Nach dem erfolgreichen Pilotprojekt in Spartanburg startet BMW einen weiteren Test mit humanoiden Robotern, doch dieses Mal findet das Projekt im Werk Leipzig statt und auch der Kooperationspartner ist ein anderer: Hexagon Robotics und sein AEON genannter Roboter treten in die Fußstapfen von Figure.AI und wurden als Technologie-Partner des neuen “Center of Competence for Physical AI in Production” ausgewählt. Humanoide Roboter, deren Aussehen und Fähigkeiten auf den ersten Blick an den Menschen erinnern, können theoretisch nahtlos in den Produktions-Alltag integriert und an den gleichen Arbeitsplätzen wie die Mitarbeiter aus Fleisch und Blut eingesetzt werden.
Im Vergleich mit Menschen können humanoide Roboter zwar längst noch nicht alle Aufgaben übernehmen, aber sie bieten auch viele Vorteile – angefangen von ausbleibender Ermüdung und kaum vorhandenem Pausenbedarf bis hin zur Option, einmal erlernte Fähigkeiten oder auch Erfahrungen im Umgang mit speziellen Situationen per Software-Update an beliebig viele “Kollegen” übertragen zu können. Künstliche Intelligenz ist dabei ein wesentlicher Beschleuniger für die Lernprozesse, mit deren Hilfe die Roboter Schritt für Schritt immer leistungsfähiger werden.
Das größte Potenzial für Physical AI und humanoide Roboter sehen die Verantwortlichen bei BMW derzeit bei monotonen, ergonomisch anspruchsvollen oder auch sicherheitskritischen Tätigkeiten. Menschliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können so gezielt entlastet und mit anderen, weniger anstrengenden Aufgaben versorgt werden.
AEON, der humanoide Roboter des in Zürich ansässigen Unternehmens Hexagon, kann mit einer Vielzahl von Werkzeugen ausgerüstet werden. Je nach Einsatzzweck und Aufgabe können Hand- und Greifelementen ebenso wie Scanner angedockt werden. Im BMW Werk Leipzig soll AEON seine Fähigkeiten in der Montage von Hochvoltbatterien für Elektroautos und Plug-in-Hybride sowie in der Komponentenfertigung unter Beweis stellen.
Milan Nedeljković (Mitglied des Vorstands der BMW AG, Produktion): “Digitalisierung verbessert die Wettbewerbsfähigkeit unserer Produktion – hier in Europa und weltweit. Die Symbiose aus Ingenieurskompetenz und künstlicher Intelligenz eröffnet in der Produktion vollkommen neue Möglichkeiten.”
Michael Nikolaides (Leiter BMW Group Produktionsnetzwerk und Logistik): “Unser Anspruch ist es, Technologieführer zu sein und neue Technologien frühzeitig in die Produktion zu integrieren. Pilotprojekte helfen uns dabei, den Einsatz von Physical AI – also KI-gestützten, lernfähigen Robotern – unter realen industriellen Bedingungen zu erproben und weiterzuentwickeln. Der erfolgreiche Ersteinsatz humanoider Roboter in unserem BMW Group Werk Spartanburg in den USA beweist, dass ein humanoider Roboter nicht nur unter kontrollierten Laborbedingungen, sondern auch in einer bestehenden, automobilen Fertigungsumgebung funktionieren kann.”
Michael Ströbel (Leiter Prozessmanagement und Digitalisierung in der Produktion, BMW Group): “Wir freuen uns, nun auch erstmals in einem Werk in Deutschland einen humanoiden Roboter in einem Pilotprojekt einzusetzen. Nach der Evaluierung durch unser Center of Competence for Physical AI in Production, wurden Ende des vergangenen Jahres bereits Tests im Labor und im Werk Leipzig durchgeführt. Dieses Jahr richten wir den Fokus auf die schrittweise Integration in unser Produktionssystem, um vielfältige Einsatzmöglichkeiten zu erproben. Im Mittelpunkt steht dabei die Erforschung der multifunktionalen Nutzung des Roboters in verschiedenen Produktionsbereichen wie der Batteriefertigung für Energiemodule sowie in der Komponentenfertigung für Exterieur-Teile. Mit Hexagon haben wir einen bewährten und langjährigen Partner mit einem sehr innovativen Ansatz in der humanoiden Robotik für dieses Projekt gefunden.”
Felix Haeckel (Gruppenleiter Center of Competence for Physical AI in Production): “In unserem neuen Center of Competence for Physical AI in Production bündeln wir unsere Expertise, um das Wissen zu KI und Robotik breit im Unternehmen nutzbar zu machen. Bereits in den letzten Jahren konnten wir ein internationales Expertenteam aufbauen, welches sich neben der Inhouse-Forschung und ‑Programmierung die sukzessive Integration von KI in das bestehende Produktionssystem zur Aufgabe gemacht hat. Gleichzeitig treibt unser Team in München die eigene Roboterforschung voran, um Pilotprojekte im Bereich Physical AI in unseren Werken aufzusetzen, fachlich zu begleiten und gezielt weiterzuentwickeln.”
Arnaud Robert (Präsident Hexagon Robotics): “Wir freuen uns sehr über die Zusammenarbeit mit der BMW Group, um den Einsatz von humanoiden Robotern in realen Umgebungen voranzutreiben.”


















