Luxusklasse-Absatz 2017: Tesla Model S vor S-Klasse, 7er und A8

BMW 7er | 21.02.2018 von 34

Dem Tesla Model S ist 2017 etwas gelungen, das noch vor wenigen Jahren kaum jemand für möglich gehalten hätte: Die Luxuslimousine aus den USA hat …

Dem Tesla Model S ist 2017 etwas gelungen, das noch vor wenigen Jahren kaum jemand für möglich gehalten hätte: Die Luxuslimousine aus den USA hat die Platzhirsche Mercedes S-Klasse und BMW 7er auf deren Heimat-Kontinent von der Absatz-Spitze verdrängt. Wie Automotive News Europe in Erfahrung gebracht hat, wurden in Europa 2017 insgesamt 16.132 Einheiten der Elektro-Limousine verkauft. Das sind 30 Prozent mehr als im Vorjahr, vor allem aber auch ein Ausrufezeichen in Richtung Stuttgart und München. Denn an die Sonderrolle des Tesla Model S auf einzelnen Märkten hatte man sich bereits gewöhnt, ein Erfolg in der wichtigen Absatzregion Europa ist aber tatsächlich eine andere Hausnummer.

Die Mercedes S-Klasse kam 2017 auf einen Europa-Absatz von 13.359 Einheiten und wuchs im Jahr ihrer Modellpflege um moderate 3 Prozent, der BMW 7er musste einen Rückgang um 13 Prozent auf 11.735 verkaufte Fahrzeuge hinnehmen. Zahlen für den Audi A8 nennt Automotive News nicht, auch der Ingolstädter liegt aber deutlich hinter der Limousine von Elon Musk. Zwar profitiert das Tesla Model S in manchen Märkten von Förderprogrammen für Elektroautos, dennoch ist die klare Führung des Amerikaners ein deutliches Signal – das allerdings auch nicht aus dem Nichts kommt, schließlich wurden auch im Vorjahr schon fast 12.500 Exemplare verkauft.

Dass Elektroautos in gewissen Fahrzeugklassen sehr gefragt sind, lässt sich vor dem Erfolg des Tesla Model S nicht wegdiskutieren. Dennoch ist festzuhalten, dass die große Masse der Neuwagen auch im Jahr 2017 als Benziner oder Diesel verkauft wurde. Wie tief der Elektro-Stachel aus den USA sitzt, zeigt sich auch im Markt der Luxus-SUV: Das Tesla Model X fand in Europa rund 12.000 Kunden und lag damit auf Augenhöhe mit dem Porsche Cayenne und rund 2.000 Einheiten vor dem BMW X6.

Noch deutlicher als in Europa dominiert das Tesla Model S die Luxusklasse in der amerikanischen Heimat: Auf dem US-Markt entschieden sich 2017 rund 28.800 Kunden für ein Model S, die S-Klasse aus Stuttgart musste einen Rückgang um 16 Prozent auf 16.275 Einheiten verkraften. Der BMW 7er-Absatze schrumpfte dort sogar um 28,2 Prozent auf 9.276 verkaufte Fahrzeuge.

Wir dürfen gespannt sein, wie sich der Absatz von Tesla in den nächsten Jahren im Vergleich zu den deutschen Platzhirschen entwickelt. Die Probleme bei der Produktion und mit der Qualität des Model 3 machen deutlich, dass auch bei Tesla längst nicht immer alles nach Plan läuft. Außerdem wird die Konkurrenz für die Amerikaner immer größer, denn immer mehr Hersteller drängen mit Premium-Elektroautos auf den Markt und wollen ihren Kunden ernsthafte Alternativen zu Model S & Co. anbieten. Ob sich die Amerikaner dabei dauerhaft gegen ihre Rivalen behaupten können, dürfte nicht nur für Elon Musk eine spannende Frage sein.

