320d mit B47: DUH wirft BMW illegale Abschalt-Vorrichtung vor

BMW 3er, News | 5.12.2017 von 44

Die Deutsche Umwelthilfe wirft BMW erneut Manipulationen von Abgaswerten vor. Wie die DUH bei einem Test mit dem BMW 320d ermittelt hat, liegen dessen Stickoxid-Emissionen …

Die Deutsche Umwelthilfe wirft BMW erneut Manipulationen von Abgaswerten vor. Wie die DUH bei einem Test mit dem BMW 320d ermittelt hat, liegen dessen Stickoxid-Emissionen im realen Fahrbetrieb bis zu 7-fach über den Ergebnissen der Labortests im Rahmen des NEFZ. Gemeinsam mit externen Experten will die DUH ermittelt haben, dass die Abgasrückführung ab einer Motor-Drehzahl von 2.000 U/min reduziert und ab 3.500 U/min komplett deaktiviert wird.

Die DUH nennt diese Technik eine illegale Abschalt-Vorrichtung, die nur während der Labortests für die Einhaltung der Grenzwerte sorgt und im realen Fahrbetrieb keinen Effekt hat. Was nach einem Skandal klingt, muss aber keineswegs einer sein: Es liegt in der Natur der Sache, dass die Real Driving Emissions (RDE) oftmals völlig andere Werte ergeben als die bisherigen Labortests. Genau deshalb gelten für die RDE auch andere Grenzwerte, ein Vergleich von konkreten Emissionsmengen während der NEFZ- und während der RDE-Messung ist also von Anfang an mindestens schwierig.

Unabhängig vom konkreten Ergbnis der Untersuchung, das am heutigen Dienstag ausführlich vorgestellt werden soll, und einer möglichen Stellungnahme aus München lässt sich also bereits sagen: Ob es sich bei der beschriebenen Technik um eine illegale Abschalt-Vorrichtung handelt, ist keineswegs sicher. Die bisher gültigen Grenzwerte gelten schließlich explizit für die Bedingungen des NEFZ und eben nicht für Fahrzyklen, die von dieser Norm abweichen. Der dauerhafte Betrieb eines Diesel-Motors bei Drehzahlen über 3.500 U/min stellt außerdem ein Nutzungsverhalten dar, das mit der Realität im Leben der meisten Autofahrer nichts mehr zu tun hat.

BMW selbst hat im Zusammenhang mit dem Diesel-Skandal bei anderen Autobauern immer wieder betont, keine illegalen Abschaltvorrichtungen zu nutzen. Zuletzt hatte sich Entwicklungsvorstand Klaus Fröhlich ausführlich geäußert und dabei auch das Fehlverhalten der Konkurrenz an den Pranger gestellt:

Durch das Fehlverhalten Einzelner hat unsere Industrie viel an Glaubwürdigkeit und Vertrauen verloren. Folge davon sind nun auch verstärkte – zum Teil irrationale – Regulationsansätze. So beschleunigt sich weltweit die leider uneinheitliche Regulation bezüglich Verbrauch, Emissionen und Sicherheit noch weiter.

Die BMW Group hat hier immer eine klare Haltung gezeigt:

Wir waren die einzigen, die die freiwillige Selbstverpflichtung für CO2 Emissionen eingehalten haben. So konnten wir seit 1995 die CO2-Emissionen im Flottendurchschnitt um über 40 Prozent reduzieren.
Robuste Emissionsabsenkung bedeutet für uns auch, dass wir uns an der Intention und nicht nur am Buchstaben des Gesetzes orientieren. Deshalb erzielen wir in unabhängigen Vergleichen die niedrigsten Emissionen und differenzieren uns mit überlegener Technik vom Wettbewerb.

Sobald es neue Entwicklungen im Zusammenhang mit den aktuellen Vorwürfen der Deutschen Umwelthilfe (DUH) gibt, werden wir natürlich darüber berichten.

44 responses to “320d mit B47: DUH wirft BMW illegale Abschalt-Vorrichtung vor”

  1. simons700 says:

    Wikipedia:

    “Die Abgasrückführung findet nahezu nur im Teil- und Mittellastbereich statt. Je schwerer das Fahrzeug, desto höher das Lastspektrum. Nutzfahrzeuge bedienen sich der AGR auch an der Volllast. Neue ottomotorische Konzepte kennen ebenso die Volllast-AGR als Alternative zur Anfettung. Die maximalen Abgasrückführungsraten betragen bei Dieselmotoren etwa 60 %, bei Direkteinspritzer-Otto-Motoren etwa 50 % und bei konventionellen Saugrohr-Ottomotoren etwa 20 %.”

