BMW X2 2018: Interview mit Projektleiter Julius Schluppkoten

BMW X2 | 13.06.2018 von 5

Seit wenigen Monaten ergänzt der BMW X2 F39 das Angebot der X-Modelle. Er nutzt die Technik des X1 und bietet ein erheblich dynamischeres Design, unterscheidet …

Seit wenigen Monaten ergänzt der BMW X2 F39 das Angebot der X-Modelle. Er nutzt die Technik des X1 und bietet ein erheblich dynamischeres Design, unterscheidet sich aber dennoch deutlich vom auf den ersten Blick ähnlichen Ansatz der größeren SUV-Coupés X4 und X6. In unserem Interview mit Projektleiter Julius Schluppkotten gehen wir auf die besondere Rolle des BMW X2 ein und klären, worauf sich der künftige Erfolg des jüngsten Neuzugangs unter den X-Modellen begründen soll.

Eine zentrale Rolle spielt dabei das eigenständige Design, das den X2 klar von anderen aktuellen Baureihen abgrenzt. Auch fahrdynamisch muss sich der X2 nicht verstecken, wie wir am Steuer des BMW X2 xDrive20d bereits erleben durften. In den nächsten Monaten wird die Modellpalette um zusätzliche Varianten ergänzt – auch wenn BMW über kommende Modelle wie das M Performance Modell X2 M35i derzeit noch nicht offiziell sprechen möchte.

BimmerToday.de: Der X1 ist seit seinem Marktstart extrem erfolgreich, nun folgt mit dem BMW X2 ein zweites Modell auf gleicher Plattform und mit vergleichbaren Abmessungen. Was sind die Gründe dafür?
Julius Schluppkotten: Der BMW X2 ist keine einfache Ableitung des BMW X1. Sein Exterieur-Design ist absolut einzigartig und wenn wir von der Karosserie sprechen, hat er bis auf die Türgriffe und die Dachfinne keinerlei Übernahmeteile. Auch beim Thema Fahrwerk ist der BMW X2 trotz gleicher Architektur deutlich sportlicher ausgelegt als der X1, dadurch fährt er sich noch agiler und präziser.

BimmerToday.de: Das Design des X2 ist eindeutig dynamischer als das des X1. Mit den am unteren Rand breiteren Nieren und den BMW-Logos auf der C-Säule gibt es gleich zwei derzeit einzigartige Features. Wie wichtig ist Design für den Erfolg des X2?
Julius Schluppkotten: Das haben Sie gut erkannt, der BMW X2 geht andere Wege als die anderen Mitglieder der X-Familie. Unsere Designer konnten neue Dinge ausprobieren und klassische Merkmale neu interpretieren, darunter Ikonen wie die BMW-Niere oder das Emblem an der C-Säule. Das Exterieur-Design des BMW X2 spielt ein sehr wichtige Rolle und wir wissen auch von den Kunden, dass es zu den entscheidenden Kaufgründen gehört.

BimmerToday.de: Im Vergleich zu den SUV-Coupés X4 und X6 ist die Dachlinie des X2 deutlich konventioneller und damit auch näher am Technikspender X1. Wieso geht der X2 in diesem Punkt keinen ähnlich radikalen Weg wie die großen Brüder?
Julius Schluppkotten: Das liegt grundsätzlich an zwei Punkten. Einerseits wollten wir keinen kleinen Bruder des X4 und X6 machen. Der BMW X2 sollte eigenständig bleiben und seinen eigenen Charakter besitzen. Andererseits war uns die Funktionalität sehr wichtig. Der BMW X2 musste gut aussehen, sollte aber im Vergleich zum X1 nur wenig Raum verlieren. Das ist uns aus unserer Sicht sehr gut gelungen.

BimmerToday.de: Gibt es auch technische Unterschiede, die die sportlichere Positionierung unterstreichen, beispielsweise Unterschiede beim Fahrwerk oder bei der Kraftverteilung des Allradantriebs?
Julius Schluppkotten: Ja, das Fahrwerk und insbesondere die Stoßdämpfer haben eine neue Auslegung bekommen. Dazu haben wir die Lenkung etwas schärfer ausgeprägt. Damit fährt sich der BMW X2 spürbar präziser und agiler. Dazu trägt auch eine etwas tiefere Sitzposition bei, die dem Fahrer ein sportlicheres Gefühl vermittelt.

BimmerToday.de: Der Allradantrieb xDrive treibt in erster Linie die Vorderräder an. Ändert der Sport-Modus etwas an der Kraftverteilung?
Julius Schluppkotten: Indirekt, ja. Da DSC und DTC im Sport-Modus eine sportliche Auslegung haben, reagiert auch das Allrad-System entsprechend der Fahrweise und Fahreinstellungen. Die Kraftverteilung ist aber nur bedingt beeinflusst, weil diese unabhängig vom gewählten Modus permanent an die tatsächliche Traktion der Räder angepasst wird.

BimmerToday.de: Der Innenraum ist unstrittig kleiner als beim X1, wieso sollen die Kunden dennoch mehr Geld für einen X2 bezahlen?
Julius Schluppkotten: Der BMW X2 bietet mehr Serienausstattung, beispielsweise ein Sensatec-Dashboard mit Ziernähten, Sportlederlenkrad, Performance Control oder doppelbordige Endrohre. Dazu bieten wir auch Ausstattungen und Pakete wie das M Sport X Modell, das es beim X1 gar nicht gibt.