34 responses to “Luxusklasse-Absatz 2017: Tesla Model S vor S-Klasse, 7er und A8”

  1. Fagballs says:

    Ja, das sollte den Entscheidern aller großen Firmen ein Denkzettel sein. Aber es ist doch so: Wenn ich eine Limousine mit Verbrennungsmotor kaufen will, habe ich die Wahl zwischen BMW, Mercedes, Audi, Jaguar, Lexus, Infiniti, Cadillac und einigen noch teureren wie Bentley, Rolls-Royce und Co. sowie bestimmt einigen, die ich jetzt gerade nicht im Blick habe. Will ich eine vollelektrisierte Limousine kaufen, habe ich keine Wahl, es gibt nur das Tesla Model S. Dementsprechend sieht der Marktanteil aus.

    Man könnte jetzt meinen: Dann soll BMW halt einen i750e (oder wie auch immer) heraus bringen, der Markt für vollelektrisierte Limousinen ist ja da. Nur ist zu bedenken: Der 7er ist bei BMW Technologieträger, aber von Stückzahl und Umsatz her eher ein Nischenprodukt als Brot- und Butter-Modell. Es wird ja auch kein from-scratch neu entwickelter V12 oder V8 dort verbaut. Einen EV 7er zu entwickeln wäre verdammt teuer und würde sich vermutlich nicht rechnen. Genauso wenig wie sich für Tesla das Model S rechnet, denn je mehr sie davon verkaufen, umso höher werden die Verluste. Aber im Gegensatz zu Tesla könnte sich BMW so ein Prestigeprodukt leisten. Sie haben sich schließlich auch das Projekt i geleistet, ohne groß Verlust dadurch zu machen. Also wenn BMW wollte, hätten sie die finanziellen Möglichkeiten, Mercedes und VW vermutlich auch. Aber stattdessen gibt es Studie nach Studie und ein paar Leuchtturm-Produkte mit geringen Stückzahlen. Ich versteh’s nicht. Ich mein, klar, das würde die Dividende schmälern, aber langfristig vermutlich Sinn machen. Aber welchen Aktionär interessiert schon die langfristige Entwicklung?

    • Till says:

      Ich sehe das ähnlich, vor allem wenn man den 7er als Technologieträger (von morgen) sieht. Klar kostet das Geld, aber man wird ihn sowieso brauchen und das damit einhergehende Statement wäre nachhaltig imagefördernd. Gilt übrigens für alle Reihen. Man stelle sich nur vor, man hätte zwei Jahre nach dem i3 Release (also 2015) einen elektrifizierten 3er (inkl. Touring) releast und könnte den in angemessenen Stückzahlen liefern… Game over für den Rest und richtig dicke Eier in München, während manche noch 2019 auf das Model 3 warten werden… Ich schätze schon in zehn Jahren wird kaum noch jemand Interesse an Verbrennern haben.

      • DerOssi says:

        ” Ich schätze schon in zehn Jahren wird kaum noch jemand Interesse an Verbrennern haben”
        –> gewagte Prognose

        Dabei wird viel abhängig davon sein, wie weit man bis dahin mit der Ladeinfrastruktur gekommen ist, und vorallem ob die E-Autos auch bis dahin wirklich etwas taugen mit vernünftigen Reichweiten und an “E-Tankstellen” ähnlich schnell ladbar wie heute getankt wird…

        Meines Erachtens wird der Verbrenner uns noch sehr lange begleiten, jedoch der E-Anteil natürlich kontinuierlich wachsen… Koexistenz statt Verdrängung ist meine Prognose… (zumindest solange man noch irgendwas “verbrennen” kann)

        • Till says:

