BMW 1er F40: Fronttriebler erneut als Erlkönig erwischt

BMW 1er, Erlkönige | 22.10.2018 von 36

Für viele Freunde der BMW 1er-Reihe ist der Gedanke an die für 2019 geplante Generation F40 mit großen Fragezeichen verbunden. Dass sich der kompakte Einstieg …

Für viele Freunde der BMW 1er-Reihe ist der Gedanke an die für 2019 geplante Generation F40 mit großen Fragezeichen verbunden. Dass sich der kompakte Einstieg in die Welt von BMW von der bisher gelebten Heckantriebs-Philosophie verabschiedet und stattdessen die aktuelle UKL-Architektur für Fahrzeuge mit Frontantrieb nutzen wird, werden manche Kunden der ersten beiden Generationen vermutlich nie ganz nachvollziehen können.

Für die Entscheider in München steht allerdings fest: Die Kunden, die den BMW 1er primär wegen seiner Fahrdynamik gekauft haben, sind eine kleine Minderheit. Für die große Mehrheit spielen andere Faktoren wie Design, Image, effiziente Motoren und Infotainment die weitaus wichtigere Rolle als ausgeglichene Gewichtsverteilung und Hinterradantrieb.

Was für viele langjährige und überzeugte BMW-Fahrer beinahe unglaublich klingt, wird durch den Erfolg der Wettbewerber bestätigt: Weder im Fall des Audi A3 noch bei der Mercedes A-Klasse nehmen die Kunden Anstoß am Thema Frontantrieb. Die niedrigeren Kosten und die aus quer montiertem Motor und fehlendem Kardantunnel resultierenden Vorteile für das Platzangebot spielen für die große Mehrheit der Kompaktklasse-Kunden unübersehbar eine wichtigere Rolle als das Fahrspaß-Potenzial des Standardantriebs.

Aktuelle Fotos von unserem Leser Philip zeigen einen Prototypen des BMW 1er F40 auf der Autobahn, das Design der Rückleuchten lässt sich dabei schon gut erkennen. Interessant ist auch die Endrohr-Konfiguration mit lediglich einem Endrohr auf der linken Seite, schließlich war bei manchen neueren Modellen bereits bei kleinen Motorisierungen eine Lösung mit jeweils einem Endrohr links und rechts zu sehen.

Im Fall der Ein-Endrohr-Konfiguration dürfen wir mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass unter der Motorhaube ein Dreizylinder zum Einsatz kommt. Voraussichtlich werden alle Vierzylinder mit zwei Endrohren in den Handel kommen, wobei die stärkeren Motoren serienmäßig mit Allradantrieb xDrive kombiniert werden. Die meisten Kunden werden ihren BMW 1er F40 hingegen als Fronttriebler bestellen und damit auf das zusätzliche Gewicht, aber auch auf die höhere Traktion der Haldex-Lösung verzichten.

Einen großen Schritt soll der dritte 1er im Innenraum gehen. Während speziell bei der ersten, mitunter aber auch bei der zweiten Generation die Qualität der Materialien und die Verarbeitung für Kritik sorgten, soll das Interieur nun über alle Zweifel erhaben sein und überall Premium-Ansprüche erfüllen. Mit iDrive 7 und dem Intelligent Personal Assistant samt “Hey BMW” wird natürlich auch das Infotainment auf den neuesten Stand gebracht.

(Erlkönig-Fotos: Philip für BimmerToday.de)

36 responses to “BMW 1er F40: Fronttriebler erneut als Erlkönig erwischt”

  1. M. Power says:

    “Weder im Fall des Audi A3 noch bei der Mercedes A-Klasse nehmen die Kunden Anstoß am Thema Frontantrieb.”
    Ist ja wohl nicht erstaunlich, diese Kunden sind schon immer “Frontkratzer” gefahren. Allerdings BMW 1er Kunden sind da nicht gleich und haben den 1er gerade wegen der Eigenständigkeit vom Heckantrieb gekauft.
    Aber eben, man kann alles schönreden…

    • Cjkologe . says:

      Stimme ich absolut zu. Eine Fehlentscheidung. Vermutlich werden sie aber mehr verkaufen, weil die Qualität mit diesem Modell steigen wird. Ich glaube das war das größte Problem beim alten Einser.. der Innenraum.

    • Oliver says:

      Es gibt vielleicht 10% der 1er-Kunden (und da zähle ich mich selbst dazu), für die der Heckantrieb das Kaufkriterium war. Der großen Masse ist das sowas von egal, viele wissen wahrscheinlich überhaupt nicht, ob ihr Auto jetzt Front- oder Heckantrieb hat. Und aus ökonomischer Sicht macht BMW mit der Umstellung auf Frontantrieb alles richtig. Die Autos lassen sich billiger produzieren, aber genauso teuer verkaufen wie bisher, sprich die Gewinnmarge steigt. Und obendrein bieten die Modelle mit Frontantrieb noch mehr Platz im Innenraum, was dem Großteil der Käufer wichtiger ist als der Heckantrieb. Dass es eine große Fluktuation aktueller 1er-Fahrer zu anderen Marken geben wird, halte ich ebenfalls für ausgeschlossen, da die Fahrzeuge dort ja auch nicht anders aufgebaut sind.

