BMW i3 94Ah: Neuer Akku bringt 300 Kilometer Reichweite

BMW i3 | 2.05.2016 von 14

Der neue BMW i3 94Ah mit verbessertem Akku bietet 300 bis 450 Kilometer Reichweite. Der Aufpreis ist moderat. Der Akku kann auch nachgerüstet werden.

Facelifts und Modellpflegen für Kenner sind wir aus München gewohnt, ganz so radikal wie im Fall des BMW i3 94Ah war es bisher allerdings nie – denn es gibt kein einziges optisches Detail, mit dessen Hilfe sich die überarbeitete Variante vom bisherigen i3 unterscheiden lässt. Zumindest dann, wenn die Kunden nicht zur neuen Farbe Protonic Blue greifen, die bisher dem i8 vorbehalten war. Vielleicht ist es aber gerade die optische Zurückhaltung, die den Fokus auf das wesentliche Update lenkt: Unter der altbewährten Hülle des i3 arbeitet ab Juli 2016 auf Wunsch ein neuer Lithium-Ionen Akku mit einer Zellkapazität von 94Ah und einer Brutto-Kapazität von 33 kWh (netto 29 kWh), was die Reichweite auf 300 bis 450 Kilometer steigert.

Sowohl die Batteriekapazität als auch die Reichweite liegen damit rund 50 Prozent über dem Niveau des bisher ausschließlich angebotenen BMW i3 60Ah. Der bisher eingesetzte Akku wird weiterhin unverändert angeboten, der relativ moderate Aufpreis von 1.200 Euro dürfte aber viele Kunden gleich zum leistungsfähigeren Batterie-Paket greifen lassen. Der Grundpreis des i3 bleibt unverändert bei 34.950 Euro, der neue BMW i3 94Ah kostet mindestens 36.150 Euro. Deutlich reduziert wird der Preis in der Praxis durch die neue Elektroauto-Kaufprämie, die deutschen Kunden einen Nachlass in Höhe von 4.000 Euro beschert. Effektiv sinkt der Preis damit auf 30.950 Euro für den Basis-i3.

BMW-i3-Protonic-Blue-94Ah-Facelift-2016-01

BMW i3 94Ah: Neuer Akku steigert Reichweite auf 300 km

Wenn selbst 300 Kilometer Reichweite nicht genügen, kann auch weiterhin zum BMW i3 REX mit Zweizylinder-Benziner als Range Extender gegriffen werden. In Kombination mit dem neuen 33 kWh-Akku steigt die Reichweite dann auf 450 Kilometer, allerdings klettert auch der Preis auf 41.150 Euro (abzüglich Förderung). Für den etwas verbrauchsintensiveren Alltag jenseits des praxisfernen EU-Zyklus verspricht BMW i nun eine rein elektrische Reichweite von mindestens 200 Kilometern, was den Kunden zusätzliche Sicherheitsreserven bieten und die vor allem in Deutschland grassierende Reichweitenangst besänftigen soll.

Möglich wird die höhere Reichweite des BMW i3 94Ah durch eine neue Hightech-Batterie, die nicht mehr Platz als das bisherigere 60Ah-Paket benötigt. In den acht Modulen mit jeweils zwölf Speicherzellen konnten BMW i und Samsung SDI die Zellkapazität durch eine Optimierung des zellinternen Packages erheblich verbessern. Mehr Elektrolyt und ein angepasstes Aktivmaterial erlauben es, auf gleichem Raum deutlich mehr Energie zu speichern. Dieses Update zeigt deutlich, wie groß die Schritte auf dem Gebiet der Elektromobilität derzeit noch sind – 50 Prozent mehr Reichweite unter ansonsten unveränderten Bedingungen lassen sich mit Verbrennungsmotoren jedenfalls nicht in derart kurzer Zeit erzielen.

Leistungsfähiger präsentiert sich der neue Akku auch beim Laden, denn dank einer neuen Ladeelektronik können die Akkus des BMW i3 94Ah dreiphasig mit bis zu 11 kW Ladeleistung aufgeladen werden. Trotz deutlich größerer Kapazität kann der i3 an einer entsprechenden Ladestation in weniger als drei Stunden komplett aufgeladen werden. Auch das DC-Schnellladen mit 50 kW Gleichstrom beherrscht der i3, hier können 80 Prozent Aufladung innerhalb von 40 Minuten erzielt werden. Deutlich mehr Zeit muss man an einer gewöhnlichen Haushaltssteckdose einplanen, hier benötigt der BMW i3 94Ah beinahe 10 Stunden für eine vollständige Aufladung.

Der neue Akku steigert das Fahrzeuggewicht des BMW i3 94Ah auf 1.245 Kilogramm und bedingt so marginal schlechtere Fahrleistungen, mit 7,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h gehört aber auch der überarbeitete i3 zu den schnellsten Elektroautos für den Stadtverkehr. Die im urbanen Umfeld noch relevantere Beschleunigung von 0 auf 60 km/h erledigt der i3 in 3,8 Sekunden, den Zwischensprint von 80 auf 120 km/h meistert der unverändert 170 PS starke Elektromotor innerhalb von 5,1 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit bleibt wie bisher auf 150 km/h limitiert.

Genau wie bisher erhalten alle BMW i3-Kunden eine Garantie über acht Jahre oder 100.000 Kilometer auf die Leistungsfähigkeit des Akkus, mindestens in diesem Zeitraum soll sich die unvermeidliche Alterung des Lithium-Ionen-Akkus nicht in relevantem Umfang auf die erzielbare Reichweite auswirken. Auf einigen Märkten bietet BMW i auch ein Retrofit-Programm für i3 der ersten Stunde an, so können Kunden ihr Elektroauto mit dem neuen 94Ah-Akku nachrüsten und von den Vorteilen der aktuellsten Batterietechnik profitieren. Zu welchem Preis dieser Akku-Tausch angeboten wird, ist derzeit allerdings noch unklar.