          Klar, das dauert und solange man noch mit Verbrennern in Städte fahren darf… oh wait… Also ich wüsste nicht, warum nicht auch die Infrastruktur rund um E-Mobilität natürlich mitwachsen sollte. Mal ganz von der sich ebenfalls ständig weiter entwickelnden Akkutechnik abgesehen. Zumal man im Optimalfall sowieso eher nachts oder auf Arbeit lädt und die wenigsten mehrere hundert km pro Tag am Stück und ohne Pause fahren. Diese kuriose neue Phobie namens „Reichweitenangst“ wird hierzulande eher durch Panikmache der Verbrennerlobby und ihrer saugenden Presse geschürt. (Man will die Kuh halt exakt solange melken, bis sie wirklich mausetot auf der Wiese liegt. Hauptsache Rendite.) Ähnlich haarsträubend wie das nervige Bemühen des 100% Szenarios, das ja direkt gleich morgen früh ungelöst vor der Tür steht und uns alle zerstört. Ist schon witzig… Man wird wohl immer Gründe finden, etwas Neues doof zu finden, weil man Angst davor hat. Ich denke, es wird sich alles entwickeln, wenn die Nachfrage da ist. War mit Verbrennern so, wird auch bei BEVs so sein. So wie bisher kann’s jedenfalls nicht weitergehen.

          • DerOssi says:

            Ich finde, dass die “Reichweitenangst” nicht nur eine “kuriose Phobie” ist.
            Wenn ich von mir ausgehe, der gerne mal einen Tages-Ski-Trip macht mit einfacher Strecke alleine ca. 250km, dann ist es schon interessant, ob ich auch wieder zurückkomme? Weil ich kenne noch kein Skigebiet, bei denen der Parkplatz mit Ladesäulen ausgestattet ist?! Um nur ein Beispiel zu nennen…
            Meines Erachtens ist auch nicht das Hauptproblem die Reichweite, sondern der Umstand, dass man zumindest mit der aktuellen Technik nicht in 5 Minuten aufladen kann und schon lange nicht an jedem “beliebigen” Ort.
            Erst wenn sich die Technik dahin entwickelt hat, und es dafür ein flächendeckendes (europaweites!) E-Tankstellen-Netzt gibt, kann´s mit den E-Autos richtig losgehen, alles vorher ist zumindest für mich uninteressant bzw. einfach nicht sinnvoll/praktikabel.
            Natürlich wird sich das alles weiterentwickeln, aber meines Erachtens weit länger als 10 Jahre dauern, bis wir zu den Verbrennern einen vergleichbaren Praxisnutzen haben.

            • Till says:

              Da bin ich anderer Meinung. Die von dir genannten Edge Cases wird es immer geben, klar. Aber es gibt auch bereits heute sog. Destination Charger von Tesla in Parkhäusern und Tiefgaragen von Hotels, Ferienanlagen etc. und das lässt sich relativ leicht umsetzen und ausbauen. Kann mir kein Hotel oder Gasthaus etc. vorstellen, die dich nicht auch einfach über Nacht an ner banalen Steckdose laden lassen würden, damit du wieder zurückkommst. Denke, die meisten sind da völlig cool. Da werden dann künftig eben die Anbieter und Gastronomen punkten, die die Moderne adaptieren.

              10 Jahre sind eine Menge Zeit… Es wird niemand Jahre, bevor es eine nennenswerte Anzahl von zugelassenen E-Autos gibt, ein europaweites, flächendeckendes E-Tankstellennetz fertigstellen. Es läuft umgekehrt: Die Nachfrage nach BEVs bestimmt auch den Ausbau des Ladesäulennetzes. Und das wird deutlich schneller gehen, als entsprechende Fahrzeuge in der Breite zu entwickeln und auf den Markt zu bringen. Und mutige, moderne Pioniere innerhalb der Gesellschaft werden vorangehen, Erfahrungen sammeln und Herstellern helfen, das Ding zu wuppen. Also somit dann quasi die „Drecksarbeit“ für die Ewiggestrigen machen, die sich solange unter Anführung aller möglichen Edge-Cases, die meist wohl nicht mal ne Hand voll mal im Jahr anstehen, rechtfertigend hinterm Verbrenner verstecken, bis ihnen der Fortschritt regelrecht hinterhergetragen wird, bevor sie zu den Außenseitern der Gesellschaft zählen und/oder in horrenden KFZ-Steuern ersticken. So oder so ähnlich wird’s kommen. Bin da guter Dinge.

