Kartell-Verdacht: BMW, Daimler, Audi, Porsche & VW im Visier

News | 21.07.2017 von 10

Laut einem Bericht des Spiegel steht den deutschen Autobauern BMW, Audi, Mercedes, VW und Porsche großer Ärger ins Haus. Der Spiegel will erfahren haben, dass …

Laut einem Bericht des Spiegel steht den deutschen Autobauern BMW, Audi, Mercedes, VW und Porsche großer Ärger ins Haus. Der Spiegel will erfahren haben, dass sich Volkswagen und Daimler mit einer Art Selbst-Anzeige belastet und von einem seit den 1990er-Jahren bestehenden Kartell zwischen den Konzernen berichtet haben. In über 1.000 Treffen sollen die Autobauer zahlreiche technische Details besprochen und sich auf eine Art und Weise verständigt haben, die allen Beteiligten illegale Vorteile brachte.

Die angebliche Selbstanzeige von VW und Daimler steht laut Spiegel im Zusammenhang mit der Affäre um geschönte Emissionswerte: Unter anderem sollen sich die Autobauer über die Größe der zur Abgas-Reinigung benötigten AdBlue-Tanks verständigt haben – im Wissen darum, dass günstige Lösungen mit relativ kleinem Volumen nur dann ausreichend lange halten, wenn die AdBlue-Einspritzung in vielen Fahrsituationen reduziert oder ganz eingestellt wird. In diesem Zusammenhang würde auch die BMW Group in den Fokus des Abgas-Skandals rücken.

Neben Fragen der Abgasreinigung sollen sich die Autobauer auch über viele andere Details ausgetauscht haben – bis hin zu technischen Fragen im Zusammenhang mit Cabrio-Dächern oder die Wahl einzelner Zulieferer. Die Absprachen zielten laut Spiegel darauf, den Wettbewerb in diesen Bereichen außer Kraft zu setzen.

Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, müssen alle beteiligten Autobauer mit empfindlichen Strafzahlungen rechnen. Die entsprechenden Untersuchungen werden unter anderem von den Kartellbehörden der Europäischen Union geführt und könnten mit Blick auf den Umfang und die langen Zeiträume der möglichen Kartellrechts-Verstöße zu Strafen im Umfang mehrerer Milliarden Euro führen.

Wir dürfen gespannt sein, welche Enthüllungen die nächsten Wochene und Monate bringen und welche konkreten Auswirkungen sie auf die beteiligten Firmen haben werden. Die Aktienkurse der beteiligten Autobauer reagierten schon heute empfindlich auf die Vorwürfe und gaben zum Teil deutlich nach.

10 responses to “Kartell-Verdacht: BMW, Daimler, Audi, Porsche & VW im Visier”

  1. Dailybimmer says:

    Es sind leider traurige Nachrichten für alle Bmw und Auto Fans.

    https://www.google.de/amp/m.bild.de/geld/wirtschaft/common-rail-einspritzer/audi-ruft-autos-in-ganz-europa-zurueck-52619894,view%3Damp.bildMobile.html

    Dieses Foto hat Symbolcharakter, passend zum obigen Bild.

    • Mini-Fan says:

      Wieso traurig?

      Mal ganz davon abgesehen, daß ich mich – wäre ich BMW – NIEMALS mit Audi zusammen an einen Tisch gesetzt hätte (Seehofer und Bayern, drohendes Fahrverbot fur EU5-BMW-Diesel in München hin oder her):
      Man wird anschließend von der unfähigen Presse mit denen zusmen in einen Topf geworfen.
      Es heißt dann “Rückruf, … auch Audi und BMW betroffen”

      Aber warum sollten sich mehrere Automobilhersteller nicht zusammensetzen dürfen, um über gemeinsame Standards zu reden – und ggfls. Verabredungen zu treffen? Bei der Elektromobilität hat man anfangs ja gesehen, was geschieht, wenn jeder sein eigenes Süppchen kocht: Steckerwirrwarr!

      Und was soll Verwerfliches oder gar Strafbares dabei sein, wenn man z.B. vereinbart, ein Adblue-Tank solle max. 11 ltr fassen – sofern man nicht vereinbart, eine Abschaltvorrichtung einzubauen, die den kleinen Tank “ausreichend macht”?

      Ich finde es unverantwortlich von Journalisten oder irgendwelchen Schmalspurjuristen, die Verabredung über die Größe eines Harnstofftanks als “Verabredung zu (oder als Vorbereitung) einer Straftat” zu qualifizieren.
      Ich kann zwar auch für BMW meine Hand nicht ins Feuer legen, weiß aber, dass z.B. die X5-3.0 ltr-Diesel je nach Markt über unterschiedliche Abgasnachbehandlungssysteme verfügten: So wurde der SCR-Kat beim US-Modell serienmäßig verbaut, in Europa nicht.
      VW hat es “intelligenter”, kostensparender gemacht: defeat device statt SCR-Kat.

      Die Wahrheit wird ans Licht kommen, auch bei Daimler, da können sie versuchen, die Software so schnell “uptodaten” wie sie wollen.