    “Das Abgas wird in den Ansaugraum zurückgeführt, indem ein Teil über ein Rohr der angesaugten Frischluft zugemischt wird. Der Anteil des zurückgeführten Abgases darf aber auch nicht zu hoch werden, da ansonsten die Partikelemission (Ruß) zu stark ansteigt. Die Grenze ist dabei von Last und Drehzahl des Motors abhängig. Die Regelung der Rückführung übernimmt ein außerhalb des Motors angebrachtes Abgasrückführventil (externe Abgasrückführung). In gewissen Grenzen regelbar wird zudem systembedingt bei allen 4-Takt-Motoren das Abgas während des Ansaugtaktes durch ein offenes Auslassventil wieder angesaugt (interne Abgasrückführung).”

    • Tim says:

      mal wieder ein Versuch, bmw ans Bein zu pinkeln, wie schon so oft zuvor. Wird auch diesmal wieder ins Leere laufen, da völlig realitätsfremde Messbedingungen.
      alles ist gut!

  2. Till says:

    Zitat aus dem Tagesspiegel-Artikel von heute morgen (http://www.tagesspiegel.de/politik/abgasskandal-wie-die-umwelthilfe-bei-bmw-geprueft-hat/20670066.html):

    Mit 3500 Umdrehungen kommt der BMW im fünften Gang lediglich auf eine Geschwindigkeit von 112 Kilometern in der Stunde.

    Fahre keinen B47, aber die Zahlen kommen mir etwas eigenartig vor.

    • Torsten says:

      Hatte bis vor kurzem genau so einen, bei 112km/h fährt der im 8.Gang, es sei denn, Kickdown.
      Und bei 3500 im 8. ist er so bei 200 km/h.
      Herbeikonstruierte Ergebnisse

    • DropsInc. says:

      Im 2. Gang vielleicht :))

    • Mini-Fan says:

      Mir auch.
      Bei einer mal angenommenen, um 20% darüber liegenden Höchstdrehzahl wären das 134 km/h bei 4200 1/min. Es kann sich hierbei also allenfalls um den V.Gang des 8-Gang-Automatikgetriebes handeln – wenn überhaupt.
      Und in welchem Gang erreicht ein 320d nochmal seine v_max? Bei wieviel 1/min?

      • Till says:

        Ja, war auch ein 320d Automatik, aber die Zahlen hinken dennoch imho. Frage mich, wie man da bei NEFZ + 10% überhaupt auf 3500 Umdrehungen kommt. Der müsste doch deutlich vorher schon schalten. Das meinte ich.

        • Torsten says:

          Manueller Modus, 5.Gang gewählt, fertig.
          So fährt kein normaler Mensch, spricht natürlich die Fahrer von 5-Gang-Handschaltern an…

        • Torsten says:

          Nee, das hat nichtmal mehr was mit einem realen Fahrbetrieb zu tun, wo der Fahrer die Automatik ihren (erstklassigen) Dienst tun läßt.
          Aber da kann man auchmal die Qualität von WISO sehen, daß die sowas anscheinend blind auf den Sender geben. Diesel Verteufeln ist derzeit in…

  3. Quer says:

    Dieser Test wurde gestern auf WISO gesendet, mir kommt es nicht ganz Astrein vor, als die mit diesen BMW Touring in die Werkstatt des Tuners gefahren sind war eindeutig eine grüne Plakette mit der EU4 Norm zu sehen. Einen 320d Touring mit der EU4 Plakete gibt es nicht, schon gar nicht aus dem Jahr 2016

    https://uploads.disquscdn.com/images/a81a5bbd1e4b5c220677b98b477ea441ed8302d2c912825306ecce7336e39a4b.jpg

    • Han says:

      Euro 4, 5, 6 haben alle die grüne Plakette..

      • Quer says:

        Habe mich gerade bei dem Herrn erkundigt der meinen 435d gekauft hat, da war eine EU4 Plakette dabei, weil ich diese nicht aufgeklebt hatte wusste ich es nicht. Dadurch habe ich es in Erfahrung gebracht das es keine Grüne EU5 und EU6 gibt.

  4. Ferro says:

    Die DUH mit Rädeslführer Jürgen Resch ist ein absolutes Verbrecherkartell, unglaublich dass diese “Institution” noch von irgendjemandem ernst genommen wird

    • Oliver Beyer says:

      Ha ha ha! Ausgerechnet EIKE nimmst du als Referenz? Die sind dermaßen unseriös, dagegen ist ja die DUH ein Kloster. Das ist ein Haufen von Verschwörungstheoretikern. Eher ungeeignet, die “Beweisführung” der DUH fachlich fundiert zu widerlegen.