              • DerOssi says:

                Ich bin bestimmt kein “Ewiggestriger”, wie du so schön formulierst… aber ja, die “Drecksarbeit” dürfen gerne andere machen, wobei ich das mehr als “Vorarbeit” bezeichnen würde, weil sie machen es ja freiwillig…. bei der Infrastruktur bin ich gleicher Meinung… das wird sich abhängig von der Nachfrage regeln…

                • Till says:

                  Hast recht, „Drecksarbeit“ war wohl etwas hart ausgedrückt, aber im Grunde empfinden es wohl viele so. Na ja, wenn man sich mal die 10 Jahre Smartphone/Tablet Entwicklung nach der Präsentation des iPhones 2007 ansieht… da geht schon einiges. Und davor gab’s überhaupt kein Smart Device auf dem Markt. Heute gibt’s aber schon BEVs und Ladesäulen.

                  Beim i3 muss ich zustimmen, darüber hab ich schon vor ein Paar Tagen hier geschrieben. Allerdings muss man fairerweise sagen, dass wohl das komplette Entwicklungsteam von damals nicht gehalten werden konnte und nach China abgewandert sein soll. Hier musste BMW interne Strukturen mehr oder weniger neu aufbauen, was zu einiger Verzögerung geführt haben muss.

                  • DerOssi says:

                    Ich denke der nächste Schub wird kommen, wenn die Feststoffzelle Einzug hält… dann wird es von der Batteriekapazität her wirklich interessant… glaubt man den Herstellern, wird es hier jedoch vor 2022 bis 2023 keine Erfolge bzw. Serienprodukte geben… aber ich werde die Entwicklung mit Spannung verfolgen…

                  • Till says:

                    Absolut! Allerdings muss man ja bis dahin nicht unbedingt gleich ein BEV kaufen, um es zu fahren. 🙂

    • DerOssi says:

      “Ja, das sollte es den Entscheidern aller großen Firmen ein Denkzettel sein” –> Warum?

      Vor fünf bis zehn Jahren, wo war da die Notwendigkeit für die großen Autohersteller in E-Autos zu machen? Dafür gab es meines Erachtens keine, oder zumindest nur geringe, ökonomische Gründe. Warum umsatteln, wenn der Sprit nach wie vor billig ist und keiner nach E-Autos ruft? (mal salopp gesagt)

      Dass irgendwann mal Einer den Anfang macht, wie Herr Musk z.B., weil er einfach eine “Lücke” mit Potenzial sah, heißt noch lange nicht, dass alle anderen etwas verschlafen hätten.

      Im nachhinein ist immer alles “logisch” oder “war ja klar” oder “hätte man doch wissen müssen”, nein, hätte man nicht wissen müssen. Aber reagieren muss man natürlich darauf, und das tun die etablierten Hersteller ja jetzt auch. Und wenn deren Produkte was taugen und bezahlbar sind, wird Tesla wahrscheinlich arge Probleme bekommen.

      • Fagballs says:

        Wir sind hier ja auf einer BMW Seite und BMW hat schon Milliarden in die Entwicklung von Elektrofahrzeugen gesteckt.Die haben es geahnt, die haben sogar ein Elektrofahrzeug am Markt, das der bösen Reichweitenangst entgegen wirkt, weil es dann noch ne Runde auf Sprit läuft, wenn man doch mal 400 km fahren will. Macht man aber meistens nicht und wenn man jeden Tag zuhause lädt, kommt man mit der Karre hin. Aber danach kam nichts mehr außer dem einen PHEV als Cabrio und dem EV mit nem dickeren Arsch. Das ist, was ich BMW ankreide, dass sie nicht, als die Infrastruktur da war, die Gelegenheit genutzt haben und einen i5 auf den Markt gebracht haben, und tatsächlich zu liefern, während viele Model 3 Käufer noch von ihrem Lieferdatum träumen.

