24h Nürburgring 2018: Bester BMW nur auf Position 13

Motorsport | 14.05.2018 von 4

Wie schon in den Vorjahren musste sich BMW Motorsport erneut ohne Grund zum Feiern von der Nürburgring Nordschleife verabschieden. Auch bei den 24h Nürburgring 2018 …

Wie schon in den Vorjahren musste sich BMW Motorsport erneut ohne Grund zum Feiern von der Nürburgring Nordschleife verabschieden. Auch bei den 24h Nürburgring 2018 konnte der BMW M6 GT3 nicht gewinnen – und war davon auch deutlich weiter entfernt als im Vorjahr. Nach 24 Stunden kamen die beiden bestplatzierten BMW M6 GT3 nur auf den Rängen 13 und 15 ins Ziel und spielten im Kampf um den Gesamtsieg praktisch keine Rolle. Auch wenn dabei längst nicht alles nach Plan lief und die fünf gestarteten BMW M6 GT3 mit diversen Schwierigkeiten zu kämpfen hatten, kann BMW Motorsport mit dem Abschneiden nicht zufrieden sein.

Den bisher letzten Gesamtsieg feierten die Münchner 2010 mit einem BMW M3 GT2. Der Erfolg liegt inzwischen acht Jahre zurück und die Formkurve deutet eher nach unten als nach oben – was die Frage aufwirft, ob die Münchner in diesem Jahrzehnt überhaupt noch einen Gesamtsieg auf der Nordschleife feiern können. Wer diese Frage 2010 gestellt hätte, wäre sicherlich mit ungläubigem Kopfschütteln bedacht worden, schließlich kamen die Erfolge zuvor in deutlich kürzeren Intervallen.

Den Gesamtsieg bei den 24h Nürburgring 2018 feierte stattdessen einer der Porsche 911 GT3 R von Manthey Racing, auf den Positionen zwei und drei kamen die Mercedes-AMG GT3 des Teams Black Falcon ins Ziel. Ein Aston Martin und ein weiterer AMG auf den Rängen 4 und 5 sorgen dafür, dass auch Audi nicht zufrieden mit dem eigenen Abschneiden am Ring sein kann. Dennoch ist klar, dass die Ingolstädter erheblich konkurrenzfähiger unterwegs waren als BMW und insofern für 2019 ein paar Hausaufgaben weniger zu erledigen haben.

Jens Marquardt (BMW Motorsport Direktor): „Das war für uns leider nicht das 24-Stunden-Rennen, das wir uns erhofft hatten. In Sachen Pace waren wir absolut in der Spitzengruppe mit dabei und hatten phasenweise das schnellste Auto im Feld. Umso größer ist die Enttäuschung darüber, dass wir aufgrund von Zwischenfällen und technischen Schwierigkeiten nicht in den Kampf um die Spitzenplätze im Gesamtklassement eingreifen konnten. Das ist bitter für alle, die in der Vorbereitung und hier im Rennen alles gegeben haben. So war am Ende der BMW M6 GT3 mit der Nummer 102 auf Rang 13 der bestplatzierte BMW im Feld. In den weiteren Klassen haben die BMW Teams super gekämpft und drei Siege errungen. Das ist die positive Seite eines für uns insgesamt sehr schwierigen Rennens. Glückwunsch an Porsche zum Gesamtsieg. Im nächsten Jahr greifen wir wieder an.“

Augusto Farfus (#102 Shell Helix BMW M6 GT3): „Grundsätzlich ist es immer ein tolles Erlebnis, dieses Rennen fahren zu dürfen. Ich danke BMW Motorsport dafür, dass ich auch in diesem Jahr wieder die Möglichkeit dazu hatte. Die neue Konstellation aus Team, Fahrzeug, Reifen und Fahrern war eine Herausforderung. Angesichts dessen haben wir einen guten Job gemacht. Wir sind bestes BMW Team und haben den Shell Helix BMW M6 GT3 in einem Stück ins Ziel gebracht.“

Jens Klingmann (#33 BMW M6 GT3, Falken Motorsports): „BMW Motorsport ist mit dem Ziel hierher gekommen, den 20. Gesamtsieg einzufahren. Wir wollten gleichzeitig den ersten Sieg für Falken Motorsports erringen. Dass wir dann aufgrund technischer Probleme schon nach wenigen Stunden drei Runden Rückstand hatten, war natürlich erst einmal enttäuschend. Trotzdem haben wir alles gegeben, keine Fehler gemacht und das Auto ohne weitere Probleme ins Ziel gebracht. Leider hat uns vor allem im Nassen im Vergleich zur Spitze ein wenig die Pace gefehlt. Aber alles in allem hatte ich eine tolle Zeit bei Falken Motorsports. Das Team ist sehr professionell und hat einen großartigen Job gemacht.“

John Edwards (#98 BMW M6 GT3, ROWE Racing): „Ein Ausfall bei einem 24-Stunden-Rennen ist immer enttäuschend, aber er tut besonders weh, wenn man eine Siegchance gehabt hätte – und die hatten wir. Der BMW M6 GT3 war in den ersten Stunden, in denen wir zeitweise in Führung lagen, sehr schnell, und ich war für den Rest des Rennens sehr zuversichtlich. Leider haben wir dann Probleme bekommen.“

Connor De Phillippi (#99 BMW M6 GT3, ROWE Racing): „Ich war am Anfang einer Code-60-Zone das dritte Fahrzeug in einer Schlange. Das erste Fahrzeug hat sehr früh gebremst, und es kam dahinter zu Auffahrunfällen. Ich bin in das Heck des Audis vor mir gefahren und habe dabei den Kühler meines Fahrzeugs beschädigt. Wir hatten keinen Wasserdruck mehr, und ich konnte nicht weiterfahren. Es tut mir sehr leid für das Team und meine Teamkollegen.“

