BMW Classic am Comer See: Wie wir früher fuhren

Sonstiges | 28.05.2019 von 0

Auf dem 90. Concorso d’Eleganza an der Villa d’Este wirft BMW einen Blick in die eigene Vergangenheit und lässt die 1920er Jahre wieder aufleben – mit einer exklusiven Sonderausstellung rund um die ersten Serienautomobile der Münchner

Am ersten September 1929 versammelten sich am Comer See die Liebhaber außergewöhnlicher Luxusautomobile und Sportwagen zum ersten Concorso d’Eleganza im Garten des Hotels Villa d’Este. Die exklusive Zusammenkunft am Comer See begann als Wettbewerb für Neuwagen und entwickelte sich über die Jahrzehnte zu einem der wichtigsten Oldtimertreffen der Welt.

Seit 20 Jahren beteiligt sich auch die BMW Group an der Organisation dieses besonderen Events, sieben Jahre lang als Hauptsponsor und seit 2005 als Mitveranstalter neben dem Grand Hotel Villa d’Este. Im großen Jubiläumsjahr haben die Müchner den zahlreichen Besuchern nun einen genaueren Blick auf die eigenen Anfänge gewährt – mit einer sehenswerten Sonderausstellung im Park der Villa Erba.

Vor einer eigens aufgebauten 20er-Jahre-Stadtkulisse präsentierte die BMW Group Classic am Wochenende in der Festhalle “Padiglione Centrale” rund um das erste BMW-Serienfahrzeug 3/15 PS DA2 rare Oldtimer und historische Motorräder aus den ersten beiden Jahrzehnten als Autobauer.

Viele BMW-Fans verbinden heute besondere Erinnerungen mit Modellen wie einem 2002 oder dem legendären 507. Die frühen Modelle haben sich jedoch schon länger aus dem Kollektivgedächtnis verabschiedet – Autos wie der gerade einmal 410 Kilo schwere BMW 3/15 PS DA 3 Typ Wartburg, der 1930 trotz der Weltwirtschaftskrise als erster sportlicher Roadster der Bayern mit einem 18 PS starken Vierzylinder an den Start ging. Immerhin 150 Exemplare des allerhöchstens 90 km/h schnellen Zweisitzers wurden im Werk Eisenach gebaut.

Im Zuge der ersten Markterfolge erweiterte BMW die teils auf dem englischen Austin Seven basierende 3/15 Serie. So entstanden unter anderem insgesamt 435 DA 2 Expresslieferwagen. Wirklich eilig durften es die Teile im geschlossenen Laderaum des Vans nach heutigen Maßstäben allerdings nicht haben: 15 PS und drei unsynchronisierte Gänge reichten für Tempo 75.

In der kreisrunden Ausstellungshalle konnten die Besucher gut nachvollziehen, in welchem Tempo die Automobilentwicklung bis Ende der 1930er Jahre voranschritt. Kaum fünf Jahre trennen den noch etwas unbeholfen wirkenden 3/15 vom eleganten Roadstermodell 319/1. Der ikonische Sportwagen mit seiner ausladenden, mintgrünen Karosserie leistete knapp 56 PS, hatte vier Gänge und Trommelbremsen. Bei einem Leergewicht von nur 790 Kilo beschleunigte der 1,9-Liter-Sechszylinder den BMW 319/1 auf bis zu 135 km/h – und bescherte den Münchnern zahlreiche Erfolge im Motorsport.

In ihrem perfekten, liebevoll restaurierten Zustand sah man den meisten Ausstellungsstücken ihr wahres Alter nicht an. Umso beeindruckender wirkte im direkten Vergleich das luxuriöse BMW 327 Sportcabriolet von 1938 mit staubiger Patina, Dellen, Rost und rissigen Ledersitzen. Ein echtes Original, dessen Anblick einen auch 80 Jahre später noch die Zeit vergessen lässt.

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