Weitere Details zur ominösen Frontantriebs-Umfrage

News | 25.03.2010 von 17

Vor wenigen Tagen haben wir über eine Umfrage berichtet, die im Internet für einigen Wirbel gesorgt hat und der viel Unglauben entgegengeschlagen ist. Gegenüber der …

Vor wenigen Tagen haben wir über eine Umfrage berichtet, die im Internet für einigen Wirbel gesorgt hat und der viel Unglauben entgegengeschlagen ist. Gegenüber der britischen AutoCar hat Dr. Norbert Reithofer nun einige weitere Details bekanntgegeben, die die Umfrage deutlich besser nachvollziehbar machen.

Demnach waren die ersten Berichte über die Umfrage etwas oberflächlich: Entgegen der ursprünglichen Aussage glauben nicht 80 Prozent der 1er-Fahrer, dass sie einen Fronttriebler fahren, stattdessen wissen sie schlichtweg nicht, welche Achse angetrieben ist. Auf den ersten Blick mag das unerheblich sein, es bestätigt aber eher das generelle Desinteresse der Befragten an der Technik als eine falsche Annahme, die für viele Freunde des Heckantriebs schwierig nachvollziehbar war.

BMW-1er-Hatchback2

Eine weitere Erkenntnis ist, dass es offenbar eine scharfe Trennlinie zwischen den Besitzern der Hatchback-Modelle Dreitürer und Fünftürer zu den Coupé- und Cabrio-Modellen gibt. Während sich die 80 Prozent-Angabe auf die Besitzer der Hatchbacks bezieht, sei der Anteil an Unwissenden bei den sportlicheren Modellen deutlich niedriger. Das bestätigt unsere Annahme, nach der sich die Besitzer und Fahrer von sportlicheren Modellen eben doch für die Antriebsart interessieren und demnach eine bewusste Kaufentscheidung für den Heckantrieb treffen, während wir bei den Hatchback-Modellen zahlreiche Kunden vorfinden, die sich eher aus anderen Gründen für den 1er entschieden haben.

Im Rahmen des Gesprächs versichert Reithofer außerdem, dass nicht nur die 2011 erscheinende Generation mit der internen Bezeichnung F20 über Heckantrieb verfügen wird, sondern auch alle späteren 1er-Generationen nicht für die Frontantriebs-Plattform vorgesehen sind. Es ist zwar fraglich, inwiefern man diese Aussagen in einigen Jahren als verbindlich betrachtet, aber immerhin bestätigt die Aussage, dass wir für die kommende und wohl auch die übernächste Generation des 1ers noch keine ‘Angst vor Frontantrieb’ haben müssen.

Anhand der Studie hat BMW offenbar festgestellt, dass sich Frontantrieb für Modelle mit niedrigerem sportlichem Anspruch durchaus eignet. Damit sind offenbar die Fahrzeuge auf Basis der kommenden MINI-Plattform gemeint, die sich eher durch Design, Qualität und Verbrauch auszeichnen werden. Die markentypische Fahrdynamik wird zwar nicht verlorengehen, spielt für die anvisierte Kundschaft aber vermutlich nicht die Hauptrolle, weshalb auch Frontantrieb ausreichend ist. Wenn wir den Worten von Norbert Reithofer glauben wollen, muss aber zumindest derzeit niemand befürchten, dass zukünftig auch die Kernbaureihen auf Frontantrieb umgestellt werden, denn hier ist das Bewusstsein der Kunden für den Heckantrieb offenbar vorhanden.

Als preisgünstige und platzsparende Alternative zum Heckantrieb gibt es aber zumindest in der Kleinwagenklasse keine wettbewerbsfähige Möglichkeit, auf Frontantrieb zu verzichten. Zu groß wären die Kompromisse, die man mit Blick auf Innenraumgröße, Laderaum und Fertigungspreis machen müsste, zu gering wäre die Wertschätzung der angepeilten Zielgruppe für die Vorteile des Heckantriebs.