14 responses to “BMW i3 94Ah: Neuer Akku bringt 300 Kilometer Reichweite”

  1. Hans says:

    Gute Nachrichten, das könnte den I3 deutlich nach vorne bringen.

    • M54B25 says:

      Ja genau 100km weiter, sprich ein Pendler kann jetzt 50km weiter entfernt wohnen.

      Weiter würde ihn eine vergleichbare Reichweite zu einem ähnlich motorisierten 1er bringen, mit dem er sich in Bezug auf einen koventionellen Antrieb vergleichen lassen muss. So ein 118d kommt allerdings locker auf 800 bis 900km bei vergleichbarer Durchschnittsgeschwindigkeit. Selbst ein 120i dürfte an die 700km mit einer Tankladung kommen. (der R3 118i mit 136PS wäre mir als Vergleich etwas zu schwach, ist aber auch nochmal sparsamer als ein 120i).

  2. mikk says:

    dann wird mein Kleiner endlich (fast) erwachsen 🙂

  3. Fagballs says:

    “die vor allem in Deutschland grassierende Reichweitenangst”

    Das klingt immer so nach “der Deutsche fürchtet sich davor, dass Ausländer ihm den Job weg nehmen oder dass Kinder auf der Rasenfläche spielen, und der Gallier fürchtet sich davor, dass ihm der Himmel auf den Kopf fällt”

    Wir sind halt ein Flächenland, in dem andere Strecken gefahren werden als in den Niederlanden oder Belgien. Das wird in Frankreich oder Spanien doch sicher nicht anders sein, oder sind das nicht so die Pendler-Länder? Ich fahre halt schon mal von Frankfurt nach Hannover oder nach Düsseldorf oder sogar nach München. Und da will ich nicht irgendwo im Wald hängen bleiben und erstmal drei Stunden den Akku laden bei der nächstbesten Hütte, die man findet und die sich dazu bereit erklärt. Wenn alle 100km Supercharger stehen, wie es Tesla vormacht, dann gibt es auch keinen Stress. Dann muss man eben ne Stunde mehr für so eine Langstrecke einplanen und gut ist. Wobei es vielleicht auch nicht unbedingt zielführend ist, wenn irgendwann jeder Hersteller sein eigenes Ladernetz hat.

    So viele Baustellen 🙁

    • Wombat says:

      Immer dieses Genöle. Wenn du häufig “…von Frankfurt nach Hannover oder nach Düsseldorf oder sogar nach München” fährst, dann ist ein i3 einfach nicht das passende Auto für dich. Punkt.
      Dafür ist er nicht gedacht. Zumindest noch nicht…

      • Fagballs says:

        Tolle Diskussionsgrundlage, wenn jeder Einwand gleich als Genöle tituliert wird….

        Irgendwo muss man die Leute zur Elektromobilität abholen. Nur von Technik-affinen Liebhabern und Besserverdienenden, die sich ein EV als Viertauto in die Garage stellen, kann die Revolution nicht initiiert werden.

        Leute, die nur 5 Meter zur Bäckerei fahren oder eigentlich lieber Bahn fahren, kann man zum Beispiel mit den geringeren laufenden Kosten nicht einfangen. Der Mehrpreis für das EV amortisiert sich nie.
        Pendler wären eine Zielgruppe, dazu muss die Karre bis zur Arbeit und zurück bewegbar sein ohne Ladevorgang. Zuhause oder auf Arbeit muss dann eine Ladestation stehen, dann geht das.

        Nur kommt dann der, ich nenne ihn den “Kombieffekt”. Der Deutsche mag gern für Einkäufe bei Ikea und Urlaubsreisen Platz in seinem Auto haben, auch wenn die Karre an 200 Tagen im Jahr dazu verwendet wird, eine Person und Handgepäck von A nach B zu transportieren. Demzufolge ist auch ein Auto, das zwar von der Reichweite her für tägliche Pendeleien, Einkäufe und Besuche bei Oma mehr als ausreichend ist, leider ungeeignet, weil die Strecke Castrop-Rauxel bis nach Cuxhaven leider nicht mit einer Tankfüllung machbar ist und nachtanken zwischen 3 und 13 Stunden dauert. Und schon sind wir wieder bei Tesla, wo du in 30 Minuten die Karre so vollgeladen kriegst, dass sie sorgenlos bis zum nächsten Supercharger durchhält. Alle drei Stunden mal 20-30 Minuten Pause zu machen, tut dem Fahrer vielleicht auch gut. Das finde ich gar nicht so schlecht.

  4. jaywo says:

    Die neue Reichweite ist ja schön und gut
    Nur ergibt sich mir absolut nicht der Sinn von 4 verschiedenen Versionen.
    Besonders bei dem für BMW recht “kleinen” Aufpreis von 1200€ wird doch wirklich niemand sagen das er lieber die kleine Version nimmt.

    Da hat in München wieder keiner nachgedacht.

    Aber sehr richtige Entscheidung nichts am Design zu ändern.

    • M54B25 says:

      Sieh es so, dass Samsung jetzt noch die Bestände an bereits produzierten alten Batterien loswerden wird und die Produktion der neuen auf 100% hochfährt. Das ist wie bei jedem normalen Facelift – wer nicht die neueste Technik/Version möchte spart etwas aber diese Übergangszeit ist sehr kurz.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

Find us on Facebook

Tipp senden