BMW weist Kartell-Vorwürfe im Diesel-Skandal deutlich zurück

News | 23.07.2017 von 25

Kartell-Vorwürfe: BMW reagiert mit ausführlicher Stellungnahme auf aktuelle Vorwürfe bezüglich Absprachen über zu kleine AdBlue-Tanks für Diesel-Motoren.

Mit einer ungewöhnlichen Maßnahme reagiert die BMW Group auf die aktuelle Diskussion rund um den Diesel-Skandal. Die aktuell im Raum stehenden Vorwürfe, auch bezüglich eines Kartells mehrerer großer Autobauer mit illegalen Absprachen zu technischen Details, werden dabei ausdrücklich und entschieden zurückgewiesen: “Grundsätzlich gilt: Fahrzeuge der BMW Group werden nicht manipuliert und entsprechen den jeweiligen gesetzlichen Anforderungen.

BMW betont in der offiziellen Stellungnahme die vorhandenen Unterschiede zu den Wettbewerbern und rückt damit erstmals auch öffentlich ausdrücklich die Sauberkeit der eigenen Motoren in den Fokus. Laut dem heutigen Statement ist die Abgasreinigung von BMW Diesel-Motoren durch eine Kombination verschiedener Techniken nicht nur komplexer, sondern auch effizienter als bei den Wettbewerbern. Durch den bei BMW im Doppel umgesetzten Einsatz von AdBlue-Einspritzung und NOx-Speicherkatalysator sei die AdBlue-Einspritzmenge automatisch niedriger als bei den Diesel-Pkw anderer Hersteller, daher lassen sich allein aus einer ähnlichen Tankgröße keine Rückschlüsse auf eine zu geringe AdBlue-Einspritzung ziehen.

Das Statement der BMW Group lautet in voller Länge wie folgt:

Aufgrund der aktuellen Medienberichterstattung sieht sich die BMW Group dazu veranlasst, zu den erhobenen Vorwürfen Stellung zu nehmen.

Grundsätzlich gilt: Fahrzeuge der BMW Group werden nicht manipuliert und entsprechen den jeweiligen gesetzlichen Anforderungen. Dies gilt selbstverständlich auch für Diesel-Fahrzeuge. Das bestätigen entsprechende Ergebnisse nationaler und internationaler behördlicher Untersuchungen.

Den Vorwurf, dass aufgrund zu kleiner AdBlue-Behälter eine nicht ausreichende Abgasreinigung in Euro 6 Diesel-Fahrzeugen der BMW Group erfolgt, weist das Unternehmen entschieden zurück.

Die bei BMW eingesetzte Technologie unterscheidet sich deutlich von anderen im Markt. Wir suchen auch in der Abgasreinigung den Wettbewerb: Im Gegensatz zu anderen Herstellern kommt in Diesel-Fahrzeugen der BMW Group eine Kombination von mehreren Komponenten zur Abgasreinigung zum Einsatz. Soweit die Abgasreinigung durch Harnstoffeinspritzung mit AdBlue (SCR) erfolgt, ist in diesen Fahrzeugen zusätzlich ein NOx-Speicher-Katalysator verbaut. Dadurch werden alle gesetzlichen Emissionsanforderungen erfüllt und ein sehr gutes Realemissionsverhalten erreicht. Deshalb erübrigt sich für die Euro 6 Diesel-Pkw der BMW Group einen Rückruf oder eine Nachrüstung.

Zudem führt die Kombination beider Systeme in Verbindung mit der Abgasrückführung zu einem im Wettbewerbsvergleich sehr niedrigen AdBlue-Verbrauch, da eine geringere Einspritzung notwendig ist. Das ermöglicht eine optimierte Behältergröße und gleichzeitig im Wettbewerbsvergleich sehr niedrige Emissionen im Realbetrieb. Ferner weisen die BMW Group Diesel-Fahrzeuge eine einfache Nachfülllösung je nach Modell über die Tankklappe oder die Motorhaube auf. BMW Group Kunden werden rechtzeitig und mehrfach auf einen niedrigen AdBlue-Füllstand hingewiesen. Wird dies ignoriert, wird eine Inbetriebnahme des Fahrzeuges verhindert.

