BMW Plug-in-Hybride: Elektro-Zwang für bessere Luft in Städten?

BMW i | 30.11.2018 von 20

Bisher können die Fahrer eines BMW Plug-in-Hybriden weitgehend frei entscheiden: Fahren sie rein elektrisch, fahren sie mit Elektro- und Verbrennungsmotor gleichzeitig oder fahren sie ganz …

Bisher können die Fahrer eines BMW Plug-in-Hybriden weitgehend frei entscheiden: Fahren sie rein elektrisch, fahren sie mit Elektro- und Verbrennungsmotor gleichzeitig oder fahren sie ganz ohne Elektro-Unterstützung, weil der Akku bereits leer gefahren wurde? Mit dieser Freiheit könnte es aber bald vorbei sein, denn BMW denkt laut Entwicklungschef Klaus Fröhlich darüber nach, mit Hilfe der Plug-in-Hybride für bessere Luft in Städten zu sorgen.

Die Idee ist simpel: Erkennt das ohnehin serienmäßig verbaute Navigationssystem, dass sich der BMW in einem Stadtgebiet befindet, wird der Fahrer automatisch in den Elektro-Modus gezwungen. Die Idee ist insbesondere für jene Städte interessant, denen jetzt wegen zu hoher NOx-Belastung und somit zu schlechter Luftqualität Diesel-Fahrverbote drohen. Rein elektrisch fahrende Plug-in-Hybride könnten hier zumindest einen kleinen Beitrag zu besserer Luft leisten.

Mit ihren inzwischen deutlich gewachsenen Elektro-Reichweiten könnten viele moderne Plug-in-Hybride zumindest Innenstädte völlig ohne lokale Emissionen durchfahren. Für die betroffenen Städte könnten die Teilzeit-Elektroautos so dazu beitragen, die gemessene Luftqualität zu verbessern und die Diesel-Fahrverbots-Anträge der Deutschen Umwelthilfe vor Gericht abwehren zu können.

Für den Alltag der meisten Plug-in-Hybrid-Fahrer würde ein Zwang zur elektrischen Fahrt in Städten kaum Auswirkungen haben: Da der E-Motor für den Stadtverkehr locker stark genug ist, wird der Verbrenner in diesen Situationen ohnehin kaum jemals zugeschaltet. Sollte der Akkustand zu niedrig für eine sichere Weiterfahrt sein, wird die Software sicherlich auch in Zukunft den Einsatz des Verbrenners erlauben.

Klar ist, dass eine solche Lösung nicht auf einzelne Hersteller beschränkt sein könnte, sondern von allen Anbietern gleichermaßen umgesetzt werden müsste. Sicher ist mit Blick auf die vielen Beteiligten auch: Bis es einen entsprechenden Beschluss geben kann, wird in jedem Fall noch einige Zeit vergehen.

20 responses to “BMW Plug-in-Hybride: Elektro-Zwang für bessere Luft in Städten?”

  1. Northbuddy says:

    Und was haben Benziner (BMW baut aktuell nur Benzin-Hybride) mit Fahrverboten zu tun?

    Was passiert, wenn der Akku leer ist? Was, wenn der Akku für einen späteren Moment benötigt wird (z.B. Tiefgarage, etc.)?

    Ich fahre meinen 530e gerne und fahre soviel elektrisch wie möglich (insbesondere in der Stadt). Aber als Zwang käme es für mich nicht in Frage.

    • M. Power says:

      Sehe ich auch so, wir Autofahrer werden schon mehr als genug überwacht, bevormundet und schikaniert. Das geht nun wirklich zu weit..!

    • Schoenwetterkiter says:

      Interessanterweise hat Herr Fröhlich nie was von Zwang gesagt. Das wurde herein interpretiert.
      Eigentlich ein cooles Feature, dass der Verbrenner in den Städten nicht mehr automatisch einspringt. Im Prinzip wählt das Auto in Städten automatisch den MaxE-Modus. Und solange es keine gesetzliche Verpflichtung gibt, wird BMW den Kunden immer erlauben den Verbrenner manuell hinzuzuschalten bzw. den Modus zu wechseln, weils halt BMW ist.

      • gesellschaftlicherGroßkonflikt says:

        „wird BMW den Kunden immer erlauben den Verbrenner manuell hinzuzuschalten“

        ……. UND weils halt manchmal sinnvoll ist:

        Wenn ich z.B. weiß, dass mein nächstes Fahrtziel mehrere hundert Meter höher liegt als mein aktuelles Niveau – und ich dafür 5 oder 10 km fast nur reine Bergstrecke benötige,

        ……. dann ist der Verbrenner sehr wohl sinnvoller als alles andere:
        – denn dieser fährt dann unter erhöhter Last und damit relativ wirtschaftlich
        – er wird sehr schnell warm
        – ich kann ihn rechtzeitig vorher manuell zuschalten, z.B. 1-2 km vorher, umdie erwünschte Betriebstemperatur parat zu haben

        UND wenn das (lernfähige) NAVI dann auch noch so schlau ist, sich dieses Ziel zu meinem Wochenendhaus zu merken
        …… und meine Gewohnheiten lieben lernt ……

        DANN wird es dies sicherlich auch vorgeschlagen, künftig ……

        UND DANN heiratet der Japaner oder der Koreaner sein NAVI, weils die beste Frau ist, die man sich vorstellen kann.