        • DropsInc. says:

          Da müsste man sich mit der Thematik befassen.

          • Till says:

            Wo kämen wir denn da hin, wenn man sich auch noch mit der Thematik selbst befassen müsste. 🙂

            Nee im Ernst, vielleicht liegt die (ganze) Wahrheit ja irgendwo in der Mitte. Vielleicht sind die Abgaswerte bei BMW tatsächlich nicht immer und überall ganz so, wie man es sich wünschen würde, aber es wurde dennoch kein vorsätzlicher Betrug (wie bei den Herrschaften in WOB) begangen. Und vielleicht übertreiben es Organisationen wie die DUH manchmal tatsächlich in mancherlei Hinsicht und schießen etwas übers Ziel hinaus. Dennoch kann man es imho doch zumindest im Kern begrüßen, wenn es Vereine und Organisationen gibt, die großen Konzernen etwas genauer auf die Finger schauen.

            Und wenn es am Ende „nur“ dazu führt, dass die Dinge aufgeklärt werden oder zumindest die ganze Thematik mehr in den Fokus rückt und etwas mehr Informationsfluss und Sensibilität entsteht. Oder am Ende einfach herauskommt, dass sich die DUH geirrt und BMW nichts falsch gemacht hat. Dann gingen die in München mit richtig dicken Klöten aus der Sache. Wer weiß.

            • DropsInc. says:

              Ja, dem kann ich beipflichten. Jedoch sehe ich da ein Problem. Jenes ist das Image. Am Ende wird die Schlagzeile auf allen Kanälen suggeriert. So das Hinz und Kunz diese wahrnimmt. Bis das Gegenteil bewiesen ist (was ich hoffe) vergehen einige Monde. Eine Richtigstellung wird demnach nicht so forciert wie die Eingangsbehauptung.

              • Till says:

                Das stimmt leider. Es wird auch viel auf die Öffentlichkeitsarbeit von BMW ankommen. In der Vergangenheit ist man bei dieser Thematik sogar in die Offensive gegangen, etwa mit Infoseiten über den Diesel und Interviews über technische Unterschiede im Vergleich zur Konkurrenz. Wenn BMW wirklich nichts verkackt hat, dann wäre diese Art mit Offenheit und Transparenz zu punkten, auch hier wieder zu begrüßen. Und zwar von Anfang an.

            • Mini-Fan says:

              Du meinst also, wenn jemand rehabilitiert wird – dann ginge er gestärkt aus der Sache hervor?

              War das bei Kachelmann auch so?
              Der “hat ja wohl fertig” – egal, was war oder nicht.

              PS.
              Außerdem wird die Aufklärung der Sache niemals mehr zu solch reißerischen Schlagzeilen sorgen wie das ursprüngliche Anprangern.

              • Till says:

                Du willst nicht wirklich eine einzelne Person mit einem Weltkonzern vergleichen, oder? Komm schon…

                Und ja, wenn alles in Ordnung ist, wird BMW (als einziger der großen Player) erhaben daraus hervorgehen, während das der DUH ewig anhängen wird. Und wenn BMW dann die DUH in großem Stil verklagt, wirds auch ordentlich scheppern.

              • Kommentator says:

                Der Kachelmann kam ½ Jahr hinter Gitter – „wegen Fluchtgefahr“ – und DAS in unserem „Rechts“staat …

                Der „TESLA-JÜNGER“ (!) Resch hingegen könnte froh sein, wenn er mal ½ Jahr weggesperrt werden würde – DA wäre er sicherlich sicherer als in der von ihm so gehassten Umwelt.

                (im Knast soll ja nur ein Kinderschänder was zu befürchten haben …)

                Bisher stellte ich mir immer vor, welchen ekelhaften Körpergeruch die Frau BKin so verströmt … aber die üblen Ausdünstungen dieser Person mag ich mir gar nicht vorstellen … ich meine das ernst; die eine hasst ihr Volk – der andere hasst die ganze Welt, inclusive sich selbst.

                ICH jedenfalls würde spenden, den Hinterbliebenen beider !!

      • Quer says:

        Und was ist die DUH, ist diese Organisation seriös. Wenn BMW so betrügen würde wie der VW Konzern stellt sich allerdings die Frage, wieso die in den USA nicht aufgeflogen sind. Im Gegenteil in den USA wurde dem X5 Bescheinigt keine Abschalteinrichtung verbaut zu haben.

