Fahrbericht BMW M240i 2017: Interieur-Facelift statt Schminke

BMW 2er, Fahrberichte | 22.07.2017 von 27

Fahrbericht: Stellvertretend für das BMW 2er Facelift 2017 durften wir ans Steuer des neuen BMW M240i. Die wichtigsten Änderungen betreffen den Innenraum.

Dem Namen nach geht es bei einem Facelift in erster Linie um Äußerlichkeiten, aber das BMW 2er Coupé kümmert sich wenig um diese scheinbare Vorgabe. Denn auch wenn sich die zweitürigen Varianten der erfolgreichen 2er-Reihe ab Juli 2017 mit neuer Lichttechnik an Front und Heck sowie leicht überarbeiteten Nieren präsentieren, spielt sich das eigentliche Facelift im Innenraum ab. Für unseren ersten Fahrbericht mit dem aufgefrischten 2er konnten wir am Steuer des neuen BMW M240i xDrive Platz nehmen – und hatten von dort die beste Sicht auf die wesentlichen Maßnahmen der Modellpflege.

Schon vor dem Fahrtantritt fällt der Blick auf das neue Instrumenten-Display im Black Panel-Design. Zwar ist der modern aussehende Ersatz für die bisherigen Instrumente nicht mit dem volldigitalen Display der 3er- und 4er-Reihe vergleichbar und entspricht in seinem Funktionsumfang praktisch dem bisherigen Stand, das schwarz-glänzende Design kann sich aber definitiv sehen lassen und stellt einen echten Mehrwert gegenüber dem früheren Look dar. Auch das Design der Armaturentafel wurde grundlegend überarbeitet, speziell die Zierleisten-Gestaltung vor dem Beifahrer und eine zusätzliche Kontrastnaht auf der Oberseite der Instrumententafel sollen den 2er hochwertiger wirken lassen.

Die dritte wesentliche Maßnahme betrifft das Infotainmentsystem iDrive, denn auch hier markiert das BMW 2er Facelift 2017 einen sichtbar neueren Stand als bisher. Wichtigste Neuerung ist das hochauflösende Touchscreen-Display, das die Bedienung in einigen Situationen noch intuitiver macht. Das Kachel-Design im iDrive-Hauptmenü ist genau wie in den übrigen Baureihen in seiner Anordnung individualisierbar, außerdem liefern die Live-Inhalte der Kacheln schon vor der Wahl des jeweiligen Menüpunkts einige wesentliche Infos zu Wetter, Navigation & Co.

Apple CarPlay kann nun genau wie in den größeren Baureihen auch ohne Kabelverbindung genutzt werden, außerdem lassen sich mit Android Auto auch die Inhalte anderer Smartphones aufs Display bringen. Damit dabei nicht der Saft ausgeht, ist der 2er auf Wunsch mit einer Ablagefläche zum induktiven Laden aller gemäß Qi-Standard zertifizierten Smartphones ausgerüstet.

Sich auf diese Neuerungen zu konzentrieren, fällt am Steuer des BMW M240i 2017 allerdings nicht immer leicht: Der Reihensechszylinder B58 gewinnt den Kampf um die Aufmerksamkeit des Fahrers spätestens nach dem Wechsel in den Sport-Modus. Während sich das Temperament des Motors im Comfort-Modus nach dem Start noch recht gut verstecken kann, reagieren die sechs Zylinder in den schärferen Fahrprogrammen ausgesprochen spontan auf jeden Leistungswunsch. Weil sich mit dem Fahrmodus auch die Getriebecharakteristik ändert, befindet sich der Motor zudem fast immer in einem optimalen Drehzahlfenster und kann seine Sahneseite besonders gut präsentieren.

Die Möglichkeit, selbst Gänge zu wechseln, gibt es an Bord des BMW M240i Facelift übrigens nur noch mit Hilfe der Schaltwippen am Lenkrad: Weil in Deutschland weniger als zehn Prozent der M240i-Kunden zum manuellen Sechsgang-Getriebe gegriffen haben, wurde das Angebot zur Modellpflege gestrichen. Heißt im Klartext: Alle neuen BMW M240i sind serienmäßig mit Achtgang-Automatik ausgerüstet.

