Fahrbericht BMW 745e: Facelift-7er als Plug-in-Hybrid mit R6

BMW 7er, Fahrberichte | 1.02.2019 von 9

Man kann es durchaus als Zeichen einer neuen Zeit betrachten, dass unsere erste Fahrt mit dem BMW 7er Facelift 2019 am Steuer eines 745e stattfindet. …

Man kann es durchaus als Zeichen einer neuen Zeit betrachten, dass unsere erste Fahrt mit dem BMW 7er Facelift 2019 am Steuer eines 745e stattfindet. Der Plug-in-Hybrid wurde mit der Modellpflege umfassend überarbeitet und präsentiert sich nicht nur optisch, sondern auch technisch runderneuert. Doch bevor wir zur Technik unter dem Blech kommen, verlangt die Außenhaut selbst unsere Aufmerksamkeit: Was für ein neuer Auftritt!

Steht man vor dem 7er Facelift, baut man beinahe automatisch Respekt auf. Die Limousine umgibt die Aura einer Staatskarosse, die ihren Status selbstbewusst nach außen trägt. Die riesige Doppelniere unter dem vergrößerten BMW-Logo, die flächiger gestalteten Seitenwände und das Heck mit durchgehendem Leuchtenband sorgen aus jedem Blickwinkel für eine neue Präsenz, die das Vor-Facelift-Modell nachträglich nur noch wie einen verlängerten 5er wirken lässt.

Fahrbericht BMW 745e: Alles neu im Plug-in-Hybrid-7er

Aber das völlig neue Design ist längst nicht alles, was sich beim BMW 7er geändert hat. Gerade beim Plug-in-Hybrid 745e – beziehungsweise im von uns gefahrenen Fall der Langversion 745Le xDrive mit Allradantrieb – ist auch unterm Blech fast kein Stein auf dem anderen geblieben. Die auf den ersten Blick wichtigste Änderung betrifft den Verbrennungsmotor im Bug, denn aus dem Vierzylinder des bisherigen 740e ist mit dem Facelift ein Reihensechszylinder geworden.

Spürbar wird dieser an sich kolossale Wechsel im Antriebsstrang allerdings nicht auf Anhieb, weil der BMW 745e zunächst genauso lautlos aus der Parklücke rollt wie sein Vorgänger. 113 PS und 265 Newtonmeter Drehmoment stellt der Elektromotor zur Verfügung, was im Umfeld einer Zwei-Tonnen-Limousine zunächst nicht sonderlich beeindruckend klingt, aber für die ruhige Fahrt durch den Alltag völlig ausreichend ist.

Wirklich eklatant wird der Unterschied zum Vorgänger aber erst, wenn der Reihensechszylinder-Motor zum Leben erwacht. Der standesgemäße und angenehm lautstarke Klang von sechs Zylindern in Reihe passt einfach viel besser zum selbstbewussten Auftritt des 7er Facelift als der bisher schüchtern in den Hintergrund gedämmte Vierzylinder des 740e. So wird der Wechsel vom Elektro- in den Hybrid-Fahrbetrieb jedes Mal ein Erlebnis für die Ohren, weil der in die zunächst vorherrschende Ruhe dringende Reihensechszylinder-Sound noch stärker in den Vordergrund tritt als bei einem konventionellen Antrieb, bei dem man sich im Lauf der Zeit mehr und mehr an den ruhigen Klang des Verbrenners gewöhnt, anstatt ihn gebührend zu genießen.

Dass der BMW 745e 2019 eine deutliche höhere Systemleistung von nun 394 PS und ein auf 600 Newtonmeter gesteigertes Systemdrehmoment bietet, stellt im Vergleich zur akustischen Weiterentwicklung beinahe eine Randnotiz dar. An Leistung mangelte es dem 740e schließlich nie, an standesgemäßem Sound mitunter aber schon.

Alles andere als eine Randnotiz ist der weiterentwickelte Elektro-Teil des Plug-in-Hybrid-Antriebs. Denn unter der Rückbank kommt nun bereits die vierte Generation von Hochvoltspeichern der BMW Group zum Einsatz, die im Vergleich zum bisher genutzten Batterie-Paket 20 Prozent mehr Energiedichte und bei gleichem Bauraum entsprechend mehr Kapazität bieten. Die Brutto-Kapazität von 12 Kilowattstunden ermöglicht laut WLTP eine elektrische Reichweite von bis zu 58 Kilometern im 745e, im Fall des 745Le xDrive genügt der Akku für 50 bis 54 Kilometer.