      Für mich als E82-Fahrer ist der zukünftige 1er keine Option mehr. Ich finde das allerdings auch nicht so tragisch, da ja auch die nächste 2er-Generation wieder auf der Heckantriebsplatform realisiert werden soll.

      • gesellschaftlicherGroßkonflikt says:

        „Und aus ökonomischer Sicht macht BMW mit der Umstellung auf Frontantrieb alles richtig.“

        Mit dieser Meinung bist du nicht alleine; ich zitiere mal aus einem Post hier vom 29.08.:

        @manuelf

        manuelf Fagballs • vor 2 Monaten

        “Dann wird es wohl ein G20 werden” … dann hat BMW ja alles richtig gemacht. Die Gußeisernen gehen alle zähneknirschend ne Klasse nach oben und zahlen den entsprechenden Aufschlag und die Ahnungslosen zahlen die gleichen Preise wie für den alten Einser, bekommen nun aber einen auf Basis ner UKL Billigplattform. 🙂

        Schlau die bei BMW!

      • M. Power says:

        Ja kann gut sein das du Recht hast, das Resultat wird aber das alle Autos gleicher werden und keiner sich mehr abhebt. Bald wird es keine Modelle mehr für Puristen und BMW Fans geben, zumindest nicht im günstigeren Preissegment. Und dafür stand BMW früher ein.
        Wenn der 1er nun auch FWD und 4 Zylinder Motoren hat, ist dieses Modell nur noch einer von vielen. Da würde ich viel lieber einen Hyundai i30 N kaufen.

  2. Oliver Beyer says:

    Hat Ähnlichkeit mit dem neuen Ford Focus und fährt sich vermutlich auch so.

    • gesellschaftlicherGroßkonflikt says:

      „Hat Ähnlichkeit mit dem neuen Ford Focus und fährt sich vermutlich auch so.“

      …….. und DER war ja jahrelang fahrdynamikmäßig unangefochtener Spitzenreiter.

      UND:
      Einen 1,5-Liter-3-Zylinder, aber mit 200 PS, gibt´s dort auch.
      Alles was das junge Sportlerherz begehrt.

      DAS war mal anders.

      VOR 2 x 02 Dekaden.

  3. el_loco says:

    Damit schwimmt BMW in der selben Suppe wie die Konkurrenz, und die ist heiß… Siehe A-Klasse oder https://www.autobild.de/artikel/mazda3-2019-innenraum-bilder-preis-12737625.html

    • Pro_Four says:

      …A wie Anfänger meist du? heiß? ? schon der Innenraum ist so künstlich, übel. Die erste A Klasse war nicht schlecht, aber die jetzigen schauen ?

  4. Niklas S. says:

    Find ich echt schade, dass man hier ein weiteres Mal Teile seiner USP über Bord schmeißt und die Marke verwässert. Hoffe nur, das 2er Coupé bleibt eine naheliegende, heckgetriebene Alternative.

  5. captainbmw says:

    Die niedrigeren Kosten werden aber nicht beim Kunden ankommen.

  6. driv3r says:

    Mich wundert es ehrlich gesagt, dass die super skalierbare CLAR-Plattform nicht auch für den 1er reicht. Aber ich schätze sie ist als Kernbauteil wohl zu “teuer”.

    Das genannte Argument kann man aber auch umdrehen: Wenn es die Kunden bisher nicht interessiert hat wie das Fahrzeug angetrieben wird (und sie sich angesichts der Verkaufszahlen wohl auch kaum am Platzangebot gestört haben), warum dann auf Frontantrieb umstellen? – Dann ist es rein eine interne Überlegung wie man mit einem “praktischeren Auto” dem Golf noch mehr Wasser abgraben kann. – Für mich ist “praktisch” und “Golf” eigentlich das doppelte Kriterium dafür, dass München irgendwo seinen Verstand verloren hat.
    Ganz neben dem bereits völlig richtig angeführten Argument, dass man das Alleinstellungsmerkmal in dieser Klasse einfach aufgibt und damit die Kunden für margenstarke Modelle mit Hinterradantrieb aufgibt. Die können sich in Zukunft auch bei den Konkurrenten umsehen.
    Da uns natürlich ein M1 verwehrt bleiben wird, überlässt man die Speerspitze der margenstarken Modelle wieder Audi und Mercedes mit RS3 und AMG 45.
    Die Vermutung, dass BMW tatsächlich einen Haufen der Kunden auf den 2-türigen 2er ziehen kann oder gar auf den 3er halte ich angesichts deutlicher Unterschiede im Preis für fragwürdig und ebenso erkauft man sich den 2er dann mit einer deutlichen Reduktion des Alltagsnutzen. Womit wir wieder beim Thema wären, dass der aktuelle 1er eben genau das beste aus Hinterradantrieb und Alltagsnutzen verbunden hat. Alleinstellungsmerkmal weg. – Freue mich schon, dass demnächst noch mehr schwarze und weiße sehr praktische voll durchgeleaste 116/118d’s auf dem Hof meines Freundlichen stehen werden.