Nico Menzel (#60 BMW M4 GT4, Sorg Rennsport): „Es ist natürlich ärgerlich, dass wir technische Probleme hatten, aber es war trotzdem schön, mit dem BMW M4 GT4 ins Ziel zu kommen. Insgesamt war das ein großartiges Erlebnis. Ich konnte bei meinem Heimrennen den Start fahren. In der Einführungsrunde die ganzen Fans an der Strecke zu sehen, hat mir fast die Tränen in die Augen getrieben. Ich habe die Atmosphäre genossen. Auch die Tatsache, dass unser BMW M4 GT4 prominent in die TV-Übertragung eingebunden war, hat mir sehr viel Spaß gemacht. Ein großes Dankeschön geht an das Team von Sorg Rennsport, das alles für den Einsatz dieses Fahrzeugs gegeben und einen großartigen Job gemacht hat.“

Beitske Visser (#60 BMW M4 GT4, Sorg Rennsport): „Ich bin sehr dankbar, dass mir BMW Motorsport diese fantastische Erfahrung ermöglicht hat. Das war mein erstes 24-Stunden-Rennen, und vor allem mein langer Einsatz in der Nacht war wirklich verrückt. Es ist sehr dunkel da draußen, aber es macht trotzdem sehr viel Spaß. Generell hatten wir auf unserem BMW M4 GT4 ein tolles Team. Die Stimmung war super, und ich habe sehr von der Erfahrung von Dirk Adorf und Tom Coronel profitiert.“

4 responses to “24h Nürburgring 2018: Bester BMW nur auf Position 13”

  1. Tecnologia Paraguay says:

    Es ist einfach nur schlimm wenn man sieht was aus BMW geworden ist. Ich habe mal über 20 Jahre für BMW gearbeitet und war immer auch ein Fan der Marke, aber die Halbherzigkeit in den letzten Jahren in manchen Bereichen ist einfach nicht schön zu sehen. Auch wenn sie vielleicht mittlerweile mehr Autos verkaufen, so sehe ich doch auch eine sehr großes Abwandern von Altkunden zu anderen Marken. Standen früher noch rund 20 BMW bei Feiern auf meinem Hof, sind es heute noch im Höchstfall 5 und genauso ist es Motorsport. In der DTM war in der letzten Saison die Luft raus, die Formel 1 wurde vor Jahren wegen Erfolglosigkeit aufgegeben und bei den 24 Stunden jetzt trat man mit so wenigen GT3 Fahrzeugen an, dass es schon viel Glück gebraucht hätte, noch ein Fahrzeug nach vorn zu bringen. Ich denke, entweder macht man etwas richtig oder man lässt es, den die Negativwerbung ist sonst größer als der Nutzen, die diese Blamagen mit sich bringen.

    • Filou says:

      Amen!
      Von mir aus sollen sie sich mit der Entwicklung der Hybrid-Technologie und reinen Elektrofahrzeugen spielen, wenn sie glauben, das sei die Zukunft. Aber um Himmels Willen nicht auf Kosten der Kernmarke und ihre Kernkompetenzen. Ich kaufe mir doch keinen BMW weil er unter der Haube einen 3 Zylinder rattern hat und einen Fake Auspuffklang von sich gibt. Bevor ich so etwas wie die Zukunft glaube einleuten zu können, wovon nicht nur ich bis dato mehr als skeptisch bin, dass es nicht deutlich zu früh war, muss ich zunächst dafür sorgen, dass die Marke das repräsentiert wofür sie Jahrzehnte lang stand…und das ist Sportlichkeit. Wenn ich den Sportwagenmarkt aber sang- und klanglos der Konkurrenz überlasse und nur noch mit modifizierten Alltagsfahrzeugen versuche den Anschluss zu halten, dann hat man hier den aktuellen Markt und seine Wünsche fehlinterpretiert, wie man an den jeweiligen Absatzzahlen sieht.

    • M54B25 says:

      Angesichts von F39, F45, F48 und allem anderen FWD-Kram sowie R3-Luftpumpen Motoren (nein nicht Triebwerke) ist die Abwanderung ja auch verständlich. NUR wohin wandern die Kunden ab? Zu sprechenden Yuppie-Kisten-Verklopper (Hey Merc*des) – Turbo-Furzenden R4/R5 Dieselskanal-Vandalen oder RS-VAG Tschechen-Gangstern? Na dann können sie gerne da bleiben, wenn ihnen Markentreue und die Marken-Werte wechselwillig unwichtig sind.

      Zum 24H selbst – Manthey Racing hat ja auch wieder Jahre gebraucht um zu siegen, die Leistungsdichte ist zu hoch und die BoP eine eigene Wissenschaft, die in den letzten 5 Jahren nur zum Teil funktionierde. Und wenn dann noch Fahrer am Start sind die nicht cool genug sind einmal kurz zu bremsen, wenn die Rennsituation unübersichtlich wird und sich dadurch den Kühler zerdeppern – tja dann wird der 20te Sieg noch länger auf sich warten lassen.

    • M. Power says:

      Ja so ist es leider, da kann ich schweren Herzens nur beipflichten.
      BMW führt zwar noch wie vor in der Statistik die Gesamtsiege beim 24H Nürburgring an, ist aber wohl nur eine Frage der Zeit bis sie von Porsche überholt werden.
      Ich war von BMW’s Leistungen auch sehr enttäuscht, ich hatte deutlich mehr erwartet. Aber eben, mit so wenig Autos am Start stehen die Chancen nicht besonders gut.
      Aber Hauptsache BMW investiert Geld in die Formel E, wo mehr mit Marketing als Motorsport zu tun hat.

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