24h Daytona: Premiere des BMW M8 GTE im Schatten der BoP

Motorsport | 29.01.2018 von 6

Geprägt von einigen Kinderkrankheiten und geplagt von der Balance of Performance war die Premiere des BMW M8 GTE bei den 24 Stunden von Daytona 2018 …

Geprägt von einigen Kinderkrankheiten und geplagt von der Balance of Performance war die Premiere des BMW M8 GTE bei den 24 Stunden von Daytona 2018 weniger erfolgreich als erhofft. Beide Fahrzeuge waren weder in den Freien Trainings noch in Qualifying oder Rennen im Stande, die Pace der übrigen GTLM-Fahrzeuge zu fahren. Während die Balance of Performance bei den übrigen Fahrzeugen gut funktionierte und diese auf ein vergleichbares Level brachte, war der BMW M8 GTE klar das langsamste Fahrzeug seiner Klasse. Entsprechend unzufrieden zeigten sich Jens Marquardt und sein Team schon während des Wochenendes mit der ihrer Meinung nach unpassenden BoP-Einstufung.

Nach 24 Stunden standen in der mit 9 Fahrzeugen besetzten GTLM-Klasse die Plätze 7 und 9 zu Buche, Aussicht auf bessere Positionen gab es dabei praktisch nie. Immerhin: Nachdem es zu Beginn des Wochenendes diverse technische Probleme gab, absolvierten beide BMW M8 GTE die 24 Stunden des Rennens ohne größere Defekte. Im Vergleich zu früheren Premieren von BMW GT-Fahrzeugen im Langstrecken-Sport sticht also zumindest die Zuverlässigkeit positiv hervor.

Jens Marquardt (BMW Motorsport Direktor): “Unser BMW M8 GTE hat seine Feuertaufe hier in Daytona bestanden. Bei einem derart anspruchsvollen Premierenrennen mit beiden Fahrzeugen über 24 Stunden ohne große technische Probleme durchzufahren, darauf können wir mehr als stolz sein. Zu den Gründen für den Abstand auf die Konkurrenz haben wir schon alles gesagt: Das Fahrzeug konnte hier noch nicht sein volles Potenzial zeigen. BMW und die IMSA werden deshalb ihre produktiven und offenen Gespräche fortsetzen und haben sich darauf geeinigt, für die kommenden Veranstaltungen ab Sebring eine angemessene BoP-Einstufung zu finden, damit der BMW M8 GTE im Sinne der Serie, von BMW und all unserer Fans seine wahre Performance zeigen kann.
Fakt ist: Wir haben hier ein großartiges GT-Auto an den Start gebracht, das viel Potenzial für die Zukunft hat. Jeder im BMW Team RLL und bei BMW Motorsport hat alles gegeben, um unter diesen schwierigen Bedingungen das Maximum aus diesem Rennen herauszuholen. Bei den nächsten Renneinsätzen wollen wir uns stärker präsentieren und um Top-Positionen kämpfen. Das Zeug dazu hat der BMW M8 GTE in jedem Fall. Auf diesen ersten Renneinsatz hatten viele Mitarbeiter aus München und beim BMW Team RLL in Nordamerika über Monate hingearbeitet und hingefiebert. Ich kann allen Beteiligten nur ein großes Kompliment aussprechen: Das war eine beeindruckende Teamleistung mit viel Herzblut und Leidenschaft. Besonders freut mich auch der starke Einstand des BMW M4 GT4 in der Continental Tire SportsCar Challenge. Dass unsere Teams gleich beim ersten Auftritt die Plätze zwei und vier belegen konnten, zeigt, dass wir mit diesem Fahrzeug richtig gut unterwegs sind.”

Bobby Rahal (BMW Team RLL, Teamchef): „Das war für jeden im BMW Team RLL ein hartes Wochenende. Ich bin sehr stolz auf das, was das Team in den vergangenen Monaten bei der Vorbereitung der beiden neuen BMW M8 GTE geleistet hat. Alle haben mit Hochdruck gearbeitet. Bei einem neuen Auto hat man immer Bedenken wegen der Zuverlässigkeit, aber ich muss sagen, dass beide Fahrzeuge in diesem Punkt sehr gut funktioniert haben. Es ist schon eine ziemlich gute Leistung, es beim ersten 24-Stunden-Rennen ins Ziel zu schaffen.“