BimmerToday.de: Die Motorenpalette ist zunächst recht überschaubar, im Vergleich zum X1 fällt insbesondere das Fehlen eines starken Benziners oberhalb des xDrive20i ins Auge. Was sind die Gründe dafür und wann ist in dieser Frage mit einer Änderung zu rechnen?
Julius Schluppkotten: Unser Portfolio werden wir natürlich erweitern. Ob und wann eine stärkere Benzin-Variante genau kommt, können wir ihnen jetzt noch nicht verraten.

BimmerToday.de: Wie stehen die Chancen für eine M Performance Variante BMW X2 M35i?
Julius Schluppkotten: Auch hierzu wollen wir uns momentan noch nicht äußern.

BimmerToday.de: Wie erwarten Sie den Absatz insgesamt, gerade im Vergleich zum X1?
Julius Schluppkotten: Genaue Prognosen können wir Ihnen nicht mitteilen, aber wir hoffen, dass der BMW X2, ähnlich wie der BMW X4 und BMW X6, sehr erfolgreich wird.

BimmerToday.de: Befürchten Sie, dass der X2 viele X1-Kunden abwirbt oder sehen Sie ihn in erster Linie als Eroberer von Marktanteilen, die sich sonst vielleicht ein Range Rover Evoque oder Audi Q2 gesichert hätte?
Julius Schluppkotten: Wir glauben, dass der BMW X2 viele neue Kunden zur Marke BMW bringen wird. Aber natürlich werden sich auch aktuelle BMW Kunden für den X2 entscheiden.

BimmerToday.de: Wo sehen Sie die wichtigsten Märkte für den X2?
Julius Schluppkotten: Die wichtigsten Märkte für den BMW X2 sind klar die USA, China, Deutschland und Großbritannien.

BimmerToday: Herr Schluppkotten, vielen Dank für das informative Gespräch!

5 responses to “BMW X2 2018: Interview mit Projektleiter Julius Schluppkoten”

  1. Quer says:

    Bimmertoday hat vergessen wieso es bei einem neuen Auto den Totenwinkelassistenten nicht gibt, wieso in den Rücklichtern immer noch Glühobst verbaut wird, wieso die Blinker vorne nicht den anderen Modellen angepasst wurden

    • Såschken O'Lehry says:

      Nicht nur das! Mercedes führt mit der A-Klasse eine digitales Display als Tacho ein und das Fahrzeug lässt sich mit dem Handy öffnen und verriegeln, das hätte ich mir hier gewünscht! Größere BMW Modelle haben die Option den Display-Key dazu zu nehmen. Dazu kommt tatsächlich, dass vieles was man aus der 3er Serie kennt (wie bspw. der angesprochene Toter-Winkel-Assistent) und in die kleineren Fahrzeuge übernommen werden soll, für den X2 einfach nicht verfügbar ist. Ich nehme mal an, dass BMW sich beim kommenden 1er und bei beim 2er Grand Coupe sich was einfallen lassen muss. Und dann wird neben der Fahrzeuge die 2019/2020 kommen, der X2 leider ganz schön alt aussehen. Ich bin derzeit dabei mich nach einem neuen Auto umzusehen, und der X2 stand bis dato auch auf meiner Wunschliste. Sogar auf Platz 1 um ehrlich zu sein. Gestern war ich aber mal bei LandRover und ich muss sagen, dass der aktuelle Range Rover EVOQUE leider qualitativ eine ganz andere Klasse ist als der X2. Und das obwohl der RR EVO nächstes Jahr auch neu aufgelegt wird. Solle LR hier Design vom RR VELAR übernehmen, dass wird es für BMW schwer mich als Kunde zu behalten… Schade schade.

      • Der_Dödel says:

        Der Evoque soll besser sein, ich lach mich kaputt !! 🙂
        Ich bin den Evoque schon einige Kilometer gefahren, der kann in keinem Bereich mit dem X2 oder X1 mithalten – alleine die gruselige Infotainment Geschichte, bitte verschone uns also mit Range Rover!

      • Quer says:

        Mit der BMW Connected App kannst auch die Türen ver und entriegeln. Kannst mit dem Smartphone Termine ans Fahrzeug senden und zur Navigation verwenden und vieles mehr.
        Laut verschiedenen Test‘s muss es bei Mercedes nicht so toll funktionieren.
        Aber bevor ich mir einen LandRover nehme, würde ich lieber zum X2 greifen

        • Såschken O'Lehry says:

          Ja, mir wäre BMW auch sympathischer. Zumal ich schon immer BMW oder MINI fahre. Müsste ich mich aber jetzt spontan aus dem Bauch raus entscheiden würde ich mir echt schwer tun. Der RR EVO ist eh erst mal außen vor, weil er schon etwas in die Jahre gekommen ist, womit ich natürlich auch den Kommentar von „Der_Dödel“ nachvollziehen kann. Da ich jetzt eh auf den neuen RR EVO warte, werden die Karten neu gemischt, und dann ist vielleicht auch der neue 1er, 3er oder 2er GC eine Option. Wie gesagt, wäre nicht abgeneigt die Marke zu wechseln, allerdings bin ich auch offen für Neues!

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