WLTP und RDE: BMW-Diesel bald flächendeckend mit AdBlue

News | 16.08.2017 von 12

NOx-Speicherkats reichen nicht mehr aus: Dank WLTP und RDE werden bald fast alle BMW-Diesel mit AdBlue-Einspritzung und SCR-Katalysator ausgerüstet.

WLTP und RDE, die neuen Normen zur Messung von Verbrauch und Emissionen, werden für viele Fahrer eines BMW mit Diesel-Motor spürbare Veränderungen mit sich bringen: Während der Großteil der aktuellen Dieselmodelle die bisher gültigen Anforderungen ohne AdBlue-Einspritzung schafft, werden schon in wenigen Monaten so gut wie alle BMW Group Diesel-Modelle mit zusätzlichem AdBlue-Tank und entsprechenden SCR-Katalysatoren ausgerüstet. Folglich müssen die Fahrer in gewissen Abständen neben dem Diesel- auch den AdBlue-Tank auffüllen. Selbstverständlich weist das Fahrzeug rechtzeitig vorher auf einen annähernd leeren Tank hin und gibt dem Kunden genügend Zeit, die Flüssigkeit nachzufüllen.

Mit Ausnahme von einigen wenigen Kleinwagen mit besonders schadstoffarmen Dreizylinder-Motoren erhalten ab 2018 praktisch alle Diesel der BMW Group die bisher nur bei größeren Motoren notwendige Harnstoff-Einspritzung. Hauptgrund für die flächendeckende Einführung der AdBlue-Technik ist die RDE-Messung: Bei den Real Driving Emissions dürfen bestimmte Schadstoff-Grenzwerte weitestgehend unabhängig vom Fahrverhalten des Testers nicht überschritten werden, was die Entwickler gerade bei Extrem-Szenarios vor große Herausforderungen stellt. Der bisher völlig ausreichende NOx-Speicherkat reicht dann unter Umständen nicht mehr aus, um alle künftig gültigen Anforderungen erfüllen zu können.

Auf Seiten der Benziner führen die neuen Messmethoden unter anderem dazu, dass nicht länger auf einen Otto-Partikelfilter (OPF) zur besseren Abgasreinigung verzichtet werden kann. Als erste Modelle haben die Benziner des BMW 2er Facelift 2017 bereits einen OPF erhalten,weiter geht es mit dem BMW X3 G01. Ab Mitte 2018 wird der Otto-Partikelfilter bei allen Benzinern der BMW Group flächendeckend Bestandteil der Serienausstattung sein.

Zur Klarstellung: Die flächendeckende Einführung der AdBlue-Einspritzung bedeutet nicht, dass die Diesel-Motoren der BMW Group irgendeinen der bisher gültigen Grenzwerte überschritten haben. Die Einführung wird notwendig, weil die künftig angewandten Messmethoden von WLTP und RDE ein deutlich verändertes Fahrprofil abbilden und daher zwangsläufig zu höheren Emissionen als im bisher gültigen Verfahren führen.
Unter anderem fällt die durchschnittliche Beschleunigung im Vergleich zum NEFZ um 50 Prozent stärker aus, die Durchschnittsgeschwindigkeit der WLTP-Zyklusfahrt liegt auch dank geringerer Standzeiten mehr als 40 Prozent über dem bisher maßgeblichen NEFZ-Schnitt. Diese und weitere Änderungen führen dazu, dass die Schadstoff-Emissionen laut WLTP bei identischen Fahrzeugen über den Messwerten gemäß NEFZ liegen. Im Fall des CO2-Ausstoßes ist von einer Steigerung im Bereich von 25 bis 30 Prozent die Rede, bei anderen Emissionen kann die Veränderung etwas kleiner oder auch deutlich größer ausfallen.

12 responses to “WLTP und RDE: BMW-Diesel bald flächendeckend mit AdBlue”

  1. Dailybimmer says:

    Bmw muss seinen Wettbewerbsvorteil gegenüber dem Wettbewerber weiterhin ausbauen. Daher mein Vorschlag an die BMW Ingenieure künftig die grösseren Dieselmodelle mit 2 SCR Katalisatoren und die grösseren Benziner mit 2 OPF auszustatten, anstatt nur mit einem. Würde zwar im Endeffekt 50% mehr für den Kunden Kosten, gleichzeitig aber auch eine Verringerung der Emission von nochmals 50% für Bmw Modelle bedeuten. Oder hat da jemand von euch einen besseren Vorschlag für Bmw?

    • Matthias Mittwoch says:

      Package? Gewicht? Wenns so leicht wäre….

    • moehre says:

      Direkt so machen

    • Mini-Fan says:

      “Vorsprung durch Trick” (Audi-Slogan)

      mehr darüber – und, trotzdem focus.de meistens Bockmist auf dem Niveau der BILD verzapft, ausnahmsweise mal ein weniger marktschreierischer, dafür aber umso informativerer Bericht über die “Tricks” bei Audi – bis hin in die Neuzeit:

      Bericht auf http://www.focus.de vom 17.08.17 um 08:31 Uhr:
      Dieselgate und AdBlue-Absprachen
      „Ein Diesel-SUV verbraucht keine zwei Liter“:
      Entwickler liefert fehlendes Puzzle-Stück im Abgas-Skandal

  2. Fagballs says:

    Ich halte die Kombination aus Speicher-Kat und AdBlue für die sinnvollste Lösung. Mich hat ja gewundert, dass mein kleiner noch kein AdBlue hat, aber ich würde auch das in Ordnung finden, wenn ich so auch in der nächsten Generation noch mit reinem Gewissen mit meinem Diesel in Innenstädte fahren darf. Denn ich finde im 4-Zylinder Umfeld ist ein Diesel schon eine feine Sache mit seinem Drehmoment.

  3. Hechi says:

    Wie läuft das dann mit bestehenden Modellen ab? Wie z.B. der F30/F31 werden diese dann auch noch umgerüstet? Weil der F31 wird ja noch bis 2019 gebaut.

  4. Ringrichter says:

    Mich würde vor allem interessieren, ob z.B. ein 530 D mit Euro Norm 6 aber ohne AdBlue zu einem erträglichen Aufwand damit nachgerüstet werden können. Gibt es dazu Erfahrungen?

    • Mini-Fan says:

      Ich glaube nicht, daß sich derart krasse Hardware-Eingriffe bei gebrauchten Autos lohnen – es geht dabei ja schließlich nicht lediglich um ein “kleines Gitterchen” à la VW – in den Ansauftrakt eingefügt, das bekanntlich “alles regelt”.

      Besser die Karre weiterfahren – dort, wo man es (noch) darf.

      Ich wundere mich die letzten Tage sowieso sehr über die Presse, wo angesichts der neuesten Alt-Diesel-Ankauf-Angebote der Autohersteller immer wieder von “Abwracken” und “Schrottpresse” die Rede ist:
      Die allerwenigsten Hersteller reden ausdrücklich davon. Die Fahrzeuge werden zwar “verwertet” – allerdings wohl als normale Gebrauchtwagen, notfalls auch für den Export – wo sie auch benötigt werden.

    • Jojo1005 says:

      Wieso wollen sie denn ihr Auto nachrüsten? Mit Euro 6 kommen Sie in jede Stadt und das wird auch weiterhin so bleiben. Einfahrverbote werden sich nicht durchsetzen lassen, dann dazu fehlt die rechtliche Grundlage. Darüber können sich die Stadt nicht hinwegsetzen.

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