John Edwards (#24 BMW M8 GTE, Platz sieben): „Wir hatten sowohl beim Roar als auch hier im Rennen aus den bekannten Gründen nicht die nötige Pace. Vor diesem Hintergrund ist es gut, immerhin noch einige wichtige Punkte für die Meisterschaft eingefahren zu haben. Dass das Auto ohne große Probleme durchgefahren ist, ist zumindest ein kleiner Sieg an diesem Wochenende.“

Jesse Krohn (#24 BMW M8 GTE, Platz sieben): „Für mich persönlich war es ein großartiges Wochenende. Mein erster Renneinsatz mit dem BMW Team RLL lief sehr gut, obwohl ich vorher nur wenige Testkilometer mit dem Auto absolvieren konnte. Die Stunden, die ich während des Rennens im Cockpit verbracht habe, waren sehr wichtig für mich, um mich an alles zu gewöhnen. Insgesamt waren die 24 Stunden von Daytona für mich ein großer Schritt, um mich perfekt auf die gesamte Saison vorzubereiten.“

Nick Catsburg (#24 BMW M8 GTE, Platz sieben): „Es war toll, beim Debüt des BMW M8 GTE dabei gewesen zu sein. Natürlich ist es unglücklich, dass wir nicht um bessere Positionen kämpfen konnten. Trotzdem haben wir alles gegeben. Das Auto war ziemlich zuverlässig. Wir hatten Reifenschäden, aber das haben wir in diesem Rennen häufig gesehen. Ich bin beeindruckt, wie stabil sich der BMW M8 GTE hier präsentiert hat. Unsere Zeit wird kommen.“

Augusto Farfus (#24 BMW M8 GTE, Platz sieben): „Ich denke, mit dem neuen BMW M8 GTE in seinem ersten harten 24-Stunden-Rennen ohne nennenswerte technische Probleme durchgekommen zu sein, ist eine gute Leistung. Durch unsere Einstufung waren wir nicht dort, wo wir sein wollten, aber wir haben großartigen Teamgeist gezeigt und bis zum Schluss gekämpft. Vielen Dank an das gesamte Team. Jetzt freue ich mich auf die nächste Station meiner Welttournee in Bathurst.“

Connor De Phillippi (#25 BMW M8 GTE, Platz neun): „Der BMW M8 GTE hat eine sehr gute Balance und lässt sich sehr gut fahren. Ich denke, er ist deutlich schneller, als wir es hier in Daytona zeigen konnten. Trotz allem können wir stolz auf unsere Arbeit sein. Wir konnten viele wertvolle Daten für den weiteren Saisonverlauf sammeln.“

Alexander Sims (#25 BMW M8 GTE, Platz neun): „Es war gut zu sehen, dass der BMW M8 GTE sehr viel Potenzial hat. Das müssen wir jetzt ausschöpfen, denn wir sind natürlich mit dem Ergebnis hier nicht zufrieden. Aber das Auto war das ganze Rennen über super zu fahren. Das Team hat einen sehr guten Job gemacht, und wir haben eine Menge gelernt.“

Philipp Eng (#25 BMW M8 GTE, Platz neun): „Das war mein zweiter Start in Daytona – und dieses Rennen macht einfach großen Spaß. Hier wird ganz anders gefahren als in Europa. Die Stimmung insgesamt ist etwas lockerer. Das gefällt mir sehr gut. Unser Auto war in Sachen Balance und Fahrbarkeit sehr gut. Ich habe jede Runde genossen. Dass wir in Sachen Performance nicht ganz vorne mitmischen konnten, hatte andere Gründe.“

Bill Auberlen (#25 BMW M8 GTE, Platz neun): „Ich hatte am Samstagabend meinen großen Moment, als mir der rechte Vorderreifen geplatzt ist. Ich hatte Riesenglück, dass ich das Auto auf der Strecke halten und einen Unfall vermeiden konnte. Auch wenn wir hier in Daytona nicht ganz vorne mitfahren konnten, bin ich fest davon überzeugt, dass der BMW M8 GTE das beste GT-Fahrzeug ist, das ich je gefahren bin. Das werden wir hoffentlich schon bald zeigen können.“

6 responses to “24h Daytona: Premiere des BMW M8 GTE im Schatten der BoP”

  1. M. Power says:

    Tolle Bilder vom schönen M8 GTE.
    Auch wenn es nicht ganz nach oben gereicht hat, gute Leistung vom Auto und Fahrer.
    Es war ja der erste Renneinsatz von einem neuen Auto, da muss noch Erfahrung gesammelt werden und beim nächsten Rennen klappt es dann schon besser.