      • DropsInc. says:

        Hier der Tagesspiegel, war auch jener der sich auf die DHU berufen hat und losschrieb das BMW kein Saubermann ist. Auf der anderen Seite wird der Kapitalertrag der DHU deutlich dargelegt. Finde den Fehler…https://www.google.de/amp/amp.tagesspiegel.de/wirtschaft/millionen-mit-abmahnungen-die-guten-geschaefte-der-deutschen-umwelthilfe/13438146.html

    • Mini-Fan says:

      Und hier ein Post eines users in der Kommentarspalte unter

      https://web.de/magazine/auto/abgas-skandal-verkehrsministerium-laesst-abgas-vorwuerfe-bmw-pruefen-32684234

      Günter Heinbockel

      Wenn man den Artikel über die DUH in “Capital” Nr. 12 vom Dezemeber 2017 liest, kommen einem doch erhebliche Zweifel an der Seriosität von der DUH und Herrn Resch und dementsprechend an den Vorgehensweisen der DHU. Erpressung scheint dort ein Geschäftsmodell zu sein (Abmahnpauschalen und Vertragsstrafen), damit Einnahmen von 2,5 Mio im Jahr. Und wo bleibt das Geld?

      #8 | vor 1 Std.Verstoß melden

  5. DropsInc. says:

    3, 2, 1 Audifans???

    • Quer says:

      AudiBild hatte 2016 BMW schon mal einen Betrug angedichtet, noch am gleichen Tag muste die Hauszeitschrift von Audi mit einem Statement zurückrudern.

    • B3ernd says:

      Bei dir hat man mittlerweile den Eindruck, dass du den BS brauchst. Du diskutierst permanent mit denjenigen, die du als Troll etc betitelst. (2-3 andere eifern dir nach) Sinn? Langeweile?

      • DropsInc. says:

        Bernd, dass du dich da jetzt meldest verwundert mich sehr:)
        Als Troll hab ich hier noch niemanden benannt. Habe hier auch mit Leuten Spaß die auch BMW-kritisch unterwegs sind. Wow, ich habe Fans? Wusste ich nicht…Langeweile, naja, habe auch die gesetzliche Mittagspause.
        Mir ist auch aufgefallen, dass Negativschlagzeilen die Leute wie ein Haufen Shit anzieht. Deshalb, lass dir den Humor nicht nehmen und keep calm. Diskutieren gehört in ein Forum solang es nicht unter die Gürtellinie geht. Das muss eine Demokratie aushalten können. Aber wer sich rechtfertigt, klagt sich an. Von dem her…bis später^^

  6. Fagballs says:

    Ich bin weiß Gott kein blinder Fan, aber ich glaube, dass BMW weiß, was sie da tun und das alles seine Richtigkeit, sowohl dem Gesetz, als auch der Moral gegenüber hat.

  7. simons700 says:

    https://orange.handelsblatt.com/artikel/33021

    Wie sauber ist die Deutsche Umwelthilfe?

  8. Torsten says:

    Gefunden auf Heise.de / Autos:

    Sollte tatsächlich eine Abschalteinrichtung bei BMW eingesetzt werden, funktioniert diese anders als bei Volkswagen. Dort wurde eine Prüfstandserkennung, die für sich genommen nicht illegal ist, zur Manipulation von Abgaswerten genutzt. Das amerikanische International Council on Clean Transportation (ICCT) kam Volkswagen letztlich auf die Schliche, weil sich die im Labor ermittelten Abgaswerte unter keinen Umständen auf der Straße nachvollziehen ließen. Zumindest das kann man BMW nicht nachsagen. Der untersuchte 320d erreichte auch auf der Straße Werte, die denen im Labor ähnlich waren, wenn auch nur in dem vom Gesetzgeber vorgegebenen Rahmen.

  9. Jan2x says:

    Werden beim DUH-Sponsor Toyota die Werte ab 3500 U/min eingehalten? “Man muss sich ja wundern, dass so Blödsinn überhaupt veröffentlicht wird. Demnächst kommt dann, dass der CO2-Ausstoss bei 200 km/h deutlich höher war als im Prospekt angegeben.

    • Mini-Fan says:

      Man sollte den Resch mal mit 3500 Umdrehungen schütteln.
      Und dann seinen Ausstoß messen…
      Methangas kommt dann ganz bestimmt raus, bei ihm.

      PS.
      Die Toyota-Hybriden (die ich übrigens gut finde!) haben das CVT-Getriebe verbaut. Dort jubelt der Motor schon bei niedrigen Geschwindigkeiten beim Beschleunigen mit Halbgas.
      Aber die haben wohlweislich keinen Drehzahlmesser..

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