1968 bis 2016: Ära der BMW E-Nummern endgültig beendet

News | 26.08.2016 von 7

Seit 1968 sorgten die BMW E-Nummern von E3 über E36 bis E93 für Orientierung. Nun ist das letzte BMW E-Modell vom Band gelaufen und hat die E-Ära beendet.

100 Jahre nach Gründung des Unternehmens wurde vor wenigen Tagen der letzte BMW mit einer E-Nummer gebaut. Der Entwicklungscode begleitete die Automobile aus München seit 1968 und ist für viele BMW-Freunde seit fast einem halben Jahrhunderti untrennbar mit der Marke verbunden. Egal ob frühe Modelle wie der intern E3 genannte BMW 2500 von 1968 oder der bis zum 22. August 2016 gebaute BMW Z4 E89, für viele Kunden war ihr Auto stets eng mit der jeweiligen BMW E-Nummer verknüpft.

Nachdem die BMW E-Nummern für rund 30 Jahre unterhalb der 50 blieben, ging es nach der Jahrtausendwende Schlag auf Schlag. Verantwortlich für die neue Taktzahl war eine neue Logik bei der Baureihen-Benennung, denn zuvor sorgten neue Karosserievarianten nicht zwingend auch für eine neue E-Nummer: Während beispielsweise die Nummer E36 in den 1990er-Jahren für insgesamt sieben nur durch einen dahinter gesetzten Schrägstrich getrennte Varianten stand und zur Überbezeichnung für 3er Limousine, Touring, Coupé, Cabrio und Compact sowie Z3 Roadster und Coupé wurde, erhielt nun jede Variante ihr eigenes Kürzel. Auch die höchste für ein Serienfahrzeug vergebene E-Nummer ist das Resultat dieser neuen Logik, denn das BMW 3er Cabrio E93 wäre früher lediglich eine Untervariante der Baureihe E90 gewesen und hätte keine eigene E-Nummer erhalten.

BMW-2800-E3-Produktion-Werk-Muenchen-1970 Frühzeit der E-Ära: BMW E3-Produktion in München 1970

BMW E-Nummern: Z4 E89 beendet E-Ära im August 2016

Die häufigere Nutzung neuer E-Nummern hat in den letzten Jahren nicht nur zur Notwendigkeit geführt, den ursprünglich als Abkürzung für Entwicklungscode genutzten Buchstaben E bei jüngeren Modellen durch das F zu ersetzen, größere Lücken zwischen den genutzten Zahlen und eine eigene Kennziffer für die M-Modelle haben Ende 2015 auch schon zum Marktstart des ersten G-Modells geführt: Der aktuelle 7er heißt in seiner gewöhnlichen Variante G11, die Langversion trägt die interne Bezeichnung G12.

Nachdem der Buchstabe E für mehr als vier Jahrzehnte genutzt werden konnte, wurde der Nachfolger des Buchstaben F somit schon sieben Jahre nach dessen Debüt eingeführt. Mit den internen Kürzeln I01 und I12 für die Modelle i3 und i8 hat die Submarke BMW i außerdem schon den nächsten Buchstaben in Beschlag genommen.

Unter dem Dach der BMW Group wurden in den letzten Jahren auch andere Buchstaben für die Modelle der übrigen Marken verwendet. So trugen die in München entwickelten MINI-Modelle zunächst das Kürzel R und eine zweistellige Zahl dahinter, die jüngsten Modelle auf Basis der BMW UKL-Architektur nutzen hingegen den Buchstaben F. Auch bei der Luxusmarke Rolls-Royce wurden seit der Übernahme durch BMW interne Entwicklungscodes wie RR1 vergeben, zweistellige Zahlen sind aber auch hier nur eine Frage der Zeit. Vergleichsweise unbekannt ist die Nutzung des Buchstabens M, der für Modelle der nur in China angebotenen Marke Zinoro genutzt wird.

