”

Dr. Markus Söder (Ministerpräsident des Freistaats Bayern): “Bayern ist Autoland! Die heutige Eröffnung ist ein Freudentag für Niederbayern, Bayern und ganz Deutschland. Die hier produzierten Batterien sind Hightech made in Bavaria und auch im internationalen Vergleich etwa mit China vorne dabei. Die BMW-Fabrik entstand mit Bayern-Speed – das ist ein Musterbeispiel für die Zukunft. Wir brauchen insgesamt mehr Tempo bei Genehmigungen und Investitionen, um im internationalen Wettbewerb mithalten zu können. Geschwindigkeit wird als Standortfaktor immer wichtiger. Der Freistaat ist dafür enger Partner der Wirtschaft und setzt auf die massive Beschleunigung von Verwaltungsprozessen und Entbürokratisierung. Das Auto ist für Bayern systemrelevant und eine Schlüsselindustrie. Wir wollen Technologie, Wertschöpfung und heimische Arbeitsplätze auch in Zukunft sichern. Die Mega-Investition von BMW ist ein starkes Bekenntnis zum Standort Bayern und der i3 ist eine große Chance im internationalen Wettbewerb – herzlichen Glückwunsch und viel Erfolg!”