  2. DerOssi says:

    “Die Idee ist simpel: Erkennt das ohnehin serienmäßig verbaute
    Navigationssystem, dass sich der BMW in einem Stadtgebiet befindet, wird
    der Fahrer automatisch in den Elektro-Modus gezwungen.”

    Der Mann regt mich immer mehr auf 🙂 …dadurch würde BMW definitv Kunden, die sich für einen PlugIn-Hybriden interessieren, verlieren, denke ich, solange die anderen solche Faxen nicht anbieten…

  3. stiller Beobachter says:

    erst ein Dieselverbot. Dann die Benziner. Die Hybrid überspringen wir gleich. Ich sehe vor meinem geistigen Auge bereits die Schlagzeile: Fahrverbot für Elektroautos. Studien beweisen 40’000 vorzeitige Todesfälle in DE wegen ELEKTROSMOG.

    Noch Fragen?

    • M. Power says:

      Stern TV vom 14.11.2018 sagt ja alles dazu:

      https://www.youtube.com/watch?v=97WWcE0RZa8

      • DerOssi says:

        Hab ich auch schon gesehen/gelesen… völlig absurd das Ganze Thema… ein oder zwei Stangen Zigaretten geraucht, macht nach der Rechnung genauso viel Stickoxidbelastung der Lunge wie ein ganzes Leben lang am Stuttgarter Neckartor… wo die die 80000 Tausend oder wie viel auch immer Stickoxidtoten im Jahr herbeweisen, oder soll ich sagen, herzaubern, weiß kein Mensch…

  4. Oliver Beyer says:

    Gute Idee. Die Menschen müssen manchmal zu ihrem “Glück” gezwungen werden. Als Beispiele sei hier nur einmal die Anschnall- und Kat-Pflicht erwähnt. Da gab es seinerzeit genauso viel Geheule einzelner Autofahrer wie aktuell.

    • B3ernd says:

      Die dubiosen Grenzwerte werden kurioserweise nur in Dtl. überschritten und das obwohl wir weniger Verkehr als z.B. Paris oder London haben.

      Dass die Vorgaben für Messstationen nicht einheitlich sind und in Deutschland realitätsfern sind, ist mittlerweile kein Geheimnis mehr. Wer direkt “am Auspuff” misst, muss sich nicht über schmutzige Luft wundern

      • M. Power says:

        Deutschland hat eben auch die tieferen Grenzwerte als andere Länder d.h. beim Verkehr.
        Hingegen beim Arbeitsschutz sind dann 950 mg kein Problem, beim Verkehr max 40 mg.

      • Thomas says:

        Das ist nicht ganz korrekt, denn z.B. in Frankreich und Polen werden die Werte ebenfalls überschritten und man macht sich generell überall Gedanken, wie man den drohenden EU-Bußgeldern entkommen kann. Allerdings konnte ich trotz Recherche nicht herausfinden, ob die Grenzwerte aller EU Länder identisch sind. Man wird über Google nur von einer einseitigen Welle an News erschlagen.

        Fakt ist, dass die vorgegebenen Grenzwerte jeglicher Grundlage entbehren und die Ermittlung der Werte selbst mehr als fraglich ist.

        Bestes Beispiel ist die Überschreitung, obwohl nicht ein Auto die gesperrte Straße befahren hat.

        Nun muss man sich vor Augen halten, dass die DUH sowas als rechtliche Grundlage nutzt um Städte zu verklagen!!!

        Anfangs habe ich gelacht. Dann war ich sauer. Mittlerweile sitze ich mit einem Aluhut in der Ecke und glaube an eine Verschwörung!

        So naiv und dumm kann unsere Führungsetage doch gar nicht sein. Je sauberer die Luft, desto besser. Aber wie sauber ist eigentlich “sauber”?

  5. Xie Ror says:

    man könnte auch das Aktive Sounddesign ausschalten sobald man sich im Umkreis von 10km zu einer bewohnten fläche ist … der Krach im Sport Modus ist langsam peinlich, ich will schnell fahren können ohne dass mir jeder den Vogel zeigt.

    • gesellschaftlicherGroßkonflikt says:

      (zwangsweise) „Aktives Sounddesign ausschalten“

      „ich will schnell fahren können ohne dass mir jeder den Vogel zeigt“

      Absolute Zustimmung!
      (davon abgesehen: das gehört sowieso verboten)

      …… aber E-Autos müssen ja (neuerdings) künstlich einen Summton produzieren (weil sie ja erwiesenermaßen dramatisch mehr in Fußgängerunfälle verwickelt sind)

      Jedenfalls sind E-Autos doppelt umweltfreundlich:
      – sie fahren Menschen über den Haufen
      – und mindern SO deren künftigen CO2-Ausstoß

      – jedenfalls solange der „smart-Fön“ nicht sagt: „Achtung, Auto von LINKS-GRÜN: Stillstand sofort!“

  6. Thomas says:

    Diese ganze Diskussion um Grenzwerte ist völlig sinnfrei, so lange die Messstationen weiterhin möglichst suboptimal positioniert und die Grenzwerte ohne fundiertes Wissen festgelegt werden. So könnte die EU auch kommen und die Mortadella verbieten, weil sie zu viel Schwein beinhaltet.