        Aber ich habe gerade noch eine Zahl nachgeschaut: In Deutschland wurden mehr 7er als Tesla insgesamt (also Model X und Model S) zugelassen in 2017, aber auch mehr i3 und die vermutlich mit mehr Gewinn als die Teslas. Das Interesse an Elektroautos aus Bayern ist da und sie sind lieferbar, sie sind nur vermutlich nicht für Jedermann aus einigen Gründen. Es gibt aber auch einen Markt für Elektroautos für >100k€ und das sollte den Entscheidern zu denken geben. Wobei ich wie gesagt glaube, dass BMW schon reichlich über das Thema nachgedacht hat.

      • Meo says:

        Ich finde bei deinen Ausführungen sollte man schon auch BMW mit den i-Modellen miterwähnen, man bedenke dass der i3 bereits seit 2013 auf dem Markt ist… Nur weil es die anderen verschlafen haben, heißt es nicht gleich alle (siehe Dieselskandal!)

        • DerOssi says:

          Auf die Zahl habe ich gewartet 🙂 …der E-Golf wird auch schon seit 2014 angeboten… macht dieses eine Jahr nun das “Verschlafen” aus…?

          Tesla wurde 2003 gegründet und 2009 kam glaube ich das Model S raus
          –> “Verschlafen” haben es meines Erachtens alle deutschen Hersteller…
          …der eine mehr, der andere weniger… was mich zu meiner Ursprungsthese führt, dass die Deutschen nur nach links und rechts geschaut haben und mitziehen müssen, aber gewiss keine Vorreiterrolle inne haben… nicht falsch verstehen, ich bin kein Tesla-Fanboy, nur rein sachlich betrachtet, haben die meines Erachtens den Stein erst so richtig ins Rollen gebracht…

        • Mini-Fan says:

          Es hat GAR NIEMAND etwas verschlafen!
          Der Markt für reine E-Autos war + ist im Prinzip doch gar nicht da! (natürlich gibt + gab es schon immer eine Handvoll Fahrer, für die ein e-Auto an 365 Tagen im Jahr passt)
          Der (erste) Opel Ampera z.B. verkaufte sich schlicht: gar nicht! (obwohl er ein e-Auto “ohne Reichweitenangst” war – genau wie der i3 ReX)

          Und wenn (wie vielleicht bei mir persönlich) ein reines e-Auto nur an 300 von 365 Tagen ausreichend ist – dann werde ich mir kein solches kaufen (und dann für 65 Tage einen “Verbrenner” mieten?) – da kommt nur ein Plug-in-Hybrid in Frage.
          Ein e-Auto passt nicht für alle Autofahrer!

  2. Mini-Fan says:

    Mit dem Tesla Model S erhält der Kunde ein Fahrzeug, das eine “irre” Beschleunigung aufweisen kann. Hier ist er – nicht nur in der Klasse der Luxuslimousinen konkurrenzlos. Und DAS ist der Hauptgrund für deren Kauf. Momentan ist es “hip”, Tesla zu fahren, man wähnt sich in einer gewissen Aura.
    Daß er bei sehr sportlicher Fahrweise keine Ausdauer hat, ist für seine Besitzer zweitrangig.
    Es würde mich interessieren, ob es Erhebungen über die durchschnittliche Jahresfahrleistung von Tesla S einerseits – und 7er, S und A8 andererseits gibt. Und wieviele Fahrzeuge deren Eigner sonst noch besitzen.
    Ich denke, ein Tesla S wird eher wie ein 911er “gehalten”.

    Hinzu kommen aber auch (verzerrte) wirtschaftliche Argumente.
    In Norwegen ist ein Tesla S günstiger zu haben als ein Golf TDI.

    • Till says:

      Ich denke, ein Tesla S wird eher wie ein 911er “gehalten”.

