Wechsel zu Audi: BMW lässt Duesmann nicht vorzeitig gehen

Sonstiges | 31.07.2018 von 14

Der bisherige BMW-Vorstand Markus Duesmann soll das Unternehmen offenbar nicht unnötig früh in Richtung VW oder Audi verlassen dürfen. Wie die FAZ berichtet, wurde Duesmann …

Der bisherige BMW-Vorstand Markus Duesmann soll das Unternehmen offenbar nicht unnötig früh in Richtung VW oder Audi verlassen dürfen. Wie die FAZ berichtet, wurde Duesmann sofort nach Bekanntwerden seiner Wechselabsichten freigestellt und ist somit nicht mehr als Vorstand der BMW AG tätig, einem frühzeitigen Neuanfang bei Volkswagen oder einer VW-Tochter wollen die Münchner aber offenbar einen Riegel vorschieben.

Möglich ist das dank einer Sperrklausel, wie sie nicht nur im Vertrag mit Vorständen üblich ist: Um den Transfer von Geheimnissen einzudämmen, darf Markus Duesmann nicht ohne Freigabe seines bisherigen Arbeitsgebers bei einem direkten Konkurrenten einsteigen. Stimmen die Angaben der FAZ, könnte BMW den Start bei VW oder Audi bis Oktober 2020 verzögern – allerdings ist unklar, ob BMW auf einer derart langen Sperre besteht oder ob sich die Unternehmen möglicherweise finanziell auf einen früheren Wechsel einigen können.

Sonderlich viel Grund für großes Entgegenkommen hat BMW allerdings nicht: Die Kassen sind nach mehreren Rekordjahren in Folge gut gefüllt und mit Herbert Diess ist bereits vor wenigen Jahren ein BMW-Vorstand nach Wolfsburg gewechselt. Wenn nach dem VW-Chef nun auch der Audi-Chef aus dem BMW-Vorstand kommen soll, dürfte den Münchnern jede mögliche Verzögerung lieb sein. Damit würde man auch ein Zeichen an andere Vorstände geben: Ein schneller und unkomplizierter Wechsel zur direkten Konkurrenz ist keine Option.

Aus Wolfsburg war bisher offiziell nur ein kurzes Statement zu lesen:

Markus Duesmann soll neues Mitglied des Volkswagen Konzernvorstands werden

Der Aufsichtsrat der Volkswagen Aktiengesellschaft hat in seiner gestrigen Sitzung beschlossen, Herrn Markus Duesmann den Eintritt in den Konzernvorstand anzubieten. Herr Duesmann, derzeit Mitglied des Vorstands der BMW AG mit der Zuständigkeit für Einkauf und Lieferantennetzwerk, wird seine Tätigkeit aufnehmen, sobald er hierfür zur Verfügung steht. Eine entsprechende Vereinbarung wurde bereits unterzeichnet. Die Volkswagen AG holt mit Duesmann einen der erfahrensten und profiliertesten Experten der Automobilindustrie an Bord. Er zeichnet sich durch eine breite Erfahrung in unterschiedlichen Bereichen der Branche bei verschiedenen Konzernen aus.

14 responses to “Wechsel zu Audi: BMW lässt Duesmann nicht vorzeitig gehen”

  1. DanielS says:

    Hart bleiben, keinen Tag früher gehen lassen!
    BMW ist keine Nutte.
    Betriebsgeheimnisse, die dieser Verräter mitnimmt und bei VW/ Audi ausplaudert, sind im Oktober 2020 dann zumindest mal 2 Jahre alt.

    Duesmann hat dann 2 Jahre Zeit, sein Gewissen auf Vordermann zu bringen. Sofern er überhaupt eines haben sollte.

    • GrimE34 says:

      Vielleicht ist er einfach ehrgeizig und nicht auf eine Marke fixiert.

      Er will möglicherweise einfach Marken übergreifend in der Branche so viel wie möglich bewegen und erreichen.

      Davor war er auch bei Daimler, also ich würde so einen Mann nicht als Verräter bezeichnen, sondern lieber seine Leistungen in seinen verschiedenen Positionen anerkennen.

