Porsche Motorsport: Formel E ab 2019 statt LMP1 in Le Mans

Motorsport | 28.07.2017 von 6

Für die Formel E hätte die Woche kaum besser laufen können, andere Rennserien dürften die Lage ein wenig anders einschätzen: Porsche hat vor wenigen Minuten …

Für die Formel E hätte die Woche kaum besser laufen können, andere Rennserien dürften die Lage ein wenig anders einschätzen: Porsche hat vor wenigen Minuten die Gerüchte der letzten Tage bestätigt und offiziell seinen Ausstieg aus der Prototypen-Klasse LMP1 für Le Mans und die World Endurance Championship (WEC) bekanntgegeben. Die LMP1 verliert damit einen von ohnehin nur zwei Herstellern, denn 2017 fuhren lediglich Porsche und Toyota mit den teuren Prototypen um den Gesamtsieg – und konnten sich trotz enormenr Budgets nur relativ knapp gegen die eigentlich langsamere Konkurrenz aus der LMP2 durchsetzen, weil alle LMP1-Fahrzeuge mit technischen Problemen zu kämpfen hatten.

Im gleichen Atemzug verkünden die Zuffenhausener ihren Einstieg in die Formel E zur Saison 2019. Damit gewinnt die Elektroauto-Rennserie innerhalb einer Woche einen zweiten prominenten Hersteller, denn erst vor wenigen Tagen hatte auch Mercedes eine Neuausrichtung seiner Motorsport-Strategie verkündet. Während Mercedes aus der DTM aussteigt und die Tourenwagen-Serie somit in ernste Schwierigkeiten bringt, sorgt der Porsche-Ausstieg aus der WEC für Verwirbelungen in der LMP1. Die Formel E jedoch wird durch das prominente Duo aus dem Raum Stuttgart deutlich attraktiver.

Für BMW bedeuten die neuen Gegner in der Formel E, dass Erfolge dort künftig noch schwieriger werden. Ab der Saison 2018/2019 werden die Münchner gemeinsam mit Andretti als Werksteam an den Start gehen und versuchen, BMW i und iPerformance auch im Motorsport zu einer Erfolgsgeschichte zu machen.

Aber auch der Porsche-Ausstieg aus der LMP1 hat Folgen für BMW Motorsport: Die Münchner kehren nächstes Jahr mit dem BMW M8 GTE zurück nach Le Mans und dürfen zumindest darauf spekulieren, dass die GTE-Rennwagen in Abwesenheit der viel schnelleren LMP1-Boliden deutlich mehr Aufmerksamkeit erhalten als in den letzten Jahren.

Michael Steiner (Entwicklungsvorstand der Porsche AG): “Einstieg und erfolgreiche Präsenz in der Formel E sind die logische Konsequenz unserer Mission E. Wachsende Freiheitsgrade für Eigenentwicklungen machen die Formel E für uns attraktiv. Porsche setzt auf alternative und innovative Antriebskonzepte. Die Formel E ist für uns das ultimative kompetitive Umfeld, um die Entwicklung von High Performance-Fahrzeugen in punkto Umweltfreundlichkeit, Sparsamkeit und Nachhaltigkeit voranzutreiben.”

Fritz Enzinger (Leiter LMP1 und zentrale Figur beim Wiedereinstieg von Porsche in den Spitzenmotorsport 2014): “Es war eine große Herausforderung, die Le Mans-Truppe von null aufzubauen. Über die Jahre ist eine äußerst erfolgreiche, kompetente Mannschaft zusammengewachsen. Auf diese Basis setzen wir auf. Ich bin mir sicher, dass wir für die Formel E unser Niveau auf einem hohen Level halten werden. Wir sehen dem Start mit einer gehörigen Portion Selbstvertrauen und Freude entgegen.”

(Fotos & Infos: Porsche)

6 responses to “Porsche Motorsport: Formel E ab 2019 statt LMP1 in Le Mans”

    • M. Power says:

      Für mich ist Formel E auch kein Motorsport, sondern nur eine Marketing Veranstaltung. Und von wegen umweltfreundlich, möchte ja nicht wissen wie viel CO2/Nox ausgestossen wird bis der ganze Zirkus am Veranstaltungsort ist.
      Der grösste Witz ist ja die Schweiz, hier gilt seit 1955 ein stricktes Verbot für Rundstreckenrennen (wegen dem Unfallrisiko!!).
      Aber weil diese super umweltfreundliche Formel E plötzlich hip ist, möchte man diese Veranstaltung in Zürich zulassen. Ja toll, nur weil die scheiss Kisten keinen Verbrennungsmotor haben ist das Unfallrisiko ja nicht kleiner.

      • Wombat says:

        Absolut Deiner Meinung!
        Auch nicht uninteressant, daß die Formel E in den drei Jahren noch keinen Cent Geld verdient hat, sondern nur inzwischen wohl einen Schuldenberg in dreistelliger Millionenhöhe angehäuft hat. Toll… Aber jetzt kommt ja frisches Geld…

        Und Hauptsache, so trantütige Hersteller wie Mercedes, die 2020 mit ihrer Elektromobilität endlich starten wollen (da ist BMW mit i3 und i8 schon 7 Jahre auf dem Markt!), können sich dann hinstellen und ganz stolz sagen: “Guckt her was wir alles tolles machen in Sachen E-Mobilität!”… Lachnummer…

        Wie ich schon im letzten Beitrag zum Thema “Ausstieg Mercedes aus der DTM” ( https://www.bimmertoday.de/2017/07/25/formel-e-statt-dtm-mercedes-motorsport-stellt-sich-neu-auf/#comments ) geschrieben habe, schreckt mich dieses furchtbare “Werbfilm-Feeling” und der ach so hochgelobte “Event-Charakter” solcher Veranstaltungen eher ab und ich schaue mir lieber richtigen Motorsport bei VLN, GT-Serien und den Rahmenrennen der DTM an… 🙂

      • Quer says:

        Audi macht ja auch mit, dann wird die ganze Formel E noch uninteressanter, wenn die unfairen Typen zu plockieren anfangen.

  1. Dailybimmer says:

    Formel E? Werde ich mir nie anschauen.

  2. Marcel Stöckl says:

    Ich finde es echt schon bedenklich wie man quasi dazu gezwungen werden soll sich diesen Schmarn anzugucken. Finde an der Serie wirklich absolut nix interessantes, Es gibt keinen Motorsound richtige Duelle sind auf den Engen Stadtkursen verdammt schwierig und versucht es doch mal einer ist das Geheule bei einem von beiden am Ende des Rennen groß.( Saisonfinale notgedrungen geguckt da danach auf Eurosport was lief was ich gucken wollte). Und nur weil se allesamt jahrelang die Kunden verarscht haben und jetzt unbedingt Geldsparen müssen(Glaube aber iwie nicht das die Neuentwicklung eines Wagens und “Motors” der den Rennbetrieb aushält billiger ist als das betreiben der DTM oder LE Mans). Dann gucke ich ab jetzt nur noch GT Sport und/oder Moto GP weil das ist noch richtiger Motorsport Rad an Rad auf einer Strecke wo auf genügend Platz ist und nicht auf so gekünstelten Strecken in den Großstädten. (Als ob es nicht schon genügend Verkehrschaos in den heutigen Großstädten gäbe nein wir machen die Straßen noch extra dicht um ein Elektrorennen durchzuführen)

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