      Da bin ich mir gar nicht so sicher. Ich denke, dass die meisten, die das Auto fahren, das aus voller, konzeptioneller Überzeugung tun und eher (bei entsprechendem Wohlstand) noch ein Model X in der Garage haben oder hierzulande ne Zoe oder nen i3. Kommt mir zumindest so vor, wenn ich mich mit Tesla-Fahrern unterhalte oder einen Blick auf YouTube werfe.

      • Moo says:

        Vollkommene Zustimmung. Der Anteil derer, die dieses Fahrzeug wegen der Beschleunigung kaufen und als 911er halten, geht gegen Null. Es ist einfach das Gefühl der moralischen Überlegenheit. Ich fahre elektrisch, ich fahre sauber, ich bin modern. Die drei Model-S Besitzer, die ich kenne, fahren es als Erstauto.

        • DropsInc. says:

          -> ich fahre sauber
          ist mmn. Augenwischerei. Jenes ist den TESLAjüngern aber nicht bekannt weil?
          ->ich fahre elektrisch
          ->ich bin modern
          Völlig die Sinne vernebelt…

        • Mini-Fan says:

          Das glaubst du ja selbst nicht!
          Gleiches wird auch für das Model 3 gelten (für 5.1 sec von Null auf Hundert brauchst du ansonsten ja mindestens einen 340i xDrive!)

          Ohne diese Beschleunigungsleistungen wären die Tesla zu diesen Preisen: unverkäuflich!
          Gleiches gilt auch für den i3 mit 170 PS für ursprünglich 34.950 EUR. Oder glaubst du, der wäre mit z.B. 88 PS zu verkaufen gewesen?

          Und noch eine Nachfrage:
          Und diese 3 Tesla-S-Besitzer haben kein Zweitauto?? Und nutzen den Tesla so, wie ein 7er oder eine S-Klasse üblicherweise genutzt wird?

          • Moo says:

            Da geht mal wieder einem einer ab aufgrund von Beschleunigungswerten ?
            Ja das glaube ich, dass Tesla genauso viele Autos verkauft hätte, wenn sie 1,2 Sekunden länger von Null auf hundert brauchen würden. Ein Tesla Model S wiegt 2,5t und lässt sich im Alltag nicht mal so sportlich fahren wie ein 140i… Den in der Realität und vor allem da wo ein 911er hingehört gibt es vor allem eins: Kurven.
            Deshalb könnten die ‘use cases’ gar nicht unterschiedlicher sein. Auf der einen Seite ein 2,5t Fahrzeug mit wahlweise 7 sitzen, der ein gutes Umweltgewissen machen soll in Zeiten von Dieselskandal und Tierversuchen, auf der anderen Seite eine Rennschmaschine vor dem Herrn, leicht, für Kurven gebaut und mit einer ungeheuren Portion ökologischer Unvernunft.
            Und natürlich haben sie noch zweit und drittautos, aber mit Frau und Kind geht es vorzugsweise mit dem Tesla von A nach B (auch in den Urlaub).
            Und wer denkt, dass das Model 3 als der gamechanger gesehen wird, weil er schnell gerade aus beschleunigen kann, der hat wirklich nichts verstanden… Sorry…

      • B3ernd says:

        Kenne einen Tesla Fahrer persönlich – es ist sein Hauptfahrzeug(Leasingwagen). Seine Frau fährt Golf. Auf umserem Rewe Parkplatz siehst du samstags mehr Tesla als Audi, Bmw und Benz. Der i3 ist so langsam präsent, wobei dieser wohl eher das Dasein eines Zweitwagens hat

        • DropsInc. says:

          Mensch da geht’s ja richtig ab auf dem REWE Parkplatz.

        • Mini-Fan says:

          Es geht nicht darum, ob jemand einen Tesla als “Haupt”-Fahrzeug nutzt. Sondern als einziges (!) Fahrzeug. Als Hauptfahrzeug (also für die meisten Tage im Jahr) reicht der natürlich immer aus!

    • Dailybimmer says:

      Dem ist nichts hinzu zu fügen.