  2. Thomas says:

    Ständig dieses Gejammer von Marquardt ertragen zu müssen, wird langsam aber sicher mühselig! Die Ära des Versagens kündigte sich mit dem M6 an und wird mit dem M8 fortgesetzt. Schuld ist -wie immer- die BoP! BMW hat wie immer das beste Fahrzeug im Feld… Die IMSA hat BMW im Vorfeld schon große Zugeständnisse gemacht und sie Gewicht ausladen lassen, den Ladedruck über fast das gesamte Drehzahlband erhöht, das Tankvolumen erhöht, den Tankrestriktor vergrößert!!!
    Dagegen wurden Ford und Corvette aerodynamisch sogar noch kastriert, um den Top Speed zu senken. Porsche müsste Tank und Durchfluss verringern. Und trotzdem fährt man gnadenlos hinterher! Soll man BMW jetzt noch 50 Runden Vorsprung gewähren? Sollen die anderen Zementsäcke zuladen? BMW hat schlicht ein schlechtes Auto gebaut. Marketing vor Motorsport. Das hat man jetzt davon.

    • DropsInc. says:

      Was hast du gedacht? Das BMW mit dem M8 gleich aufs Treppchen heizt? Komm schon, das ist Jammern auf hohem Niveau. Die Platzierungen nach 24 Stunden sind für ein Debütrennen nicht schlecht. Ferner sollte man eines Bedenken: vor dem Hintergrund der Einstufung des Fahrzeugs war bereits vor Beginn des Rennens klar gewesen, dass die beiden BMW M8 GTE aus eigener Kraft nicht in den Kampf um Top-Platzierungen würden eingreifen können. Umso wichtiger war die Erkenntnis, mit dem BMW M8 GTE aus dem Stand die Herausforderung eines 24-Stunden-Rennens meistern zu können. Und das hat super geklappt. Wenn nicht sogar besser als mit dem M6:) also, tief einatmen…..

      • Thomas says:

        Habe ich mit irgendeiner Silbe erwähnt, dass ich den M8 auf dem Treppchen sehen wollte? Ich wollte ein ansatzweise konkurrenzfähiges Fahrzeug sehen! Das war zu keinem Zeitpunkt gegeben. Ich nehme schon extra nicht den M3 GT2 als Beispiel, weil dieses Fahrzeug praktisch genau der Gegenentwurf zu dem ist, was man am Wochenede von BMW gesehen hat. Wie gesagt, trotz dem Entgegenkommen der IMSA könnte man die Pace des Mittelfelds nicht gehen.
        Und wirklich neu ist der M8 in dem Sinne nicht, da die GT3/GTE mittlerweile eine halbe Prototypenklasse ist.

        • DropsInc. says:

          Nö hast du nicht erwähnt, hab ich auch nicht behauptet. Denken und bla….egal. Ja da hast du Recht, es sind halbe Prototypenklassen, jedoch sind diese ausnahmsweise der M8 GTE schon einige Zeit mit diesem Setup erprobt und nicht maid on stage. Klar ist man da etwas enttäuscht, neues Auto, sieht schnell aus und hat definitiv die Ambitionen vorne mit zu fahren. Aber ich bleibe dabei, da gab es schon andere Debütfahrzeuge, die es nicht mal über die Zeit geschafft haben. Trotzdem würde ich nicht sagen er ist schlecht. Glaub mir, es ist meist noch schlimmer für die Konstrukteure als für die Fangemeinde. Da steckt soviel Arbeit drin um dann zu hören, hey, ihr habt da einfach ein schlechtes Auto gebaut. Ich bin davon überzeugt, er wird besser…

  3. Tom says:

    Das Problem liegt bei der unzureichenden Basis: BMW verkauft für teuer Geld schon seit geraumer Zeit den Limousinen-Plattform Schrott als Sportwagen. Gerade eben bewerben sie wieder den 8er als waschechten Gegner zu 911 und Co.. Liebe Münchner, schickt mal die Bleistiftspitzer nach Hause und entwickelt eine Sportwagenplattform mit ordentlichen Proportionen, Gewichtsverteilung und Fahrwerk. Dann muss man auch nicht ein ganzes Reglement auf sich zuschneidern lassen…Auf der Rennstrecke wird nämlich sehr wohl klar, dass der 8er doch nur ein platter 5er ist. Den Kunden scheint´s ja egal zu sein.

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