US-Zölle: Bekommt die Auto-Industrie eine Null-Lösung?

Sonstiges | 5.07.2018 von 6

Groß war die Sorge der deutschen Autobauer, nun scheint sich eine erfreulich positive Lösung anzubahnen: Im drohenden Handelskrieg zwischen den USA und der EU kommt …

Groß war die Sorge der deutschen Autobauer, nun scheint sich eine erfreulich positive Lösung anzubahnen: Im drohenden Handelskrieg zwischen den USA und der EU kommt der Autoindustrie vor allem aus europäischer Sicht eine Schlüsselrolle zu, schließlich verkaufen die europäischen Konzerne Jahr für Jahr hunderttausende Neuwagen auf dem US-Markt. Die Drohung von US-Präsident Trump, den Import von Autos künftig mit Zöllen in Höhe von bis zu 20 Prozent zu belegen, sorgte für dementsprechend tiefe Sorgenfalten bei vielen Beobachtern – nicht nur, weil die Zölle der europäischen Autoindustrie schaden würden, sondern auch weil sie nach einer harten Reaktion der EU verlangen und damit zur weiteren Eskalation des Konflikts beitragen würden.

Nach aktuellen Medien-Berichten scheint nun eine Lösung in Sicht, die den Autobauern gut gefallen dürfte: Der US-Botschafter in Berlin, Richard Grenell, soll in einem Treffen mit den Vorstandschefs Harald Krüger (BMW Group), Dieter Zetsche (Daimler) und Herbert Diess (VW) den vollständigen Verzicht auf Automobil-Zölle angeboten haben. Der Deal: Wenn die EU keine Zölle auf US-Autos erhebt, wird es auch umgekehrt keine Zölle geben.

Derzeit zahlen amerikanische Autobauer 10 Prozent Zoll, wenn sie Neuwagen in die EU importieren. Sie und Präsident Trump sehen darin einen der Gründe für den überschaubaren Erfolg von Marken wie Chevrolet in Europa. Auf europäische Autos, die in die USA importiert werden, müssen derzeit nur 2,5 Prozent Zoll gezahlt werden.

Ob die mit den aktuellen Zöllen verbundenen Kosten wirklich der ausschlaggebende Grund für die Stärke der europäischen und vor allem der deutschen Autobauer sind, kann mit Sicherheit diskutiert werden. In den Konzernzentralen von BMW, Mercedes und Volkswagen dürfte man die eigene Stärke viel eher mit der Qualität der eigenen Produkte in Verbindung bringen und die vorgeschlagene Null-Zoll-Lösung entsprechend positiv bewerten.

Abzuwarten bleibt, ob das Angebot des US-Botschafters Grenell wirklich Bestand hat. Es wäre schließlich nicht das erste Mal, dass sich Ankündigungen der aktuellen US-Regierung innerhalb kurzer Zeit wieder in Wohlgefallen auflösen und sich die Sachlage plötzlich wieder anders darstellt.

6 responses to “US-Zölle: Bekommt die Auto-Industrie eine Null-Lösung?”

  1. DerOssi says:

    Oh dann muss ich doch gleich mal den Chevrolet-Konfugurator anhauen, wenn die bald 10 % günstiger werden… hihi… aber, das muss man dazu sagen, wäre dieser Schritt wahrscheinlich für die US-Hersteller dennoch positiver als er es für die Deutschen wäre, die eh nur einen Furz an Zoll zahlen… aber begrüßen würde ich die Lösung dennoch… besser als Zoll-Eskalation…

  2. gesellschaftlicherGroßkonflikt says:

    „Derzeit zahlen amerikanische Autobauer 10 Prozent Zoll, wenn sie Neuwagen in die EU importieren.

    Auf europäische Autos, die in die USA importiert werden, müssen derzeit nur 2,5 Prozent Zoll gezahlt werden.“

    Dann war Trump ja wohl nicht gerade im Unrecht mit seiner Haltung!

    Abgesehen davon, dass – natürlich – die USA böse „Straf“zölle erheben, die EU aber nur gute „Schutz“zölle ……

    • DanielS says:

      Die bisherigen Zölle i.H.v. 2,5% bzw. 10% waren Bestandteil eines mit anderen Dingen ausgehandelten Gesamtpaketes.
      Da würde jetzt nun eine kleine Schieflage entstehen.

      BMW wurde als großer US-Exporteur auf alle Fälle profitieren.

      • quickjohn says:

        ‘BMW würde als großer US-Exporteur auf alle Fälle profitieren’.
        Vielleicht – aber jedes Mittel hat ein Gegenmittel, auch bei künftig möglicherweise Hoch-Zoll belasteten Export-Autos.
        Würde mich wundern falls BMW und die Anderen nicht einen Notfallplan in der Tasche hätten wie z.B.: in Spartanburg nur für den US-Markt produzieren, ansonsten die Produktion drosseln und CKD-Elemente an Übersee BMW-Werke liefern und dort vor Ort Zuliefererteile einkaufen. Auch die Motoren bräuchte man (für Exportfahrzeuge) erst mal garnicht nach USA liefern.
        Würde sich vermutlich garnicht so schlecht rechnen – aber in Spartanburg rd. 40% der Belegschaft den Job kosten. Ob die dann Trump wiederwählen?

  3. DanielS says:

    Fragt sich, WER in dieser Sache so entscheiden darf.
    Sicherlich weder der US-Botschafter noch die deutschen Autobosse. Auch nicht Trump allein oder die Bundeskanzlerin.

  4. quickjohn says:

    Wie sollte der Entfall von Importzöllen die Ami-Autos für Europäer attraktiver machen? Die Dinger sind doch heute schon billig und werden trotzdem nicht gekauft.
    Jaja, die Corvette wird interessanter und vll. der einzige Nicht-Truck den Ford noch baut – aber sonst? So dumm, um auf diesen Deal einzusteigen ist vermutlich nicht mal Mr. Trump!

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