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  • Hans

    Ok, so ist es logisch, trotzdem erschreckend.
    nach dem Motto:
    80% der Eltern wissen nicht ob ihr Kind Junge oder Mädchen ist 🙂

  • Südstaatler

    Wer mit einem 116i glücklich ist, der braucht auch nicht wissen, wie die paar Pferdchen auf den Asphalt gedrückt werden…

    • Daniel

      Genau so ist es. Ich geh zwar davon aus, dass meine Mutter weiß, welche Achse ihr 118i antreibt, aber interessiert hat es sie beim Kauf nicht. 🙂

  • Hans

    Passt jetzt nicht richtig hier her, aber weiß jemand ob die elektronische Parkbremse alle vier Räder bremst. Beim Frontantrieb blockieren ja beim parken alle 4 Räder wenn man Gang drin hat und Handbremse zieht. Ist mir mit dem Heckantrieb schon passiert dass Fahrzeug auf extrem glatten Parkplatz mit Gefälle wegrutscht.
    Danke Hans

    • riz

      Das hat dann wahrscheinlich weniger mit der Handbremse zu tun, sondern mit dem glatten Untergrund.
      Und ja, es passt wirklich nicht hier her!

      • Hans

        Wenn die Hinterräder auf glatten Untergrund stehen dann rutscht ein Hecktriebler weg. (Handbremse gezogen und Gang drin) Ein Frontriebler bleibt stehen weil die Vorderräder durch das Getriebe blockieren. Bissl passt es schon hierher.

        • Matt

          find hecktriebler trtzdem besser : P

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  • Marco83

    Hab den “Test” auch mal mit meiner Mutter gemacht, sie fährt einen 116i, auf die Frage, welche Antriebsart sie hätte sagte sie nach kurzem überlegen, “Na Frontantrieb… nach ca. 20 Sekunden, ne halt Stop, natürlich Heckantrieb !”
    Da haben wir es schon !
    In der Umfrage wäre dies schon als “falsche Antwort” gewertet worden ! 🙂

  • six-in-a-row

    “… sondern auch alle späteren 1er-Generationen nicht für die Frontantriebs-Plattform vorgesehen sind”
    *stein vom herzen fall*

  • MPP

    Glaube keiner Statistik die du nicht selbst gefälscht hast. Durch intelligente Auswahl der Befragten und der Fragestellung kann man jedes beliebige Ergebnis zwischen 5% und 95% “erfragen”.

    Selten werden solche Umfragen bezahlt um etwas zu lernen.

    Wie hättet ihr den Anfang gemacht euerer Kundschaft, der ihr Jahrelang eingehämmert habt, der große Vorteil eines BMW liegt im Heckantrieb – zu erzählen das jetzt auf einmal Frontantrieb auch ok ist?

    Also ich finde die Idee mit dem total “Überraschenden” Umfrage Ergebnis äusserst Kreativ.

  • Fabio

    DANKE! Eine für mich sehr gute Nachricht, ich dachte schon an das schlimmste…
    So ist die Freude am Fahren für die nächsten Jahre für den 1er BMW gesichert!

    Amen 😉

  • Ewtalburg

    die neue Generation des Smart und der nächste Twingo werden auf einer gemeinsamen Heckantriebs-Plattform mit gemeinsamen Fahrwerken und Motoren entstehen.

    Renault liefert künftig Drei- und Vierzylinder-Motoren für die neue Mercedes A- und B-Klasse.

    bye, bye Mercedes.

  • derda

    Ich fahre einen momentan noch einen Mini und ich muss sagen, dass auch Frontantrieb verdammt viel Spass machen kann. Diese Kiste liegt einfach wie ein geniales Go-Kart auf der Straße. Aber ich freue mich wahnsinnig auf mein zukünftiges Transportmittel welches im Laufe diesen Jahres dann an der Reihe sein wird. Selbstverständlich mit dem entscheidenden Heckantrieb.
    Und diese Umfragewerte verstehe ich sehr wohl. Es gibt eben doch nicht ganz so viele “Verrückte”. Und da als “deutsche” Alternative A3, Golf und Astra jeweils Front oder Allrad anbieten denkt sich eben der Käufer, dass dies beim 1er genauso ist. Interessiert die meisten doch nicht. Spätestens im Winter merkt man dann das was anders ist.

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