Der in unserem Tester verbaute Allradantrieb xDrive sorgt gemeinsam mit der ausgeglichenen Gewichtsverteilung dafür, dass dem BMW 2er Facelift Traktionsprobleme völlig fremd sind. Während der klassische, heckgetriebene M240i in vielen Situationen gut spürbar mit dem Heck nach außen drängt und gerade bei Volllast-Beschleunigungen mit eingeschlagenen Vorderrädern einen wachen und reaktionsbereiten Fahrer verlangt, übersetzt der M240i xDrive auch rabiateste Vollgas-Befehle stoisch und effizient in jederzeit spurstabilen Vortrieb.

Fahrwerk, Lenkung und Motor entsprechen nicht nur im Fall des M240i xDrive, sondern bei allen Varianten des BMW 2er Facelift 2017 dem Stand vor dem Facelift: Den größeren Raum für Verbesserungen gab es angesichts der unbestrittenen Fahrspaß-Qualitäten offenbar im Cockpit. Hier verfehlen die gezielten Maßnahmen zur Aufwertung des Innenraums ihre Wirkung nicht, sie sorgen ohne direkten Vergleich aber auch nicht für ein grundlegend neues Flair. Das war allerdings auch nicht das Ziel der Maßnahmen, denn der M240i war schon vor der Modellpflege ein BMW wie er im Buche steht: leistungsstark, agil und fahrerorientiert, dabei uneingeschränkt alltagstauglich und hochmodern vernetzt. Mit dem Facelift wurde dieses Profil nicht wesentlich verändert, aber vor allem im letzten Punkt erfolgreich geschärft.

27 responses to “Fahrbericht BMW M240i 2017: Interieur-Facelift statt Schminke”

  1. Mini-Fan says:

    Was passiert eigentlich mit 2er Coupé und Cabrio, wenn der 1er auf FWD umgestellt wird?
    Der 2er basiert ja noch auf dem aktuellem 1er RWD.

    Das neue 2er GranCoupé soll ja auf den Chinesen-1er mit FWD basieren.
    Aber die Zweitürer?

    • Moo says:

      … werden weiterhin Spaß machen 😉

      • Mini-Fan says:

        woher weißt du das so genau?

        Das rechnet sich für BMW doch gar nicht mehr, wenn der 1er als RWD wegfällt.
        Es mus BMW sowieso SEHR zu denken geben, daß ausgerechnet die beiden (teuersten) Spitzenmodelle M140i und M240i weltweit die meistverkauftesten der beiden Baureihen sind.
        Ob das nur unter “Torschlußpanik” zu verbuchen ist??
        Die Verkaufszahlen beim neuen 1er könnten drastisch einbrechen – kein RWD, kein R6 …

        • Moo says:

          Dass wir alle lieber den neuen 1er mit rwd und R6 gesehen hätten… Da sind wir uns wohl einig… Erfolge von Mercedes A-Klasse (würg), A3, Golf, etc zeigen aber leider, dass die Kunden in diesem Segment wohl nicht so sensibel sind… Aber auch ich bin mir sicher, dass die Stückzahlen zurück gehen werden… Man hat schließlich einen ‘USP’ verloren…. Ich bin allerdings optimistisch, dass die Controller noch nicht vollends die Macht ergriffen haben und BMW immernoch der Meinung ist, dass 2-Türige Coupés Heckantrieb benötigen 🙂

          • Mini-Fan says:

            Das genaue Gegenteil ist bei BMW-Kunden – in diesem Segment – der Fall:
            Diese sind offensichtlich sehr (!) sensibel, was RWD und R6 anbetrifft: Das zeigen die Verkaufszahlen des 40i. Und bei diesem Modell ist mit Sicherheit die Gewinnmarge um ein mehrfaches höher als z.B. bei einem 116i.

            Aber ich schließe natürlich nicht aus, daß der neue 1er (wie schon der ActiveTourer) neue Käuferschichten erschließen wird, von der bisherigen Golf-Klasse herkommend.

            Und noch ein Wort zu diesen Controllern und Marketing-Fritzen (andernorts schon mal, oftmals zutreffend, als “Nieten in Nadelstreifen” betitelt):
            Nur diese haben die aktuelle Kartell-Scheiße zu verantworten, und nicht etwa die BMW-Ingenieure.
            Auch bei VW, wo – obwohl die EA189-Motoren nicht sauber zu kriegen waren – auf-Teufel-komm-raus die “clean-Diesel” Masche geritten werden musste, wegen des Absatzes von ein paar zig Tausend Diesel-Pkw.