    • M. Power says:

      Sehr gut geschrieben, da bin ich gleicher Meinung.
      Bei immer mehr Modellen von BMW bekomme ich das Gefühl, man sollte noch schnell ein aktuelles Auto kaufen und nicht auf den Nachfolger warten. Ein M140i mit Schalter wäre schon cool.
      Ich glaube auch das es viele 1er Kunden gibt die auch das Platzangebot schätzen, die möchten kaum auf einen 2er umsteigen und diese doofen Vans kommen ja schon gar nicht in Frage.

      • Quer says:

        Wieso ich mach mir da keine Sorgen weil ich BMW Modelle ab 3er und X Modelle ab X3 mit den herrlichen 6 Zyl fahre.

        • M. Power says:

          Ja schon, mach ich ja auch….
          Aber, ich habe schon mal geschrieben, mir geht es um das BMW Prinzip wo immer mehr verschwindet. Bald gibt es evtl. ab 3er auch nur noch 4 Zyl, wer weiss…?
          6 Zyl gibt es nur noch in den stärksten Motoren, was früher nicht der Fall war.

  7. “Die niedrigeren Kosten und die aus quer montiertem Motor und fehlendem Kardantunnel resultierenden Vorteile für das Platzangebot spielen für die große Mehrheit der Kompaktklasse-Kunden unübersehbar eine wichtigere Rolle als das Fahrspaß-Potenzial des Standardantriebs.”

    Wenn sich das doch nur auf den (Endverbraucher-) Preis auswirken würde….

    • Kommissar Freytag says:

      Diese Aussage kann ketzerisch auch so interpretiert werden, die große Mehrheit der Kunden der Kompaktklasse genießt aufgrund quer montiertem Motor und fehlendem Kardantunnel die Vorteile für das Platzangebot, ergo müssten die “Vorteile” durch überproportional steigende Preise an den Kunden weitergegeben werden 😉

      Keine Sorge, wird wohl so nicht kommen, das lässt der Markt der unmittelbaren Wettbewerber auch nicht zu, denn schon die Preisgestaltung beim G20 zeigte eindeutig, ausstattungsbereinigt wird der F40 eher moderat preiswerter, jedoch liegen die Gründe hierbei nicht ursächlich im Wechsel von RWD auf FWD.

  8. Nico says:

    Das Bild lässt eher auf einen Opel Astra als auf einen 1er schließen. Da bin ich mal sehr gespannt wie er schlussendlich aussehen wird. Er hat fast schon was von einem tiefen Family Van. Hoffentlich täusche ich mich dabei. Das wäre ja scheuslich einen tiefergeleten 2er Active Tourer zu haben 😀 😀 😀 Hauptsache Schilder von http://www.schilderkroeten.de

    • M. Power says:

      Ich habe die gleiche Befürchtung, lassen wir uns überraschen.

    • Pepe Winterkorn says:

      Nein es wird definitiv kein tiefergelegter 2 AT und der Innenraum wird deutlich hochwertiger. Ich vermute aber dass das Exterior trotzdem für ordentlich Gesprächsstoff sorgen wird!

      • Pro_Four says:

        …sehe ich ähnlich. Der neue 3er schaut schon extrem schick aus und lässt den F20 nicht mehr modern wirken, in kaum einer Sichtweise.

        Wenn man keinen 1er FWD fahren möchte, aber auf 4 Türen nicht verzichten möchte, der MUSS nun neben zum 3er greifen. Naja, am Freitag ist der M240i erst mal zum abholen in der Welt bereit, das werden schöne Jahre zum genießen. ^^

  9. […] photos of Bimmertoday’s reader Philip show a prototype of the BMW 1 Series F40 on the highway, somewhat unveiling the […]

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  13. […] Bimmertoday, grazie al suo lettore Philip, ha pubblicato delle foto che mostrano un prototipo della BMW Serie 1 F40 in viaggio su un’autostrada e, grazie alla distanza ravvicinata di tali fotografie, possiamo scrutare meglio il design della parte posteriore della vettura. L’auto in questione è quasi sicuramente una vettura di fascia bassa, considerato il singolo terminale di scarico presente. […]

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  16. manuelf says:

    Nachdem ja genug Zeit war, sich mit diesem Wechsel auf FWD abzufinden … habe ich mein Pulver verschossen 😉 kann nicht mehr so lautstark dagegen wettern… Resignation nennt man das wohl 🙂

    Jetzt heißt es also: Entspannt zurücklehnen, schauen was kommt und den Markterfolg beobachten. Bin gespannt, ob die BMW Strategen recht behalten … wenn nicht bleibt mir zumindest meine Schadenfreude.

    • Pro_Four says:

      ….der war gut, ein Lächeln bei dem Wetter, Danke!! 😉

      es wird aber so kommen, der wird ein Erfolg. Mal mit der NL gequasselt, schon der 2AT und co. laufen gut. Für uns Poristen ist nicht mehr viel Platz, der Markt verändert sich, aber nicht nur in der Autobranche, überall.

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