Diskussionen mit anderen Herstellern über AdBlue-Behälter zielten aus Sicht der BMW Group auf den notwendigen Aufbau einer Betankungsinfrastruktur in Europa ab.

Im Übrigen bekräftigt das Unternehmen seine Zusage, für die geeigneten Euro 5 Diesel-Pkw der BMW Group ein freiwilliges und kostenloses Software-Upgrade durchzuführen, um auf Basis der in den letzten Jahren im Feld gewonnenen Erkenntnisse weitere Abgasreduktionspotentiale zu realisieren. Wir sehen dies als Teil eines gemeinsamen und umfassenden Maßnahmenpakets der Kommunen und der Industrie zu einer weiteren Verbesserung der innerstädtischen Luftqualität ohne pauschale Fahrverbote im Rahmen des anstehenden „Diesel-Gipfels“ am 02.08.2017.

25 responses to “BMW weist Kartell-Vorwürfe im Diesel-Skandal deutlich zurück”

  1. Dailybimmer says:

    Nah wenn das so ist wie Bmw es verlautet hat, dann sollten wir die wahren Bmw Fans beruhigt sein. Jetzt geht es Mercedes und VAG an den Kragen, diese Täuscher und Betrüger..

    • Quer says:

      VW und Mercedes wollten nur BMW eine auswischen, wieso sollte ausgerechnet BMW mit den VW Konzern und Mercedes in Sachen Technik zusammenarbeiten.

      • Dailybimmer says:

        Ist dein Diesel vom angeblichen Rückruf auch betroffen? Laut AB sein 350.000 Bmw Diesel Fahrzeuge in D betroffen die mit deinem Software Update umgerüstet werden müssten, welche die Euro Norm 5 erfüllen. Welche Euro Norm erfüllt denn dein Bmw eigentlich?

        • Quer says:

          Nö, weil der meine die EU Norm 6 hat, zudem muss BMW keine Rückruf starten, die machen es bei den Diesel mit der EU Norm 5 freiwillig.
          Ich habe die AB schon lange nicht mehr gelesen, aber wann die geschrieben haben, BMW muss, dann ist das wieder mal eine verlogene Aussage der AB

      • Mini-Fan says:

        Also was HERE angeht, da machen BMW, Mercedes und Audi es ganz offiziell: Zusammenarbeiten.

        Und was die ganzen Schnittstellen der Zulieferer ZF, Bosch, Schaeffler, Getrag, Aisin etc. anbetrifft – da MÜSSEN sie es sogar, es geht gar nicht anders.

    • Mini-Fan says:

      es heißt (nur):

      BMW weist Kartell-Vorwürfe “im Diesel-Skandal” zurück.

      D.h. ANSONSTEN tun sie es nicht.

      Mit dem Diesel-Skandal allerdings von VW/ Mercedes jedoch will BMW nichts zu tun haben.

    • dailypimmel says:

      Wir die wahren Fans, wir sind einfach die erleuchteten. Ich liebe dich!

  2. Blacksky003 says:

    Hmm, nix neues an der Front. Sie sagen das, was es schon immer hies, das sie die Autos nicht manipuliert haben. Aber bezüglich der Kartellvorwürfe wegen Preisabsprachen, Zuliefererpreise etc wird nicht Stellung genommen, bzw wird nur gesagt, das man von keinen Ermittlungen weis (gibts ja auch noch nicht, dauert schon ein paar Tage, bis die Art Selbstanzeige von VW und Daimler durchgeblickt wurde). Hoffe aber natürlich das sie wirklich nichts in der Richtung gemacht haben

    • moehre says:

      Oh ein Autor, der bei BILD, WELT und FT war. Aber jetzt selbst dort keinen Platz mehr hat (und auch nicht bei der Automobil-Woche). dazu auf einer mindestenes umstrittenen Website. Das sind die guten Quellen.