          • Mini-Fan says:

            Mir müsste mal jemand erklären, welches Kaufargument für einen zukünftigen FWD-1er BMW sprechen sollen – außer den imaginären wie Image und Markentreue.
            Irgendwie muss der unvermeidliche Mehrpreis ja zu rechtfertigen sein. R6 und RWD können es ja nicht mehr.
            Und der Golf ist ja seit Jahren darauf abonniert, Testsieger zu sein.

    • Dailybimmer says:

      Bleiben bei RWD.

  2. Daniel says:

    Mein M140 ist gestern gebaut worden.
    Freu mich schon mega!
    Wusste gar nicht dass bei den blackpanels gar nichts mehr analog dargestellt wird.

    • Benny says:

      Glückwunsch zum neuen Auto!

      Zur Klarstellung: Das Instrumenten-Display ist vom Funktionsumfang unverändert, so wie es auch oben im Text steht. Es ist also nicht volldigital, auch wenn die bisher klar abgegrenzten analogen Bereiche nun durch den einheitlichen Black Panel-Look “digital” wirken, sind sie weiterhin analog. Als Display ausgeführt ist genau wie vor dem Facelift nur ein vergleichsweise kleiner Bereich in der unteren rechten Ecke.

      • Daniel says:

        Danke!

        Aber die Zeiger sind doch anders als beim F10 früher auch nicht zu sehen im ausgeschalteten Zustand.
        Wie unterscheidet sich das Ding dann von einem normalen Display?

        • Benny says:

          Durch das gemeinsame Deckglas entsteht dieser Eindruck, aber unterhalb des Glases befinden sich weiterhin analoge Instrumente inkl. Zeigern. Das schwarze Deckglas verdeckt aber den Blick auf diese Elemente. Der Unterschied zu einem volldigitalen Display wie bspw. im 3er und 4er ist wesentlich: Dort kann die komplette Fläche mit allen möglichen Infos bespielt werden, daher ist auch eine Anpassung des gesamten Looks an den Fahrmodus möglich etc.pp. – das geht im 2er und 1er nicht, weil weiterhin (wie vor dem Facelift) nur ein relativ kleiner Teil unten rechts wirklich ein frei bespielbares Display ist, bspw. zur Anzeige von Navi-Hinweisen und dergleichen.

    • Kommentator says:

      … besonderer Glückwunsch – sofern es einer mit Schaltgetriebe ist ! (?)

      Zitat 1:
      „Die wichtigsten Änderungen betreffen den Innenraum.“

      >> Nein: … betreffen den Wegfall des Schaltgetriebes, bitte korrigieren!

      Zitat 2:
      “Weil in Deutschland weniger als zehn Prozent der M240i-Kunden zum manuellen Sechsgang-Getriebe gegriffen haben, wurde das Angebot zur Modellpflege gestrichen.”

      >> o.k., BMW kann ja auf 10 % mögliche Kunden (beim 2er) verzichten, nachdem es auch ansonsten so „rund läuft“, d.h. “rund geht” trifft es derzeit wohl besser …

      Alternative:
      … (noch!) zum 1er mit Schaltung greifen, da wird weniger dran verdient
      … zum M2 geht ja nicht, da sehr lange Lieferzeit

      Die w a h r e Begründung: CO2-Minderung

      • Daniel says:

        Dankeschön!
        Nein, hab meinen mit Sportautomatik bestellt. Die ZF Automatik ist einfach ein Gedicht. Aber das ist wie so oft Geschmacksache.

      • Fagballs says:

        CO2-Minderung auf dem Papier IMHO. Ich verbrauche mit der Automatik nen guten halben Liter mehr als mit dem Handschalter.

        • Mini-Fan says:

          Glaube ich auf’s Wort!

          Nur bei Menschen, die zu oft im zu kleinen Gang fahren, dürfte es anders sein. Also bei den meisten.
          Und bei denjenigen, die einen sehr großen BAB-Anteil haben; der VIII. Gang ist halt doch einiges länger untersetzt als der VI. des Handschaltgetriebes.