  3. Meo says:

    Finde auch, dass es ein wichtiges Zeichen an die Etablierten ist. So ganz verstehe ich allerdings nicht, warum ein Tesla Model S ernsthaft als Limousine und Konkurrent zu 7er/S/A8 gesehen wird. Preislich und konzeptionell sind sie doch unterschiedlich: das Model S ist eher in Richtung CLS oder A7 anzusiedeln, vielleicht 6er/8er zu sehen – er hat ja ein “Fließheck” mit “mitöffnender” Heckscheibe und deutlich schlechteren Platzverhältnissen im Fond. Nichts desto trotz, die Zahlen sind wirklich beeindruckend – und Gewinn hin oder her: der Aktienmarkt gibt Tesla doch Recht und wird es auch die nächsten 10, 20 Jahre wahrscheinlich noch tun. Es wird glaube ich so schnell kein Etablierter aus seinem Schatten treten, dafür fehlt es überall am notwendigen Mut.

    • Coyote says:

      “der Aktienmarkt gibt Tesla doch Recht”

      Ich kann dir nur folgendes Raten: Solltest du Aktien von Tesla besitzen, veräußere sie so schnell wie möglich. Denkst du Tesla wird in den nächsten 5-10 Jahren Jahren mit seinen Autos Geld verdienen? Die ganze Sache geht nur auf, wenn die Gigafactory derartige Skaleneffekte aufweist, dass sich die Sache rechnet und die Tesla Fanboys ihrem Guru Musk jeden Monat weiterhin Aktien abkaufen, damit er die Millionendefizite ausgleichen kann. Sollte das nicht hinhauen GAME OVER. Meine Prognose: Tesla wird in einigen Jahren eine Marke von GM.

      Und wenn die Konkurrenzprodukte auf dem Markt sind muss Tesla erstmal beweisen warum man diese Marke den etablierten Herstellern vorziehen sollte. Frage mich sowieso wo die 500.000 Model 3 die Tesla angeblich bereits verkauft hat in Zukunft gewartet werden etc. Wird bestimmt witzig wenn die 4 köpfige Familie 2 Monate auf einen Werkstatttermin warten muss.

    • Mini-Fan says:

      Was heißt hier “Mut”?

      Hatte Musk versucht, “herkömmliche” Autos zu bauen – Tesla wäre schön lange Geschichte. Ihm blieb nur die Möglichkeit der Nische. Und dort bei Null anfangen – weil es nichts gab.

      Und die “Etablierten” können dies nicht. Oder sollen sie ihr Stammgeschäft aufgeben – für ein neues mit hohem Risiko?
      Musk hatte nichts zu verlieren/ aufzugeben. Die Etablierten schon.

  4. quickjohn says:

    Ich finde dass die zitierten Tesla Model S Verkaufszahlen weder ein wichtiges noch ein neues Zeichen für die ‘etablierten’ Oberklasse-Hersteller darstellen
    .
    Diese Hersteller haben doch – Jeder für sich selbst – entschieden noch nicht oder aber in einem anderen Marktsegment als Anbieter von Elektro-Fahrzeugen aufzutreten. Mangelndes Know-How zum Bau von Elektro-Fahrzeugen – wie oft kolportiert – liegt dieser Entscheidung jedenfalls nicht zu Grunde.

    Und auch die Entscheidung mehrerer Hersteller in den nächsten 1-2 Jahren ein Elektro-Angebot im Segment der Mid-Size SUV’s zu platzieren dürfte eher der relativ unproblematischen Nutzung von Standart-Plattformen als der Existenz des Modell X geschuldet sein.

    Kurzum – das Ausrollen eines (skalierbaren) Elektro-Baukastens auf mehr oder weniger alle Baureihen halte dürfte (für die ‘Etablierten’) eher weniger kritisch sein als das Erlernen/Beherrschen von Produktionsprozessen und das nachhaltige Erreichen des break-evens für Tesla ……..

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