  2. Ringrichter says:

    Ich würde mich nicht wundern, wenn sich das alles als aufgeblähter Bullshit der rot-grünen Presse erweist. Im Moment wird eine knallharte Kampagne des grünen Lagers mit dem Ziel geführt , den Dieselmotor bzw. den Verbrennungsmotor schlechthin zu killen. Das durch Absprachen von technologischen Eckwerten Wettbewerb verhindert wurde, halte ich für extrem hirnrissig. Aber momentan geht in diesem aufgeheizten Klima wohl jede Fake-News durch.Die Automobilfirmen arbeiten bei neuen Basistechniken schon immer eng
    zusammen, auch um die Schnittstellen gegenüber der Zulieferindustrie zu klären. Es geht gar nicht anders.

    • Quer says:

      Hör bloß mit den Grünen auf, der Langhaara….aus Bayern ist der aller übelste, obwohl die hinterhältigen selber PS starke Dreckschleudern fahren. So ist z.B. die Ex Schulministerin Löhrmann (Grüne) während dem Wahlkampf in NRW Werbewirksam von ihrem Stinker einen Audi A8 in einen Hybrid umgestiegen, nur die wurde Gott sei Dank von Reportern fotografiert.
      Hoffentlich ist im September Schluss mit denen im Bundestag.

  3. Quer says:

    VW und Mercedes die Verräter um ja billig aus der Sache herauszukommen.

    • Mini-Fan says:

      Hatte der Hoeneß auch gedacht.
      Deswegen Selbstanzeige gemacht.

      Aber immerhin galt für ihn “lex Hoeneß”:
      Entlassung auf Bewährung, nach “Verbüßung” der Halbstrafe “im offenen Vollzug”.
      Lächerlich. So ist halt Seehofer- und FJS-Land.

      Nur schlafen mußte er im Knast.

      Und das wegen dieser Steuerhinterziehung von lächerlichen 30 Mio.
      Peter Graf lacht darüber schon lange nicht mehr.

  4. Torsten Windbeutel says:

    Ein Kartell der Vernunft unter der Leitung des zukünftigen Oberbürgermeister von Tübingen Häns Dämpf -DIE PARTEI- hat eine nachhaltige Entlastung der Abgase in den Ballungszentren erarbeitet:

    Seilbahnen sind bislang vorwiegend aus dem Einsatz in Wintersportregionen bekannt, da sie mühelos größere Höhenunterschiede bewältigen bei vergleichsweise geringen Betriebskosten.
    Die Kosten aber auch Art, Umfang und Dauer des Eingriffs sind deutlich geringer als es die Installation der Infrastruktur für Schienenverkehrsmittel erfordert.

    Insbesondere für die Strecke zwischen Tübingen Hbf und
    Schnarrenberg hätte diese Lösung Potenzial. Durch eine direkte Punkt-zu-Punkt Personenbeförderung wird Zeit eingespart, da für die Zielgruppe irrelevante Haltestellen nicht bedient werden.

    Gleichzeitig trägt die Entlastung der Straßen zu einer Entspannung und nachhaltigen Reduktion von Emissionen der Verkehrssituation zu Stoßzeiten im Stadtgebiet bei, sodass letztendlich alle Verkehrsteilnehmer von einer solchen Lösung profitieren.
    Selbst barrierefreie Lösungen stehen zur Verfügung.

    Generell kann jedoch die Loslösung von altbekannten Denkmustern im Verkehrswesen neue und bisher zu wenig beachtete Alternativen aufzeigen. Solche von vornherein als „absurd“ oder „nicht umsetzbar“ abzutun, verschließt Handlungsspielräume für innovative Lösungen, die anderenorts bereits heute schon als zukunftsträchtig gelten und neue Maßstäbe in Sachen Nachhaltigkeit setzen.

    Fazit: der bisherige OB von Tübingen Boris Palmer, Grüne, wird gegen dieses zukunftsweisende, tragfähige Konzept mit dem Fahrrad die Stadt alsbald für immer verlassen oder wahrscheinlich noch, mit seinem stinkigen Audi Diesel über die Grenze ins nahegelegene Ausland in Bayern Asyl beantragen.

    • Kommentator says:

      … wer schon mal in Lissabon war

      >> der weiß:

      – Aufzüge im Freien, winddurchflutet, von Unterstadt zur Oberstadt, seit vielen Jahrzehnten oder 100 oder gar 150 Jahren im Einsatz

      – Schrägaufzüge auf Schienen, der eine hält über Stahlseile die Balance mit dem in Gegenrichtung fahrenden (nur die Zuladung und der Reibungswiderstand muss ausgeglichen werden …)

      – nicht zu vergessen die Straßenbahnen; auch die sollten schon mal vor langer Zeit abgeschafft werden; verhindert durch den Aufschrei der Touristen

      … und all das „entschleunigt“ (ein hässliches Wort) zudem so herrlich … und macht die Stadt lebenswert

  5. 123 says:

    Solche Absprachen sind doch in allen relevanten Branchen zu finden. Langsam muss man sich die Frage stellen wer die deutsche Autoindustrie so in die Mangel nimmt.

    • moehre says:

      So wie bei den Pharamkonzernen? Oder Matratzenherstellern? Zu Recht wird hier ermittelt, ein Urteil gab es ja noch nicht. Dass nun gerade hier im Blog plötzlich relativiert wird, während z.b. die VW-Thematik nicht laut genug gefeiert werden konnte, entäuscht.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

Find us on Facebook

Tipp senden