USA: Deutsche Autobauer nach Treffen mit Trump optimistisch

Sonstiges | 5.12.2018 von 6

VW-Chef Herbert Diess, Mercedes-Chef Dieter Zetsche und BMW-Finanzvorstand Nicolas Peter waren gestern im Weißen Haus zu Gast und haben eine halbe Stunde mit US-Präsident Donald …

VW-Chef Herbert Diess, Mercedes-Chef Dieter Zetsche und BMW-Finanzvorstand Nicolas Peter waren gestern im Weißen Haus zu Gast und haben eine halbe Stunde mit US-Präsident Donald Trump um ihre Pläne gesprochen. Die Hintergründe für das Meeting sind ernst, denn niemand hat in den letzten Jahren vergleichbar viel Ungewissheit in den weltweiten Handel gebracht wie der amtierende Präsident der Vereinigten Staaten.

Und Ungewissheit ist das Gegenteil davon, was große Konzerne brauchen. Um bei Trump in einem guten Licht zu stehen, haben die drei deutschen Autobosse Geschenke in Form von Versprechen mitgebracht. Das Signal ist immer das gleiche: Wir bringen Jobs in die USA, wir investieren in die USA. Und: Wir wollen hier weiterhin so viele Autos wie möglich verkaufen.

Genau deshalb hoffen Zetsche, Diess und Peter auch darauf, den US-Präsident von seinen angekündigten Strafzöllen auf Automobil-Importe in die USA abhalten zu können. Doch wie bei Trump üblich, gab es natürlich auch gestern Abend keine verbindlichen Zusagen oder Entscheidungen, die in irgendeiner Form belastbar wären. Ohnehin wären die Autobauer dafür die falschen Ansprechpartner, denn über Zölle und andere Formen der Handelspolitik muss natürlich auf der Ebene von staatlichen Institutionen verhandelt werden.

Dennoch zeigten sich alle drei Gäste im Anschluss verhalten optimistisch. Die BMW Group USA hat kurze Zeit später das folgende Statement veröffentlicht:

Erklärung der BMW Group nach dem Treffen im Weißen Haus am 4. Dezember 2018.

Bei einem konstruktiven Arbeitstreffen mit Vertretern der US-Administration hat die BMW Group heute die Gelegenheit genutzt, den Umfang ihrer Präsenz in den USA detailliert zu erläutern. Das Mandat, über internationale Handelspolitik zu sprechen, liegt ausschließlich bei den relevanten politischen Institutionen.

Mit ihrem Werk in Spartanburg (SC) ist die BMW Group seit einem Vierteljahrhundert ein engagierter „Local Player“ auf dem US-amerikanischen Markt. Bislang hat die BMW Group mehr als 9 Milliarden US-Dollar in das Werk Spartanburg investiert. Von 2018 bis 2021 werden wir weitere 600 Millionen US-Dollar in die Fertigungsinfrastruktur für zukünftige Generationen der BMW X-Modelle investieren.

Das Werk Spartanburg beschäftigt fast 10.000 Mitarbeiter. Bis 2021 werden wir weitere 1.000 Arbeitsplätze schaffen und die Anzahl der Arbeitsplätze in Spartanburg auf rund 11.000 erhöhen. Insgesamt unterstützt das Unternehmen fast 70.000 direkte und indirekte Arbeitsplätze in den USA. Laut einer unabhängigen Studie der University of South Carolina führt der Multiplikatoreffekt zu mehr als 120.000 Arbeitsplätzen, wenn auch weitere 50.000 Arbeitsplätze außerhalb der Automobilindustrie berücksichtigt werden.

Der freie Handel hat die Erfolgsgeschichte von BMW in den USA möglich gemacht. Im Jahr 2017 exportierte das Werk Spartanburg mehr als 70% seines gesamten Produktionsvolumens von 371.316 Einheiten in mehr als 120 Länder. China ist das Exportziel Nr. 1, gefolgt von Deutschland. Nach Angaben des US-Handelsministeriums ist die BMW Group wertmäßig der größte Fahrzeugexporteur aus den USA.

Wie kürzlich bekanntgegeben, erwägt die BMW Group die Errichtung eines zweiten Standortes für Antriebsstränge in den USA. Mit der Inbetriebnahme unseres Werks in Spartanburg und der Inbetriebnahme des neuen Werks in Mexiko im Sommer 2019 werden wir unsere Produktion in Nordamerika erhöhen. Wir werden daher in Zukunft die Größenordnung haben, in der ein solcher Schritt unternehmerisch sinnvoll sein kann. Eine Entscheidung zu diesem Thema wurde bisher nicht getroffen.

6 responses to “USA: Deutsche Autobauer nach Treffen mit Trump optimistisch”

  1. driv3r says:

    Abwarten. Das ist das einzige Wort, das mir bei diesem Präsidenten einfällt. Der sagt heute so und macht morgen dann anders so. Man kann nur hoffen, dass der Termin deutlich aufgezeigt hat, in welchem Umfang alle drei Konzerne bereits in den USA seit Jahren aktiv sind.

    • DanielS says:

      Es scheint jetzt auch Trump klar geworden zu sein:
      Die Amis mögen keine von Amis konstruierten Fahrzeuge (von Tesla mal abgesehen)
      “Made by BMW” hingegen schon – “Made in Germany” muß es nicht unbedingt sein.
      Bin mal gespannt, ob es beim BMW iX3 (“Made in China”) auch so sein wird..

  2. Lockenfrosch says:

    Wenn GM nur ein Band schließt, kommen die Zölle. Da hätten sie auch mit Herrn Kaiser von der Hamburg-Mannheimer (Ergo) auf Lustreise gehn können.

    • DanielS says:

      Wenn die Zölle kommen, dann kommen auch die Gegenzölle.

      Das trifft Firmen wie BMW doppelt:
      Zölle auf die aus Europa nach den USA importierten Limousinen.
      Und Zölle auf die aus den USA in die EU exportierten X-Modelle.
      Letztlich also u.a. die deutschen Käufer sowie Arbeiter bei BMW in Deutschland.

      Und bei den X-Modellen sowieso schon die Strafzölle für nach China exportierten “US-Fahrzeugen”.
      Dies verursacht jetzt schon einen Rückgang des China-Absatzes um 1/3.

      Hinzu kommt noch:

      Auch der Brexit wird BMW in gleicher Weise hart treffen.

      Es wird also nicht die letzte Gewinnwarnung bei BMW gewesen sein.

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