Im rein elektrischen Fahrmodus ELECTRIC sind nun bis zu 140 km/h möglich, außerdem kann er als Standard-Aufstart-Modus ausgewählt werden und ist dann bei jedem Motorstart bereits aktiviert. Trotz der gesteigerten Elektro-Fähigkeiten verzichtet der 745e auf optische Kennzeichen wie die bisher obligatorischen eDrive-Schriftzüge auf der C-Säule oder iPerformance-Akzente in hellem Blau. Damit Rettungskräfte im Fall der Fälle dennoch wissen, dass Hochvolt-Leitungen im Spiel sind, kann der Modellschriftzug am Heck nicht abbestellt werden.

Im Normalfall startet der BMW 745e im Modus HYBRID, der automatisch für einen optimal zur Fahrsituation passenden Einsatz der beiden Kraftquellen sorgt. Auch in diesem Modus fährt der 7er bei bis zu 110 km/h rein elektrisch, wenn die gewünschte Beschleunigung auch ohne den Verbrenner realisiert werden kann. Wer permanent die volle Kraft von 394 PS nutzen möchte, kann im Fahrmodus SPORT das dynamische Potenzial der beiden Antriebe genießen. Selbstverständlich ist, dass sich je nach Fahrmodus auch Gaspedalkennlinie, Fahrwerk und Lenkung sowie die Anzeigen im serienmäßig volldigitalen Instrumenten-Display des BMW 7er Facelift mit iDrive 7.0 verändern.

Ergänzend zu den bereits genannten Modi gibt es noch den Fahrmodus ADAPTIVE, bei dem sich Fahrwerk & Co. automatisch an die Strecke, das übliche Fahrverhalten und die Vorlieben des Fahrers anpassen. Der Antrieb verhält sich dabei so wie im HYBRID-Modus. Der fünfte und letzte Fahrmodus nennt sich BATTERY CONTROL und erlaubt das Aufladen des Akkus während der Fahrt, wobei der Fahrer neuerdings jeden Zielwert zwischen 0 und 100 Prozent Aufladung einstellen kann.

Unterm Strich liefert der einzige in Deutschland für den aufgefrischten 7er erhältliche Reihensechszylinder-Benziner eine starke Vorstellung ab. Er wurde mit besseren Elektro-Fahrleistungen und gesteigerter Elektro-Reichweite nicht nur in den klassischen Plug-in-Hybrid-Disziplinen entscheidend verbessert, sondern dank des prestigeträchtigeren Motors auch im subjektiven Luxus-Empfinden. Dazu trägt natürlich auch bei, dass die Wahrnehmung des Fahrzeugs mit dem Facelift einen großen Schritt in Richtung Exklusivität machen wird – Verwechslungen mit kleineren Baureihen des BMW-Portfolios sind nun definitiv ausgeschlossen.

Ihren Marktstart feiern BMW 745e und 745Le zeitgleich mit den übrigen Varianten des 7er Facelifts im März 2019. Die Preise beginnen bei 101.000 Euro für den Hecktriebler mit normalem Radstand, für die Langversion mit xDrive müssen mindestens 109.800 Euro investiert werden. Damit befindet sich der Plug-in-Hybrid knapp oberhalb des Preis-Niveaus eines BMW 740d xDrive, der von einem 320 PS starken Reihensechszylinder-Diesel angetrieben wird. Der V8-Benziner im 750i xDrive ist mit Preisen ab 117.200 Euro noch etwas teurer.

9 responses to “Fahrbericht BMW 745e: Facelift-7er als Plug-in-Hybrid mit R6”

  1. Stefan says:

    Wieso ändert man eigentlich ständig die Zifferenden? Mal 30i, dann 35i, dann 40i jetzt kommen die 35i zurück als 4 Zylinder. Beim nächsten wieder 40, 45, 50?
    Das nervt.

    • Fagballs says:

      Auf den Hubraum beziehen sich die Zahlen doch schon lang nicht mehr. Gerade bei einem PHEV hat der Hubraum allein auch gar keine Aussagekraft. Deswegen geben die Zahlen eher so eine grobe Richtung an, in der sich die Gesamtleistung befindet.

      Aber ich stimme dir zu, im Bereich über 30 wird’s schwammig. 35i ist so um die 230kW, 40d haben dann mit 235kW eher nicht so einen Sprung nach vorn gemacht. Dasselbe eine Stufe weiter oben, wo der 45e nun 290 kW hat, aber der Diesel mit 294kW schon 50d heißt.

      Sie wollen halt dick auftragen und die Konkurrenz aus Stuttgart legt bei diesen Zahlen fleißig vor (die haben genau die gleiche Nomenklatur, nur mit einer 0 hinten dran). Nur die bei Ingolstadt haben wieder gesoffen und schlagen je nach Typ so 10-20 auf (der 50TDI, der mit gutem Willen als 30d durchgehen würde).

    • Irgendwie muss man ja das Neue vom “Alten” differenzieren, damit die Lemminge nach spätestens 2J was Neues zum leasen haben.

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