      • Thomas says:

        “AdBlue” wurde schon seit über 10 Jahren von Nutzfahrzeugen genutzt, womit sich die Gebindegrößen schon vor der Konstruktion der PKW Tanks etabliert haben.
        Wo wird überhaupt davon gesprochen, dass die Gebindegröße eine Schlüsselrolle im Lastenheft spielte? Es gibt keine Prioritätenliste. Dein Vergleich mit dem Öl hinkt ebenfalls gewaltig, da das Ölvolumen eine wichtige, konstruktive und technische Größe ist.

        Deine oberflächliche Kritik am Autor ist an den Haaren herbeigezogen …

        • moehre says:

          Ein Vorwurf, den einer der Zulieferer solcher Tanks glatt bestreitet: „Nicht die Größe des Tanks ist entscheidend für die Kosten des Systems. Da spielen ganz andere Parameter eine Rolle“, sagt der Chef des Unternehmens. Zudem sei es das gemeinsame Ziel der Hersteller gewesen, die Tankintervalle für AdBlue möglichst lang zu halten, damit die Kunden nicht zwischen den Inspektionen die Flüssigkeit nachfüllen müssen, was gegen kleine Tanks spricht. Und: „Die meisten Autos haben einen mindestens 10 Liter großen Tank, weil das dem Gebinde entspricht, das man an Tankstellen kaufen kann“, erinnert sich ein Beteiligter an den Hintergrund der Absprache zwischen den Autobauern.

          Nur doof, das 10l eben bei manchen dann auch schon alles waren (nicht unbedingt bei BMW).
          Wenn ein eher stark gegenläufiger Artikel von einer umstrittenen Seite ohne Einordnung und Differenzierung gepostet wird, sollte man etwas genauer schauen.
          Audi hat behauptet: der Kunde soll keinen Kontakt zum adblue haben. Trotzdem kleine Tanks. Und dann doch größer 10l für das Gebinde. Hast du die Lastenhefte gesehen? Ich nicht. Daher kann ich eben nur auf diese Aussagen verweisen. Und wurde nicht Opel “ausgeladen”?

  3. bayern-express says:

    Gemeinsame Festlegung von Teilen oder gar gemeinsamer Einkauf bestimmter Teile ist noch lange kein Kartell, gerade unsere Politiker, die schon lange ein Politik-Kartell gebildet haben, ständige Absprachen unter den Parteien, tun hier jetzt auf Empört. Kritik ja, aber nicht von der Politik.

  4. Kommentator says:

    Die Schweinereien von der DUH ???

    NEUES
    …“von der umstrittenen „Deutschen Umwelthilfe“ und ihrem Anführer Jürgen Resch, unterstützt von allen Mainstream Medien, die zwar im Nachplappern geübt sind, denen aber jeglicher Sachverstand fehlt und deshalb durch besonders strammen Aktivismus ersetzt wird“

    AfD NRW führt NOx-­Begrenzer im Landtag vor –
    Zulässige Maximale Arbeitsplatz­konzentration (MAK Wert) ist viele Male größer als Stuttgarter Grenzwert

    siehe:

    https://www.eike-klima-energie.eu/2017/07/21/afd-nrw-fuehrt-nox-begrenzer-im-landtag-vor-zulaessige-maximale-arbeitsplatzkonzentration-mak-wert-ist-viele-male-groesser-als-stuttgarter-grenzwert/

    ODER auch:

    Politik ignoriert Zweifel am Grenzwert 40 Mikrogramm
    Absurde Dieselpanik!
    Im Büro ist 20 Mal mehr Stickstoffdioxid erlaubt als auf der Straße

    siehe:

    http://www.focus.de/finanzen/karriere/berufsleben/politik-ignoriert-zweifel-am-grenzwert-40-mikrogramm-dieselpanik-wegen-grenzwertluege-in-ihrem-buero-ist-20-mal-so-viel-stickstoff-erlaubt_id_7378545.html