      • DanielS says:

        Wieso sollte ICH die Leistungen eines Herrn Duesmann anerkennen?
        Diese Frage stellt sich doch allenfalls für BMW. Und zwar, inwieweit seine positiven Leistungen dort nun durch seine ab jetzt und für die Zukunft negativen Leistungen überwiegen, bzw. inwieweit “er sein Geld wert” war, bei und für BMW.
        Wohl die meisten BMW-Fahrer haben mehr Herzblut als er.
        Das Ganze hat nämlich auch etwas mit Moral zu tun.

        Stellt sich langsam die Frage, ob man sein Knowhow nicht gleich freiwillig an die Chinesen transferiert – und damit dann wenigstens noch ein paar Jahre Gewinne mit Joint Ventures einfährt.
        Moral haben die Chinesen ja noch nie gehabt.

        • Andre Bauer says:

          Die positiven Leistungen seiner Arbeit bei BMW sind sicherlich nahezu gleich mit den negativen Leistungen durch Know How Transfer in den kommenden Monaten/Jahren. Somit stellt sichmir die Frage nach der Entlohnung.
          Im Grunde sollte es eine Klausel für Rückzahlung von Gehalt geben, wenn eine Person in diesen Positionen zu einem Unternehmen wechselt, welches in der gleichen Branche tätig ist bzw. ähnliches Know How benötigt.
          D.h. Im Grunde müsste er sicherlich 50% seiner letzten Gehälter bei BMW wieder zurückzahlen.
          Hey aber was solls. die kleinen Sachbearbeiter müssen das wieder ausgleichen!
          Danke!

  2. gesellschaftlicherGroßkonflikt says:

    Man bekommt seit Jahren den Eindruck, BMW ist die beste „Managerschule“ weltweit, die es gibt.

    Und viele sehen BMW nur als Sprungbrett. Und wandern später ab – 50 % von BMW-i z.B.
    Schlecht zahlen tut BMW ja bestimmt nicht.

    Aber nur ein ständiger Wechsel scheint der sogenannten “Karriere” förderlich sein, glaubt Mann.

    • Gregorij Jerkov says:

      Geh wieder streiken “Kommentator”!

    • DanielS says:

      Zumindest ist die Konkurrenz offenbar sehr scharf auf Manager und Techniker von BMW. Was für (!) BMW spricht: Vom Abwerben dieser Leute verspricht sie sich den Zugriff auf Insiderwissen. Und lockt sie mit entsprechenden Positionen.
      Schließlich ist BMW in Bezug auf die Umsatzrendite der weltbeste Großserien-Automobilhersteller. Was nicht von Nichts kommt.

  3. B3ernd says:

    Immer mehr Leute verlassen BMW. Egal ob Techniker/Ingenieure oder Manager. Ein Wechsel ist nicht unüblich, bei BMW ist er gefühlt überdurchschnittlich hoch.

    Was ist da los? Warum wollen so viele von BMW weg?

    • vokohola says:

      Integer Manager ist ein Widerspruch in sich, wie zum Beispiel Urlaub mit Kindern. Aber wollte der Bernd das wirklich wissen?

      • B3ernd says:

        Danke für die Antwort. Wenn auch gleich diese nicht viel Aussagekraft hat.

        Aber, will ein vokohola wirklich etwas erhellendes beitragen?

        • Tobias says:

          formulieren wir es vorsichtig: auf gewohnt einfältige fragen des b0ernd zu antworten, war schon bewundernswert genug. es ehrt dich, vokohola, dass du b_0_ernd doch noch nicht aufgegeben hast.

          • B3ernd says:

            Kommt da noch was oder bleibst du inhaltlich arm? Kann mich nicht erinnern, jemals mit einem Tobias geschrieben zu haben. Freut und ehrt mich, dass du mich vermeintlich kennst und ich ein Teil deiner Lebenszeit bin.

  4. quickjohn says:

    Verräter – was für ein Unsinn. Oder wurde das Recht auf freie Wahl des Arbeitsplatzes mittlerweile für Top-Manager abgeschafft?

    Andererseits sind nachvertragliche Wettbewerbsverbote aber auch nichts Unsittliches und werden entsprechend entlohnt.

    Also – vermutlich Business as usual auf beiden Seiten.

    Und daß BMW Spitzenkräfte „produziert“ ist auch nichts Neues. Ebenso wie die Tatsache daß es eben auch immer nur einen CEO geben kann ……

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