7 responses to “1968 bis 2016: Ära der BMW E-Nummern endgültig beendet”

  1. DoNuT says:

    Steht aber auch sinnbildlich für die Flut an Modellen, die seit den 90er-Jahren gebracht wurden. Bis dorthin gab es im großen und Ganzen 3/5/7er und ein großes Coupè

    Danach… siehe hier https://de.wikipedia.org/wiki/BMW-Pkw

    2015 ca. 1,9 Millionen ausgelieferte Fahrzeuge (damit seit damals mehr als verdoppelt), 600.000 davon gehen immer noch auf den 3/4er und gute 500.000 bereits auf die X-Familie. Nimmt man über 300.000 Stück von 1/2er dazu, sieht man wohl auch schön, wo das Wachstum herkommt – von neuen Modellen – und neuen Absatzmärkten….

    Quellen:

    Geschäftsbericht 2015: https://www.bmwgroup.com/content/dam/bmw-group-websites/bmwgroup_com/ir/downloads/de/2015/12784_GB_2015_dt_Finanzbericht_Online.pdf
    bzw. https://de.wikipedia.org/wiki/BMW_AG#Gesch.C3.A4ftszahlen

    • Fagballs says:

      Da hast du Recht, aber wirtschaftlich betrachtet ist damit die Flut der Modelle (korrigier mich, ich lese hier eine negative Konnotation) doch die richtige Wahl, um Wachstum zu generieren.

      Auf der anderen Seite heißt es ja auch nicht, dass mit den neuen Modellen nur Kunden von anderen Marken gewonnen werden. Beispielsweise der 1er hat 3er Compact Fahrer abgeholt, der 2er ist für Kunden, denen der 4er zu groß, zu speckig oder zu teuer ist. Die Xe bieten immer etwas mehr Platz als die Modelle ohne X. Und so weiter. Das einzige Modell, das richtige gewildert hat, dürfte der 2er AT/GT sein 😉

      • DoNuT says:

        Keinesfalls…

        Ich seh es nicht zwingend negativ, dass die Marke binnen 15 Jahren ihren Absatz verdoppelt hat und ihre Kernmodelle immer noch anbietet. Dass es einen “323i des kleinen Mannes” nun nicht mehr gibt (woran man sich als “Gußeisener” oft stößt), hat nicht der Markt verschuldet…

        Zusätzliche Modelle wie der 2er AT/GT schaden mMn nicht, solange man dafür solche mit Herz (bzw. echter “Freude am Fahren”) nicht einstellt und einfach nur den Absatz hochschraubt, was dann letztlich auch mehr Geld für Entwicklung ordentlicher Autos bedeutet. 🙂

        Dass 2er und die X-Modelle bei den eigenen Käufern selbst gewildert haben, lässt sich aber wohl kaum bestreiten. Bis in die frühen Nullerjahre gab es eben nur einen dicken 5er oder gar 7er als Chefwagen, da man auch nicht jünger wird und was Repräsentatives braucht, passt da ein X3/X5 eben ganz gut. Schließlich geht mit der X-Familie und 1er/2er wohl knapp die Hälfte des Absatzes auf ihr Konto.

        Dass die Kernbaureihen immer noch hohe Stückzahlen liefern (3er/4er meistgebaute Reihe), dazu tragen wohl auch zu einem guten Teil der US-Markt und China bei. Man baut ihnen wohl nicht ohne Grund eigene Langversionen und vielleicht sogar eine 2er Limousine.

        • Manuel Kammermeier says:

          Sicher wurde gewildert, aber zeitgleich auch eben neue Kunden angesprochen. Das war damals auch unsere Befürchtung, das der 3er mit der Einführung des 1er Kunden verliert, aber wie man dann schlussendlich gesehen hat, hat es keinem geschadet. BMW musste sein Angebot auffächern um auch Zielgruppen, die in der Mitte der Baureihen liegen, anzusprechen, sonst hätte man keine Chance mehr gehabt gegen die Konkurrenz.

  2. Kr1s says:

    Genau genommen gab es sogar 8 E36-Varianten:

    -Limousine
    -Touring
    -Coupe
    -Cabrio
    -Compact
    -Z3 Coupe
    -Z3 Roadster
    -Baur Cabrio
    Quelle: auto-treff.com

    • M54B25 says:

      Na dann erhöhe ich um drei weitere eigenständige Automobil-Modelle aus Buchloe die auf der E36 Basis entstanden:
      – B3
      – B6
      – B8

      Die verschiedenen Untervarianten mit den unterschiedlichen Triebwerk/Hubraumvarianten innerhalb der Baureihe lasse ich mal außen vor.

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