          • Fagballs says:

            Auch auf der Autobahn hab ich keinen großen Verbrauchsvorteil, während ich im Schalter einfach alles im VI abhandele, darf ich bei der Automatik nur ganz sanft mit dem Gaspedal interagieren, sonst schaltet er sofort zwei, drei Gänge zurück…

            • Mini-Fan says:

              Mich fuchst es auch, daß bei der (älteren) Steptronic genannten Automatik von ZF (konkret: beim 730d Mod. F01) in der linken Schaltgasse (Stellung “S”), in der man ja angeblich manuell schalten kann, der Gang auch bei niedrigen Drehzahlen gerade eben nicht (!) festgehalten wird, die Automatik also zurückschaltet. So kann man das Drehmoment, das der Motor auch bei der niedrigeren Drehzahl bereitstellen würde, nicht nutzen – stattdessen: kleinerer Gang, höhere Drehzahl, Teillast statt Volllast, höherer Verbrauch.

      • M. Power says:

        Ja ist echt schade das es nun ein M Performance Modell weniger hat mit Schaltgetriebe.
        Da frage ich mich, ob BMW nicht am falschen Ort spart. Klar ist der Anteil klein, aber für Schalter-Fans ein grosses Kaufargument. Zum Glück gibt es noch den M2 als Schalter, hoffentlich in Zukunft auch noch.

    • Dailybimmer says:

      Gratulation auch meinerseits. Ein sehr cooles Teil.

  3. Fagballs says:

    Ich muss das hier mal wieder loswerden: Ich verstehe nicht, wie Auto-Journalisten Touchscreen-Bedienung besprechen, als wäre es der heilige Gral. Ich sehe genau eine Anwendung dafür: Im stehen das Navi-Ziel mit einem Qwertz-Tastatur eingeben (macht sowieso keiner). Sobald sich das Auto bewegt, halte ich den Touchscreen für keine gute Lösung mehr, wenn iDrive oder Voice Control die Alternativen sind.

    Ansonsten: Klar, schönes Auto mit nicht verachtendem Haben-Wollen-Faktor, nur leider nicht als Schalter verfügbar. Und ich bin gespannt, wie seine Zukunft aussieht.

    • Daniel says:

      Vollkommen richtig, touchscreens sind absoluter Blödsinn.
      Sowas wie im neuen Audi A8 gemacht wurde kann ich überhaupt nicht verstehen.

    • manuelf says:

      Einen weiteren Anwendungsfall sehe ich noch in der Bedienung von der Beifahrerseite… wenn meine Frau neben mir als Beifahrer sitzt, bedient sie oft die headunit (Musik, Navi). Für sie als Rechtshänderin ist die Bedienung über den iDrive Controller auch nicht gerade optimal … und meistens liegt meine Hand/Arm da auch in der Mittelkonsole rum und behindert sie eher 😉
      Mal schaun … mein neuer in 2 Wochen hat nun seit der Juli-Maßnahme jedenfalls auch Touch (hätte ich nicht unbedingt gebraucht) … mal schauen, ob es was bringt, wie von mir vermutet…

      • Fagballs says:

        Das ist natürlich noch eine Variante, wobei dann auch bei BMW der Screen vom Beifahrer wegzeigt und aus normaler Sitzposition relativ weit weg ist. (Also ich sitze weder als Fahrer noch als Beifahrer so, dass ich ohne mich vorzubeugen den Bildschirm berühren kann). Ich bin auch Rechthänder, aber den iDrive mit Links zu bedienen finde ich nicht schlimm. Als Gamer bin ich gewohnt mit Links Richtungseingaben zu machen 😉
        Aber klar, in deinem Anwendungsfall wenn es ihr so besser passt, ist es auf jeden Fall zumindest nicht komplett unnütz 😉

    • Mini-Fan says:

      seine Zukunft:

      Ich tippe mal auf 2.0-ltr-R4-Mildhybrid (Serie) mit 326 PS.

      Turbo-Faktor 2.0
      Ergibt Typenbezeichnung 140i.
      Dann sowieso nur als Automatik-Version.

  4. Nik Schmidt says:

    Kann mir wer sagen ob die Beleuchtung nun weiß ist oder diese im fahrmodi Orange wird?

    • Der_Namenlose says:

      Die Beleuchtung ist unabhängig davon, ob man fährt oder nicht. Sie hängt nur davon ab, ob das Licht eingeschaltet ist:
      – Licht aus: KEINE Beleuchtung, auch keine weiße! Das weiße Ziffernblatt “leuchtet” durch Umgebungslicht, d.h. in dunkler Garage sieht man wenig bis gar nichts.
      – Licht an: orange Hintergrundbeleuchtung

  5. ikz says:

    Weiß jmd. wie die Blinker vorne ausgeführt sind? Auch LED oder Funzel?

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