  7. Fagballs says:

    > Rein elektrisch fahrende Plug-in-Hybride könnten hier zumindest einen kleinen Beitrag zu besserer Luft leisten.

    Einen sehr sehr kleinen. Schon jetzt finde ich die Beschränkungen blödsinnig, weil:
    Man nehme den Anteil an Schadstoffen, der überhaupt von Autos verursacht wird. Davon den Anteil, der von Dieselfahrzeugen kommt. Davon den Anteil, der von Euro 4 und 5 stammt. Davon den Anteil, der nicht durch Sonderregelungen doch in die Stadt darf (Anwohner, Lieferanten, Verkehrsbetriebe, städtische Fahrzeuge). Von wie vielen Autos reden wir jetzt noch? Wie hoch ist der prozentuale Anteil an Schadstoffen, die wir einsparen?

    Und jetzt machen wir mal die gleiche Rechnung mit den zig Millionen Hybridfahrzeugen auf, die auf Deutschlands Straßen rumkurven…

  8. Mini-Fan says:

    Was regt ihr euch denn alle so über den Herrn Fröhlich auf – MIR wird er so langsam sympathisch.
    Was ist denn so schlimm an dem, was er sagt? (“wir könnten heute schon …” – was doch nur heißt: “technisch machbar”)

    Anwendungsfall wäre z.B., wenn die Kommunen Paris oder London beschließen würden, daß ihre Innenstädte für ALLE Verbrenner tabu sind. Dann wäre BMW technisch in der Lage, dies für seine Hybriden zu garantieren.
    Ja, natürlich: Wenn der Akku leer ist – dann bleibt man liegen.
    Gilt auch für Tesla.

  9. gesellschaftlicherGroßkonflikt says:

    Ich denke, dass es Fröhlich DARUM geht, zu VERMEIDEN, dass der bekanntermaßen DUMME europäische Gesetzgeber auf die „Idee“ kommt, NUR noch reine „E-Autos“ in Großstädten zuzulassen

    …… NUR weil diese grünlackierten „EU-CO2-Affen“ erwiesenermaßen absolut NULL technisches Verständnis haben

    Dann aber am besten noch eine Erweiterung – damit die EU „mitspielt“:
    >>>> FALLS der Verbrenner-Modus notwendig wird, DANN, in der Stadt, nur im ECO-Modus.

    ABER es ist ja sowieso alles für die Katz:

    Im linksgrünversifften Berlin (wo denn sonst) soll die „Grüne Welle“ für Autofahrer ABGESCHAFFT werden !!! – zugunsten der Fußgänger
    https://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/gegen-die-autogerechte-stadt-schaltet-ampeln-fussgaengerfreundlich/23673518.html
    d.h. mehr anfahren, mehr stop-and-go, mehr Abgase.

    Da kann der Fröhlich sich noch so anstrengen.

    Dann enden die Autos irgendwann SO wie beim – mutmaßlichen – Bruder von Klaus Fröhlich, dem Michael Fröhlich, ganz neandertalmäßig ……
    http://www.spiegel.de/auto/fahrkultur/autofriedhof-neandertal-50-oldtimer-von-michael-froehlich-a-994571.html

    Übrigens – bei leerem Akku in der Stadt
    – fährt ein BMW-Hybrid notfalls mit Kraftstoff weiter
    – ein Tesla hingegen wird von einem Abschleppwagen mit 30 Jahre altem Dieselmotor geholt + weggebracht, hinter Gitter – bis er die Abschleppkosten bezahlt hat

  10. gesellschaftlicherGroßkonflikt says:

    Ein aktueller Artikel von heute, 02.12.:

    „Brauchen den echten Volks-Hybrid“ – ZF-Chef sieht Zukunft des Autos in Plug-in-Antrieb

    …… ENDLICH mal jemand von kompetenter Seite, der meine hier schon vielfach dargelegte Meinung voll teilt – pro-(bezahlbaren)-Hybrid – und eher contra-reines-E-Auto.

    https://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/wolf-henning-scheider-brauchen-den-echten-volks-hybrid-zf-chef-sieht-zukunft-des-autos-in-plug-in-antrieb/23702638.html?ticket=ST-28788-7TETcgPeRROn3FlItbBL-ap1

    Der iX3 wird demnach viel erfolgreicher werden als die 20.000 Euro teurere Konkurrenz von Jaguar, Audi und Mercedes.

  11. Till says:

    Hm… wo genau hat denn Fröhlich von Zwang gesprochen? Ich sehe die Möglichkeit eines solchen (evtl. ja sogar zuschaltbaren) Features eher positiv.

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