    UND:

    https://www.eike-klima-energie.eu/2017/07/18/die-dubiosen-machenschaften-der-deutschen-umwelthilfe-und-ihres-fuehrers-juergen-resch/

    die-dubiosen-machenschaften-der-deutschen-umwelthilfe-und-ihres-fuehrers-juergen-resch

    • Mini-Fan says:

      Ich habe den Bericht im Spiegel komplett gelesen.
      Obwohl ich den Spiegel seit Jahren lese (und achte) – selten zuvor habe ich dort einen derart einseitigen, unsachlichen und sehr stark tendenziösen Bericht gelesen, wie diesen.

      Und hier noch ein Satz über die aktuelle, völlig überzogene Pkw-Diesel-N0x-Hysterie, über den auch die Politik mal nachdenken sollte – Stichwort: Angemessenheit:

      (Quelle: Interview mit Maritimes Ingenieurbüro Thiiink, im Februar 2016 ggü Focus)

    • Mini-Fan says:

      Schweinereien

      hast du im SPIEGEL letzte Woche gelesen, wie “VW” seit Neuestem bei BMW umschrieben wird?
      Mit “die Schweine in Wolfsburg”!

  5. Quer says:

    Hallo BMW Fans und diejenigen die wegen diesen Statement von BMW, BMW eins reinzuwürgen versuchen, ich habe ein sehr interessantes Video für euch das die Machenschaften der AutoBild aufdeckt.

    https://youtu.be/8IW27bVNW5I

  6. Uwe says:

    Hauptsache mal die Aktie mit einem Kartellverdacht in den Keller schicken. Viele Schreiberlinge tun schon so, als wäre es bereits eine klare Sache.

    • Mini-Fan says:

      Die scheinbar unbegrenzte Dummheit und völlig fehlende Objektivität mancher Journalisten war mir zumindest bei der sog. “Qualitätspresse” in diesem Ausmaß bisher nicht bewusst.
      Ich rede nicht von der “Bild”, dort ist man ja seit Jahrzehnten alles gewohnt.
      Aber vielleicht war ” BILD goes Spiegel” doch kein Aprilscherz.

    • Tobias says:

      Es ist nicht das erste mal, dass die VW/ Audi – hörige Presse mit Lügen und dilettantischer Berichterstattung versucht, bmw mit in den Dieselsumpf zu ziehen. 2015 war es die blödBild, jetzt versuchts der Spiegel. Der Artikel on SPON ist so schlecht, dass die Verantwortlichen ihren Job bald los sein dürften.

    • Mini-Fan says:

      Weißt du, was ich zuerst gelesen hab:

      “die Akte (!) mit dem Kartellverdacht in den Keller schicken”,

      also unten im Archiv einmotten, Sache erledigt.
      Das war dann wohl das, was ich gerne lesen wollte 🙂

  7. quickjohn says:

    Klar ist jetzt:
    – die Daimler-“Selbstanzeige” stammt aus 2014; die von VW aus 2016.
    – der Spiegel berichtet jetzt im Sommer 2017 über eine Enthüllung
    – die EU-Kartellbehörde ist bislang bei keinem Hersteller vorstellig
    – BMW wurde von den Anderen nicht informiert

    So weit der Sachverhalt – sachlicher vorgetragen als es die Meisten der Beteiligten verdienen.

    Erste Konsequenz – BMW legt die Kontakte mit den Anderen auf Eis. Gut so!

    • Mini-Fan says:

      Pkt. 3 stimmt glaube ich nicht:
      Irgendwo las ich, die EU habe bereits erste Zeugen vernommen und Akten/ Beweismittel in Unternehmen beschlagnahmt.
      Wahrscheinlich las ich es “in der Qualitätspresse”, vielleicht sogar im Spiegel.

      Und die “Konsequenz der Konsequenz” wird sein:
      Die notwendige Standardisierung in der e-Mobilität wird erstmal auf der Strecke bleiben. Mit Nachteilen für alle, auch für BMW i.

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